Was wußte der KC einer GK über den damaligen Gegner?

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21.09.2018 07:53
#16
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Ich möchte es mal etwas verallgemeinern-da ja von Gegner und Feind gesprochen wird
Ob Damals,Heute oder Morgen--hat nicht jeder Soldat ein Bild vor Augen-- wo ihm sein Gegenüber als Feind oder Gegner präsentiert wird. Es war im Osten so und im Westen ebenfalls. Ich kenne persönlich in meinen Bekanntenkreis einige die in der BW dienten, die mir sagten--selbstverständlich war die NVA unser Feind.Und so war es auch umgekehrt.Sicher war dieses --Gegner,Feinbild--nicht so ausgeprägt bei den Wehrpflichtigen, die sich sowieso sagten,in einigen Monaten bin ich wieder weg.Aber bei Berufssoldaten,kann ich mir das schon etwas anders vorstellen. Im Prinzip, kann man sagen,so lange es Armeen gibt, so lange wird auch im Wortschatz--das Feind und Gegner vorkommen.


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21.09.2018 08:09
#17
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Warum war es so wichtig irgendwelche gegnerischen Diensteinheiten detailiert identifizieren zu können?
Die sind doch nur Streife gefahren und haben sich nach Dienstschluss (im Gegensatz zu den GT) wahrscheinlich einen Fetten gemacht.
Verstehe das Grundprinzip natürlich, aber wir befanden uns ja nicht im Krieg.

Wofür soll das nützlich gewesen sein, zu wissen, wer da mit welchem Fahrzeug seine eigene Grenze kontrolliert ? DDR-typische Logik ?

Démerde-toi !

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21.09.2018 08:23 (zuletzt bearbeitet: 21.09.2018 08:25)
#18
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[quote="Blitz_Blank_Kalle"|p685262]Warum war es so wichtig irgendwelche gegnerischen Diensteinheiten detailiert identifizieren zu können?
Die sind doch nur Streife gefahren und haben sich nach Dienstschluss (im Gegensatz zu den GT) wahrscheinlich einen Fetten gemacht.
Verstehe das Grundprinzip natürlich, aber wir befanden uns ja nicht im Krieg.

Wofür soll das nützlich gewesen sein, zu wissen, wer da mit welchem Fahrzeug seine eigene Grenze kontrolliert ? DDR-typische Logik ?[/quot

Ja man kann darüber diskutieren , solange wie man will, man kann in den Keller gehen und versuchen die Kohlen weiß zu putzen. Aber ob man auf einen Nenner kommt,steht auf einen anderen Blatt. Schau, Du führst das Wort -gegnerisch--selbst an. Man bekommt es einfach nicht weg. Übrigens auch die andere Seite hat Aufklärung geführt--nicht nur Streife gefahren. So ist das mal ebend , wenn 2 Systeme aufeinander stoßen--die sich nicht gerade freundschaftlich gesinnt waren.


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21.09.2018 08:25
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#19
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@berndk5

Zitat von berndk5 im Beitrag #10
Es war der Gegner. Punkt um !
Da gab es kein HALB und kein VIELLEICHT, völlig egal ob mit Stahlhelm und Waffe im Anschlag, oder als "biedere Beamte" mit kurzärmligem Hemd "getarnt" . (so hat man das damals formuliert)

Bitte versteht es nicht falsch- ich versuche nur zu erklären, wie es damals indoktriniert, wie es propagandamäßig an "den Mann gebracht" wurde.
Das war auch keine "Einmal-Kiste" vom Polit-Offizier, sondern "Dauerbrenner", bei dem von jeder Führungsperson, egal ob KC , ZF oder Hfw. und den gesellschaftlichen Organisationen in der GK (FDJ + SED) ständig und ununterbrochen nachgelegt wurde.
Klar waren die Soldaten nicht doof und haben sich zu vielen Dingen einen eigenen Reim gemacht- aber ganz ohne Wirkung war die Dauerberieselung nicht- jedenfalls bei den Meisten in der GK .
Die Dauerberieselung kann ich bestätigen, aber ich hatte den Eindruck das viele GWD das nicht so ernst gesehen haben. Ich selber hatte keine Angst vor dem BGS und habe mich auch nicht extra in Deckung begeben wenn sie auftauchten. Durch mein Fahrzeug war ja eh sichtbar, dass wir vor Ort waren, selbst wenn wir es abgestellt hatten und uns zu Fuß bewegten.

