Ich möchte alte Grenzer wieder kennen lernen

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21.03.2019 16:43 (zuletzt bearbeitet: 21.03.2019 16:44)
#16
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@GZB1,@all, das besondere war an der 13. GK Harbke (bis 11.1978 Beendorf) war das wir zu dieser Zeit die einizige 13. Grenzkompanie waren die es gab und auch die einzige welche Kompaniesicherung hatte da wir nur für die Sicherung im Tagebau des Grenzkohlefeilers zuständig waren.
Wir hatten im Tagebau nur noch eine Sicherungslinie vor uns welche aus S-Rollen und Betriebszäunen und Einfahrtskontrollen der Kohlezüge bestand.
Die Sicherungslinie war Temporär und passte sich dem Abbau an wobei die BRD auf DDR Gebiet vorrückte und die DDR auf BRD Gebiet abbbaute.
Die Grenze blieb rechtlich gültig, soviel ich weiß sollen alle die in die Grenzkohle kamen doppelt und dreifach gesiebt worden sein, was mich einerseits wundert da ich/ wir Westkontakte hatte/n, ein Teil meines "Glücks verdanke" ich wohl einer Verkettung von Ereignissen während meiner Ausbildung in Potsdam.

Hier mal ein kleiner Einblichk in die Geschichte des Grenzkohlefeilers

https://www.youtube.com/watch?v=qCOiFyLSk8c&t=804s

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Grün ja grün war'n alle meine Streifen
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21.03.2019 16:46 (zuletzt bearbeitet: 21.03.2019 16:47)
avatar  GZB1
#17
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Das ist doch wirklich interessant @Zappel-EK-79-2

gibt's zu Harbke bereits ein ausführlicheres Thema hier?

Gab es da im Hinterland eine verstärkte Sicherung?


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21.03.2019 17:12
#18
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Ausführlich weniger, im Netz ist einiges dazu zu finden, ich schreibe Dir eventuell noch was oder suche was raus ... muss nur im Moment weg, kannst ja auch per PN an mich fragen.

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21.03.2019 17:37
avatar  exgakl
#19
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Hallo @GZB1 ,

in Harbke gab es keine zusätzliche Sicherung im Hinterland... durch den Tagebau die Mücke zu machen wäre auch echt hirnrissig gewesen.
Die direkte Grenzlinie im Abbaubereich wurde m.W. nicht direkt durch die GT gesichert sondern durch "zivile Kräfte" meist Berufssoldaten im Ruhestand, die dort dienten.

In Völpke gab es eine Brikettfabrik, die direkt vom Tagebau beliefert wurde. Die Kohlezüge fuhren im Grenzabschnitt Sommersdorf in den Schutzstreifen ein und verliesen den Abschnitt wieder hinter Sommersdorf im Bereich Rheinsdorfer See.
In den Bereichen gab es auf Bundesgebiet die Kraftwerke Offleben sowie Buschhaus... Offleben wurde in den 90ziger abgerissen, Buschhaus existiert weiterhin, liegt aber wohl still.
Das Kraftwerk in Harbke wurde ebenfalls wie auch die Brikettfabrik kurz nach der Wende abgerissen.

Buschhaus wurde Mitte der 80iger errichtet und regelmäßig von den "Grünen" besetzt, analog dazu gab es Besetzungen des vorgelagerten Gebietes der DDR... wir Gakl hatten da also immer gut zu tun.

Jede gute Idee beginnt mit dem Satz.. "halt mal mein Bier!"

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21.03.2019 17:43 (zuletzt bearbeitet: 21.03.2019 17:45)
avatar  GZB1
#20
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@exgakl 👍

Wie wurden die Kohlezüge kontrolliert?
Waren die "zivilen Kräfte" bewaffnet,
oder war der Tagebau quasi eine entmilitarisierte Zone?
Gab es Grenzvorfälle dort?


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21.03.2019 17:48
avatar  exgakl
#21
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Die Kohlezüge wurden nicht kontrolliert... allerdings gab es ständige Posten im Schutzstreifen im Bereich der Ein- und Ausfahrt.
Die zivilen Kräfte waren nicht bewaffnet... es gab irgendein Abkommen, in dem behandelt wurde das die direkte Grenzlinie nur zivil und unbewaffnet gesichert werden durfte.
Ich war ja nicht in Harbke sondern im Nachbarabschnitt... direkte Grenzzwischenfälle sind mir aus dem Bereich des Tagebaues nicht bekannt.
Google mal nach Kohlezug Harbke/ Völpke... du findest da im Netz noch viele Bilder der alten Kohlebahnen usw.

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21.03.2019 19:17
avatar  ( gelöscht )
#22
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( gelöscht )

Hallo Zappel, habe wieder mal reingeschaut und das Bild vom 112er gesehen. War das nicht der letzte "Turm" auf dem Weg zum BT 11, wo man durch den ganzen Tagebau rüber laufen musste.
Und das andere war doch die Kantine. Das Essen war ja dort voll in Ordnung, so weit ich mich erinern kann.


