Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD

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11.02.2010 15:52
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#76
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Genthin (Deutschland) – Auffahrunfall
In der Nacht vom 21. Dezember 1939 zum 22. Dezember 1939[12] kam es im Bereich des Bahnhofs Genthin zum bis heute größten Unglück der deutschen Eisenbahnen.

Denkmal für das Eisenbahnunglück in Genthin

Der überfüllte D-Zug D 10 von Berlin Potsdamer Bahnhof nach Köln war pünktlich um 23:15 Uhr in Berlin abgefahren, hatte aber in Potsdam bereits fünf, in Brandenburg schon 12 min Verspätung, weil sich das Aus- und Einsteigen in Folge der kriegsbedingten Verdunkelung verzögerte. Der nachfolgende D 180 von Berlin Potsdamer Bahnhof nach Neunkirchen (Saar) war um 23:45 Uhr in Berlin abgefahren, hielt noch einmal in Potsdam und sollte dann bis Magdeburg durchfahren. Unmittelbar vor Genthin fuhren diese beiden Züge nur noch im Blockabstand.
An der letzten vor dem Bahnhof Genthin liegenden Blockstelle Belicke überfuhr der D 180 das Halt zeigende Blocksignal und fuhr somit in den noch durch den D 10 belegten Streckenabschnitt ein. Neben der schlechten Sicht vermuten Quellen auch eine Kohlenmonoxidvergiftung bzw. persönliche Mängel des Lokpersonals als Ursache der Signalmissachtung. In der Annäherung an den Bahnhof Genthin traf der D 180 dann auf das noch für den D 10 auf Fahrt stehende Einfahrt- und Ausfahrtvorsignal.
Durch die Blockstelle alarmiert wurde im Bahnhof Genthin versucht, den D 180 per Notsignal (rot leuchtende Handlampe) zu stoppen.
Aufgrund unglücklicher Umstände bezog der Lokführer des vorausfahrenden D 10 dieses Nothaltsignal auf sich, leitete eine Schnellbremsung ein und brachte damit seinen Zug im Bereich des Bahnhofs Genthin zum Stehen. So fuhr D 180 gegen 0:55 Uhr mit etwa 100 km/h auf den im Bahnhofsbereich stehenden D 10 auf, wobei die Waggons zum Teil ineinander geschoben wurden. Laut Statistik der Deutschen Reichsbahn waren 186 Tote und 106 Verletzte zu beklagen. Die Gemeinde Genthin gibt 278 Tote und 453 Verletzte an.[13]

Markdorf/Kluftern (Deutschland) Frontal-Zusammenstoß
Am gleichen Tag, dem 22. Dezember 1939, kam es zu einem weiteren schweren Eisenbahnunglück. Bei dichtem Nebel nachts um 22:19 Uhr stießen ein voll beladener Güterzug und ein gut besetzter Personenzug frontal und ungebremst auf der eingleisigen Bodenseegürtelbahn entlang des Nordufers des Bodensees in Lipbach zwischen Markdorf und Kluftern zusammen. 106 Menschen starben in den Trümmern, weitere 9 noch vor Ort an den Folgen. Im Personenzug, einem Bedarfszug aus Oberstdorf, saßen Einwohner aus Weil am Rhein und Umgebung, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ins Allgäu evakuiert worden waren und sich nun kurz vor Weihnachten auf die Rückkehr in die Heimat freuten. Die Fahrdienstleiter in Markdorf und Kluftern hatten beide die Signale auf freie Durchfahrt gestellt. Die Züge hätten planmäßig in Markdorf kreuzen sollen, aufgrund von Nichteinhalten der Vorschriften hatte der Fahrdienstleiter jedoch dem Güterzug freie Fahrt erteilt.


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11.02.2010 15:56 (zuletzt bearbeitet: 11.02.2010 18:55)
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#77
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Zugunglück von Langenweddingen
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Blick auf die Unglücksstelle

Beim Zugunglück von Langenweddingen am 6. Juli 1967 stieß auf der Bahnstrecke Magdeburg–Thale ein Doppelstockzug der Deutschen Reichsbahn in der Nähe der bei Magdeburg gelegenen Ortschaft Langenweddingen an einem Bahnübergang der damaligen Fernverkehrsstraße 81 mit einem Tanklastwagen zusammen, der infolge der Kollision explodierte. Mit einer Zahl von offiziell 94 Todesopfern gilt dieses Unglück als das schwerwiegendste in der Nachkriegsgeschichte der Deutschen Reichsbahn und in der Bahngeschichte der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) sowie als einer der folgenschwersten Gefahrgutunfälle in der deutschen Geschichte.




