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#21

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 12.09.2018 18:39
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Zitat von andyman im Beitrag #20
Zitat von passport im Beitrag #14
Wozu dann der Aufwand?

Was meinst Du damit.

Mit Aufwand meine ich die Anwesenheit der Mitarbeiter des MfS,an den Grenzübergangstellen,getarnt als GT Angehörige.Wenn es nur um Kontrollaufgaben gegangen wäre hätten es ja auch BU der GT sein können oder?
Lgandyman

Ich sag mal ganz salopp - was sollte die GT mit dem ganzen Westgeld für die Visa etc. anfangen? Das war beim MfS doch super angelegt.


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#22

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 12.09.2018 19:00
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Ich sag mal ganz salopp - was sollte die GT mit dem ganzen Westgeld für die Visa etc. anfangen? Das war beim MfS doch super angelegt

@Mike59 ,

zur Klarstellung, das Geld aus den Einnahmen der Visagebühren wurde der Staatsbank der DDR zugeführt.



passport


Mike59 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#23

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 12.09.2018 19:02
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Spielverderber.


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#24

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 12.09.2018 19:04
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Zitat von Mike59 im Beitrag #21
Zitat von andyman im Beitrag #20
Zitat von passport im Beitrag #14
Wozu dann der Aufwand?

Was meinst Du damit.

Mit Aufwand meine ich die Anwesenheit der Mitarbeiter des MfS,an den Grenzübergangstellen,getarnt als GT Angehörige.Wenn es nur um Kontrollaufgaben gegangen wäre hätten es ja auch BU der GT sein können oder?
Lgandyman

Ich sag mal ganz salopp - was sollte die GT mit dem ganzen Westgeld für die Visa etc. anfangen? Das war beim MfS doch super angelegt.


Es lag vielleicht auch daran, dass es bestimmte Informationswege / Aufgabenstelllungen etc. gab, dass es entsprechend geregelt war.


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#25

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 12.09.2018 19:23
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Da fällt mir gerade eine Frage ein, gerade an Alfred. Im Intershop bekamen ja die Mitrabeiter/Verkäufer ja etwas Westgeld pro Monat, also viel wars nicht. Hintergrund war wohl damit die Versuchung mal in die Kasse zu greifen unterbunden werden sollte. Gabs eine solche Reglung auch für die VI ?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#26

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 12.09.2018 19:25
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@94

auch hier ein eindeutiges : NEIN


passport


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#27

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 12.09.2018 19:32
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Achtung, Ironie ... Dann war das wohl DER Grund warums besonders linientreue Tschkisten und keine 'gewöhlichen' Grenzer an den GÜSten standen.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#28

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 12.09.2018 19:36
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Bei einer früheren Führungen auf der ehem. Güst Mbn./A. wurde Dieses auch behauptet mit dem Hinweis das es einen Intershop hier gab. Nach meinen Widerspruch wurde es auf einen Delikatladen reduziert. Auch das entspricht nicht der Wirklichkeit. Auf der Güst befand sich nur eine Verkaufsstelle der HO, kein MHO,
genannt "Kaffeeklappe". Dort gab es belegte Brötchen,Würstchen, Kaffe und Getränke. Jeder Betrieb in MD, wie SKET, MAW oder SKL hatten für ihre Werktätigen ein bedeutend besseres Angebot.


passport


zuletzt bearbeitet 12.09.2018 21:59 | nach oben springen

#29

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 12.09.2018 19:40
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Hallo allseits, ich danke für Eure Einschätzungen & Informationen. Zunächst mal zwei Nachfragen an die Experten:

Erteilt die Stasiaktenbehörde einem überhaupt Auskünfte über einen lange verstorbenen Opa/Verwandten, also falls es eine Akte über ihn gab?

Ein User erwähnte Perspektivagenten: Kam es vor, dass ostdt. Nachrichtendienste einen interessant erscheinenden westdt. Wehrpflichtigen/Studenten ÜBER MEHRERE JAHRE im Blick hatten, ehe sie zu ihm Kontakt aufnahmen?


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#30

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 12.09.2018 19:56
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Erteilt die Stasiaktenbehörde einem überhaupt Auskünfte über einen lange verstorbenen Opa/Verwandten, also falls es eine Akte über ihn gab?


Du musst Dich bei der BStU natürlich mit den erforderlichen Urkunden ausweisen als Verwandter.

