Visier 3, der laufende Schütze und das Jägerlatein

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26.07.2018 13:11
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#1
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Das Thema eröffne ich hier mal sozusagen als Ghost Writer für @Gelobtland 1982:

Zitat (als Aufhänger):

Ich möchte mich nach langer Suche im Netz hier aus dieser Platform mit einer völlig anderen Frage an Euch wenden.
Ich habe von 1982 - 84 in Marienberg "Max Roscher" als Motschütze in der 5. Motschützen- 2. Batailion (Gefreiter) gedient. Durch ein kleines Ärgernis mit einigen Jägern welche mit "Liebesperlen" auf Tontauben schießen, beschloss ich der Fakten von damals auf den Grund zu gehen. In einen Gespräch mit besagten Jägern berichtete ich aus damaliger Zeit und aus meinen Schießerfahrungen mit der MP- KM (AK 47) Wir mussten auf dem damaligen Infanterie- Schießplatz Gelobtland im Erzgebiege auf den präparierten Übungs- Sturmangiriffbahnen von atwa 3 km Länge auf die auftauchenden Scheiben schießen! Frage an Euch: Wer war damals dabei und kann aus erster Hand sagen wie weite die Scheiben entfernt waren? Auf welche Entfernung mussten wir "Mucker" unsere Schießübungen durchführen? Weiß das noch jemand? Waren die stehen Schützen (Scheiben) 300 Meter entfernt? Am Ende der Angriffbahn in Gelobtland befand sich die Stellung aus welcher heraus auf die laufenden Schützen geschossen werden musste! Diese Scheiben wurden auf Wagons von halb- rechts bis zum Schießstand - Mitte gezogen. Wie weit waren diese Scheiben ... von - bis ... Meter entfernt? Gibt es noch Zeitzeugen hier? Wer hat in dieser Zeit in Marienberg gedient? Ich weiss 100% das wir Visier 3 - 300 Meter eingestellt hatten und den Schuss aufsitzend (Füße anviesiert um das Ziel nicht mit dem Korn zu verdecken) abgaben. Bei den Jägersleuten wurde ich ausgelacht! Ich wollte eigentlich ein eigenes Thema hier eröffnen, komme aber mit der Plattform hier noch nicht so richtig zu recht! Gibt es vielleicht noch einen Offizier ade hier, welcher Gelobtland kennt und fachkundig Auskunft geben kann? Ich würde das Gelächter gern zurück geben! Wäre nett von Euch zu hören!
Jörg

Feuer frei !

Siggi


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26.07.2018 13:29
#2
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Hallo Siggi,
wir bei den GT haben sicherlich "andere" Übungungen geschossen.
Visier 3 hatten wir immer,auch im GD.
immer im Bereich des direkten Schusses, hieß das wohl.
aber beim "rasenden Roland" denke ich mal waren es 200 m

VG H.

Erst stirbt der Baum und dann der Mensch !


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26.07.2018 13:58
avatar  sentry
#3
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Ich ergänze mal einen Link zu meinem Beitrag in dem Off-Topic-Vorstellungs-Thread.


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26.07.2018 14:01
#4
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Hat jemand die DV 250/0/005 Schießübungen mit Schützenwaffen und der Turmbewaffnung der SPW/SPz?

...

Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)


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26.07.2018 19:20
avatar  marc
#5
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Bezüglich Schießplatzeinrichtungen könnte @EX BO evtl. helfen.


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27.07.2018 17:17 (zuletzt bearbeitet: 27.07.2018 17:18)
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#6
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Also ich habe Nochten auch mit 300 Meter Klappscheibe in Erinnerung.
Zu Zeiten bei der BPO und auch als stellvertretender Komandeur Ausbildung in den Kampfgruppen.( Unterstanden alle dem MDI)
Du brauchtest ja das Viesier nur auf n zu stellen, das war ja 300 Meter Einstellung.
Zu mindest bei der AK47.
Hat noch jemand Zugriff auf die DV??
Mir ist nur nicht mehr ganz klar ob das die 2 oder 3. Schulübung war.


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27.07.2018 17:47
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#7
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Zitat von Bastler100 im Beitrag #6
Also ich habe Nochten auch mit 300 Meter Klappscheibe in Erinnerung.
Zu Zeiten bei der BPO und auch als stellvertretender Komandeur Ausbildung in den Kampfgruppen.( Unterstanden alle dem MDI)
Du brauchtest ja das Visier nur auf n zu stellen, das war ja 300 Meter Einstellung.
.


