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#1

Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.05.2018 17:44
von René75 | 10 Beiträge | 100 Punkte
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In den letzten Wochen habe ich mir alle Staffeln der Fernsehserie“ Weissensee“ angeschaut und auch die neue 4. Staffel habe ich mir neulich im ARD angeschaut. Nachdem ich mir nun alle 4 Staffeln angeschaut habe bin ich hin und her gerissen was ich nun wirklich denken soll über die DDR und die neue Zeit nach 1989. Gerade die 4. Staffel hat mir zu denken gegeben. In den ersten drei Staffeln ist kein einziger DDR Bürger durch Mord umgekommen. Aber in der 4. Staffel ging es heiß her. Auch die abartigen Machenschaften von Treuhand und Konzernchefs aus dem Westen toppen doch eigentlich alles. Das was in der vierten Staffel gezeigt wurde das war doch schlimmer als alles was vor dem Herbst 1989 passiert ist. Das die ARD das so offen ausstrahlte da staune ich immer noch wo doch jahrelang immer nur von der Pleite der DDR berichtet wurde. War jedenfalls eine hochspannende Serie. Was haltet ihr von dieser Fernsehserie? Jörg Hartmann als Falk Kupfer hat mir persönlich am besten gefallen.


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#2

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.05.2018 00:01
von andyman | 3.485 Beiträge | 8450 Punkte
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Kommt der Realität wohl schon nahe,aber jeder hat die Realität ja auch anders erlebt.Hier gibt es schon einen Thread zum Thema ARD-Serie Weissensee
Lgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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#3

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.05.2018 00:19
von berndk5 | 1.916 Beiträge | 15786 Punkte
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Ich hatte die Serie gehasst, weil ich ihr keine realitätsnahe Schilderung zugetraut habe- deshalb habe ich die ersten Filme kaum gesehen.
Die letzte Staffel habe ich jedoch vorsätzlich und intensiv verfolgt- es erschien mir dermaßen authentisch, dass ich wirklich erschrocken war.
Ich habe das wirklich nicht so erwartet.
In meiner Bewertung der filmischen Leistung auf jeden Fall eine sehr gute Benotung.


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bis 1990 GR-1 und GKK-304, danach Bundeswehrkommando -OST- Sitz Erfurt; gedient in: Harbke,Lauchröden,Grossensee,Berka/Werra, Ifta, Schnellmannshausen und Treffurt; Mauerabbau in Berlin und Grenzanlagen-Rückbau in Thüringen;
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#4

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.05.2018 15:47
von René75 | 10 Beiträge | 100 Punkte
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Ich habe mir alle Staffeln mehrmals angeschaut und war auch begeistert von der filmischen Leistung und den wirklich guten Schauspielern. Da hat die ARD wirklich mal was aus den Zwangsgebühren was draus gemacht. Für mich auch ganz wichtig daß man gezeigt hat daß nicht jeder der beim MfS arbeitete oder als IM angeworben wurde ,dies gemacht hat um auf Privilegien zu hoffen. Die Aktenöffnung selber sehe ich sehr kritisch. Die wichtigsten Akten bleiben doch eh unter Verschluss und liegen bestimmt nicht zugänglich in den Archiven herum. Dafür hat nicht nur die Staatssicherheit vorgesorgt sondern sicherlich auch der BND. Geheimdienste wird es immer geben und ich glaube für den sozialen Frieden ist denen auch ganz wichtig daß auch heute von vielen Aktionen es besser ist wenn die Bevölkerung nichts davon erfährt. Gerade wir Ossis würden dann wohl wieder ganz schnell auf der Straße sein. Das ist das Einzige wovor die heutige Bundesregierung Angst haben muss.


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#5

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.05.2018 16:13
von Alfred | 8.465 Beiträge | 6945 Punkte
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Rene,

dies ist ein Spielfilm, keine Doku.


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#6

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.05.2018 17:25
von Sperrbrecher | 4.080 Beiträge | 16503 Punkte
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Zitat von René75 im Beitrag #4
Geheimdienste wird es immer geben....

