ermordung werner schmidt

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15.08.2018 20:47
avatar  Mike59
#16
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Es mag für die Hinterbliebenen ein Affront sein, aber solche Todesfälle sind in nahezu allen Fällen darauf zurückzuführen, dass Vorschriften und Befehle (wieder besseren wissen) nicht eingehalten wurden.
Das ist Bitter - habe ich am eigenen Leibe erfahren.

Was politisch daraus gezimmert wurde ist ein ganz anderes Kapitel.


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15.08.2018 20:52
#17
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Das ist das, was ich in meinem Beitrag auch meinte.
Sie könnten zB. auch einfach nur der Frau zugetan gewesen sein, weniger dem Telefon, und die Amis eben auch.
Politisch, will dann jede Seite ihr Gesicht wahren.


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15.08.2018 21:15 (zuletzt bearbeitet: 15.08.2018 21:15)
#18
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RE: ermordung werner schmidt • Absender: Mike59, Heute 16:51
quote Diesen Beitrag zitieren

Zitat von Kalubke im Beitrag #14Ich habe irgendwo die Version gehört, dass sich die involvierten GI's der US-Constabulary unmittelbar nach ihrer Ausbildung ziemlich frisch im Dienst befanden und dadurch mit den damaligen Verhältnissen an der deutsch/deutschen Grenze noch nicht vertraut waren: Anscheinend hatte sie die konkreten Situation (zwei Ost-Grenzer im ersten Obersuhler Haus anzutreffen) überfordert waren und sie haben völlig überreagiert, als die DGP-Grenzer versucht haben, schleunigst wieder über die Grenze auf ihre Seite zu kommen, sicher um sich Stress von ihren eigenen Vorgesetzten zu ersparen, wenn sie drüben festgenommen worden wären. Ob da was dran ist... keine Ahnung.
Gruß Kalubke
22.02.51 Wachtmeister Liebs / Pferdsdorf/W./ getötet durch Angeh. der 14. CAV (Constabulary?) Angeblich gerade aus Korea vom Kriegseinsatz zurück
02.03.51 die Wachtmeister Schmidt u. Janello / durch Angeh. der gleichen Truppe getötet. Da zumindest Schmidt mit einem Kolbenhieb der Schädel zertrümmert wurde, befand er sich eher nicht "schleunigst" auf dem Weg zurück.



Ich glaube nicht daran, daß die Gi´s einfach nur überreagiert haben. Das ist ihre Ideologie, mit der sie auf eine militärische Auseinandersetzungm mit den "Kommunisten" getrimmt werden. "For Mommie, kill a Commie", T-Shirts mit dieser Aufschrift wurden von dem Einen oder Anderen getragen. Zum Hass auf den "Klassenfeind" wurden die Soldaten beider Seiten erzogen, zumindest wurde es versucht. Zum Töten wo man sie sieht, ist schon eine Nummer größer. Verbrechen an Zivilisten in Korea, Vietnam, jüngst in Nahost - das zieht sich durch wie ein roter Faden. M.E. war es für die Gi´s eine willkommener Anlass, zwei Kommunisten zu töten, die Feinde "ihrer" Freiheit". Do it for Mommie, kill a Commie !
Auch wenn jetzt ein Shitstorm von bestimmten Usern über mich hereinbricht, wenn ich die Erlebniserzählungen von Grenzern an den drei Westzonen vergleiche, die mir zu Ohren gekommen sind, passen die in diese Einschätzung der Gi´s.


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15.08.2018 21:26 (zuletzt bearbeitet: 15.08.2018 21:26)
avatar  Mike59
#19
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naja - da ist schon was dran. Während ich mich mit ehem. Angeh. der 11th. CAV ziemlich locker unterhalten kann, ist das bei aktuellen Angeh. der 2th. CAV nahezu unmöglich.
Die erhalten eben noch immer Ihre "TAPI".


