Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

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29.03.2018 01:02von ( gelöscht )
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Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

Vorab schon mal: Falls es der falsche Bereich ist, dann bitte verschieben. Ich weiß nicht, wo dieses Thema passend ist.

Bis 1977 gab es wohl Kontrollen bzw. Kontrollstellen an der Stadtgrenze von Ost-Berlin zur DDR. Gibt es Fotos von diesen Bereichen? Ich finde im Internet nichts darüber. Gesamt-Berlin bzw. Groß-Berlin stand ja offiziell unter dem Viermächtestatus, darum gab es bis 1977 diese Sonderregelung. Die Staatsführung sah Berlin bzw. Ost-Berlin als die legitime Haupstadt der DDR, was auch regelmäßig Protestnoten seitens der Alliierten bzw. der BRD gab, u.a. aufgrund der NVA-Paraden. Den Russen war es wohl egal? Mich interessieren jetzt nun mal diese Kontrollstellen. Wie sahen die aus und wie waren die aufgebaut? Gibt es Bilder davon? Wo standen diese? Ich hoffe, es gibt ein paar Antworten darauf, das wäre echt toll.

29.03.2018 02:58von Kalubke
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Das waren meistens an den Ausfallstraßen solche "Papphäuschen" (kleine Bungalows (ca. 45 - 50 qm), wie sie zu Tausenden in den Kleingartenkolonien standen) aber mit Schranken und Fahnenmasten davor. Z.T. waren an der Ostberliner Stadtgrenze zum DDR-Beirk Frankfurt/Oder einfache Stacheldrahtzäune gezogen, wie z.B. zwischen Berlin-Grünau und Eichwalde. Die Reste kann man heute noch sehen. Da wurde jeder kontrolliert, der aus Ostberlin in das DDR-Umland fahren wollte. Westberliner, die nur eine Aufenthaltsgenehmigung für Ostberlin hatten, wurden zurückgeschickt. Das änderte sich m.E. erst seit 1971, als das Passierscheinabkommen unterzeichnet wurde. Danach standen die Papp-Buden noch einige Jahre und verschwanden schließlch nach und nach .

Gruß Kalubke

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29.03.2018 08:33von Blitz_Blank_Kalle
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Zitat von Kalubke im Beitrag #2
Da wurde jeder kontrolliert, der aus Ostberlin in das DDR-Umland fahren wollte.


Kenne das zwar auch vom Hörensagen , aber mir erschliesst sich der Sinn dahinter nicht wirklich. In den 70ern stand doch schon die Mauer und Ostberlin war Hauptstadt.
Ostberlin gehörte doch zur DDR, warum wurde man dann bei Ein- und Ausreise kontrolliert? Was wollte man damit erreichen bzw. verhindern?
Viermächtestatus ist schon klar, aber dürfte doch spätestens nach Mauerbau sein ursprüngliches Motiv verloren haben.

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29.03.2018 09:25von ( gelöscht )
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Es gab z.B. Westler, die sich nur in Ost-Berlin bewegen durften, aber nicht in der DDR. Zum Beispiel West-Deutsche bei Tagesausflügen nach Ost-Berlin. Die konnte man dort kontrollieren. Wir sind dort, an der Grenze des Gebiets von "Groß-Berlin", bei (vorher beantragten und genehmigten) Ost-Ausflügen ins Umland, manchmal kurz angehalten und kontrolliert worden.
Nach meiner Erinnerung wurden damals vereinzelt dort auch "Ostler" angehalten.

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29.03.2018 09:49von Zange
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Der "Vier-Mächte-Status" galt offiziell für Groß-Berlin bis zum 3. Okt. 1990, also bis zur Vereinigung.

Diese Tatsache wurde aber vom Osten konsequent ignoriert bzw. missachtet, indem Berlin mit dem offiziellen Zusatz "Hauptstadt der DDR" versehen wurde, siehe Entfernungstafeln der Autobahnen.

Die Volkskammerabgeordneten der "Hauptstadt hatten jedoch, wie die Westberliner Abgeordeten im Bundestag, auch nur eine beratende Funktion im Parlament.

Um ein wenig den Schein zu wahren, wurde aber verzichtet, das "Ministerium für Nationale Verteidigung" in Ost-Berlin anzusiedeln. Es wurde, wie ja allgemein bekannt, nach Straußberg verlegt.

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29.03.2018 12:18von ( gelöscht )
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Ich finde das schon kurios, also heißt das, dass Ost-Berlin bzw. "Berlin - Hauptstadt der DDR" offiziell gar kein Teil der DDR war? In dem Sinne eigentlich ein Stadtstaat, der aber nie diese Funktion erfüllte? Wie kam es dann dazu, dass die NVA ihre Paraden in der Stadt durchführen durfte, obwohl deutsche Truppen offiziell in Groß-Berlin nicht zugelassen waren (die Bundeswehr war in West-Berlin ja nicht präsent)? Gab es deswegen Proteste? Wie sah die Sowjetunion dieses Thema?