Die Kritik am MfS entzündet sich doch weniger bis kaum an ihrer Tätigkeit als Geheimdienst, sondern an ihren
Tätigkeiten und ihrer Funktion als Geheimpolizei gegenüber der eigenen Bevölkerung.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie bewegte sich in engen Grenzen !
Grenzläufer und thomas 48 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.05.2018 17:29 | nach oben springen

#7

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.05.2018 18:25
von bolzo (gelöscht)
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Zitat von Alfred im Beitrag #5
Rene,

dies ist ein Spielfilm, keine Doku.


Die filmische Aufarbeitung kommt aber gem. den Aussagen meiner ostdeutschen Verwandtschaft, den Erlebnissen der Betroffenen sehr nahe.
Nicht jeder, mit dem ich mich unterhalten habe, hat zugegeben etwas mit der Stasi oder selbst MA bei dem Verein gewesen zu sein.
Die Umschreibungen und die verklauselierten Beschreibungen von ihnen legen den Verdacht nahe, dass fast jeder einmal mit der Stasi zu tun hatte, oder es wurde versucht ihn als IM zu ködern.
Ich vermute gar, der eine oder andere von ihnen (meinen Verwandten) war selber beim MfS tätig. Einige hatten wirklich hervorragende Wohnverhältnisse.
bolzo


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#8

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.05.2018 18:52
von Rainer-Maria Rohloff | 4.230 Beiträge | 12859 Punkte
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bolzo mit diesem:

"Nicht jeder, mit dem ich mich unterhalten habe, hat zugegeben etwas mit der Stasi oder selbst MA bei dem Verein gewesen zu sein."
textauszug ende

Interessant wäre vielleicht mal ne Prozentzahl vom DDR-Bürger, der direkt mit dem MfS in Berührung kam. Ich tippe mal auf maximal 15-20%. Mehr einfach nicht. Wen interessierte denn das MfS und umgekehrt, im Alltag etc?

Rainer-Maria


Bastler100 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#9

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.05.2018 20:11
von René75 | 10 Beiträge | 100 Punkte
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Das MfS gibt es nicht mehr aber dafür gibt es in der heutigen Zeit andere Möglichkeiten der Überwachung bis ins Private. Da würde mich mal die Prozentzahl interessieren und was heute alles so an Informationen über uns gesammelt wird.


thomas 48, 1941ziger und Wahlhausener haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#10

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.05.2018 21:28
von Sperrbrecher | 4.080 Beiträge | 16503 Punkte
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Zitat von René75 im Beitrag #9

...gibt es in der heutigen Zeit andere Möglichkeiten der Überwachung bis ins Private. Da würde mich mal die Prozentzahl interessieren
und was heute alles so an Informationen über uns gesammelt wird.

Viele sind doch ganz vernarrt darauf, ihre Daten und alles was sie tun oder nicht tun im Fratzenbuch preiszugeben.
Deshalb bezeichne ich Fratzenbuch immer als Stasi auf freiwilliger Basis.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie bewegte sich in engen Grenzen !
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#11

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.05.2018 21:39
von René75 | 10 Beiträge | 100 Punkte
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Bei Facebook sollte man wirklich vorsichtig sein. Hat schon manchen in der heutigen Zeit den Arbeitsplatz gekostet sich dort zur derzeitigen Situation und zu Problemen unserer Zeit zu äußern. Auch Rechtsanwälte verdienen ganz gut mit ihren Abmahnungen und Unterlassungserklärungen.


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#12

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.05.2018 22:27
von DoreHolm | 11.426 Beiträge | 20258 Punkte
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RE: Fernsehserie “Weissensee“ • Absender: bolzo, Heute 18:25
quote Diesen Beitrag zitieren


Zitat von Alfred im Beitrag #5Rene,

dies ist ein Spielfilm, keine Doku.

Die filmische Aufarbeitung kommt aber gem. den Aussagen meiner ostdeutschen Verwandtschaft, den Erlebnissen der Betroffenen sehr nahe.
Nicht jeder, mit dem ich mich unterhalten habe, hat zugegeben etwas mit der Stasi oder selbst MA bei dem Verein gewesen zu sein.
Die Umschreibungen und die verklauselierten Beschreibungen von ihnen legen den Verdacht nahe
,[rot] dass fast jeder einmal mit der Stasi zu tun hatte,[/rot] oder es wurde versucht ihn als IM zu ködern.
Ich vermute gar, der eine oder andere von ihnen (meinen Verwandten) war selber beim MfS tätig.
Einige hatten wirklich hervorragende Wohnverhältnisse.

