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#1

Zweite Polenreise 1987 (Fortsetzung Biographie Anne)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.07.2018 18:41
von Anne | 14 Beiträge | 190 Punkte
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Die berechtigte Frage im Forum war, warum ich das schreibe "stöckchenweise". Weil ich meine, hier am ehesten auf Menschen mit ähnlichen Erfahrungen zu treffen.

Zweite Polenreise Spätsommer 1987: Dieselbe Gastfamilie, dann Interhotels, andere private Ferienwohnungen. Besuch der Wolfsschanze: Kein Mensch dort, nur wir. Mein Vater klettert in die Bunker, so weit es geht. Danzig: Übernachtung in einer Privatwohnung und mein Vater sucht hinter der Badezimmerverkachelung etwas. Am Abend darauf besuchen wir ein russisches, militärisches Sperrgelände bei Danzig: Nur eine geöffnete Schranke und kein Mensch dort. Wir sitzen dort etwa 20 Minuten am Strand und eine Wolke von Sandflöhen zersticht mir die Unterschenkel. Anschliessend in Nordpolen ein Gastessen bei über 80jährigem Litauer mit guten Deutschkenntnissen. Sie haben alles aufgetischt. Dann oder davor in Zentralpolen: Auf einer kilometerlangen Landstrasse so gut wie ohne Vetkehr taucht wie aus dem Nichts ein anderes Auto auf, überholt uns und versucht unser Auto in den Strassengraben rechts abzudrängen. Men Vater am Steuer verhindert durch Vollgas einen Totalschaden mit Überschlag für uns. Ausreise Polen-DDR: Mein Vater eröffnet - begleitet vom polnischen Zoll - ein Konto bei der polnischen Staatsbank, wo er die verbliebenen Zloty aus Zwangsumtausch einzahlt.

Der Kracher kommt dann am 11.11.1987 in Freiburg:
Wie immer an diesem Datum war ich zu Fuss auf dem Weg durch die Stadt zur Geburtstagsfeier einer Freundin. Dort kam ich nicht an. Es gibt für diesen Abend ein zweieinhalbstündiges Blackout bei mir. Heute ist mir diese Sache klar, aber beweisbar ist nichts. Über zwanzig Jahre lang konnte ich mich an nichts mehr erinnern, was mit diesen Polenreisen war. Erst ein externer Schock ganz anderer Art (ein Auffahrunfall an einer Ampel 2009) hat diesen alten Schock bzw. dieses alte Trauma gelöst und schrittweise kam die Erinnerung wieder und schrittweise damit ging die Angst langsam weg.

Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht ?

Viele Grüsse
Anne



ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#2

RE: Zweite Polenreise 1987 (Fortsetzung Biographie Anne)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.07.2018 19:11
von Acki (gelöscht)
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Hallo Anne, bist oder warst du aufgrund dieser Vorfälle in der ehemaligen Volksrepublik Polen in psychatrischer Behandlung? Ich hatte 1999 einen schweren Autounfall und seitdem einen gewaltigen Schaden im Oberstübchen.Muss des öfteren noch zu diversen Sitzungen mit Persönlichkeiten die meinen zu wissen was in mir vorgeht.


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#3

RE: Zweite Polenreise 1987 (Fortsetzung Biographie Anne)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.07.2018 20:09
von ABV | 4.343 Beiträge | 1091 Punkte
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Hallo Anne!