Anschußentfernung 100m mit Stellung Visier 3.
Die Waffe war angeschossen wenn min. 3 Treffer im Kontrollbereich lagen.

Der Buchstabe: K, A, N, etc. am Visier entspricht der Einstellung Visier 3 und ist die ständige Visierstellung.(man sagt dazu auch Kampfeinstellung).


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27.07.2018 17:53
avatar  Mike59
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Zitat von Thunderhorse im Beitrag #7
Zitat von Bastler100 im Beitrag #6
Also ich habe Nochten auch mit 300 Meter Klappscheibe in Erinnerung.
Zu Zeiten bei der BPO und auch als stellvertretender Komandeur Ausbildung in den Kampfgruppen.( Unterstanden alle dem MDI)
Du brauchtest ja das Visier nur auf n zu stellen, das war ja 300 Meter Einstellung.
.


Anschußentfernung 100m mit Stellung Visier 3.
Die Waffe war angeschossen wenn min. 3 Treffer im Kontrollbereich lagen.

Der Buchstabe: K, A, N, etc. am Visier entspricht der Einstellung Visier 3 und ist die ständige Visierstellung.(man sagt dazu auch Kampfeinstellung).

Yep - genau. N stand übrigens für "Visier Nacht" = was wiederum für Visier 3 stand. Gab halt immer mal was anderes, was es allerdings nimmer gab war die AK 47. Aber das ist wie die unendliche Geschichte und da schließt sich der Bogen zum Jägerlatein.


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27.07.2018 20:02
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#9
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Moment wir haben immer mehrere Schulübungen geschossen.
Die Entfernung war aber nicht bei allen Übungen gleich.
Und wieso gabs kein AK 47.
OK Meine hieß ja bei der Bepo offiziell AK47 kms.
In Ligau haben wir dann noch anderes beschossen .
Ich kann mich nur erinnern das selbst unsere Offiziere die Nase geümpft haben wen wir bei Wind schießen sollten und die M43 ÜB Patrone benutzen mussten.
Diese Plastikding war einfach nur Müll. ( Zeitrahmen 1978 bis 1984)
Bei den Kampfgruppen später haben wir die Plastedinger nicht mehr gesehen .
Hat man das Aufgegeben??


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29.07.2018 10:04 (zuletzt bearbeitet: 29.07.2018 10:10)
#10
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Es gab in der NVA für Mot-Schützen, Aufklärer und Fallschirmjäger, drei zu schießende Schulübungen, mit der Mpi oder dem lMG.
Hinzu kamen noch Kontrollübungen für Alle als auch Sonderübungen wie z.B. bei den Fallschirmjägern (mags bei den Aufklärern auch gegeben haben).

Die schwerste zu schießende Schulübung für alle Infanteristen, war die 3. Schulübung.
Die wurde aus dem Liegen heraus eröffnet und dann wurde zum Sturmangriff über gegangen.
Dort wurde die Scheibe 22 (Schützen im Graben) aus der Bewegung heraus bekämpft (soll heißen - bei Abgabe des Feuerstoßes, war der Schütze in Bewegung, machte der Schütze einen kurzen "Halt" und schoß, so wurde dieses Ziel als nicht bekämpft bewertet). Es kam dann der Handgranatenwurf (RGD-5 in den Graben), danach weiter vorwärts und Stellung beziehen. Dann andere Ziele. Letztes Ziel war die laufende Scheibe Nr. 8 - zwei laufende Schützen auf 450 bis 550 m Entfernung, mit langen Feuerstößen (mind. 7 Schuß je Feuerstoß, wobei das nicht so wichtig war) zu bekämpfen.
Die gesamte Vorwärtsbewegung des Schützen betrug etwa 250 - 300 m. Diese Übung wurde bei Tag und bei Nacht geschossen.