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16.08.2018 01:50 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2018 01:55)
avatar  Kalubke
#20
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zu#18: Dore, Hasserziehung und Verblendung gabs leider auf beiden Seiten. Der Vorfall mit Wm Liebs in Pferdsdorf z,B. hatte ein Vorspiel, dass kaum einer kennt: In einer TV-Doku über Pferdsdorf ist davon die Rede, dass kurz vorher ein junger Beamter der westdeutschen Grenzpolizei verschwunden war und nur noch ein paar Uniformteile direkt an der Demarkationslinie gefunden wurden. Es gab den Verdacht dass das irgendwie russische Grenzposten involviert waren die zu der Zeit auch noch an der Grenze standen. Wenn dann noch Leute auf der Gegenseite dazu kommen mit "Auge um Auge, Zahn um Zahn" Mentalität, dann war die verhängnisvolle Eskalation leider schon ziemlich vorprogrammiert. Liebs soll angeblich die DL entlang der Straße Pferdsdorf-Willerhausen beim Patroullieren überschritten haben, wohl aus dem banalen Grund, dass das Laufen auf der Straße nicht so mühsam ist, wie im Gestrüpp nebenan,. was dazu geführt hat, dass die anwesende US Border Patrol das als Grund ansah, ihn zu beschießen. Im meinen Augen ebenfalls eine völlig unnötige Überreaktion. Auf ähnliche Weise sind aber auch Amerikaner ums Leben gekommen. Man denke nur an den Vorrfall in Ludwigslust in den 80er Jahren mit dem Angehörigen der MVM Nicolson der von einem russischen Wachposten erschossen wurde.

Gruß Kalubke


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16.08.2018 05:18
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#21
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( gelöscht )

Zitat von DoreHolm im Beitrag #18
[blau][blau] RE: ermordung werner schmidt • Absender: Mike59, Heute 16:51
quote Diesen Beitrag zitieren


Ich glaube nicht daran, daß die Gi´s einfach nur überreagiert haben. Das ist ihre Ideologie, mit der sie auf eine militärische Auseinandersetzungm mit den "Kommunisten" getrimmt werden. "For Mommie, kill a Commie", T-Shirts mit dieser Aufschrift wurden von dem Einen oder Anderen getragen. Zum Hass auf den "Klassenfeind" wurden die Soldaten beider Seiten erzogen, zumindest wurde es versucht. Zum Töten wo man sie sieht, ist schon eine Nummer größer. Verbrechen an Zivilisten in Korea, Vietnam, jüngst in Nahost - das zieht sich durch wie ein roter Faden. M.E. war es für die Gi´s eine willkommener Anlass, zwei Kommunisten zu töten, die Feinde "ihrer" Freiheit". Do it for Mommie, kill a Commie !
Auch wenn jetzt ein Shitstorm von bestimmten Usern über mich hereinbricht, wenn ich die Erlebniserzählungen von Grenzern an den drei Westzonen vergleiche, die mir zu Ohren gekommen sind, passen die in diese Einschätzung der Gi´s.



Ich würde das so unterschreiben, und es Besatzermentalität nennen.


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16.08.2018 08:10 (zuletzt bearbeitet: 16.08.2018 08:12)
avatar  berndk5
#22
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Besatzermentalität würde ich es nun ab solut nicht nennen- eher ein Ausdruck der damaligen politischen Situation.

Bereits zum Ende des II.WK knirschte es schon gewaltig in den "gemeinsamen Zielen" der Alliierten zwischen der UdSSR und den westlichen Alliierten.
Am schärfsten brachte es wohl auch US General Patton öffentlich zum Ausdruck, wofür er damals noch von seiner Regierung gerügt wurde.

Mit dem beiderseitigen Engagement (hier besonders bezogen auf UdSSR und USA), geweils feindlich auf der anderen Seite im Korea-Krieg, wurde die Eskalationsschraube weiter angezogen.
Der kalte Krieg lief auf Hochtouren und war mMn. nicht weit vom Umschlagen in einen heißen Krieg entfernt.