Definiere mal, was Du unter "mit der Stasi zu tun haben" verstehst. Erst mal hatte jeder staatliche Leiter (Betriebsdirektor), auch die kleinerer Betriebe und Institutionen/Behörden, mit der "Firma" zu tun, ob sie wollten oder nicht. Viele Kaderleiter (Personalchefs) ebenfalls. Es ging einfach darum, Dinge zu erfahren, die für sicherheitsrelevant gehalten wurden. So mancher wurde ganz offiziell auch nach Personen befragt, egal ob das MfS den im Visier hatte oder ob es sich um einen zu werbenden Bürger gehandelt hatte. Auch MfS-Mitarbeiter hatten ein Privatleben, Hobbys u.a. und pflegten diese auch. In unserer Hobbygrußppe Kakteen war z.B. einer Mitglied, ein richtiger Hobby-Züchter. Jeder wußte das und es wurde kaum über Politik gesprochen, wohl aber über Kakteen im Ausland, i.d.R. ja Amerika und Afrika. Sowas ist eben international. Auch Beispiel Ich. Während der GT-Zeit versucht als IM zu gewinnen, weil ich mit illegalem Radio und Westsender erwischt wurde. Habe klargemacht, daß ich für diese Zuträgerei nicht zu haben bin und ich wurde in Ruhe gelassen. Oder nach der Entlassung, als neben Zoll, Polizei auch das MfS vor der Tür standen und Nachwuchs rekrutieren wollten. Ich war damals offen, weil ich aus meinem damaligen Beruf raus wollte und hatte schon medizinische Eignungsuntersuchtung hinter mir in der heute naiven Hoffnung, als Chemiekundiger in einem technischen Dienst arbeiten zu können. "Gerettet" hatte mich die zu diesem Zeitpunkt in einer bundesdeutschen Hobbyzeitschrift erschienene Tauschannonce zu meinem Hobby (Minerale) von mir. Da war ich weg vom Fenster. Nun meine Frage an Dich. Ist das schon Mitarbeit oder einfach nur "zu tun gehabt haben" ? So gesehen, wird wohl schon fast jeder einmal Kontakt gehabt haben. Meine Frau und ihre Geschwister und Eltern z.B. wegen ihrer Schwester, die einen westdeutschen Monteur kennengelernt hatte und heiraten wollten. Noch gut zwei Jahren war die Genehmigung da und im Herbst 88 ist sie mit Sack und Pack und Hund rüber. An ihre hiergebliebenen Lieben wurde apelliert, sich von ihr loszusagen, was ich damals ebenfalls als Anmaßung gehalten hatte. Natürlich hatten wir das klar abgelehnt. Ich meine auch heute noch, daß da niedere Mitarbeiter in der Stadtverwaltung sich aus vorauseilender Anbiederei was angemaßt haben, was nicht in den Umgangsvorschriften stand.
Was die Wohnverhältnisse betrifft, war eine Mitarbeit beim MfS sicher hilfreich, den die Genossen wollten ja, daß der Mitarbeiter sich nicht mit Umzugsgedanken tragen mußte. Das war m.E. ein sehr geringer Anteil derer, die sich glücklich schätzen konnten, eine ferngeheizte Neubauwohnung beziehen zu können oder ansonsten in für damalige Verhältnisse attraktiver Wohnlage eine ausreichend große Wohnung, auch Altbau, zu erhalten. Großbetriebe konnten da schon viel für gesuchte Mitarbeiter tun, insbes. wenn große Werke aus dem Boden gestampft wurden.
Zum Film selbst. Es ist wie in den meisten Filmen zu geschichtlichen Abläufen und seinen Filmhelden, oft über mehrere Generationen hinweg, eine Verdichtung aller möglichen Situationen auf einige relativ wenige Personen, gemessen an der Gesamtbevölkerung. Sonst würde der Film zu langatmig werden.
bolzo


zuletzt bearbeitet 24.05.2018 22:32 | nach oben springen

#13

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.05.2018 23:32
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Dore Holm, da siehste mal an dem Beitrag von Reiner Maria Rohloff und an deinem wie die Meinungen auseinander driften über die Kontakte mit der Stasi.
Da fällt es mir natürlich leicht meine Auffassung aufrecht zu halten.
bolzo


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#14

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.05.2018 14:32
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #10
Zitat von René75 im Beitrag #9

...gibt es in der heutigen Zeit andere Möglichkeiten der Überwachung bis ins Private. Da würde mich mal die Prozentzahl interessieren
und was heute alles so an Informationen über uns gesammelt wird.