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29.03.2018 12:24von Freienhagener
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Weil die SU die "führende Rolle" hatte, inkl. militärischem Oberbefehl, war das von Vorteil und geduldet. Liegt doch klar auf der Hand.
Der Westen duldete das gezwungenermaßen wie schon den Mauerbau.

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29.03.2018 12:32von Heckenhaus
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Zitat von Eren2001 im Beitrag #6
Ich finde das schon kurios, also heißt das, dass Ost-Berlin bzw. "Berlin - Hauptstadt der DDR" offiziell gar kein Teil der DDR war? In dem Sinne eigentlich ein Stadtstaat, der aber nie nie diese Funktion erfüllte? Wie kam es dann dazu, dass die NVA ihre Parade in der Stadt durchführen durfte, obwohl deutsche Truppen offiziell in Groß-Berlin nicht zugelassen waren (die Bundeswehr war in West-Berlin ja nicht präsent)? Gab es deswegen Proteste? Wie sah die Sowjetunion dieses Thema?


Es war eben so, ganz offiziell, aber entgegen dem Viermächte-Status.. Es wurde von westlicher Seite protestiert, aber was solls.
Man duldete es.
Die UdSSR hat das akzeptiert, geduldet, befürwortet, wer weiß das ganz genau.
War doch bequem, DDR russisch besetzt, Ostberlin auch. Sonst hätten alle vier Siegermächte ganz Berlin als Ganzes abteilen müssen,
sozusagen als freie neutrale Stadt Berlin. Doch das wollte keiner, ging auch nicht dank der unterschiedlichen politischen Ausrichtung
der Westmächte und der Sowjetunion.
Also gehörte Ostberlin inoffiziell und geduldet theoretisch und praktisch zur DDR, was zumindest für die Ostberliner auch Vorteile brachte,
denn sie hatten, im Gegensatz zu den Westberlinern, wenigstens ein Umland.

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29.03.2018 12:45von Freienhagener
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Die Westberliner konnten das fehlende Umland verschmerzen ...

29.03.2018 12:50von ( gelöscht )
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Wir durften ja hin. War nur teuer. 25 DM pro Besuch.

Die DDR hat diese Statusfragen übrigens auch selbst ziemlich genau beachtet. Man erinnere sich nur an die revanchistische Hetzbezeichnung "Deutsche Reichsbahn". Die "DR" hatte die Verkehrsrechte in Groß-Berlin 1945 von den Alliierten gekriegt, deshalb rückte man nie von dem bizarren Namen ab.

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29.03.2018 13:22von eisenringtheo
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Zitat von Eren2001 im Beitrag #6
(...) Gab es deswegen Proteste? Wie sah die Sowjetunion dieses Thema?

Die Westmächte haben immer protestiert, und die Sowjetunion hat immer protestiert, wenn Bundestagssitzungen in Westberlin stattfanden, sogar sehr lautstark mit Überschallknalls.
https://www.berlin-mauer.de/videos/sowje...est-berlin-560/

29.03.2018 13:33von Zange
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Ich meine es war Anfang der 60er, als in West-Berlin der Bundespräsident gewählt wurde. Die Sowjets ließen Kampfflieger lautstark im Tiefflug über der Stadt kreisen, um díe Prozedur zu stören.

Danach wurde dieser Unsinn (ich meine die Wahl) von den Westmächten für die Zukunft untersagt.

29.03.2018 13:36von ( gelöscht )
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War kein Unsinn. Der Bundespräsident hatte sogar einen Dienstsitz im Schloss Bellevue.

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29.03.2018 14:41von Zange
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Das stimmt, es hat aber keine Wahlen mehr gegeben. Mit Unsinn meinte ich auch diese überflüssigen Muskelspiele und nicht die Wahl an sich.

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29.03.2018 14:45von ( gelöscht )
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@Harzwanderer

Ihr durftet das Berliner Umland besuchen? Das ist mir neu, aber gut das jetzt zu wissen. Ich ging bisher immer davon aus, dass ein Besuch der restlichen Havel, Potsdams, den Wäldern und Dörfern für Westberliner tabu war. Und ich finde diesen Gedanken immer noch etwas beklemmend, zu wissen, dass man zwar eine abwechslungsreiche Stadt bewohnt, man aber nicht die Natur im Umland genießen kann und man praktisch eingezwängt innerhalb dieser Mauer leben musste. Für die Naturliebhaber gab es ja praktisch nur den Grunewald, den Wannsee, den Teil der Westberliner Havel, den Hahneberg und was da noch südlich von Spandau liegt. Für alles andere musste man ins Auto, in den Zug oder in den Flieger und mehrer Stunden Reise in Kauf nehmen.

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