Ein User erwähnte Perspektivagenten: Kam es vor, dass ostdt. Nachrichtendienste einen interessant erscheinenden westdt. Wehrpflichtigen/Studenten ÜBER MEHRERE JAHRE im Blick hatten, ehe sie zu ihm Kontakt aufnahmen?

Nicht nur öND auch wGD hatten Interesse an "Nachwuchs"
.. Dabei sind die Studienrichtung, Interessengebiete, familiäre Verhältnisse, Freundes und -Bekanntenkreis, Wohn - und Lebensverhältnisse, politische Einstellung usw interessant.



passport


Westfale63 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#31

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 12.09.2018 20:29
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@passport: Ich meine eine mehrjährige heimliche Beobachtung/Ausforschung ohne Kontaktaufnahme.


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#32

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 12.09.2018 21:15
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Zitat von passport im Beitrag #28
genannt "Kaffeeklappe". Dort gab es belegte Brötchen,Würstchen, Kaffe und Getränke.
und einen oft heftigen Kommentar von Hannah.

Versuchungen bezüglich des Geldes gab es ganz vereinzelt auch. Da hing dann auch ein tragisches Ereignis dran.

friedliche Grüße Andreas


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#33

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2018 02:56
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Zitat von Westfale63 im Beitrag #31
@passport: Ich meine eine mehrjährige heimliche Beobachtung/Ausforschung ohne Kontaktaufnahme.


Also wenn Du der Meinung bist, dass es da mehr war als nur den Telefonanruf beim Schwiegeropa gab, den es aber zu dem Zeitpunkt eigentlich noch gar nicht gegeben haben dürfte, weil Du frisch verliebt mit Freundin unterwegs warst und noch nicht den Hafen der Ehe angesteuert hast, dann wäre eine Abfrage bei der BSTU umso dringender zu empfehlen (Formulare gibts auf deren Web Site).

Gruß Kalubke


zuletzt bearbeitet 13.09.2018 03:02 | nach oben springen

#34

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2018 08:17
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Mal grundsätzlich:
Wenn es einen Anruf mit nachrichtendienstlichem Hintergrund gegeben hat, gab es zur damaligen Zeit auch eine entsprechende Papierlage. Kein Mitarbeiter hat mal einfach so einen Anruf im Westen veranlasst. Im Vorfeld gab es eine entsprechende Konzeption, die zumindest vom Referatsleiter zu bestätigen war.


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#35

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2018 08:23
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Zitat von Westfale63 im Beitrag #1
Hallo allseits, vor einigen Tagen habe ich mich im Zeitzeugen-Vorstellungsforum vorgestellt, seht bei Interesse bitte hier:
https://www.forum-ddr-grenze.de/t17120f43-Vorstellung-von-Westfale.html


Trotz inzwischen über 2000 Aufrufen hat es dort keine Antworten auf meine Frage nach möglichen Hintergründen des geschilderten nächtlichen Anrufes gegeben. Da der User thomas 48 mich darauf hingewiesen hat, dass man hier im Forum eigentlich zwischen Vorstellung und einem Thema trennt, will ich es an dieser Forumsstelle erneut probieren, die möglichen Hintergründe dieses merkwürdigen Anrufes aufzuhellen. Vielleicht wird es ja hier Beiträge von Usern geben. Dank und Gruß!


Da hat sich wohl eine Frau Sorgen um den Studenten gemacht.
Eine ehemalige Studentin vielleicht!


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#36

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2018 22:03
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Danke nochmals für die diversen Anruf-Einschätzungen. „Privates Umfeld“ (blöder Scherz von Freunden / Eifersucht etc.) schließe ich eher aus, weil niemand aus meinem Münsteraner Umfeld Nachnamen und Telefonnummer meines Opas kannte, auch der damalige Vermieter und die damalige Freundin nicht. Und eine etwaige zweite „Verehrerin“ trat mir gegenüber nie in Erscheinung. Und aus meinem Gelsenkirchener Umfeld wiederum wusste vorher niemand von der geplanten Berlinreise.

Für wahrscheinlicher halte ich irgendeinen Nachrichtendienst, wobei mich ein westdeutscher vermutlich zeitnah nach der Berlin-Rückkehr aufgesucht oder eingeladen hätte zwecks Erteilung eines Anschisses. Dies geschah aber nicht. Und auch bei meinen späteren Wehrübungen sprach mich niemand darauf an. Also bleibt wohl nur ein ostdeutscher / sonstiger fremder Dienst. Aber auch von dieser Seite gab es keinerlei Kontaktaufnahme.