Deshalb wurde mMn. so starker Hass an dieser Trennlinie zwischen vermeintlichem "Kommunismus" und der "freiheitlichen Welt" insbesondere von den Truppen zelebriert, die aus dem nicht so erfolgreichen Koreakrieg (Waffenstillstand bis heute) emotional aggressiv aufgeladen jetzt an diese Grenze kamen. Von "Wiedervereinigungsgedanken" und -bestrebungen hatten diese harten GI die jetzt den "Kommunisten" immer noch in tiefem Hass direkt gegenüberstanden wenig oder gar nichts gehört.

Meiner Meinung nach wurde diese Gefährlichkeit der Situation von den Grenzern und deren Führung in der damaligen Zeit überhaupt nicht erkannt, oder wesentlich unterschätzt.

Sicherlich haben nicht wenige Leser in Erzählungen aus alten Tagen von kuriosen Begebenheiten an der damaligen Demarkationslinie gehört, als es gelegentlich zum gemeinsamen Kartenspiel zwischen "Grenzern" aus OST und WEST gekommen sein sollte und ein so genannter "kleiner Grenzverkehr" stattfand, bevor das Jahrzehnte später erst als Formulierung entstand.

Aus meiner Sicht bestand in vielen deutschen Köpfen der "Wächter beiderseits dieser Linie" immer noch eine reale Hoffnung, dass "die da oben" es vielleicht doch recht bald mit der Wiedervereinigung "Deutschland einig Vaterland" hinbekämen.

Liebe Leser, bitte erinnert Euch. Wie war es 1989 ? Es geht jetzt nicht um Schüsse. Welche Veränderungen waren zu erwarten ? Geht die DDR einen neuen, eigenen Weg, irgendwie ? Werden die Alliierten einer Wiedervereinigung überhaupt zustimmen ?

Es ist leicht, aus heutiger Sicht die damalige Entwicklung nach 1989 als "gesetzmäßig" darzustellen. Tatsächlich war aber fast gar nichts klar, außer dass es wie bisher so nicht weitergehen konnte.

Wie seht ihr das ? Ich habe hier nur meine persönliche Sicht auf diese Zeit und die Ereignisse dargestellt, keinesfalls erhebe ich Anspruch auf Richtigkeit meiner Gedanken zumal ich selbst ja erst 1956 geboren wurde.


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16.08.2018 08:59
avatar  Mike59
#23
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#21 ist etwas verwirrend zitiert. Also von mir sind die zitierten Zeilen nicht.


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16.08.2018 09:13
#24
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Schöne Diskussion hier um den Weltfrieden, den kalten Krieg, kaputte GIs und die Kommunisten im allgemeinen ..
Aber was wollte carmen nun eigentlich wissen ?
Eine Frage hat sie nicht gestellt im Eröffnungsbeitrag ..
.. ist ihr aber wahrscheinlich auch egal .. Hauptsache, sie bekommt über ihren Link in dem Beitrag ein paar Klicks mehr auf ihre diversen Seiten ..

Mann, mann - wenn ich Familienforschung betreiben will, dann muss ich mich doch an der losgetretenen Diskussion auch beteiligen ..
aber hier ?

Siggi
(dem das im innersten aber egal ist .. )


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16.08.2018 13:47
avatar  berndk5
#25
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Hallo @der alte Grenzgänger , ja Siggi , wie Recht Du nur in Deinem Beitrag #24 hast .

Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #24

Mann, mann - wenn ich Familienforschung betreiben will, dann muss ich mich doch an der losgetretenen Diskussion auch beteiligen ..
aber hier ?
Jetzt, wo Du es klar benennst, fühlt man sich doch etwas verarscht.
Ich hatte ihr gleich zu Anfang eine PN geschickt, aber NULL Reaktion. An mangelndem Können kann es nicht gelegen haben, Folgebeiträge hatte sie wohl geschrieben.
Irgendwie ist man einfach nur enttäuscht weil das Gefühl aufkommt, dass Hilfsbereitschaft mißbraucht wurde.
Ist aber nun auch nicht so neu- also Schwamm drüber.....................


