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#21

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.03.2018 02:09
von Grenzläufer | 3.765 Beiträge | 13268 Punkte
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Zitat von Eren2001 im Beitrag #15
@Harzwanderer

Ihr durftet das Berliner Umland besuchen? Das ist mir neu, aber gut das jetzt zu wissen. Ich ging bisher immer davon aus, dass ein Besuch der restlichen Havel, Potsdams, den Wäldern und Dörfern für Westberliner tabu war. Und ich finde diesen Gedanken immer noch etwas beklemmend, zu wissen, dass man zwar eine abwechslungsreiche Stadt bewohnt, man aber nicht die Natur im Umland genießen kann und man praktisch eingezwängt innerhalb dieser Mauer leben musste. Für die Naturliebhaber gab es ja praktisch nur den Grunewald, den Wannsee, den Teil der Westberliner Havel, den Hahneberg und was da noch südlich von Spandau liegt. Für alles andere musste man ins Auto, in den Zug oder in den Flieger und mehrer Stunden Reise in Kauf nehmen.



Auch in Berlin (West) gab es schöne Ausflugmöglichkeiten in die Natur, mehr aus man für möglich hält. Es ist eine grüne Stadt.
Düppeler Forst mit Stölpchen- und Griebnitzsee, dort konnte ich als Jugendlicher joggen und habe kaum einen Menschen angetroffen, Abrechts Teeroffen, Kohlhasenbrück und Steinstücken, es waren verschlafende Orte ganz im Süden.
Die Wannseeinsel mit viel Wald, der Grunewald, der Spandauer Forst bis hoch ins abgelegende Eiskeller im Nordwesten....alles Natur pur.

>>Am westlichsten Zipfel des Spandauer Forstes, direkt an der Landesgrenze zu Brandenburg, liegt der sogenannte „Eiskeller“, ein gut 50 Hektar großes Gebiet, das als der kälteste Ort innerhalb Berlins gilt. Während der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg bildete es jahrzehntelang fast eine Exklave West-Berlins, die vom übrigen Stadtgebiet aus nur durch eine schmale Verbindungsstraße erreicht werden konnte.<<

Der Frohnauer und Tegeler Forst im französischen Sektor mit der Binnendünenlandschaft Bammberge und dem Hubertussee der vollkommen ablegen war, die Siedung Lübars weitgehend mit dörflichem Charakter im Nordosten, das waren alles Orte um der Stadthektik zu entfliehen.
Im Sommer sind wir jeden Tag zu einem anderen Badesee gefahren, Grunewaldsee, Krumme Lanke, Schlachtensee, Wannsee, Groß Glienicker See, Tegeler See, Flughafensee, Ziegeleisee....... Berlin-West hatte/hat tolle natürliche Ecken zum entspannen.


Eren2001 und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#22

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.03.2018 09:22
von eisenringtheo | 10.465 Beiträge | 4978 Punkte
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Zitat von Eren2001 im Beitrag #17
@eisenringtheo

Sehr interessant! Das heißt, ich als Westberliner hätte damals, wenn ich einen Ausflug nach Neu Fahrland hätte machen wollen, einfach an die Grenze fahren dürfen und den Kontrolleuren dort erzählen müssen, ich will mir mal Neu Fahrland anschauen? Oder ging das nicht so einfach und man musste vorher in irgend einem Büro eine Genehmigung einholen?

In ein Reisebüro und eine Reise buchen! Und das waren entweder Gruppenreisen mit Führer (mehrstündig bis mehrtägig) oder man konnte ein (Inter)hotel (als "touristische Einzelreise") buchen. Meines Wissen war die Leipziger Messe die einzige eintägige Veranstaltung, die ein Westberliner buchen konnte, die ohne Reiseführer war.
Für die Passkontrolle brauchte man gültige Einreisepapiere, also war eine spontane Einreise nicht möglich.