Wenn zwischen der Dauerberieselung und dem täglich Erleben so eine Diskrepanz besteht, nimmt man vieles nicht für voll.

Uns wurde öfters erzählt das der BGS über tausend Provokationen/Jahr begehen würde. Erlebt habe ich selber keine.

Das Auftreten des BGS habe ich immer als sehr korrekt empfunden. Beim ZOLL wurde da schon eher mal eine Kontaktaufnahme zu uns versucht bzw. Zeitschriften, Zigaretten oder Schokolade über den Zaun geworfen.

Bei den Amis wurden regelrechte Zielübungen mit dem SMG oder der Kanone des SPW auf uns abgehalten. Das habe ich mehrere Male im Bereich gegenüber Döringsdorf erlebt.

KS


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21.09.2018 08:37
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#20
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@berndk5

Zitat von berndk5 im Beitrag #14
Glaubt es pauschal, oder nicht. Wäre diese so genannte "Rotlicht-Bestrahlung" so wirkungslos gewesen, wie manch einer heute behauptet- so hätte die DDR wesentlich früher und wesentlich größere Probleme mit dem eigenen Personal an der Grenze gehabt.

Ich bin mir da aber nicht sicher ob viele Grenzer wegen der Rotlichtbestrahlung oder aus Angst vor angedrohter Bestrafung entsprechend gehandelt haben?

Dieses Szenario wurde ja auch immer aufgebaut. "Wer absichtlich daneben schießt wird bestraft, denn wir kennen die Schießergebnisse" war da eine öfters gehörte Drohung.

Heute ist bekannt, dass wahrscheinlich keiner nach Schwedt gekommen wäre nur weil er nicht geschossen/getroffen hätte. Von meiner GK sind mindestens zwei nach Schwedt gekommen und bei beiden waren es mehrere Delikte, welche letztendlich zur Bestrafung führten.

KS


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21.09.2018 08:39 (zuletzt bearbeitet: 21.09.2018 08:40)
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#21
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Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, wurde in zurückliegenden Berichten u.a. geschrieben, dass z.T. von der Norm abweichende Dienstdurchführung der GT-Posten von der anderen Seite fotografiert oder auf anderem Weg gemeldet wurde und diese Fotos oder Meldungen nach Feierabend in der Kompanie vorliegen sollten.
Wenn es so war, wie funktionierte die Übermittlung dieser Bilder oder Meldungen durch den vermeintlichen Gegner?

"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)

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21.09.2018 08:58
#22
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Zitat von Kontrollstreife im Beitrag #20
@berndk5
Zitat von berndk5 im Beitrag #14
Glaubt es pauschal, oder nicht. Wäre diese so genannte "Rotlicht-Bestrahlung" so wirkungslos gewesen, wie manch einer heute behauptet- so hätte die DDR wesentlich früher und wesentlich größere Probleme mit dem eigenen Personal an der Grenze gehabt.

Ich bin mir da aber nicht sicher ob viele Grenzer wegen der Rotlichtbestrahlung oder aus Angst vor angedrohter Bestrafung entsprechend gehandelt haben?

Dieses Szenario wurde ja auch immer aufgebaut. "Wer absichtlich daneben schießt wird bestraft, denn wir kennen die Schießergebnisse" war da eine öfters gehörte Drohung.

Heute ist bekannt, dass wahrscheinlich keiner nach Schwedt gekommen wäre nur weil er nicht geschossen/getroffen hätte. Von meiner GK sind mindestens zwei nach Schwedt gekommen und bei beiden waren es mehrere Delikte, welche letztendlich zur Bestrafung führten.

