Letzte Hoffnung DDR

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27.08.2018 09:03
avatar  Alfred
#76
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Beschäftige dich doch mal mit den Problemen von heute.

Ich habe einen Kumpel, der "betreibt" eine Tafel. Aber sicher sind alle selbst dafür verantwortlich,wenn sie diese nutzen müssen oder wenn Mieten steigen, dass man diese kaum noch zahlen kann.

Da waren doch Probleme in der DDR winzig.

Und komisch, viele klagen was es in der DDR nicht gab, aber alle hatten fast alles.


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27.08.2018 09:04
#77
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Wie in einem anderen Thema schon angemerkt, wurde bis z.T. heute von der Zone gesprochen. Damit ist keine Verunglimpfung gemeint. Es war oder ist eben so.

Wenn sich da der Einzelne angep**** fühlt, war oder ist nicht so gemeint.

Es liegt mir fern jemandem sein Leben im Osten erklären zu wollen. Aber so wie hier z.T. geschildert mit Friede, Freude, Eierkuchen wars auch nicht.

Ich stütze mich auf die eigenen Erlebnisse und die Erzählungen der Verwandtschaft.

Und Entschuldigung, wem das nicht passt der möge das bitte ignorieren.

MfG Berlin


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27.08.2018 09:16
avatar  linamax
#78
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Zu 74 Das wir heute wieder ein Land sind ,haben wir den DDR-Bürgern zu verdanken da gebe ich dir recht . Weil du gerade die Alt-Bundesbürger an gehst ,auch du erklärst immer den Alt-Bundesbürgern wie sie gelebt haben . Es gibt natürlich Leute die alles besser wissen ,aber gleichermaßen in Ost und West .


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27.08.2018 09:21
#79
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Zitat von linamax im Beitrag #78
Zu 74 Das wir heute wieder ein Land sind ,haben wir den DDR-Bürgern zu verdanken da gebe ich dir recht . Weil du gerade die Alt-Bundesbürger an gehst ,auch du erklärst immer den Alt-Bundesbürgern wie sie gelebt haben . Es gibt natürlich Leute die alles besser wissen ,aber gleichermaßen in Ost und West .


Bringe mir hier ein Beispiel--wo ich erklärt habe--wie ein Alt Bundesbürger gelebt hat. Wenn, dann akzeptiere ich deine Meinung.


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27.08.2018 10:19
avatar  ( gelöscht )
#80
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( gelöscht )

Hier soll es nicht um eine Aufrechnung gehen! Doch der Beitrag von @IM Kressin stellte es dar, als ob in der DDR die Armut herrschte. Ich habe von meinem Erleben geschrieben und von meinem damaligen Lebensstandart.
Ein jeder Mensch hat eine andere Wichtung für den Begriff Lebensviveau. Die einen waren zu frieden mit solch materiellen Dingen und andere wollten Reisen....

Und wenn wir jetzt auf den Begriff "Freiheit" hinauswollen, so sollten wir auch betrachten das Freiheit ein sehr, sehr dehnbarer Begriff ist. Ich fühlte mich in der DDR gegängelt und auch verarscht. Wenn man schon vergeschrieben hat das die Musik "60 zu 40" (60 % Ost und 40 % West) zu spielen sei, oder wenn ich von den "erfolgreichen Ernteschlachten" gelesen habe und die Betriebe erfüllten zu 115% den Plan. Auch habe ich nicht vergessen das es manchmal einige Wege brauchte um eine Mischbatterie und Fliesen zu bekommen. Auch Autoersatzteile waren sehr gefragt.
Doch irgendwie hat man immer die Kurve bekommen. Mir stank diese übertriebene Subventionspolitik, 5000 Euro zinsfreier Ehekredit und für jedes Kind ein Erlaß von 1000 Mark, oder die Subvention von Lebensmitteln - die dann an die Schweine verfüttert wurden und auch die Mieten.
Das konnte so nicht gehen, dadurch wurde die Motivation und der Leistungswille ausgebremst. Für mich war die Grenze (Reisfreiheit) kein Problem, ich wollte gar nicht in den Westen reisen.
Nur ich war eine Person und viele haben sich durch diese Grenze eingesperrt gefühlt, was auch verständlich ist. Diese Grenze war einfach ein Fehler, wenn man Menschen nicht anders halten kann, dann ist wohl das Experiment gescheitert. Wie gesagt ich persönlich fühle mich auf einem Level, damals wie heute.

Und was den Staat bzw. die Politik angeht, so bin ich heute genauso enttäuscht wie in der DDR. In einem Staat in dem Politiker an dem Willen des Volkes vorbei regieren, wo Gesetze von externen "Beratern" der Industrie ausgearbeitet werden, wo Menschen mit H4 abgespeist und ruhig gestellt werden, wo es keine direkte Demokratie gibt, wie kann der besser sein?
Und die persönliche Freiheit wird durch den Wohlstand des Verbrauchers bestimmt, was nutzt Reisefreiheit ohne Geld zu Reisen, was nutzt ein kulturelles Interesse wenn das Geld für Konzerte und Theater fehlt, wo es eine zwei Klassen Gesundheitsvorsorge gibt?