Der ausgebrannte Unglückszug

Als Auslöser des Unglücks gilt ein damals über den Schranken hängendes Telefonkabel der Deutschen Post, das sich durch die jahreszeitlich bedingte Hitze stark ausgedehnt hatte und so das vollständige Schließen der Schranke am betreffenden Bahnübergang behinderte. Der Schrankenwärter öffnete daraufhin kurz vor Durchfahrt des Zuges die Schranke, die sich am Kabel verfangen hatte, um sie durch das erneute Öffnen vom Kabel zu lösen. Er unterließ es allerdings, das Signal für den herannahenden Personenzug P852, der sich mit rund 540 Reisenden auf der Fahrt von Magdeburg nach Thale befand, auf Halt zu stellen.

Der Fahrer eines vor dem Bahnübergang wartenden Minol-Tanklastzuges nahm fälschlicherweise ein ordnungsgemäßes Öffnen der Schranke und damit die Freigabe des Übergangs an. Beim Befahren der Gleise kam es dann kurz nach 8:00 Uhr zum Zusammenstoß des Tanklastwagens mit dem Personenzug. Der Steuerwagen des Zuges erfasste dabei den Lastwagen mit dem rechten Puffer und riss das Fahrzeug mit. In der Folge wurde der mit etwa 15.000 Litern Leichtbenzin gefüllte LKW gegen den Zug geschleudert. Der Tank platzte und der Inhalt verteilte sich hauptsächlich über die ersten beiden Doppelstockwagen des Zuges und auf das Bahnhofsgelände. Das auslaufende Benzin wurde wahrscheinlich durch Dampf, der aus durch den Zusammenstoß beschädigten Dampfleitungen der Lok austrat, zusätzlich zerstäubt. Es kam zu einer Explosion. Bei dem nachfolgenden Brand wurden auch das Haupt- und einige Nebengebäude des Bahnhofs Langenweddingen zerstört.
Die geräumte Unfallstelle einen Tag nach dem Unglück

Die Feuerwehr aus Magdeburg traf um 8:32 Uhr ein. Bereits um 8:47 Uhr waren die Löscharbeiten im Wesentlichen beendet. Eine durch das Feuer entstandene Hitzewand mit Temperaturen von bis zu 1.000 Grad Celsius verhinderte jedoch zum großen Teil das Vordringen der Rettungskräfte zu den in dem Zug eingeschlossenen Opfern. Die Waggons konnten nur mit Schutzkleidung betreten werden. Der LKW-Fahrer, der nur leichte Verbrennungen erlitt, starb an den Folgen des Zusammenstoßes. Die Lok-Besatzung wurde ebenfalls verletzt, überlebte aber das Unglück.

Die Zahl der Todesopfer wurde von den Behörden mit 94 angegeben, davon 44 Schulkinder, die sich am Ferienbeginn auf dem Weg von Magdeburg in ein Ferienlager im Harz befanden. 77 Opfer starben bereits am Unfallort, ihre Zahl erhöhte sich in den Tagen nach dem Unglück, weil weitere der 54 Schwer- und Schwerstverletzten ihren Verletzungen erlagen. Einige damals beteiligte Rettungskräfte bezweifelten die offiziellen Angaben zu den Todesopfern und schätzten die Zahl der Opfer auf bis zu 140. Zu den Opfern zählte auch der Lehrer Werner Moritz, Direktor einer Polytechnischen Oberschule (POS) in Rogätz nahe der Stadt Burg (bei Magdeburg), der zwölf Schülern das Leben rettete. Dabei zog er sich schwere Verbrennungen zu, denen er später im Krankenhaus erlag.
Folgen
Trauerfeier und Beerdigung der Opfer, 11. Juli 1967

Der Schrankenwärter und der Bahnhofsvorsteher als dessen Vorgesetzter wurden zu einer Freiheitsstrafe von je fünf Jahren verurteilt. Bereits etwa sechs Monate nach dem Unglück wurde am 28. Dezember 1967 eine neue Transportordnung für gefährliche Güter (TOG) verkündet, die am 1. März 1968 in Kraft trat. Die Schließzeiten für Bahnschranken wurden in der gesamten DDR deutlich ausgedehnt, Busse und Gefahrguttransporter mussten darüber hinaus auch bei geöffneten Schranken vor dem Überqueren der Gleise anhalten.

