Einträge im Arbeitsbuch eines Angehörigen der Deutschen Grenzpolizei (DGP)

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30.08.2018 20:18 (zuletzt bearbeitet: 02.09.2018 14:07)
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#1
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Zu den Archivalien in der Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup gehören seit einigen Monaten auch Arbeitsbücher eines damaligen Angehörigen der Deutschen Grenzpolizei (der DDR). Jemand hatte diese Bücher zusammen mit diversen anderen Dokumenten/Büchern bei der Auflösung eines Haushaltes (ich vermute in Selmsdorf) gefunden und alles in jenem alten Koffer, in dem das Ganze lag, zum "Grenzmuseum" nach Lübeck-Schlutup zwecks weiterem Verbleib gebracht. @Rothaut, Du erinnerst Dich sicher an den Koffer, der uns dort im Keller präsentiert wurde... Bin gerade dabei, die Arbeitsbücher zu digitalisieren. Dauert wohl noch länger, bis ich damit fertig bin; ist sehr zeitaufwendig, diese Arbeit. Aus meiner Sicht ist das eine und andere "Interessante" dort zu lesen/finden. Da jedoch viele Namen (von ehemaligen DDR-Grenzpolizisten) dort dokumentiert wurden, ist das mit einer Veröffentlichung so eine Sache. Wenn man die Namen alle unkenntlich macht, ist der Wert dieser Bücher sehr eingeschränkt.
Etwas, was man meiner Meinung nach hier ohne Probleme zeigen kann, sind die aus dem Jahr 1960 stammenden Aufzeichnungen des DDR-Grenzers betreffend Bundesgrenzschutz und Zoll. Vielleicht sind diese Zeilen für manchen "User" von Interesse. Die Arbeitsbücher sind teilweise mit Siegel der DGP (Deutsche Grenzpolizei) versehen, siehe Foto.

30.08.2018 21:03
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#2
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Zu #1 - Dienstliche Arbeitsbücher sind mir unbekannt bei der DGP, ob die Offz. solche Arbeitsbücher führten, weiß ich nicht. Bei Soldaten und Uffz. vollkommen unbekannt.
Ich kenne nur das persönliche Arbeitsbuch, wo Beginn und Ende der Tätigkeit in einem Betrieb sowie Beginn und Ende der Dienstzeit in der DGP eingetragen wurde.
Wegen der dienstlichen Arbeitsbücher bei der DGP, frage doch mal beim der39 nach, der müßte es genau wissen.

Cambrino


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30.08.2018 22:29
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#3
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Hallo @Krelle , hallo @Cambrino . Ich bin zwar erst im mFrühjahr 1974 zur Grenztruppe gegangen- dennoch zeigen sich aus meiner Sicht viele Parallelen.
Die Grenzaufklärer waren, bzw. sollten seit ihrer erstmaligen Erschaffung ja immer etwas Besonderes in den Diensteinheiten sein. Also die Grenzspezialisten schlechthin. Besonders ausgesucht, besonders zuverlässig, besonders geschult. Deshalb auch grundsätzlich nur aus dem Bestand der Berufsunteroffiziere ausgesucht. Die Fähnrichlaufbahn und Bildung der Grenzaufklärungszüge sind schon wieder eine ganz andere Ebene der 1980èr Jahre.
Zu Beginn meiner Dienstzeit Mitte der 1970èr Jahre gab es in jeder GK 4 GAK, die waren dem KC direkt unterstellt. Jeder GAK hatte ein so mgenanntes "offenes" Arbeitsbuch und ein VS-Arbeitsbuch (benannt nach dem Geheimhaltungsgrad: Vertrauliche Verschluss-Sache) ich stelle dazu mal ein vergleichbares Foto ein. Geschichtlich ist das wimre vom russischen Geheimdienst KGB überliefert worden, wie diese Aufzeichnungsbücher (oder später auch andere Dokumente) doppelt durchgelocht und mit einer reißfesten Schnur(deren Ende versiegelt war) davor gesichert wurde unbemerkt Seiten zu entfernen. Gerade die gezeigte DGP-Plakette erinnert mich daran.
Die gezeigten Aufzeichnungen zur Gegner-Erkennung (so nannte man das damals) wurden von den GAK in Schulungen im Bataillon oder Regimentsstab
angefertigt und sollten die GAK einerseits befähigen selbst beim Einsatz an der Grenze aussagekräftige Beobachtungsergebnisse zu melden. Andererseits sollten die KC ihre befähigten GAK zu Schulungen der Postenführer in den Kompanieen einsetzen.
Die geschichtliche Zeit der gezeigten Bücher lässt den Schluß zu, dass das Nachweis-Wesen und die Arbeit mit Dienstunterlagen oder Verschlusssachen auch noch in den Kinderschuhen steckte. Hier ist zumindest auch noch keinerlei Registrierungsnummer oder ähnliches zu erkennen. Später ging es gar nicht mehr ohne diese Nummerierung.
Ich suche sofort mal für einen Vergleich das Foto eines Grenzdienstbuches und eines FHG-Nachweisbuches heraus. Die waren mal VVS, da sieht man die Ähnlichkeiten.
Bis gleich.