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21.03.2019 19:25 (zuletzt bearbeitet: 21.03.2019 19:26)
#23
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Die Kohlezüge wurden vor Einfahrt in den Tagebaubereich genauesten Kontrolliert, ca 100 m vor der Sicherungslinie vom Werkschutz per Kameras und der Werkschutzposten musste auch persönlich in den Lokführerstand schauen und uns eine Freimeldung geben.
Dann musste der Zug im Schritttempo weiter rücken und wurde an der Sicherungslinie von uns optisch (von oben in die Wagons schauen, Blickkontakt zum Lokführer) kontrolliert.
Gleiches bei der Ausfahrt aus dem Sicherungsbereich.
Oft hielten die Lokführer die Geschwindigkeit nicht ein, was wir wieder melden mussten und den Werkschutz anrüffelten mit welchem wir per Telefon verbunden waren, manchmal half auch schon ein drohen von uns und der Kumpel wurde langsamer, aber es blieb alles in fast Kollegialem Verhalten.
Fußgänglichen Zugang durch die Durchfahrten für Elektriker etc und Personal gab es äußerst selten, diese wurden ebenfalls durch den Werkschutz und uns kontrolliert

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21.03.2019 19:29
#24
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Zitat von Samson im Beitrag #22
Hallo Zappel, habe wieder mal reingeschaut und das Bild vom 112er gesehen. War das nicht der letzte "Turm" auf dem Weg zum BT 11, wo man durch den ganzen Tagebau rüber laufen musste.
Und das andere war doch die Kantine. Das Essen war ja dort voll in Ordnung, so weit ich mich erinern kann.

Eigentlich ja, es war der Turm der mitten im Tagebau auf halber Höhe der Halde stand, Blickrichtung Helmstedt und zum BT 11 des Gakl auf der noch trennedem Teil des Glüsig, nach links zur 114, nach rechts zum Kraftwerk und zu Führungsstelle der 63

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22.03.2019 08:08
avatar  exgakl
#25
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Zitat von Zappel-EK-79-2 im Beitrag #23
Die Kohlezüge wurden vor Einfahrt in den Tagebaubereich genauesten Kontrolliert, ca 100 m vor der Sicherungslinie vom Werkschutz per Kameras und der Werkschutzposten musste auch persönlich in den Lokführerstand schauen und uns eine Freimeldung geben.
Dann musste der Zug im Schritttempo weiter rücken und wurde an der Sicherungslinie von uns optisch (von oben in die Wagons schauen, Blickkontakt zum Lokführer) kontrolliert.
Gleiches bei der Ausfahrt aus dem Sicherungsbereich.
Oft hielten die Lokführer die Geschwindigkeit nicht ein, was wir wieder melden mussten und den Werkschutz anrüffelten mit welchem wir per Telefon verbunden waren, manchmal half auch schon ein drohen von uns und der Kumpel wurde langsamer, aber es blieb alles in fast Kollegialem Verhalten.
Fußgänglichen Zugang durch die Durchfahrten für Elektriker etc und Personal gab es äußerst selten, diese wurden ebenfalls durch den Werkschutz und uns kontrolliert


Hallo @Zappel-EK-79-2 ,

da kann mal sehen wie unterschiedlich die Grenzsicherung in wenigen Kilometern Entfernung war. Musstet ihr die Kohlezüge genau kontrollieren, so fuhren die bei uns unkontrolliert durch den Schutzstreifen... eine Kontrolle gab es höchstens, wenn Mitarbeiter der Bahn zu Fuß für Wartungsarbeiten etc. in den Abschnitt kamen. Die waren zwar in der Regel angekündigt, ab das tatsächliche Erscheinen war auch mehr eine Überraschung. Die Leute verhielten sich beim Einmarsch in den Schutzstreifen aber immer sehr laut, übersehen konnte man die nicht
Bei dem von dir eingestellten Video ist ja von der Umsetzung des Abraumbaggers die Rede.... diese Umsetzung habe ich damals erleben dürfen... das war schon spektakulär, wenn so ein Geschoss jeden Tag ein Stück weiter bewegt wird.

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22.03.2019 09:38
#26
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@exgakl, bei uns war ja die Lage etwas anders, wer an unserem Postenpunkt an der Einfahrt vorbei war, war sozusagen durch und fuhr zum Teil ins Abbaugebiet auf Bundesgebiet .. wo es maximal an der Tagebaukannte einen Betriebszaun und zwei Werkschutzleute (ohne Waffen) mit Hund gab.

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22.03.2019 10:04 (zuletzt bearbeitet: 22.03.2019 10:05)
avatar  GZB1
#27
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@Zappel-EK-79-2

Dann ward ihr ja sozusagen "Güst-Siker" ohne PKE-Begleitung 😉


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22.03.2019 10:07
#28
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Tja so warn wir halt

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22.03.2019 19:21
#29
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So jetzt habe ich es doch gefunden

Ab 18.50 min ist ein interessanter Einblick zur Geschichte des Tagebaus zu sehen

https://www.youtube.com/watch?v=S8k9LRCZ3Ao

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06.04.2019 18:42
#30
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Am 09.April 2019 um 21:00 Uhr kommt vom MDR eine interessante Doku zum Thema DDR-Grenze und Tagebau Habke.
"Das Geheimnis von Harbke - Operation Grenzkohle - Ein Film von Peter Simank"

https://www.klack.de/tv-programm/fernseh...l?popup=details

Lebenskunst ist - "Im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen"


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