Eren2001 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#23

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.03.2018 19:15
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Als West-Berliner ging man zum Passierscheinbüro (echtes MfS-Büro im Westen mit Tschekisten in braunen Uniformanzügen) und konnte dort neben einem Tagesbesuch an beliebigen DDR-Orten auch einen "Mehrfachberechtigungsschein" beantragen (beide Anträge dauerten ein paar Tage bis zum Abholen).
Der Mehrfachschein galt zwei Monate oder so und wenn man einen jeweils gültigen hatte konnte man morgens zum Passierscheinbüro und noch direkt losfahren, etwa bei besonders schönem Wetter. Man konnte jeden Ort der DDR eintragen und dann dort hin fahren. Mit Übernachten wurde es komplizierter und Interhotels waren relativ teuer und wenige. Bei Privatleuten ging übernachten auch aber die mussten einen vorab ankündigen und man musste sich bei der örtlichen VP anmelden und manchmal noch abmelden (Schikane). Außerdem wurden deren Westkontakte aktenkundig. Ich kannte einen LPG-Kassierer, der galt schon als "Geheimnisträger" und durfte sowas z.B. nicht machen. Sonst hätte es Ärger mit dem Job gegeben.



zuletzt bearbeitet 30.03.2018 19:26 | nach oben springen

#24

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.03.2018 19:34
von Ehli | 3.176 Beiträge | 17100 Punkte
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Nicht vergessen,Eintrag ins Hausbuch.


„Der Staatshaushalt muss ausgeglichen sein. Die öffentlichen Schulden müssen verringert werden. Die Arroganz der Behörden muss gemäßigt und kontrolliert werden. Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen reduziert werden, wenn der Staat nicht Bankrott gehen will.“
Marcus Tullius Cicero
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#25

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.03.2018 23:56
von eisenringtheo | 10.465 Beiträge | 4978 Punkte
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #23
Als West-Berliner ging man zum Passierscheinbüro (echtes MfS-Büro im Westen mit Tschekisten in braunen Uniformanzügen) und konnte

Die DDR wollte schon 1961 Passierscheinbüros in Westberlin einrichten, mit dem Zweck Reisegenehmigungen ins demokratische Berlin (=Ostberlin) und in die DDR auszustellen. Die Westmächte, Westberlin und Bonn konnten es nicht dulden, dass die DDR in WB hoheitliche Handlungen vornahmen und verboten diese Passierscheinstellen. Nur während kurzen Perioden konnten WBerliner mit Passierscheinen in die DDR einreisen, allerdings wurden diese Passierscheine immer erst in Ostberlin ausgestellt. Die DDR hielt aber daran fest, dass sie die Passierscheine schon in WB ausstellen wollte, der Westen hielt dagegen. 1972 einigte man sich darauf, dass das Reisebüro der DDR im Westen Filialen einrichten durften, nämlich die Büros für Besuchs- und Reiseangelegenheiten; die eigentliche hoheitliche Handlung, nämlich die Ausstellung der (Mehrfach-)Berechtigungsscheine mußten zwingend in Ostberlin erfolgen. Mit diesem Modus konnten beide Seiten (WB und die DDR) leben, obgleich man sich im Westen bewußt war, daß die Damen und Herren in den braunen Uniformen des VEB Reisebüros der DDR mit dem MfS zu tun hatten.
Landläufig hielt sich der Ausdruck "Passierscheinstelle" sehr hartnäckig.
Theo


zuletzt bearbeitet 30.03.2018 23:57 | nach oben springen

#26

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.03.2018 00:23
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Zu #24 / Hallo Ehli, wer mußte eigendlich so ein Hausbuch führen ? Bei meinen Besuchen in all den Jahren, habe ich nie so etwas gesehen. Meine Eltern wohnten auf dem Dorf. Beim Besuch einer Bekannten in Halbe wohnte der ABV im Haus nebenan, dem habe ich gefragt, ob ich mich für einen Tag dort anmelden müßte und der sagte nein, ist erledigt.

Cambrino


zuletzt bearbeitet 31.03.2018 00:24 | nach oben springen

#27

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.03.2018 01:20
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#26
Ich kenne das “so genannte Hausbuch“ auch.
Wir hatten bei uns im Aufgang acht Mietsparteien und einer war verantwortlich
das eingetragen wurde wer aus dem nichtsozial.Ausland (auch WB ) über Nacht
zu Besuch kam und wie lange . Selbst DDR
Bürger die über einen längeren Zeitraum bei Dir nächtigen wollten ,sollten dort verzeichnet
sein . Haben wir nie gemacht und es kam
auch nie eine Nachfrage . (Bei uns persönlich
jedenfalls nicht)

Gruß Jürgen 75/2


andyman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#28

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.03.2018 01:29
von Jürgen 75/2 (gelöscht)
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Übrigens , dass waren auch die gleichen
die bei uns geklingelt haben ,warum wir
noch nicht wählen waren .