KS


Also solche Drohung ist mir unbekannt. Sicherlich gab es zu meiner Zeit auch Bestrafungen--Aber im Prinzip, waren die pillepalle und man war daran auch nicht ganz unschuldig. Aber Drohungen aussprechen und den Soldaten damit in den Grenzdienst schicken--das ist doch schon leichtsinnig.


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21.09.2018 09:03
#23
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#21, Furry, IM Wallis z.B. Der hatte eine Infrarot Übermittlungsanlage.

MfG Berlin

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Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !

Ein Holder geht durch dick und dünn...

Der Holder auf dem Acker, der kleine Racker schlägt sich wirklich wacker....

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21.09.2018 09:06
avatar  furry
#24
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@berlin3321 , und wie lang war die Grenze, wieviel Jahre bestand sie und wieviel Meldungen sind aufgelaufen? Da wird dieser Wallis, wenn überhaupt, keine nennenswerte Rolle gespielt haben.

"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)

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21.09.2018 09:06
#25
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[quote="furry"|p685267]Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, wurde in zurückliegenden Berichten u.a. geschrieben, dass z.T. von der Norm abweichende Dienstdurchführung der GT-Posten von der anderen Seite fotografiert oder auf anderem Weg gemeldet wurde und diese Fotos oder Meldungen nach Feierabend in der Kompanie vorliegen sollten.

furry--ich kannte solche Berichte auch--aber man sollte so manche Berichte nicht für bare Münze nehmen.


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21.09.2018 09:28 (zuletzt bearbeitet: 21.09.2018 09:29)
avatar  GKUS64
#26
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Also wenn ich das Thema mal aus meiner Sicht (Altersgruppe beachten!) beurteile, so kann ich sagen, dass die Begriffe „Gegner“, „Feind“, "Bonner-Ultras" usw. schon zu meiner Zeit zum Vokabular der Führungskräfte von Schule, Betrieb und Grenztruppe/ Armee gehörten. Man hatte sich daran gewöhnt, hatte es aber nie verinnerlicht. Nun spreche ich hier für mich. Ich bin aber der Meinung, und das sollte man hier mal diskutieren, ca. 80 bis 90% der Bevölkerung identifizierten sich nicht mit diesen Begriffen bzw. der dahinter stehenden Staatsdoktrin. Nach außen war man angepasst
Was blieben einem denn für andere Möglichkeiten, wenn man sein Leben nicht an der uns ja allen gut bekannten Grenze aufs Spiel setzen wollte?
Woraus resultierte diese Haltung der Mehrheit der Bevölkerung?
Ich bin der Meinung, vieles war den schrecklichen Erfahrungen aus den Erlebnissen des II. Weltkrieges geschuldet.
In der Zeit von 1930 bis ca. 1941 standen bestimmt ca. 80% hinter dem damaligen System,
nach 1945 waren die meisten von Parteien und sonstigen Parolen geheilt.
Man verhielt sich zurückhaltend und um einigermaßen zurecht zu kommen auch angepasst.
Die o.g. Begriffe wurden innerlich mit Kopfschütteln quittiert, nach außen hielt man still.
Nun dazu noch eine Frage: Wie verhielt sich die Bevölkerung der DDR zu deren Staatsdoktrin
In den Jahren ab 1970 bis 1989 . Gebt bitte mal eine Einschätzung in Prozenten für die jeweiligen Jahre ab.

Vielleicht etwas OT, ich dachte aber es passt.

MfG

GKUS64


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21.09.2018 09:30 (zuletzt bearbeitet: 21.09.2018 09:32)
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#27
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( gelöscht )

Zitat von Rostocker im Beitrag #22
Also solche Drohung ist mir unbekannt. Sicherlich gab es zu meiner Zeit auch Bestrafungen--Aber im Prinzip, waren die pillepalle und man war daran auch nicht ganz unschuldig. Aber Drohungen aussprechen und den Soldaten damit in den Grenzdienst schicken--das ist doch schon leichtsinnig.
GWD waren im grunde genommen nur abhängig Beschäftigte.