Viele sind doch ganz vernarrt darauf, ihre Daten und alles was sie tun oder nicht tun im Fratzenbuch preiszugeben.
Deshalb bezeichne ich Fratzenbuch immer als Stasi auf freiwilliger Basis.
Das das Facebook ein Spionageinstrument auf freiwilliger Basis ist will ich nicht abstreiten.
Nur kann man die Stasi und Facebook nicht vergleichen.
Stasi hat gespeichert, kontrolliert und gehandelt, meist zum Nachteil der/des Betroffenen und das nicht freiwillig.
Wer heute so, ich nenne es einmal vorsichtig, unerfahren und leichtsinnig ist seine Daten freiwillig einem international tätigen und auf Geschäfte ausgerichteten Unternehmen preisgibt hat selber Schuld wenn ihm daraus Nachteile erwachsen.
Also ich könnte es viel drastischer ausdrücken, tue es aber nicht aus Rücksicht auf die vielen Facebookfreunde hier im Forum. Werde sonst wieder für nix und wieder nix verwarnt. Freie Rede, auch hier schon verpönt.
bolzo


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#15

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.05.2018 15:18
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@bolzo , hast Du für 2017 Deine Steuererklärung schon eingereicht? Ist Dir dabei aufgefallen, dass Du dazu keine weiteren Unterlagen, außer sie werden verlangt, einreichen musst? An der Nettigkeit des Finanzamtes liegt das bestimmt nicht.
Hast Du eine "Deutschlandkarte" (oder wie das Ding heisst), nachdem man Dich an jeder Ladenkasse fragt? Und, und, und...


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)


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#16

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.05.2018 15:42
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Nicht nur das Finanzamt hat viele Infos über uns Bürger, aber man muss ja auch nicht alles andere freiwillig ins Netz stellen.

KS


zuletzt bearbeitet 25.05.2018 15:47 | nach oben springen

#17

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.05.2018 16:28
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Zitat von René75 im Beitrag #1
In den letzten Wochen habe ich mir alle Staffeln der Fernsehserie“ Weissensee“ angeschaut und auch die neue 4. Staffel habe ich mir neulich im ARD angeschaut. Nachdem ich mir nun alle 4 Staffeln angeschaut habe bin ich hin und her gerissen was ich nun wirklich denken soll über die DDR und die neue Zeit nach 1989. Gerade die 4. Staffel hat mir zu denken gegeben. In den ersten drei Staffeln ist kein einziger DDR Bürger durch Mord umgekommen. Aber in der 4. Staffel ging es heiß her. Auch die abartigen Machenschaften von Treuhand und Konzernchefs aus dem Westen toppen doch eigentlich alles. Das was in der vierten Staffel gezeigt wurde das war doch schlimmer als alles was vor dem Herbst 1989 passiert ist. Das die ARD das so offen ausstrahlte da staune ich immer noch wo doch jahrelang immer nur von der Pleite der DDR berichtet wurde. War jedenfalls eine hochspannende Serie. Was haltet ihr von dieser Fernsehserie? Jörg Hartmann als Falk Kupfer hat mir persönlich am besten gefallen.