Jürgen 75/2


Harzwanderer und Grenzläufer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#29

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.03.2018 06:21
von schulzi | 2.197 Beiträge | 2431 Punkte
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Zitat von Cambrino im Beitrag #26
Zu #24 / Hallo Ehli, wer mußte eigendlich so ein Hausbuch führen ? Bei meinen Besuchen in all den Jahren, habe ich nie so etwas gesehen. Meine Eltern wohnten auf dem Dorf. Beim Besuch einer Bekannten in Halbe wohnte der ABV im Haus nebenan, dem habe ich gefragt, ob ich mich für einen Tag dort anmelden müßte und der sagte nein, ist erledigt.

Cambrino

Das Hausbuch war ein "Notwendiges Übel" bie uns im Haus wurde einer von der Hausgemeinschaft von der Hausversammlung vergattert wurde meißt bei Neueinzug der neue Bewohner eingetragen und bei Auszug ausgetragen.Nach der Wende vom ABV eingesammelt wen ich mich nicht irre wurden Besuche aus den Ausland länger als drei Tage eintragepfichtig


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#30

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.03.2018 06:57
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Zitat von Cambrino im Beitrag #26
Zu #24 / Hallo Ehli, wer mußte eigendlich so ein Hausbuch führen ? Bei meinen Besuchen in all den Jahren, habe ich nie so etwas gesehen. Meine Eltern wohnten auf dem Dorf. Beim Besuch einer Bekannten in Halbe wohnte der ABV im Haus nebenan, dem habe ich gefragt, ob ich mich für einen Tag dort anmelden müßte und der sagte nein, ist erledigt.

Cambrino

Ich kenne da zwei verschiedene Handhabungen. Bei meiner Oma im Haus (8 Mietparteien) war immer ein und der selbe Hausobmann.
Bei meinen Eltern (6 Mietparteien) ging das Hausbuch immer nach einer gewissen Zeit weiter an den nächsten Mieter, der dann Hausobmann spielen durfte.

Ob allerdings jeder (West-) Besuch dort eingetragen wurde, weiß ich nicht mehr. So genau hat das wohl auch nicht jeder genommen. An sich ja schon ein Witz, dass Besucher in so ein Hausbuch eingetragen werden mussten (glaube sogar mit aktueller Wohnadresse und Geburtsdatum?? etc). Beim heutigen Datenschutzgehabe wohl ein Ding der Unmöglichkeit. Abgesehen davon mussten Westbesucher sich ja eh bei der VP anmelden. Das hätte als Aufenthaltsalibi ja schon reichen können.

Schade das die DDR sich bei anderen Sachen nicht soviel Mühe gegeben hat.


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#31

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.03.2018 08:17
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An den Passierscheinstellen stand nirgends etwas von "Reisebüro der DDR". Das hätte man denen auch nicht geglaubt. Das waren die Herren mit den kurz geschnittenen Nackenhaaren.
Es gab dort übrigens jeweils noch einen Vorraum mit westlichen Senats-Mitarbeitern, bei denen man beraten wurde oder Hilfe bekommen konnte, wenn man schikaniert wurde oder nicht reindurfte.
Die Ost-Büromitarbeiter hatten solche tragbaren Aktenschränke für ihre Karteikarten, so ähnlich wie Krankentragen mit Kiste drauf, die abends in ihre grauen Barkas-Kolonnen gewuchtet wurden, um in Ost-Berlin bearbeitet zu werden. Morgens kamen sie wieder zurück.