Gruß


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29.07.2018 10:36
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#11
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Danke genau Die
Die wurde auch so vom MDI übernommen.
Wobei wir da alle wahrscheinlich eigene Erlebnisse haben.
Eine Anekdote dazu.
Mitten im August .
5.Kompanie der 8.VPB
Vormittags zu dieser Übung ausgerückt nach Nochten.
Schulübung bei Tag geschossen.
Gegen 13,00 Mittag alles war durch. Dann lange Weile.
gegen 17 Uhr wurde der Major unruhig.
Er ließ alle Züge antreten.
Baute sich vor allen auf und Sprach:" Hiermit befehle ich es ist Nacht. Genossen Offiziere und Unterführer beginnen sie mit der Schulübung.
gegen 19,30Uhr alle durch bei schönsten Sonnenschein. anschließend Eilmarsch nach Dresden.
Wir waren die Beste Kompanie der Kaserne bei dieser Übung.
Später stelle sich raus, Dynamo spielte an diesen Abend .
Ein Schelm wer da Zusammenhänge vermutet.


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29.07.2018 11:01
#12
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Visier 3 besagte nichts anderes, als dass das Ziel etwa auf 300 m Entfernung zu bekämpfen war und sich die Visierlinie, nicht über die Höhe des Zieles erhob. So war das bei einem laufenden Schützen von ca. 170 cm Höhe in Ordnung, der knieende Schütze mit 100 cm Höhe wäre da schon nicht mehr umgefallen. Da hätte man schon kräftig "Ziel aufsitzend" (eigentlich etwas unter "Ziel aufsitzend") schießen müssen, denn ansonsten konnte das Geschoß schon über das Ziel hinweg gehen.
Na ja, das wisst Ihr ja alles.

Beim Schießen mit Plastekern auf solch eine Entfernung und gleicher Zielart, wird wohl kaum einer getroffen haben, weil die Gränung in der Patrone eine geringere war als bei unserer üblichen Munition und das Geschoss wesentlich leichter war. Mit der Plastemuni. sollte eigentlich auf einem windgeschützen Schießstand, auf 100 m geschossen werden. Bloß, wo gab es sowas schon mal fürs Militär? Nicht mal die Pistolenschießstände gaben das her. Ich kenne zwar einige Ausnahmen aber das war eben nicht Regel für ein MSR.

Gruß


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29.07.2018 15:10
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#13
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Zitat von Beethoven im Beitrag #12
Visier 3 besagte nichts anderes, als dass das Ziel etwa auf 300 m Entfernung zu bekämpfen war und sich die Visierlinie, nicht über die Höhe des Zieles erhob. So war das bei einem laufenden Schützen von ca. 170 cm Höhe in Ordnung, der knieende Schütze mit 100 cm Höhe wäre da schon nicht mehr umgefallen. Da hätte man schon kräftig "Ziel aufsitzend" (eigentlich etwas unter "Ziel aufsitzend") schießen müssen, denn ansonsten konnte das Geschoß schon über das Ziel hinweg gehen.
Na ja, das wisst Ihr ja alles.

Beim Schießen mit Plastekern auf solch eine Entfernung und gleicher Zielart, wird wohl kaum einer getroffen haben, weil die Gränung in der Patrone eine geringere war als bei unserer üblichen Munition und das Geschoss wesentlich leichter war. Mit der Plastemuni. sollte eigentlich auf einem windgeschützen Schießstand, auf 100 m geschossen werden. Bloß, wo gab es sowas schon mal fürs Militär? Nicht mal die Pistolenschießstände gaben das her. Ich kenne zwar einige Ausnahmen aber das war eben nicht Regel für ein MSR.

Gruß


Welches ist den die Einstellung Visier "0" an der Kaschi?

Schöne Grafiken zur Visierlinie respektive Geschossflugbahn. Passt nur nicht.

Bei Visier 3 ist die Höhe der Flugbahn des Geschoss in der Ballistischen Kurve "0". Sprich Trefflage im Ziel.
Bei 200m Erhöhung der Geschossflugbahn von ca. 30cm, bei 350m bereits wieder minus ca. 30cm bei einem Geschossgewicht von 7,9g.


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29.07.2018 16:31
#14
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Richtig - mein Fehler.

Natürlich erhebt sich die Geschossflugbahn nicht über die Höhe des Zieles. Deshalb ja auch - direkter Schuß.
Man, man, man wird alt. Und das mir, wo das mal mein Job war. Peinlich.

Gruß


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29.07.2018 17:20
avatar  coff
#15
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Wie war die Visierung bei der AK 74 mit Patrone 5,45 × 39 mm, Geschoßgewicht 3,43 g ?

War die Plastekernmunition ähnlich unzuverlässig wie bei der 7,62 × 39 mm Kurzpatrone M 43 ?

"Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muß die Gegend verlassen, wo sie gelten." ( Johann Wolfgang von Goethe )


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