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30.08.2018 22:37 (zuletzt bearbeitet: 30.08.2018 22:41)
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#4
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Die Fotos vom GD-Buch hab ich jetzt nicht gefunden, habe aber 2 solche Wälzer gerettet. Die Fotos vom FHG-Nachweis-Buch hänge ich hier mal an. Vielleicht reicht es ja um zu sehen, was ich gemeint hatte.

Falls ich euch weiterhelfen kann meldet euch bitte, auch wenn ich als Jg 1956 Anfang der 1960èr Jahre noch "mit der Trommel um den Christbaum rannte" wie man so sagte.


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31.08.2018 10:14
avatar  krelle
#5
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Aus dem Arbeitsbuch des Angehörigen der DGP, Offizier W., aus dem Jahre 1960: Notizen über Grenzgänger West/Ost (vollständige Namen / Adressen aus Datenschutzgründen von mir unkenntlich gemacht)

31.08.2018 10:29
avatar  krelle
#6
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Flugzeug bei Klütz zur Landung gezwungen - Eintrag in einem Arbeitsbuch des DGP-Angehörigen W. (Mai 1960):


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31.08.2018 19:11
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#7
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Zitat von krelle im Beitrag #6
Flugzeug bei Klütz zur Landung gezwungen - Eintrag in einem Arbeitsbuch des DGP-Angehörigen W. (Mai 1960):


20.05.1960
Jagdflugzeuge des 773 IAP (Damgarten) fangen eine C-47 der USAF bei Klütz (Raum Güstrow/Mecklenburg) ab
und zwingen sie zur Landung.
Das Flugzeug war auf dem Weg von Kopenhagen nach Hamburg und flog dabei bei Kühlungsborn (Ostsee) 35 km in den Luftraum der DDR ein.
Die Maschine und die neun Personen an Bord werden nach fünf Tagen in freigegeben.


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31.08.2018 23:18
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#8
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Hallo @Thunderhorse , Dein Fachwissen ist wieder einmal eine echte Bereicherung hier im Forum. Sorry an die anderen Leser, es musste aber einmal gesagt werden.


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01.09.2018 11:24 (zuletzt bearbeitet: 02.09.2018 03:42)
avatar  Kalubke
#9
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Zitat von Thunderhorse im Beitrag #7
Zitat von krelle im Beitrag #6
Flugzeug bei Klütz zur Landung gezwungen - Eintrag in einem Arbeitsbuch des DGP-Angehörigen W. (Mai 1960):


20.05.1960
Jagdflugzeuge des 773 IAP (Damgarten) fangen eine C-47 der USAF bei Klütz (Raum Güstrow/Mecklenburg) ab
und zwingen sie zur Landung.
Das Flugzeug war auf dem Weg von Kopenhagen nach Hamburg und flog dabei bei Kühlungsborn (Ostsee) 35 km in den Luftraum der DDR ein.
Die Maschine und die neun Personen an Bord werden nach fünf Tagen in freigegeben.


Klütz liegt eigentlich nördlich von Grevesmühlen und nicht bei Güstrow. Evt. hat sich da in den überlieferten Angaben zum Vorfall ein Fehler eingeschlichen. Vlt. sind sie nicht 35 km tief in den DDR-Luftraum eingedrungen, sondern sind (möglicherweise unbeabsichtigt) über der Lübecker Bucht mit Kurs Hamburg 35 km lang parallel zur DDR-Seegrenze innerhalb des DDR-Luftraumes geflogen




p.s. Das Seltsame an der Sache ist aber, dass es in Klütz und Umgebung weit und breit keine Landebahn gibt, weder zivil, noch militärisch (GSSD/WGT; NVA).



Die Angabe JG-773 (Jagdfliegergeschwader 733) Damgarten der GSSD/WGT stimmt wiederum.





Gruß Kalubke


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01.09.2018 11:39
avatar  mibau83
#10
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Zitat von berndk5 im Beitrag #8
Hallo @Thunderhorse , Dein Fachwissen ist wieder einmal eine echte Bereicherung hier im Forum. Sorry an die anderen Leser, es musste aber einmal gesagt werden.


ach erich!
das zieht er sich doch auch nur aus archiven raus, auf die er grund seines berufes, einen besseren zugriff hat als unsereins.
das hält aber in den verschiedenen foren einige nicht ab, ihn regelmässig zu huldigen.


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01.09.2018 13:54
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#11
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Hallo @mibau83 , logisch, dass Du Recht haben könntest. Im Gegensatz zu anderen "geistigen Ergüssen" die man hier manchmal auch lesen muss, oder Kaffeesatz-Deuterei und dem vielen vermeintlichen Fachwissen, haben seine Aussagen fast immer einen wirklichen und unbestreitbaren Wahrheitsgehalt.
Ich habe nicht die Zeit, die Kraft und vielleicht auch nicht die Zugänge zu seinen Fakten-Quellen, seine Informationen nehme ich aber fast immer sehr dankbar an.
Und: Er ist auch nur ein Mensch. Geirrt hatte er sich auch schon mal, weil wohl niemand ALLES wissen kann.
Das nimmt @Thunderhorse dann aber auch nicht krumm- auch etwas, was nicht jeder Leser im Forum fertig kriegt.
So, das sollte genug der Huldigung sein- die aber wirklich nicht beabsichtigt war und nicht nötig ist. (ich werde es auch nicht wiederholen.... versprochen...)