Die POS in Rogätz, gegenwärtig eine Grundschule, erhielt ebenso wie der Ortsverein Rogätz des Deutschen Roten Kreuzes den Namen des Lehrers Werner Moritz, der ebenso wie ein weiterer bei den Rettungsarbeiten ums Leben gekommener Helfer postum mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Silber ausgezeichnet wurde.

Auf dem Magdeburger Westfriedhof, auf dem am 11. Juli 1967 eine Trauerfeier stattfand, befindet sich eine Gedenkstätte für die Opfer des Zugunglücks.


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11.02.2010 15:56
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#78
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Wer mal die ganze Geschichte lesen will:

http://home.cablesurf.de/h.sack/page1.htm

Liest sich wie ein Roman, ist aber schlimme Wirklichkeit. Da kann man echt von einer Verkettung von unglücklichen Umständen sprechen.


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11.02.2010 15:58
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#79
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Danke Karl,
eher für die anderen bin mit der gesammten Materie einigermaßen vertraut.


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11.02.2010 16:21
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#80
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@ Bergmensch,
davon bin ich auch ausgegangen.
Hier noch ein Link zu Langenweddingen: http://www.kondero.de/langenweddingen/1967.htm


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02.04.2010 13:21
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#81
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Zitat von S51

Zitat von Roland 87
Für mich waren Interzonenzüge die schnellste Verbindung von Eisenach nach Westsachsen.Vorallem gab es keine Militärstreife.
MFG



Ja, zwischen Magdeburg und Leipzig auch. Es brauchte aber einen Eintrag im Urlaubsschein in der Art "... ist zum Benutzen der "?"-Züge berechtigt."
Ansonsten konnte einen die TRAPO herausziehen und der Urlaub war beendet. Vor allem kurz vor Leipzig HBf haben sie gerne danach kontrolliert.




.............................................................................................
Der Vermerk im Urlaubsschein war unter Benutzung I-Zug Genehmigung zu finden.
Unter Anderem eben auch die Frage Zivilerlaubnis (Tragen von Zivilsachen oder Uniform)
Die I-Züge hielten ja auch nicht in jedem kleinen "Nest".


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02.04.2010 13:26
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#82
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Warum war die Benutzung eines Interzonenzuges denn verboten, wenn es nicht ausdrücklich gestattet wurde. Gibt es da eine offizielle Begründung für, oder nur Gerüchte?


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02.04.2010 13:30 (zuletzt bearbeitet: 02.04.2010 13:32)
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#83
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Zitat von karl143
Warum war die Benutzung eines Interzonenzuges denn verboten, wenn es nicht ausdrücklich gestattet wurde. Gibt es da eine offizielle Begründung für, oder nur Gerüchte?



...................................................................................................
Was sagen denn die Gerüchte?

Ansonsten ohne I-Zug Genehmigung,eben auch kein Einsteigen für Armeeangehörige.


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02.04.2010 17:35
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#84
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Auch ich hatte das Glück, damals mal in den golden Westen zureisen. In Eisenach eingestiegen, in der Nacht gefahren weil wir Angst hatten das sie uns noch die Papiere abnehmen. Angekommen in Frankfurt am Hauptbahnhof. Ich sehe heute noch die Bananen und die Weintrauben diese Verkaufsstände am Bahnhof. Und mir war es schlecht, und ich war fix und alle wir waren dann noch am selbenTag in Richtung Glashütten unterwegs. Da noch in einen Modegeschäfft, wo Jacken und Mändel an diesen riesen Ständer hangen. Und dann angekommen in Glashütten haben wir erst mal geschlafen. Wir waren so alle. die Nacht durch gefahren und da bei verwanden und dort. Aber es war eine schöne Zeit wir waren dort auf einer Hochzeit bei der Cousine. Waren dann in Bad Soden Salmünster waren in der Rhön auf der Wasserkuppe am Kreuzberg.Und an der Grenze zu Buttlar. Wir hätten heimlaufen können, so ein Wahnsinn was da abgegeangen ist. Aber es war so. Und wir mußten damit leben.