Ich habe es schon einmal geschrieben "Von dem regen in die Traufe"......


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27.08.2018 10:31
#81
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Zitat von bürger der ddr im Beitrag #69
ganz konkret - mir geht es heute auf keinen Fall besser...
Ich hatte zu DDR Zeiten schon das was ich heute auch habe (man muß den technischen Fortschritt berücksichtigen).
- ein eigenes Haus
- gut eingerichtete Wohnung
- Farb TV
- sehr gute Stereoanlage
- Mittelklasse PKW Wartburg
- Moped
- jedes Jahr eine Urlaubsreise, Ostsee, Erzgebirge, Harz, Prag
- sicheren Arbeitsplatz
- mehr Freizeit

Damit gehörtest Du unbestritten zu einer etwas privilegierteren Bevölkerungsgruppe,
...aber der Mensch lebt nicht vom Brot allein, für mich waren im Westen jedenfalls andere Dinge wichtig:
- ich konnte sagen was ich dachte, ohne irgendwelche Konsequenzen befürchten zu müssen
(ich weiß, heute ist das schon etwas anders, aber inzwischen bin ich Rentner)
- lesen was mich interessierte
- gehen wohin ich wollte
- essen und trinken auf was ich gerade Appetit hatte
- und wenn es morgens um sechs Uhr an der Tür klingelte, wußte ich, dass es höchstens der Telegrammbote sein konnte.

So habe ich es auch einen DDR-Grenzkontrolleur gesagt, der erfahren wollte, warum ich in den Wesen abgehauen bin.


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27.08.2018 10:52
#82
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Im Kapitalismus zählt nun mal nicht der Mensch sondern der Profit. Wenn man aus welchen Gründen auch immer auf der Strecke bleibt, interessiert es kaum jemanden.
Das war in der DDR bzw. im Sozialismus dann doch schon etwas anders. Kann mich zumindest nicht an Obdachlose, Bettler, Drogensüchtige o.ä. gestrandete in der DDR erinnern. Gab dort natürlich auch "heruntergekommene" Mitbürger. Was solls, alles gute ist nie beisammen und der Vergangenheit hinterhertrauern hat noch niemanden genützt.
Im Großen und Ganzen ist das Leben in diesem System schon freiheitlicher, man muss nur das Richtige bzw. Beste draus machen.


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27.08.2018 11:27
avatar  Lutze
#83
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Nun ja,einige Gestrandete in der DDR sind Dank durch den "Assi-Paragraphen"
unsichtbar für die Öffentlichkeit ins Gefängnis gewandert
Lutze