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01.09.2018 16:53
avatar  Ratze
#12
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@Krelle, da haben wir ja noch weiteren gesprächsstoff am 8.9.
Kannst Du da was mitbringen und was zu sagen?
Deine Arbeit könnte dann gleich mal richtig in Augenschein genommen werden,


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02.09.2018 01:16
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#13
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Gruß Gott aus Franken ,

Sicherlich kann Ratze mir meine Frage beantworten .

Betr. die takt. Zeichen auf der neunten abgebildeten Seite .

707 blaues Hundertschaftszeichen . Es ist in der Abteilung, hier die 2. Abteilung, sicherlich die " 3. " Hundertschaft, regulär aber die 7. Hundertschaft .
Die Einträge stammen aus den 60er Jahren . Die Abteilung in Ratzeburg wurde nach meinem Wissen 1955 aufgestellt . Sind die " Erkenntnisse " der DGP da auf dem richtigen Stand ? Wenn nur die Waldersee Kaserne und die in Blankensee genannt werden oder geht es hier nur um den Bereich der direkt gegenüber seinem Abschnitt liegt .

Grüße Hubsi


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02.09.2018 07:27 (zuletzt bearbeitet: 02.09.2018 10:49)
avatar  Ratze
#14
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Moin
Nicht ganz richtig
707 - Grenzschutzgruppe 7
7 Hundertschaft
1 - 4 waren in RZ
5 - 8 waren in HL Walderseestr.
9 - 12 waren später in Schwarzenbek
In RZ marschierten am 15.06.55 die ersten Grenzschützer in RZ ein.
Die Grenzschutzgruppe 8 gab es nicht. Es gab 68 allerdings eine Grenzschutzabteilung II/8.
Die Stärken kann ich nicht bestätigen.
Die Abteilungen hatten Ende der 70 Jahre ca. 560 Mann.
Die Pionierhundertschaft in Blankensee gab es, meine ich, seit Mitte der 60 Jahre. Die Fernmelder des BGS waren vor der Verlegung nach Bad Bramstedt in der großen Kaserne in Blankensee untergebracht, direkt am Flugplatz. Ende der 60 Anfang 70 lagen dort noch Marineeinheiten, bevor Panzergrenadierbat. 173 (?) dort einzog.

Schönen Tag


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02.09.2018 10:23 (zuletzt bearbeitet: 02.09.2018 11:09)
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#15
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Zitat von Kalubke im Beitrag #9
Zitat von Thunderhorse im Beitrag #7
Zitat von krelle im Beitrag #6
Flugzeug bei Klütz zur Landung gezwungen - Eintrag in einem Arbeitsbuch des DGP-Angehörigen W. (Mai 1960):


20.05.1960
Jagdflugzeuge des 773 IAP (Damgarten) fangen eine C-47 der USAF bei Klütz (Raum Güstrow/Mecklenburg) ab
und zwingen sie zur Landung.
Das Flugzeug war auf dem Weg von Kopenhagen nach Hamburg und flog dabei bei Kühlungsborn (Ostsee) 35 km in den Luftraum der DDR ein.
Die Maschine und die neun Personen an Bord werden nach fünf Tagen in freigegeben.


Klütz liegt eigentlich nördlich von Grevesmühlen und nicht bei Güstrow. Evt. hat sich da in den überlieferten Angaben zum Vorfall ein Fehler eingeschlichen. Vlt. sind sie nicht 35 km tief in den DDR-Luftraum eingedrungen, sondern sind (möglicherweise unbeabsichtigt) über der Lübecker Bucht mit Kurs Hamburg 35 km lang parallel zur DDR-Seegrenze innerhalb des DDR-Luftraumes geflogen


p.s. Das Seltsame an der Sache ist aber, dass es in Klütz und Umgebung weit und breit keine Landebahn gibt, weder zivil, noch militärisch (GSSD/WGT; NVA).


Die Angabe JG-773 (Jagdfliegergeschwader 733) Damgarten der GSSD/WGT stimmt wiederum.

Gruß Kalubke


Schon mal in Erwägung gezogen, dass die Maschine im Bereich Güstrow möglicherweise aufgenommen wurde mit Westkurs und da es sich um eine C-47 handelte auf einem Feld bei Klütz gelandet ist?

Übrigens:
Es wurde auch eine Fahrzeugbesatzung der US-Militärverbindungsmission nach Klütz entsendet, um unter anderem die Flugfähigkeit der C-47 festzustellen.

P.S.: Für den einen oder anderen User
Steht natürlich in den Dokumenten der US-MLM, die in amerikanischen Archiven lagern.


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