Ich bin unmittelbar an der polnischen Grenze aufgewachsen, Teile meiner Familie stammen aus den bis 1945 zu Deutschland gehörigen Gebieten des heutigen Westpolen und ich bin beruflich mit dieser Grenze " verbandelt". So sehr, dass ich fast jeden Tag in Polen bin und dort auch am Straßenverkehr teilnehme.
Ich muss sagen, dass sich die Verhältnisse im Nachbarland in den letzten Jahren, bzw. Jahrzehnten um einiges verbessert haben. Das " alte Polen" der späten Achtziger und frühen Neunziger Jahre gibt es nicht mehr. Bis auf wenige Reste.
An meine erste Polenreise, im Sommer 1972, kann ich mich nur sehr dunkel erinnern. Damals war ich gerade acht Jahre alt. Die DDR und die Volksrepublik hatten einen Visa-freien Grenzverkehr vereinbart. Damit ergab sich unter anderem für die " Umsiedler" zum ersten Mal eine Möglichkeit, der alten Heimat einen Besuch abzustatten. Der frühere Wohnort meiner Großeltern befand sich knapp zwanzig Kilometer hinter der Grenze. Aus heutiger Sicht " kein großes Ding". Damals jedoch schon. Zumindest in meiner Erinnerung.
In Begleitung meiner Eltern, Großeltern und anderer Verwandter ging es zunächst über die Stadtbrücke nach Slubice. Mich interessierten damals in erster die " Westkaugummis" mit den entsprechenden bunten Comicbildern, die es in Slubice an jeder Ecke zu kaufen gab. Polen war eben doch irgendwie anders, als die heimische DDR. Soweit man das als achtjähriger überhaupt einschätzen konnte.
Für uns alle stellte dieser Trip die erste Auslandsreise und für die älteren zugleich eine temporäre Wiederkehr in die frühere Heimat dar. Für solchen Widersinn besaß ich damals noch keine " Antenne". Ich fand es einfach nur spannend, in einem anderen Land zu sein und dennoch die vertraute Stimme des deutschen Moderators aus dem Lautsprecher des Autoradios zu hören. Und über die Oder hinweg die Häuser von Frankfurt zu sehen. Damals konnte ich ja nicht ahnen, dass mir diese Straße entlang des Oderdamms in Slubice Jahrzehnte später einmal sehr vertraut werden würde.
Die Begegnung mit der alten Heimat meiner Großeltern und Verwandten verwirrte mich ziemlich. Ich konnte damals eh nicht verstehen, warum mein Großvater immer von Zuhause sprach, jedoch einen anderen Ort als den seinerzeit gegenwärtigen Wohnort meinte. Jetzt durfte ich dieses obskure " Zuhause" zum ersten Mal sehen. Ein Dorf voller für mich seltsam aussehender Menschen. Die uns mißtrauisch beäugten. Mißtrauen bestimmte jedoch auch das Verhalten meiner erwachsenen Begleiter. Polern und Deutsche hatten vor einander Angst. Irgendwie betrachteten sich wohl beide Seiten als Eindringlinge. Wie ich heute weiß.
Irgendwie begann sich das Mißtrauen dann doch zu lockern. Vielleicht lag es ja an den kleinen Geschenken, die meine Begleiter vorsorglich auf Anraten eines Polenkundigen Bekannten eingepackt hatten. Auf ewig " eingebrannt" hat sich mir der Kuss einer uralten, Kopftuchtragenden, zahnlosen Frau. Der Hexe Babaja aus den russischen Märchen nicht unähnlich. Instinktiv verzichtete ich darauf, mir den Kuss mit einer Geste des Ekels von der Wange zu wischen. Möglicherweise lag das aber auch am warnenden Blick meines Vaters.
Einige Jahre später fuhren wir wieder nach Polen. An einem Straßenrand begneten wir einen älteren Mann, der, eine Baskenmütze tragend, eine Kuh über die Fahrbahn trieb. Beim Anblick unseres Autos riss er plötzlich einen Arm in die Höhe, brüllte " Heil Hitler", " verfluchte Deutsche" und " Faschisten".
Das konnte ich nun gar nicht verstehen! Wir kamen doch aus der DDR, hier gab es doch keine Faschisten mehr! Warum betitelte der Mann uns auf diese unpassende Art und Weise.
Heute kenne ich den Grund. Heute weiß ich, dass es auch in der DDR jede Menge früherer Faschisten gab.
So war des in den Siebziger Jahren. 1980 ging die Grenze wieder für die Allgemeinheit zu. Für die nächsten Jahre konnte ich nur das kleine Stück Polen sehen, dass man vom Oderdamm aussieht. 1989 durfte ich diese Grenze sogar " schützen". Und zwar vor jenen DDR-Bürgern, die von ihrem Staat die Schnauze voll hatten. Bis zum Sommer 1989 erzählte man sich folgenden Witz : " Hast du schon gehört? Müller wollte über die Grenze abhauen. " Au, da wird er wohl etliche Jahre Knast bekommen" " Knast? Nein. Müller ist in der Klapsmühle gelandet." " Warum das denn?" " Warum? Müller wollte nach Polen abhauen."
Ab dem Sommer 1989 wurde dieser Witz zur Wahrheit. Obwohl natürlich niemand wirklich nach Polen " abhauen" wollte. Die Menschen suchten und fanden Weg zur bundesdeutschen Botschaft in Warschau. Um von dort endgültig aus oder vor der DDR abzhauen. Falls sie nicht solchen Typen wie mir in die Arme liefen. Typen, die noch immer glaubten, dass die DDR der bessere deutsche Staat sei. Aus dem gefälligst niemand abzuhauen hat.


Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Kontrollstreife, Blitz_Blank_Kalle, Hackel39 und Rainer-Maria Rohloff haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Zweite Polenreise 1987 (Fortsetzung Biographie Anne)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.07.2018 20:57
von Sperrbrecher | 2.986 Beiträge | 7860 Punkte
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Zitat von ABV im Beitrag #3
An meine erste Polenreise, im Sommer 1972, kann ich mich nur sehr dunkel erinnern. Damals war ich gerade acht Jahre alt. Die DDR und die Volksrepublik hatten einen Visa-freien Grenzverkehr vereinbart. Damit ergab sich unter anderem für die " Umsiedler" zum ersten Mal eine Möglichkeit, der alten Heimat einen Besuch abzustatten.

Diese Möglichkeit Polen zu besuchen gab es aber schon wesentlich früher, allerdings nicht visumsfrei. Obwohl es allerdings sowieso kein richtiges
Visum im herkömmlichen Sinne war, denn normalerweise obliegt die Visumsvergabe dem Land, in welches man reisen will. Es handelte sich eher
um eine Berechtigung, die DDR Richtung Polen zu verlassen. Diese Erlaubnis, die damals auch zur Ausreise aus der DDR und für die Einreise in
die anderen sozialistischen Bruderländer notwendig war, wurde aber allgemein "Visum" genannt.

Mit diesen "Visum", welches von der Kreispolizeibehörde der DDR erteilt wurde, habe ich zusammen mit meinen Bruder auf den Motorrädern ab
1962 oft mehrmals jährlich den Nachbarstaat bereist. Unangenehme Ereignisse sind mir aus dieser Zeit nicht erinnerlich. Wahrscheinlich waren da
meine noch spärlich vorhandenen polnischen Sprachkenntnisse von Vorteil.

Die Anzahl der deutschen oder DDR Touristen war damals wahrscheinlich auch noch erheblich geringer und fand erst nach Einführung des
visumsfreien Verkehrs erheblichen Aufschwung. Da brauchte ich dann allerdings als Bundesbürger auch wieder ein Visum. Das bekam ich bei
der polnischen Militärmission in West-Berlin oder in Köln bei der polnischen Vertretung.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


ABV, Kontrollstreife und Rainer-Maria Rohloff haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.07.2018 21:04 | nach oben springen

#5

RE: Zweite Polenreise 1987 (Fortsetzung Biographie Anne)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.07.2018 00:24
von Commander | 1.477 Beiträge | 2084 Punkte
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gelöscht,weil schneller geschrieben als gedacht.