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16.08.2018 14:34
#26
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Es schient so zu sein. Wenn carmenolivar ernsthaft an einer Diskussion intressiert wäre, hätte sie sich zwischendurch wieder mal gemeldet. M.E. Thema zumachen. Neue Erkenntnisse sind beid er Kenntnislage ohnehin kaum zu erwarten außer Mutmaßungen. Gibt genug andere interessante Themen mit mehr verfügbaren Fakten und Kenntnissen der User.


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16.08.2018 16:01
avatar  94
#27
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94

Nicolson mag ich eher wie Gartenschläger sehen, mal einfach den Bogen überspannt ... nva-forum.de/nva-board/index.php?showtopic=4824&st=101


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16.08.2018 18:25
#28
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Zitat von Kalubke im Beitrag #20
zu#18: Dore, Hasserziehung und Verblendung gabs leider auf beiden Seiten. Der Vorfall mit Wm Liebs in Pferdsdorf z,B. hatte ein Vorspiel, dass kaum einer kennt: In einer TV-Doku über Pferdsdorf ist davon die Rede, dass kurz vorher ein junger Beamter der westdeutschen Grenzpolizei verschwunden war und nur noch ein paar Uniformteile direkt an der Demarkationslinie gefunden wurden. Es gab den Verdacht dass das irgendwie russische Grenzposten involviert waren die zu der Zeit auch noch an der Grenze standen.

Gruß Kalubke


Anmerkung vom Prof.:

Der Vorfall mit den aufgefundenen Bekleidungsstücken des Grenzbeamten war 1949.
Ein weiterer 1953.
Ein Bezug kann da nicht hergestellt werden.

Ansonsten:

Nicht gleich jedes Stöckchen aufnehmen.


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16.08.2018 19:03
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#29
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( gelöscht )

94 in #27 mit diesem aus dem NVA-Link:

"Die Wachdienstvorschrift machte m.E. überhaupt keine Ausnahme für den Posten bei den Regelungen zur Anwendung der Schußwaffe in Bezug auf MVM. Solche Abenteurer und Möchtegern-Helden wie Nicholsen hätte der Soldatentod auch in Postenbereichen der NVA treffen können. Richtig ist, in der Wachbelehrung wurde eingewiesen in/belehrt über das Verhalten beim Erkennen von MVM ausserhalb des Postenbereiches/Objektes ! Fetsstellung Fahrzeug-Nr, wieviel Personen im Fahrzeug, andere Personen am Fahrzeug, ..... usw."
textauszug ende von vfu 999

Irgendwo schrieb ich das schonmal. Der alltägliche Druck hinter dem Wachposten(GSSD) muss enorm gewesen sein. Schon aus dem Bezug her, das irgendeine Verfehlung seinerseits ne krasse Bestrafung nach sich ziehen konnte. Und somit hatte Eindringling einfach nur Pech.

Rainer-Maria


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17.08.2018 00:58 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2018 01:01)
avatar  Kalubke
#30
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Zitat von 94 im Beitrag #27
Nicolson mag ich eher wie Gartenschläger sehen, mal einfach den Bogen überspannt ... nva-forum.de/nva-board/index.php?showtopic=4824&st=101


Ich glaube ganz so einfach war das damals nicht. Denn ehem. russische Offiziere räumten im Nachhinein ein, dass da auch zeimlich massiv gegen Wachvorschriften verstoßen wurde. Der russische Posten patroullierte frei im Wald ohne festgelegten Postenbereich und eröffnete das Feuer als er das MVM Fahrzeug von Nicolsen sah.
Ich kann mich noch meine NVA Zeit erinnern, dass selbst unter Feldlagerbedingungen für die Bewachung Postenbereiche eingerichtet wurden und erst wenn dort jein Unbefugter angetroffen wurde, galten die entsprechenden Vorschriften für den Schusswaffeneinsatz als letztes Mittel. um ein Eindringen in die so abgegrenzten Gebiete zu verhindern.

Gruß Kalubke


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