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#32

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.03.2018 08:50
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #31
An den Passierscheinstellen stand nirgends etwas von "Reisebüro der DDR". Das hätte man denen auch nicht geglaubt. Das waren die Herren mit den kurz geschnittenen Nackenhaaren.
Es gab dort übrigens jeweils noch einen Vorraum mit westlichen Senats-Mitarbeitern, bei denen man beraten wurde oder Hilfe bekommen konnte, wenn man schikaniert wurde oder nicht reindurfte.
Die Ost-Büromitarbeiter hatten solche tragbaren Aktenschränke für ihre Karteikarten, so ähnlich wie Krankentragen mit Kiste drauf, die abends in ihre grauen Barkas-Kolonnen gewuchtet wurden, um in Ost-Berlin bearbeitet zu werden. Morgens kamen sie wieder zurück.

Bei den sogenannten Passierscheinabkommen (1963-1966) waren es "Mitarbeiter" der Deutschen Post (DDR), die zum Einsatz kamen. Die Legendierung mit dem "Reisebüro" war immerhin etwas logischer. Im übrigen waren kurz geschnittene Nackenhaare kein Alleinmerkmal des MfS. Selbst im Westen waren etwas längere Haare bis anfangs der 80er Jahre ein absolutes Ausschlusskriterium bei Polizei, Militär, Banken und Industrie. Keine Firma wollte in den Ruf kommen, irgendetwas mit Hippies und Rockern tun zu haben, die regelmäßig alles demolierten. Erst als die gräßlichen Punker kamen, konnte man auf Arbeit Jeans und lockerere Kleidung tragen und die Vokuhila Frisur wurde modern, die Haare durften aber nicht am Kragen anstanden.


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#33

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.03.2018 09:02
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Mit den Haaren das war schon klar. (Trug selber kürzere) Es war ein ganz bestimmter Apparatschik-Menschenschlag dort, der ein eigentümliches Selbstbewusstsein zur Schau trug. Das waren keine Postler und keine Post-Uniformen. Bisschen ältere, bisschen pummligere, einheitlich wirkende Männer mit offenbar militärischem Hintergrund. Die hatten solche roten Anstecker an der Brust: "Büro für Reise- und Besuchsangelegenheiten" und dunkelbraune Kunstfaser-Dienstanzüge. Ein ganz schräger Verein war das. Wenn die mit ihren immer nagelneuen und blitzsauberen Barkas-Autokolonnen zur Grenze fuhren, haben sie auch nie seitlich rausgeguckt. Die saßen immer so nordkoreanisch drin, wie Zinnsoldaten. Im Büro haben die sich auch so roboterhaft verhalten und nie zueinander gesprochen. Das ging offenbar nur in deren Hinterzimmer. Vermutlich so ne Art "Verhalten in feindlichem Gebiet"-Drill. Man hatte das Gefühl, jeder Handgriff bei denen war vorher geübt und nur das machten die. Keinerlei menschliche Regung.
Was aus den Typen geworden ist, habe ich mich schon oft gefragt.



Kalubke, diefenbaker, IM Kressin und Grenzläufer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.03.2018 09:16 | nach oben springen

#34

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.03.2018 09:38
von berlin3321 | 3.569 Beiträge | 4292 Punkte
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Naja, menschliche Regung hat man direkt an der Güst ja auch nie bis kaum erlebt. Bzw. ich nur einmal. Ansonsten bierernst und überkorrekt.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !

Ein Holder geht durch dick und dünn...


Der Holder auf dem Acker, der kleine Racker schlägt sich wirklich wacker, ...


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#35

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.03.2018 11:25
von diefenbaker | 736 Beiträge | 602 Punkte
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In meiner Erinnerung haben die Kontrollen und auch die personelle Besetzung der Kontrollstellen an der Berliner Stadtgrenze
schon in den 60er Jahren nach dem Mauerbau aufgehört oder es wurden zumindest nur noch sporadisch kontrolliert.

Ein anderer Bereich, wo Kontrollen stattfanden, waren die S-Bahnhöfe außerhalb von Berlin. Wer den Bahnsteig verlassen wollte,
musste eine Sperre passieren und dabei wurde der Ausweis kontrolliert, oft nur flüchtig per Hochhalten aber regelmäßig.
Das hat m.E. auch bald nach dem Mauerbau aufgehört.