zuletzt bearbeitet 28.07.2018 00:57 | nach oben springen

#6

RE: Zweite Polenreise 1987 (Fortsetzung Biographie Anne)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.07.2018 06:05
von damals wars (gelöscht)
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Wie der ABV schon schilderte, war Polen 1986 schon eine andere Welt, und für mich ein echtes Erlebnis. Der Studentensommer brachte für mich einen Arbeitseinsatz in
Częstochowa.Schon die Fahrt mit dem Zug war ein Erlebnis. Unendliche Weiten, das unbequeme schlafen im Zug, als gelernter DDR Bürger hatte man alles notwendige dabei. Auf Anraten Sachkundiger wurde erst in Polen Geld eingetauscht. Der inoffizielle Umtauschkurs con 1:70 war wesentlich günstiger als der offizielle von 1:56.
Das Stpendium machte mich zu einem wöhlhabenden Menschen. Die Renten waren so mickrig, das viele Rentner arbeiten mussten.
Untergebracht waren wir in einem Studentenwohnheim, dort wurden wir auch verpflegt.
Mittag gab es immer Vorspeise, Hauptmahlzeit und Nachtisch. Und da das polnische Essen dem deutschen nicht unähnlich ist, war es auch sehr schmackhaft. Die Suppen wurden mit viel Sahne verfeinert. Die Schnitzel wurden mit der Straßenwalze zubereitet.
Wir arbeiteten in einem Baukombinat auf einer Baustelle. Die Häuser wurden in Plattenbauweise errichtet. die Wohnungen hatten praktischer Weise alle eine Speisekammer. Sie wurden praktisch sofort bezogen.
Begrüßt wurden wir auf der Baustelle von einem Minderjährigen in Gummistiefel, mit Hitlergruß und "deutsche Faschist".

Ich war bei der Truppe, die Gehwegplatten verlegte, die Rüttelplatte war defekt, das Ergebnis kann sich jeder vorstellen.
Mit einen jüngeren Arbeiter verständigten wir uns auf russisch, viele Polen konnten deutsch.
Ein Rentner der Brigade bekam für uns unvorstellbar wenig Rente, umgerechnet 100 Mark.
Eine Rentnerin, die neben der Baustelle lebte. besserte ihre Rente mit dem Verkauf von Wodka auf, der in unvorstellbaren
Mengen konsumiert wurde. die Alkoholi Läden machten erst um 13.00 auf, da war der Kastenweise gekaufte Wodka
längt alle.


Blitz_Blank_Kalle und Rainer-Maria Rohloff haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#7

RE: Zweite Polenreise 1987 (Fortsetzung Biographie Anne)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.07.2018 12:36
von Hackel39 | 3.516 Beiträge | 2246 Punkte
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Die Russen mögen die allerdings genauso wenig und das scheint bis in die Gegenwart hineinzuwirken.
Bei unseren Ablösegesprächen in Frankfurt Oderbrücke mit den PKP- Lokführern unterhielt ich mich gerne mit den Kollegen, die mindestens gleichaltrig waren auf Russisch, weil die das wohl auch als Pflichtfach in der Schule hatten.
Die Bahnvokabeln und ein paar Worte übers Angeln und Verhältnisse bei der Privatbahn waren irgendwann ausreichend, auch weil damals manchmal noch ein Kollege mit fuhr, der in Moskau Agrarwesen studiert hatte aushalf und Wissenslücken füllte.
U. a. hatte ich es häufig mit einem Andreas zu tun, der sich aufgeschlossen und scheinbar gern an dieser "verschollenen" Sprache ebenso stammelnd und suchend wie ich versuchte.
Jener Andreas fragte später, als ich dort alle Kollegen mit der Ausbildung der 186er Bombadier- Lok durch und fast nichts mehr dort zu tun hatte wann denn dieser Russenjunge mal wieder kommen würde, wie mir von einem inzwischen ausgeschiedenen Kollegen einmal verklickert wurde.
Besonders fein ist das nicht, ich bin aber keineswegs eine Mimose, mache mir aber trotzdem Gedanken darüber, da es sehr viel über deren Befindlichkeiten ausdrückt.
Ich lege das als erhebliche Radikalisierungsaffinität aus.
Vielleicht hätte ich aber einfach nicht so über meine rosarote Reichsbahnvergangenheit in der DDR berichten dürfen.
Nichts ist schlimmer, als Leute die sich nicht offen und frei zu artikulieren getrauen.


Rainer-Maria Rohloff hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#8

RE: Zweite Polenreise 1987 (Fortsetzung Biographie Anne)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.07.2018 21:38
von Rainer-Maria Rohloff | 4.230 Beiträge | 12845 Punkte
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Anne in #1 so 11.11.1987. Ist das nicht die Faschingzeit? Was war da mit Alkohol, eventuell mit Drogen so deine Nichterinnerungszeit? Und versteh mich nicht völlig falsch aber ein abdrängen von der Strasse als späteres Traumata....ich weiß nicht so recht? Aber gut, bin ja nur Laie.