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27.08.2018 11:32
#84
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Die DDR hatte ein internes Kommunikationsproblem wonach vieles was alle wußten mit Blick auf den Klassenfeind eben nicht ausgesprochen werden konnte.
Da wäre zunächst die Reisefreiheit, die hauptsächlich ökonomische Gründe hatte.
Zuzugeben daß der Leunawerker drei Jahre lang für einen Bayernurlaub arbeiten müßte, wenn er keine gastgebende Verwandschaft im europäischen NSW hatte wäre für die Staatslenker schmerzhaft wenngleich sich Honecker mal auf seinem legendären Messerundgang als er angesäuselt etwas von „ gebt uns die Devisen“ lallte dahingehend geoutet hatte.
Daran ändert auch das Gegenargument nichts, daß man dann eben nur die mit Westverwandschaft hätte fahren lassen sollen, da sich diese Wahrheit ja dann offenbart hätte wenn die anderen hätten auch reisen wollen.
Auch das Märchen vom Weg in den Kommunismus hat man Erwachsenen nicht mehr auf den Parteischulen der 1980er Jahre erzählt, das war der Lernstoff für die Stabükinder der 7. Klasse.
Bei den Subventionen war jeder ein Sieger und Verlierer zugleich, ein blödsinniges propagandagetriebens Nullsummenspiel, wonach man das vorher aus der Lohntüte rausgenommen hat was später als Bäckerbrötchen im Schweinetrog landete, jeder wußte das nur nicht diejenigen, die aus dem Westen kommend (Thema) hier ihr Glück zu finden glaubten.
Alle, die trotzdem noch Geld übrig hatten bekamen spätestens beim Fernseh– oder Möbelkauf das Fell über die Ohren gezogen, so daß am Ende kaum mehr die Aussicht auf ein parasitäres Leben (passive Einkünfte....Geld mit Geld verdienen) bestand, was ich heute als unbedingt leistungsfördernd und fortschrittlich bewerte.
Die aktuelle Nullzinspolitik und die hoffentlich bald statt findende Börsenkorrektur sind vielleicht ein kleiner Pfad zurück dorthin.
Auch das Wissen darum, daß man nicht bei Neckermann einkaufen kann wenn man bei Honecker arbeitet war sehr hilfreich für den größten Teil der Werktätigen, die definitiv überwiegend erholter von der Arbeit kamen als heute, nur wenige haben hier das Recht gegen solche Einlassungen zu protestieren, es gibt sie aber, also bitte nicht steinigen, ich räume es freiwillig ein.
Wenn man sich in diesem Kosmos einigermaßen eingerichtet hat, war es erträglich.
Kommen wir also zur Gruppe der berechtigt Unzufriedenen.
Das war eine Klientel, die sich in ihrem Aufstieg behindert sah, meistens auch leistungsfähiger und konsumaffiner war, gestalten wollte und auch privat keine Entfaltungsmöglichkeiten insbesondere in der Freizeit sah, wobei früher in den ostdeutschen Dörfern, Vereinen und Kiezen mehr Leben war als heute, das vermissen viele inzwischen recht schmerzhaft.
Wohin also mit denen ? Alle ausweisen, einsperren, stutzen oder aber von der Leine lassen ?
Man hat sie in die Herde zurück getrieben, was aus meiner heutigen Sicht der gravierendste Fehler der damaligen Politiker war, besonders mit Blick auf Honeckers Angriff auf die Kleinunternehmer zu Beginn seiner Amtszeit.
Ich war damals begeisterter Abnehmer der exotischen Pflanzen einer Palmenzüchterin ( Mutter eines Arbeitskollegen), kaufte regelmäßig die handgefertigten Angelposen eines Angelkumpels ab und war ein ums andere Mal froh, wenn ich einen Fachmann für Reparaturarbeiten am Elternhaus gegen Scheine bekommen konnte– warum zu Satan mußten all diese Dinge in der Schattenwirtschaft statt finden ?
Zu keiner Zeit war ich neidisch auf die Mehreinnahmen, die diese freischaffenden Hobbyunternehmer hatten und wäre es auch nicht, wenn alles ein paar Nummern größer ausgefallen wäre, Schade um solche vertanen Chancen.
Ein schwacher Trost ist es, daß dieser Neid keine DDR– Eigenart ist, die Anscheißerklientel, die schwarz schaffende Hartz 4– Empfänger ans Messer liefern würde ist genauso groß wie die IM– Trupps aus der Nachbarschaft.
Und genauso wie damals muß man heute Tag für Tag darum bemüht sein zu verstehen warum Politiker fast nie das sagen können was sie denken, muß versuchen sich in diesem Kosmos der unaussprechbaren Fakten und undurchsichtigen Abläufe und Strukturen zurechtzufinden, Evolution eben.


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27.08.2018 12:07
#85
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Zitat von Winch im Beitrag #73
Ich frage mich auch , von welcher Zone er spricht, hatten wir nicht derer Vier?

In West-Berlin sprach man immer nur von der "Zone" wenn die DDR gemeint war und der "Sektor" war Ost-Berlin.
Das war, zumindest in meiner Berliner Zeit, die gängige Sprachregelung. Das war auch schon vor dem Mauerbau so, man fuhr in
den "Sektor" oder hatte eine Erlaubnis für die "Zone" erhalten.


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27.08.2018 12:28
#86
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Ich bin geblieben. Mir ging es früher nicht schlecht, aber heute besser, materiell und darüber hinaus. Wenn ich damit den Begriff geistige Freiheit (dabei eine weitgehende Freiheit der Information) bemühe, dann meine ich das nicht nur politisch. Die größte geistige Freiheit gibt's nicht auf dem Gebiet der Politik.


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27.08.2018 12:36
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#87
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Ich kenne nur "Ostsektor" für Ost-Berlin. "Sektor" ohne alles wurde dafür in meinem Umfeld nie benutzt. Bin da aufgewachsen.


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27.08.2018 13:12
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#88
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Bei den Begriffen, alles eine Frage wo man aufgewachsen ist und wie man geprägt wurde.....
Ich kenne nur aus der damaligen Zeit "West-Berlin" und die "BRD", wir hätten ja auch "West-Sektoren" sagen können, diese Begriffe hängen noch mit dem Anspruch auf Alleinvertretung aller Deutschen zusammen und stammen aus dem kalten Krieg.


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27.08.2018 13:17
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#89
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"Der Sektor" wäre in Berlin auch völlig mißverständlich gewesen. Es gab vier Stück davon. Das stammte auch nicht aus dem Kalten Krieg, sondern direkt vom Kriegsende. Potsdamer Abkommen. Vier (dann mit Frankreich) Besatzungszonen und vier Sektoren von Berlin.


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27.08.2018 13:25
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#90
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Ich finde es noch immer interessant, wie man das Bestehen der DDR als Staat gedanklich damals wie heute durch eine Wortwahl verneint. Ob die DDR ein Staat war der internationales recht komplett durchgesetzt hat oder nicht, das ist eine Sache. Doch letztlich war die DDR ein anerkannter Staat bis hin zum Sitz in der UNO.

Wer die Geschichte neutral aufarbeiten will, der sollte diesen Fakt einfach anerkennen, ansonsten "wird das nichts mit dem Nachbarn" (Zitat frei aus der Werbung)


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