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02.04.2010 23:55
avatar  Mumpel
#85
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ein sehr interessanter thread, tolle links und super bildberichte!
bin auch oft mit den blau/beigen db-wagen zwischen eisenach und erfurt gefahren; kann mich noch gut an die werbeschilder in den abteilen "db - urlaub von anfang an!" erinnern...
ja, und dann gab es noch die züge, welche ohne planmäßigen halt im transit durch die ddr fuhren (hatten inoffizielle bezeichnungen wie "die angst" oder "zitteraal")und waren durch die trapo bewacht wie fort knox...


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12.08.2010 11:04
avatar  Angelo
#86
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Weiß da noch jemand was ?


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12.08.2010 12:33
avatar  VNRut
#87
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Wir bekamen eine Berechtigung für den Interzonenzug im Urlaubsschein eingestempelt. Bin des öfteren mit den Interzonenzug zwischen Potsdam und Magdeburg gefahren. War für mich immer die schnellste Verbindung. Nur die Befragung unserer Offiziere nach dem Urlaub in der Kaserne nach eventuellen Kontaktaufnahmen von Westdeutschen/Westberliner ging uns auf den Keks.

Übrigens, da ich nicht weit von Langenweddingen, der Heimatstadt unseres Ministers Karl-Heinz Daehre * (für Bau und Verkehr in Sachsen-Anhalt) wohne, hatte ich als Kind etwas über den schweren Zugunfall mitbekommen. Meine Eltern und Großeltern erzählten lange Jahre von diesen Ereignis, welches heute immer mehr in Vergessenheit geriet. Mein Vater wurde damals zur Bergung und Aufräumung mit einbezogen.

* http://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Heinz_Daehre

Gruß VN_Rut

GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle

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12.08.2010 12:57 (zuletzt bearbeitet: 12.08.2010 13:01)
avatar  josy95
#88
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Zitat von Angelo
Weiß da noch jemand was ?




Kann mich jetzt nur konkret an die (Transit-) Züge der Allierten Besatzungsmächte (GB, USA und Frankreich) von Berlin (West) in Richtung Westen (Helmstedt) erinnern, die über Brandenburg, Genthin, Burg Magdeburg usw. verkehrten.

Hab selbst u. a. in Magdeburg Hbf, Brandenburg Hbf einige dieser Züge zu Gesicht bekommen.

Diese Züge hatten auf Strecke und auch in Bahnhöfen absolute Durchfahrts- priorität. Zur Not wurde der größte Teil des Betriebes auf Unterwegsbahnhöfen (übrige Zugfahrten, Rangierbetrieb) schon einige Zeit vorher eingestellt, bis diese Züge den Bahnhof passiert hatten. Schon allein, um diese Züge auf DDR- Gebiet weder auf der freien Strecke an irgendwelchen Blockstellen oder schon gar nicht in Bahnhöfen zum Halten kommen zu lassen. Um damit auch garantiert peinlichen Zwischenfällen mit den Allierten aus dem Weg zu gehen, wie z. Bsp., das fluchwillige DDR- Bürgern auf einen solchen Zug aufzuspringen versuchten. Einige wenige vereitelte Fälle soll es gegeben haben. Wenn diese Züge durch die Bahnhöfe fuhren, war die gesamte anwesende Trapo- Manschaft (und wer weiß, wer noch?) aller Dienstränge in höchster Bereitschaft und logischer "Aufregung", ähnlich einem aufgescheuchtem Wespenschwarm...! . Angefangen von erhöhter Präsens auf den öffentlich zugänglichen Anlagen (Bahnsteige ect.). Hier wurde das eigentlich auch sonst übliche, aber eher etwas locker gesehene Fotoverbot auf Reichsbahngelände kompromißlos durchgesetzt. An den Durchfahrtsgleisen dieser Züge selbst stand man in gewissen Abstände (Sichtweite) regelrecht Spalier. Auch wurden diese Züge bewußt nicht über die Bahnsteiggleise geleitet, sondern fuhren grundsätzlich in den hinteren (Güterzug-) Gleisen durch. Oft war auch vermutlich bewußt die Sicht auf diese Züge durch abgestellte Wagenzüge verdeckt und man konnte nur schemenhaft zwischen einigen Sichtnischen überhaupt etwas erkennen. Diese Züge sollen sogar im E- Fall Vorrang vor den s. g. "dringlichen Hilfszügen", also Notfallzügen bei Havarien, Zugunglücken ect. gehabt haben. Weiterhin waren diese Züge grundsätzlich mit zwei Lokomotiven bespannt. Nicht wegen der Last, sonder auf die Gefahr hin, eine Lokomotive könnte durch techn. Defekt ausfallen und der Zug so zwangsweise zum Halten kommen. Muß mal schauen, ob ich in meinen alten Reichsbahnvorschriften noch was dazu finde.