Auch die neuen Folgen haben das gesamte Spektrum an verfügbaren Emotionen abgearbeitet, von grenzenloser Leichtigkeit und Bauernschläue (den überteuerten Verkauf eines Gebrauchtwagens durch das Scheinangebot einer guten Freundin) bis hin zu grenzenlosen und politisch flankierten Wirtschaftsverbrechen wie dem exklusiven Zugriff der Allianz auf die Staatliche Versicherung der DDR, das alles hat es gegeben, keine Frage.
Der Zuschauer ist zwischen Haß darauf und Wehmut über möglicherweise vertane Chancen hin und her gerissen und sieht vieles genauso wie es war.
Die Nachwendezeit war spannend und Verbrechen konnten nur geschehen, weil keine Zeit für Strukturbildung und Kapitalbeschaffung der einheimischen Bevölkeruung war, jene Bevölkerung diesen Zustand durch ihr Wahlverhalten und die Erpressung der Modrowregierung (Deutschland eilig Vaterland...kommt die D– Mark nicht zu mir...na wir wissen schon...) allerdings selbst herbei geführt hat.
So gesehen haben die kapitalträchtigen Raubkatzen genau das gemacht was auch die Löwen im Zoo machen würden, wenn Eltern ihr Kind übern Zaun schmeißen.
Die Schauspieler waren ohne Frage sehr authentisch, die Handlungen im Prinzip im großen Rahmen ebenfalls, Haßfiguren wie Hürrig und Hartmann standen auf genauso festen Fundament wie Revoluzzerin Claudia Mehnert, um nur einige der fast perfekten Besetzung zu nennen.
Ob die Seilschaften so funktionell und das Erpressungspotential wirklich so dramatisch war, können nur Insider wissen.
Mir ist bekannt, daß es in Leipzig eine Gleisbaufirma gab, die von eben dieser Klientel kleiner IM’s und großer Leiter der Rechsbahndirektion Halle aufgebaut wurde, im Unterschied zum Filmgeschehen aber ohne Wessis, die brauchte man bei guten Connections auch nicht.
Es ist jedem selbst überlassen, ob er mit ostdeutschen, ehemals staatstragenden Eliten oder westdeutschen Milliardenerben und angestellten Managern sympathisiert, das muß jeder im Einzelfall selbst entscheiden.
Der Film versuchte die Sympathie in Richtung der kleinen Leute zu lenken, die es sich mit großer Schnauze bei den Demos selbst versaut haben, ihre Chance später zu bekommen.
Bei mir hat die Lenkung nicht funktioniert, Häme wäre aber auch das falsche Wort, eher die Mahnung daraus zu lernen.
Die Serie fortzusetzen war auf jedem Fall eine gute Idee.


mannomann14 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.05.2018 16:29 | nach oben springen

#18

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.05.2018 05:45
von Hubsi | 52 Beiträge | 319 Punkte
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Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #8
bolzo mit diesem:

"Nicht jeder, mit dem ich mich unterhalten habe, hat zugegeben etwas mit der Stasi oder selbst MA bei dem Verein gewesen zu sein."
textauszug ende

Interessant wäre vielleicht mal ne Prozentzahl vom DDR-Bürger, der direkt mit dem MfS in Berührung kam. Ich tippe mal auf maximal 15-20%. Mehr einfach nicht. Wen interessierte denn das MfS und umgekehrt, im Alltag etc?

Rainer-Maria



In der Kürze meiner Mitgliedschaft konnte ich nicht sehr viele Themen studieren , bin aber erstaunt in wie vielen Themen die Stasi doch eine Rolle spielt . Gerade im Alltag und im speziellen im Alltag der Grenzer . 2000 usw . Also im Hinterstübchen war sie wohl doch bei vielen immer anwesend . So jedenfalls mein Eindruck aus den Beiträgen .

Hubsi


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#19

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.05.2018 17:12
von Markus Stüber | 321 Beiträge | 2716 Punkte
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Hallo,

die ersten Staffeln von Weißensee fand ich besser. Die letzte jetzt war recht hektisch, die Ausstattung nicht mehr so detailliert wie die anderen. Dennoch ein interessanter Abschluss. Aber wie heißt es so schön: Aufhören, wenns am Schönsten ist. Und das war vor Staffel 4.