Wie abhängig man vom Gutwill der Vorgesetzten war hat man spätestens dann gemerkt wenn der geplante Urlaub/Ausgang mit fadenscheinigen Gründen abgelehnt wurde.

Mich persönlich hat das zwar kaum betroffen. Ich war in den 18 Monaten 12 mal auf Urlaub, aber ich hatte Kumpels die haben es wirklich nur zweimal/Halbjahr geschafft.

Es hat auch nicht motivierend auf den Grenzdienst gewirkt, wenn man kurz vor der Vergatterung noch um den Besitz seines Luftis gebracht wurde oder im eiltempo die Kragenbinde wechseln musste.

Da kamen dann immer die preussischen Militärtugenden durch.

KS


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21.09.2018 09:56 (zuletzt bearbeitet: 21.09.2018 09:57)
#28
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #26
Nun dazu noch eine Frage: Wie verhielt sich die Bevölkerung der DDR zu deren Staatsdoktrin
In den Jahren ab 1970 bis 1989 . Gebt bitte mal eine Einschätzung in Prozenten für die jeweiligen Jahre ab.


Was mich persönlich betrifft, der ich 1989 gerade mal neunzehn war, hat natürlich die Schule und die Lehre den größten Einfluß in Sachen Staatsdoktrin gehabt bzw. es versucht. Weiß jetzt nicht mehr wie das im Kindesalter war, glaube da war man noch beeinflußbarer. Später als Jugendlicher kenne ich kaum jemand,der sich dafür interessierte oder gar alles glaubte. Man sagte halt das, was die in der Schule hören wollten.

In der Lehrzeit (1986 -88) kamen sogar schon kritische Meinungen auf, die auch gelegentlich öffentlich geäußert wurden. Denke mal das lag auch an der Perestroika.

Bei älteren Bekannten oder Verwandten spielte sowas nach meiner Erinnerung keine besondere Rolle mehr. Man hat sein Ding gemacht und abends Westfernsehen geguckt.

Démerde-toi !

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21.09.2018 10:42
#29
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Furry, da gab´s wohl einige "IM Wallis", z.T. auch direkt beim Zoll oder BGS. Die vielleicht bis heute nicht enttarnt wurden.

Wimre hatte Grenzwolf auch mal so ein Erlebnis. Im Frühsommer im Gras gelegen und die (Hühner-?) Brust in die Sonne gehalten. Nach Schichtende durfte er beim KP Chef antreten, schrieb er. Foto wurde wohl aus einem Hubschrauber gemacht (?).

Es kam ja auch drauf an was die BGS- oder Zollstreife gemeldet hat und wie. Z.B. über Funk. Das wurde ja von div. DDR Stellen mitgehört und ausgewertet. Schon war der Bock fett.

Wie soll´s denn anders gelaufen sein wenn nicht über IM wenn 6 h später die Bilder vorhanden waren?

MfG Berlin

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Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !

Ein Holder geht durch dick und dünn...

Der Holder auf dem Acker, der kleine Racker schlägt sich wirklich wacker....