Vielleicht hat auch einer von Euch einen passenden Link parat?

Denke auch mal, das diese Züge vielfach in den Nachtstunden verkehrten um sie allein schon durch die Dunkelheit dem Blick der Öffentlichkeit zu entziehen. Es war schon was Besonderes, bei Tag mal so einen Zug zu erblicken...

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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12.08.2010 14:58
avatar  Eumel
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Zitat von Stabsfähnrich
..............es gab aber relativ wenig Fluchtversuche über den Bahnhof Friedrichstraße. Ein Fall - welcher auch für Aufsehen regte, ereignete sich 1987 als eine männliche Person die Triebfahrzeugführerin einer S-Bahn am Bahnsteig C (Ostseite) mit einem Kleinkalibergewehr bedrohte und diese aufforderte über die im Gleis aufgestellte Sh2 Scheibe in Richtung Westen zu fahren. Dabei hat Er aber übersehen, dass das S-Bahngleis hinter dem Stellerk FRIW (noch DDR) zu Ende ist. Sprich ein Stumpfgleis.
...



Das fand etwas eher statt. Dieser Bericht gibt die Geschichte recht präzise wieder:

http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0001/index.html


Zum Thema grenzüberschreitenden Zugverkehr und Zugunglück:
http://www.bischlebener.de/html/das_zugungluck.html
Betrifft zwar keinen Transitzug, kam aber aus westlicher Richtung


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12.08.2010 20:17 (zuletzt bearbeitet: 12.08.2010 21:04)
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#90
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Ich mußte, als ich noch im Zugbegleitdienst war, Mitte der 80er Jahre, diesen Zug der amerikanischen/britischen/französischen Streitkräfte ab Hannover bis Helmstedt als Zugführer begleiten oder als Fahrgast ohne Dienst mitfahren. Der Zug fuhr ab Hannover gegen 23.45 Uhr ab und hatte einen kurzen Aufenthalt in Braunschweig. Dann weiter bis Helmstedt. In Helmstedt ging die DB-Ellok ab und wurde durch eine DR-Diesel-Doppelbespannung, ich glaube 2 x Baureihe 132 (Ludmilla) ersetzt. Der Zugführer der Deutschen Reichsbahn übernahm den Zug. Ab Helmstedt mußten alle Türen von innen durch den Transport-Offizier mit einer Kette gegen unbefugtes Einsteigen von außen gesichert werden. Der Zug fuhr planmäßig ab Helmstedt ohne Halt bis Berlin-Lichtenberg. Er wurde von Seiten der DDR nicht kontrolliert und es durfte auch keine andere Person diesen Zug betreten, was wegen der Kette sowieso nicht möglich war. Den Gegenzug von Berlin-Lichterfelde nach Bremerhaven konnten wir in Braunschweig oder Helmstedt sehen. Also fuhren diese Züge bei Dunkelheit. Auf den Wagen waren an jedem Wagenende jeweils groß die amerikanische, britische oder französische Nationalflagge aufgeklebt, da drunter stand in großen Lettern US-ARMY usw. und das wäre bei Tageslicht den SED-Oberen ziemlich unangenehm. Ich bin noch im Besitz eines großen Aushangabfahrplans aus dem Winter 1965/1966 vom Bahnhof Hannover Hbf. Die Abfahrzeiten der Militärzüge waren für alle Fahrgäste ersichtlich.
Dm 80637 ab Hannover Hbf 0.03 Uhr - an Berlin-Lichterfelde 05.50 Uhr
Dm 80638 ab Hannover Hbf 3.53 Uhr - an Bremerhaven 6.46 Uhr
1965/1966 war das war wohl noch mit Dampf- bzw. Diesellokbespannung


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