Gruss Wolfgang



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#36

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.03.2018 11:35
von Rostocker | 8.782 Beiträge | 5461 Punkte
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #33
Mit den Haaren das war schon klar. (Trug selber kürzere) Es war ein ganz bestimmter Apparatschik-Menschenschlag dort, der ein eigentümliches Selbstbewusstsein zur Schau trug. Das waren keine Postler und keine Post-Uniformen. Bisschen ältere, bisschen pummligere, einheitlich wirkende Männer mit offenbar militärischem Hintergrund. Die hatten solche roten Anstecker an der Brust: "Büro für Reise- und Besuchsangelegenheiten" und dunkelbraune Kunstfaser-Dienstanzüge. Ein ganz schräger Verein war das. Wenn die mit ihren immer nagelneuen und blitzsauberen Barkas-Autokolonnen zur Grenze fuhren, haben sie auch nie seitlich rausgeguckt. Die saßen immer so nordkoreanisch drin, wie Zinnsoldaten. Im Büro haben die sich auch so roboterhaft verhalten und nie zueinander gesprochen. Das ging offenbar nur in deren Hinterzimmer. Vermutlich so ne Art "Verhalten in feindlichem Gebiet"-Drill. Man hatte das Gefühl, jeder Handgriff bei denen war vorher geübt und nur das machten die. Keinerlei menschliche Regung.
Was aus den Typen geworden ist, habe ich mich schon oft gefragt.


Grün---Und das haste nartürlich,in Nordkorea alles erlebt.


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#37

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.03.2018 12:02
von Harzwanderer | 4.082 Beiträge | 4363 Punkte
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Nee da war ich noch nicht. Vielleicht besser so. Aber ein paar Mal in Süd-Korea.



zuletzt bearbeitet 31.03.2018 12:05 | nach oben springen

#38

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.03.2018 16:36
von LO-driver | 824 Beiträge | 395 Punkte
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Kontrollstation innerhalb der DDR, da ist mir eine Begebenheit so aus dem Jahr 66 od.67 in Erinnerung.
Als kleiner Bub mit Eltern und Onkel der bei VEB Taxi beschäftigt war. So schön mit einem Wolga M21 der auch für Private Zwecke benutzt werden durfte, natürlich mit Haube abgedeckt übern Taxischild des Abends auf der Rückfahrt von Berlin in Richtung Süden bei Schönefeld.
Die Kontrollstelle müßte dort sein, wo heute die Gleise der S-Bahn in Richtung Großflughafen BBI sind. Der Onkel hat mächtig Ärger bekommen, da er in die Konntrollstelle mit Aufgeblendeten Scheinferfern eingefahren war. Dies ist glaube ich nur mit Standlicht erlaubt gewesen.
An kleinere Holzbaracken und schwenkbare Schranken kann ich mich auch noch erinnern. In späteren Jahren sind diese Kontrollstellen aber nicht mehr Besetzt gewesen bzw. abgebaut worden.
Im Personalausweiss gab es doch auch Hinweisse auf Personen mit Berlin-Verbot. Daher dachte ich immer, das ja eine Kontrolle an solchen und anderen einfall Punkten sein mussten.



Grenzläufer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#39

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 31.03.2018 19:28
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OT: In Magdeburg gab es einen ständigen Kontrollposten der sowjetischen Militärpolizei ("WAI" oder so ähnlich), wenn man aus der Stadt auf die Autobahn wollte. Da bin ich immer Richtung Halberstadt und zurück dran vorbei gekommen.



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#40

RE: Kontrollstationen an der Grenze von Ost-Berlin zur DDR?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.04.2018 10:26
von Heckenhaus | 8.958 Beiträge | 19704 Punkte
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Zitat von berlin3321 im Beitrag #34
Naja, menschliche Regung hat man direkt an der Güst ja auch nie bis kaum erlebt. Bzw. ich nur einmal. Ansonsten bierernst und überkorrekt.

MfG Berlin

Das ist auch heute an vielen Grenzen nicht anders. Ist auch nicht der Eingang zur Sozialstation, sondern das Ende oder der Beginn
eines jeweiligen Hoheitsgebietes.
Ein gewisses Maß an Höflichkeit, mehr kann keiner verlangen.


.
.

.
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Die Grenzen der DDR. Geschichten, Fakten, Hintergründe
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0 13.10.2008 08:44goto
von Angelo • Zugriffe: 1617

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