Rainer-Maria



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#9

RE: Zweite Polenreise 1987 (Fortsetzung Biographie Anne)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.07.2018 22:24
von damals wars (gelöscht)
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Dann muß ich im Namen der DDR Studenten noch eine Schuld gestehen. Blöd, wie wir waren, haben wir natürlich geschuftet. Das ging 1 1/2 Wochen gut.
Dann kam von der Kombinatsleitung der Stop- Befehl. Die Arbeiter hatten mit Streik gedroht, weil wir alle Normen versauten. Wir waren echt perplex.
Nach 3 Wochen wurde der Lohn ausgezahlt, ein ausgeben war nicht mehr möglich. So wechselte mir die Staatsbank der DDR die Schloten in DDR Mark zum offiziellen Wechselkurs, nach Vorlage des Arbeitsvetrags.
Die Rückfahrt war ein einziges Chaos, Zufällig oder nicht war an dem Zug ein Reichsbahnwaggon angekoppelt. Wir da rein, Der Waggon ist für uns!
Und unter dem üblichen "Deutsche Faschist" räumten die Polen den Waggon. Ich war natürlich schwer beladen. Großer Schirm für meine Schwester, großer Korb für meine Mutter, 2 Coca Cola Literflaschen usw.usf.2 Mann mussten mir die Kraxe auf den Rücken heben. Es hatte sich gelohnt!


Hackel39 und Rainer-Maria Rohloff haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.07.2018 22:25 | nach oben springen

#10

RE: Zweite Polenreise 1987 (Fortsetzung Biographie Anne)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.07.2018 22:26
von Kontrollstreife | 2.083 Beiträge | 14008 Punkte
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Zitat von damals wars im Beitrag #9
Blöd, wie wir waren
Warst Du es nur oder bist Du es noch?

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.

KS


bürger der ddr hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.07.2018 21:04 | nach oben springen

#11

RE: Zweite Polenreise 1987 (Fortsetzung Biographie Anne)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.07.2018 22:41
von der Anderdenkende (gelöscht)
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Hubert, Schüleraustausch sagt dir auch noch was?
Das mit dem Faschist haben wir damals auch öfters gehört! Komicherweise mehr von "Jüngeren" als von den "Alten" , welche den Krieg miterlebten!
Coca Cola, Pepsi und LP's waren bei mir immer im Gepäck, wobei mir die beiden erstgenannten Getränke heuer überhaupt nicht mehr zusagen bzw. auch nicht mehr schmecken. War halt damals was "Besonderes" und schmeckte halt nach "Westen" !😂😂


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#12

RE: Zweite Polenreise 1987 (Fortsetzung Biographie Anne)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.07.2018 23:23
von Pitti53 | 9.918 Beiträge | 6469 Punkte
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Zitat von Kontrollstreife im Beitrag #10
Zitat von damals wars im Beitrag #9
Blöd, wie wir waren
Warst du es nur oder bist Du es noch?

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.

KS


Was soll dieser Beitrag?


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#13

RE: Zweite Polenreise 1987 (Fortsetzung Biographie Anne)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.07.2018 23:34
von Sperrbrecher | 2.986 Beiträge | 7860 Punkte
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #7
Die Russen mögen die allerdings genauso wenig und das scheint bis in die Gegenwart hineinzuwirken.

Polnisches Sprichwort:
"Jak świat światem Polak Ruskowi nigdy nie będzie bratem ...


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#14

RE: Zweite Polenreise 1987 (Fortsetzung Biographie Anne)

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 29.07.2018 00:57
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Eine Abwandlung einer Zeile aus dem Gedicht Nie wierz w Niemca und aus einer Zeit als man in Polen gerade mal kein Nationalstaat hatte ...
pl.wikisource.org/wiki/Nie_wierz_w_Niemca

P.S. Und achso, als 'Niemiec' warden eher Österreicher denn Deutsche gemeint?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 29.07.2018 01:21 | nach oben springen


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