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21.09.2018 10:56 (zuletzt bearbeitet: 21.09.2018 11:14)
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#30
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Hallo ihre treuen Leser, ich kann zwar in der Kürze nicht auf jeden Beitrag eingehen, aber besonders was @GKUS64 und @Kontrollstreife geschrieben haben ist unbedingt zu kommentieren.
Es zeigt sich ganz deutlich, die unterschiedliche Sichtweise, aus der mehrere Personen (oder 2 Personengruppen wie Soldat/Offizier) die gleiche Situation bewerten.
Das ist ganz natürlich, und es sollte vorurteilsfrei auch durch jeden Leser als relative Bewertung betrachtet werden.
Was die in anderen Beiträgen geschilderten "Aufnahmen" von Fehlverhalten unserer Posten durch die anderen GÜO angeht, so solle jeder sich selbst nach logischen Erklärungen befragen. Ich weiß nichts über solche Meldungen oder Informationen über Posten-Fehlverhalten von der BRD an die DDR, erst recht nicht auf der Ebene einer Grenzkompanie.
Wie sollte so etwas denn überhaupt technisch bewerkstelligt werden ? Es ist auf der Grundlage meiner langjährigen Dienstzeit an der Linie zu 100% ein Märchen, ein Schreckensmärchen um den Soldaten zu signalisieren . "Benehmt Euch vorschriftsgetreu (auch Anzugsordnung), wir erfahren es sowieso".
Tatsache ist aber, dass schon mancher Foto-Schnappschuss an der Grenze eines Reporters oder normalen Besuchers über die Bild oder andere Medien, oder auf ganz anderen Wegen zum MfS gelangte. Hing dann der Kolben der Kaschi beim GP in der Kniekehle oder gab es andere Unzulänglichkeiten festzustellen, konnte meist reicht einfach und schnell der betreffende Soldat ermittelt werden.
Die Legende, mit der dem Soldaten dann die Vorhaltungen gemacht wurden und bei größeren Auswertungen verwendet wurden, waren aber meist mehr oder weniger schlecht gestrickte Ammenmärchen.
Ich erlaube mir auch den Hinweis, dass es wimre nur auf den GÜSt den so genannten GIP (Grenzinformationspunkt) gab, auf dem namentlich per Bestätigung zugelassenen Offiziere vorbereitete und meist standardisierte Texte im Gespräch mit dem BGS sagen durften.
Da ging es aber meist um Ereignisse höherer Wichtigkeit, als das Fehlverhalten von GP .
Ausnahmen will ich nicht ausschließen, insbesondere wenn das Territorium der Bundesrepublik verletzt wurde- aber das sind Ausnahmen.

Wie bereits gesagt, ich schildere hier Meinungen und Erfahrungen aus dem in vielen Jahren persönlich erlebten und persönlich praktizierten.
Niemals maße ich mir da den Anspruch der alleinigst richtigen Darstellung an.
Nur durch eure Beiträge wird sich auch für einen sachfremden Leser aus dem Mosaik ein Bild ergeben.
Vielen Dank.

zu #29 von @berlin3321 meine Meinung: Es wird schon stimmen, das das Fehlverhalten vom BGS festgestellt wurde- die Information ist aber aus meiner Sicht mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit durch das Abhören des Sprechfunkverkehrs über das MfS an den Regimentskommandeur gegangen, wie dann die "Lawine nach unten ging" muss man ja nicht erklären. Natürlich konnte und wollte man den AGT (Angehörigen der Grenztruppen) bei der erzieherischen Auswertung nicht sagen, dass man den Funkverkehr des BGS abgehört hatte- da wurden halt die Legenden gestrickt, bzw. Märchen erfunden. Pfiffige Grenzer haben sich an den Kopf gefasst, andere gestaunt, was es denn so alles geben soll.
Eine andere, nicht unwahrscheinliche Möglichkeit ist der Fall einer gedeckten Kontrolle.
Fraglich wäre für mich, warum es denn nicht an Ort ujnd Stelle ausgewertet wurde- vielleicht wollte man ja auch das verbotene Anschleichen des Grenzpostens durch die KS verschleiern. Also der Möglichkeiten gibt es einige. Auf Grund der Kürze der Zeit zwischen Ereignis und Auswertung geht meine Vermutung aber immer stärker zur Variante der gedecjkten Kontrolle.
Warum sollte ein mühsam getarnter Agent seine Position durch Meldung von weltpolitisch so unbedeutenden Delikten eines GP gefährden- das macht keinen Sinn.
Ebenso sind aufgefangene BGS-Funksprüche ganz sicher erst längere Zeit im MfS analysiert worden, bevor Auszüge an ausgewählte Kommandeure gegeben wurden.

Es reicht doch aus, wenn der Luftbeobachter über Funk sagte " da liegen sie in der Sonne mit freiem Oberkörper" oder eine ähnliche Wortwahl, vielleicht noch mit Geländeangabe- das war doch dann sofort auf dem Magnetband des MfS gespeichert.................


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