Meine Frage zum Thema Perspektivagent, also ob es vorkam, dass ostdt. Nachrichtendienste einen interessant erscheinenden westdt. Wehrpflichtigen/Studenten ÜBER MEHRERE JAHRE im Blick hatten, ehe sie zu ihm Kontakt aufnahmen, hat folgenden Grund:

Es geht um ein kleines Erlebnis von mir rund dreieinhalb Jahre später, 1987, Semesterferien, 6wöchiger Praktikumsjob bei den Wissenschaftl. Diensten, Bundeshaus Bonn. Auch hierzu will ich versuchen herauszufinden, ob diese Geschichte harmloser Natur war oder nachrichtendienstlichen Hintergrund hatte, evtl. auch in Zusammenhang mit dem Anruf einige Jahre zuvor stand.

Ich, inzwischen Doktorand, verbrachte jede freie Minute in den Lesesälen, also Bundestagsbibliothek und Presseabteilung der Bundestagsverwaltung, wo unzählige Tageszeitungen täglich verfügbar waren und man im dortigen Archiv auch einen bis in die 50er Jahre zurückreichenden Zeitungsausschnitte-Kopierservice in Anspruch nehmen konnte. Außer Abgeordneten und Fraktionsstäben nutzten auch viele Journalisten diese Serviceangebote. Gegen Praktikumsende kam ich mit einem Journalisten in der Bibliothek ins Gespräch, tags darauf Wiedersehen in einem der Kopierräume, und dann noch ein Zufallstreffen auf dem Fußweg vom Bundeshaus zur nahen U-Bahn (ich glaube Heuss-Allee hieß die Station):

Ob ich ihm wohl einen kleinen Gefallen tun könne, da er kurz verreisen müsse oder keine Zeit habe: Pressekopien zu irgendeinem laufenden Bundesparteitag aus den drei morgigen Ausgaben FAZ, Süddeutsche Zeitung und ich glaube Ruhrnachrichten, Kopien-Übergabe übermorgen nach Feierabend 17.30 Uhr hier in der U-Bahnstation. So geschah es: kurzes Treffen, bei dem ich eine Schachtel Zigaretten bekam. Dank, Handschlag, Abfahrt.

Erst einige Tage später, zurück in Münster beim Gepäcksortieren, denn die nächste Wehrübung stand an, fand ich zu meiner Verblüffung in der Schachtel einen 100-DM-Schein. Da ich sonst nichts in der Hand hatte (also keinen Namen, keine Visitenkarte: er hatte sich mit Müller / Meyer / Schulte vom Flensburger Tageblatt oder Schwarzwälder Bote oder so ähnlich vorgestellt), habe ich die Sache für mich behalten. (Heute muss ich sagen: Wenn ich es gemeldet und man mir sämtliche Bundestags-Hausausweise vorgelegt hätte, hätte ich ihn mit Sicherheit erkannt. Er war ca. Mitte 30, dunkelhaarig, keine Brille, hochdeutsch / kein Dialekt, einen Kopf kleiner als ich, Anzug + Krawatte).

Seit jenem Abend 1987 sah und hörte ich nie wieder was von dem Mann. Und es gab auch sonst keinerlei „komische“ Ereignisse mehr. Was vermutlich daran lag, dass die DDR bald darauf Geschichte war.

PS: Wenn die Mauer nicht gefallen wäre und der Mann mich weiterhin kontaktiert hätte, evtl. sogar auch die angebliche Journalisten-Hose heruntergelassen und mich z.B. in die DDR oder sonst wohin in den Osten eingeladen oder vermittelt hätte, wäre ich aus Neugierde wohl in das Spiel eingestiegen (dies allerdings nur nach vorheriger Rücksprache mit dem MAD).

Soweit also meine beiden kleinen Erlebnisse aus den 80er Jahren.


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#37

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 13.09.2018 22:35
von Pitti53 | 10.342 Beiträge | 9965 Punkte
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Langsam wird das sehr ominös mit deinen "Erlebnissen". Glaubwürdigkeit sehr gering. Soviel kann einem doch gar nicht passieren?