Gruß
Markus


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#20

RE: Fernsehserie “Weissensee“

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.05.2018 18:22
von Rainer-Maria Rohloff | 4.230 Beiträge | 12859 Punkte
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Hubsi mit diesem:

"In der Kürze meiner Mitgliedschaft konnte ich nicht sehr viele Themen studieren , bin aber erstaunt in wie vielen Themen die Stasi doch eine Rolle spielt . Gerade im Alltag und im speziellen im Alltag der Grenzer . 2000 usw . Also im Hinterstübchen war sie wohl doch bei vielen immer anwesend . So jedenfalls mein Eindruck aus den Beiträgen ."
textauszug ende

Mit dem Hinterstübchen und oder in Direktkonfrontation mit dem MfS aneinander zu geraten sind, so meine Denke doch ganz schön unterschiedliche Felder, und zwar von dem was bleibt, der Ernte in der Seele des Menschen.

Dazu mal ne traurige Geschichte, und ich versuche sie zu rekonstruieren,weil, das Thema war in einem anderen Forum ne ganze Weile aktuell.Am Ende tauschte ich mich mit Peter(fiktiver Name) kurz über PN aus, und was Er der Peter da schrieb, ich fand es sehr, sehr ehrlich.Nur kam Peter einfach nicht mehr aus seiner Haut. Zu tief saß das Erlebte, einfach zu tief.

Der junge Mann kam nach Leipzig, da wurde wohl das Hotel Merkur gebaut. Er kam irgendwo aus Jugoslawien, hatte in L. und auf der Baustelle so ne Art Job des Abrechners. Ob Lohn oder Aufmaße, keine Ahnung mehr. Irgendwann in den Monaten bekam Peter mit, das in der DDR/Leipzig ne enorme Nachfrage nach diesen Quarzuhren bestand. Die Leute wollten die Dinger nicht zu Hunderten, nein, zu Tausenden.

Und Peter besorgte die Dinger aus damals Drüben(BRD), schmuggelte wohl und das bei jeder Einreise und hier in L. riss man ihm das Zeug mit ordentlichem Gewinn aus den Händen. Das Ganze muss wohl irgendwann das MfS mitbekommen haben und der Zoll und so kassierte man Peter von heute auf morgen einfach ein.Heute nennt man das wohl "schnellen Zugriff". Da war seine junge Leipziger Freundin hochschwanger.

Was dann in der Haft folgte so Vernehmungen, viel Zeit zum Nachdenken ohneAnwalt etc.so das Derjenige mit der Zeit ordentlich mürbe wird zum reden darauf möchte ich nicht so eingehen, sondern, das seine junge Freundin das Kind verlor( durch eine Fehlgeburt). Nur davon bekam unser Peter in seiner Einzelhaft rein garnichts mit und Peter wurde krank(Krankheit?) so das man den jungen Mann ins Haftkrankenhaus in Meusdorf überstellte.

Nun nehme ich an, das Peter dort einfach nicht der unkomplizierteste Patient war, und das genau lies man Peter besonders schmerzhaft spüren. Er kannte heute die Namen der damaligen Ärzte ganz genau, nur an Diese im heutigen Leben immer noch Ärzte kam Peter wohl nicht mehr heran.Ohne Frage, "seine schnellen Geschäfte" mit den Uhren waren ganz klar ein Straftatbestand in der damaligen DDR (der logischerweise ein Verurteilung folgen musste) nur wie man mit dem Mensch Peter im Strafvollzug verfuhr war so seine Beurteilung nach ....ich kann das hier leider schlecht in Worte fassen.

Dies mit seinem und der Freundin Kind(dessen tragischem Tod) erfuhr Peter wohl viel zu spät und ob die Beziehung dann noch Bestand hatte, ich weiß es einfach nicht mehr?

Diese vorstehende Geschichte soll einfach nur zeigen, was ein Mensch aushalten musste, dazu bereit war oder ....mehr,der damals in die Mühle des MfS geraten ist, ob unverschuldet oder nicht. Solche Geschichten können mitreden, in der Beurteilung der damaligen Zeit, andere so meine Denke nicht. Eben solche die einfach heute ob ihrer damaligen Unwichtigkeit viel zu übergewichtig behandelt werden.

Denn wenn was bleibt in der menschlichen Seele(ein Schaden somit) dann ist das hoch zu bewerten, auch wenn jeder Mensch recht unterschiedlich in der Verarbeitung seiner erlebten( eben der beschissenen) Zeiten ist.

Rainer-Maria

Und einen guten Abend allen ins Forum


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