Ebro hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 14.09.2018 09:14
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Zitat von Westfale63 im Beitrag #36
Danke nochmals für die diversen Anruf-Einschätzungen. „Privates Umfeld“ (blöder Scherz von Freunden / Eifersucht etc.) schließe ich eher aus, weil niemand aus meinem Münsteraner Umfeld Nachnamen und Telefonnummer meines Opas kannte, auch der damalige Vermieter und die damalige Freundin nicht. Und eine etwaige zweite „Verehrerin“ trat mir gegenüber nie in Erscheinung. Und aus meinem Gelsenkirchener Umfeld wiederum wusste vorher niemand von der geplanten Berlinreise.




Gab damals schon Telefonbücher.
Die Thematik, Erinngerungen und was sich dann so im Laufe der Jahre dazu entwickelt hat, wurde hier schon öfters angesprochen.

Um abzuklären, ob eventuell ein Vorgang (was letztlich jedoch noch nichts großartiges bedeutet) über dich angelegt wurde, Antrag bei dem BStU stellen.

P.S.:
Und das Stöckchen bleibt nun liegen!


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#39

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 14.09.2018 13:05
von Merkur | 1.290 Beiträge | 1196 Punkte
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Sei mal froh @Westfale63, dass Du auf "das Spiel" nicht eingegangen bist/eingehen musstest, insbesondere unter Beteiligung des MAD. Diese Spiele waren für die Beteiligten oft nur von kurzer Dauer ggf. aber mit langen Nachwirkungen verbunden.


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#40

RE: Nächtlicher Anruf - nachrichtendienstlicher Hintergrund?

in Spionage Spione DDR und BRD 14.09.2018 14:02
von Sperrbrecher | 3.725 Beiträge | 13585 Punkte
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Zitat von Merkur im Beitrag #34
Kein Mitarbeiter hat mal einfach so einen Anruf im Westen veranlasst.

Um überhaupt mit "dem Westen" telefonieren zu dürfen bedurfte es schon höhere Weihen.

In meiner Tätigkeit bei der DSG (Deutsche Schlaf- und Speisewagengesellschaft) blieb es nicht aus, dass wir mit der MITROPA,
unserer Schwestergesellschaft in der DDR, ebenso wie auch mit den anderen Schwestergesellschaften in den Ländern Europas in Kontakt
treten mussten. Während die Kontakte im Allgemeinen lediglich durch die Sprachbarrieren erschwert wurden, war es bei der MITROPA
die Schwierigkeit einen Mitarbeiter zu erwischen, der die Erlaubnis besaß, irgendwelche Gespräche mit einem Gesprächspartner aus dem
Landes des Klassenfeindes zu führen.

Kurioserweise erkannte man auf Grund meines sächsischen Zungenschlages nicht immer sofort, dass ich aus dem bösen Westen anrief
und so fiel denen dann wenn sie es bemerkten, vor Schreck der Hörer aus der Hand, denn sie mussten nun erst den Kollegen herbeischaffen,
der die entsprechende Vorbildung/Erlaubnis besaß, um mit den Kollegen vom Klassenfeindes telefonieren zu dürfen.

Leider war es dann aber meisten einer, der von der Sache selbst und den Betriebsabläufen wenig Ahnung hatte. Deshalb waren solche
Gespräche relativ zeitaufwendig, weil er zwar die Erlaubnis hatte mit dem westlichen Partner zu sprechen, aber praktisch nur als "Übersetzer"
für seinen sachkundigen Kollegen tätig sein konnte, der dann auch die Problemlösung vorschlug, die er an mich weitergeben konnte.

Wenn ich mit dem Kollegen selber gesprochen hätte, wären wir in kürzester Frist zu einem Ergebnis gekommen, aber er hatte eben nicht die
Erlaubnis, mit jemanden aus dem Westen zu sprechen, dafür fehlten ihm die höheren Weihen. Durch diese komplizierten Vorgaben der DDR-
Vorgesetzten in seiner Firma oder von wem auch immer, dauerten dann diese Gespräche immer sehr lange.

Im Nachhinein beschleicht mich der leise Verdacht, dass es die reine Bosheit meines Chefs war, immer nur mich (wohl wegen meines sächsischen
Dialekts) mit diesen DDR-Gesprächen zu beauftragen. Er sagte immer: "Mach Du das mal, Du versteht deren Sprache besser als ich!" und amüsierte
sich königlich, wenn ich minutenlang auf den autorisierten Gesprächspartner warten musste, um dann über ihn mit meinen MITROPA-Kollegen zu
konferieren um die Problemlösung zu verhandeln.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie bewegte sich in engen Grenzen !
zuletzt bearbeitet 14.09.2018 14:05 | nach oben springen



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