Wurdet ihr eigentlich über militärische Strukturen aufgeklärt ?

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26.03.2018 22:02 (zuletzt bearbeitet: 01.04.2018 09:01)
#1
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Meine Frage kam mir bei den letzten Beiträgen zu "Bildern des GR 6" in den Sinn ..
Hier (und in anderen Themen auch) laufen ziemlich akademisch anmutende Diskussionen zu Standorten, Bezeichnungen, Strukturen, Umstrukturierungen, neuen Bezeichnungen, neuen Standorten und und und .. da sind Experten unter sich.

Ich möchte einfach mal wissen, ob die Kenntnisse über derartige Dinge schon zu tiefsten DDR- Zeiten in der Truppe (und damit meine ich das kantenlatschende Fußvolk) bestanden oder ob das alles Nach- Wende- Erkenntnisse sind?
Nach paar Kilometern kam ja der Nachbar- kanntet ihr die Einheiten (Kompanien, Bataillone, Regimenter) rechts und links ?
Mit Namen, Standort, Nummer ?
Der Standort der nächsten GK wird sich ja vielleicht noch rumgesprochen haben- aber Strukturen.. ?

Ich war bekanntermaßen bei den Muckern- und uns hat niemand gesagt, dass (z.B.) das, zur Division gehörende, Panzerregiment in Sondershausen PR 11 hieß und "Otto Buchwitz" als Ehrennamen hatte, schon die sogenannten "selbständigen Einheiten" in Bad Frankenhausen selbst waren bestenfalls "die Aufklärer"- aber nicht das AB 11- dass in Weißenfels und Halle noch Mot- Schützenregimenter stationiert waren, war vielleicht vom "Hörensagen" bekannt, dass eine Raketenabteilung in Hermsdorf zur Division gehörte, hat bestimmt kein Mucker gewusst, geschweige denn die Nummer ...

Im benachbarten Panzerregiment Gotha waren wir mal auf einem Marsch die SPW betanken- das wars dann auch.. wusste man also, dass in Gotha "auch NVA" ist ..
Ich war bestimmt damals schon militäraffin- aber irgendwelche strukturellen Zusammenhänge erschlossen sich mir nicht- anderen sicher auch nicht..

Dass das von uns mal bewachte "Reservelager" Torgau eigentlich Komplexlager 13 hieß und der 11. MSD direkt unterstand- damals keine Ahnung.. für uns nur ein guter Job..

Das soll als Illustration meines Anliegens erstmal reichen.. ich bitte darum, Euch bei den Antworten in die erste Hälfte / Mitte der siebziger Jahre zurückversetzen..

Also nochmal kurz:
Sind die technokratischen Details Nach- Wende- Wissen oder wurdet ihr an der Grenze besser informiert (weil vielleicht vertrauenswürdiger )?

Ich freue mich mich auf sachdienliche, sachliche Beiträge.. und bitte, bitte, bitte.. aus der damaligen Sicht antworten.

Danke

Siggi

edit: unpassenden Einleitungssatz entfernt


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26.03.2018 22:32 (zuletzt bearbeitet: 01.04.2018 07:46)
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#2
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#1
Dein Blickfang oben kommt gut . Und ja , ich
muss gestehen , dass ich schon die gleichen
Gedanken hatte .

Jürgen 75/2


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27.03.2018 02:22 (zuletzt bearbeitet: 01.04.2018 07:47)
avatar  Kalubke
#3
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Also bei uns oben im MB V (Militärbezirk V) wurde da im Raum Schwerin überall eine 8 rangehangen. MSD-8= Mot.Scützendivision 8, PJA-8,=Panzerjägerabteilung-8, BCA-8=Battallion Chemische Abwehr-8, und (gerade erst hier im Forum thenatisiert), die RA-8 (Einheit mit taktischen Raketen und nuklearen Gefechtsköpfen). Dass meine damalige Einheit PJA-8 hieß, war mir damals (1982-1984) bekannt.

Gruß Kalubke


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27.03.2018 05:55 (zuletzt bearbeitet: 01.04.2018 07:47)
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#4
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Bei uns wurde mit Informationen sehr sparsam umgegangen. Wir sollten nur wissen, aus welcher Richtung die "Gefahr" kommen würde.
Die GK des 2. Battaillons kannte ich Teilweise durch Dienstfahrten. Von dem Nachbarregiment hinter der rechten TL wussten wir gar nichts.

KS


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27.03.2018 08:06 (zuletzt bearbeitet: 01.04.2018 07:47)
avatar  sentry
#5
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Interessante Fragestellung, die mir auch schon gelegentlich im Kopf rumgegeistert ist.
Ich für meinen Teil als Grundwehrdienstler habe es sehr ähnlich erlebt wie @der alte Grenzgänger
Ich wusste gerademal, wie das übergeordnete Grenzregiment hieß und wo es angesiedelt war, aber selbst über unseren eigenen Standort in Marienborn wusste ich recht wenig.
Wir wussten zwar alle, dass da außer uns noch eine Sicherstellungskompanie untergebracht war und wo und wer unser 2000er war, aber ob wir irgendwie strukturell in ein Grenzbataillon integriert waren (dass es offensichtlich auch in Marienborn gab) und wenn ja wie das hieß, war mir nicht bekannt...oder ich habe es tatsächlich vollständig vergessen.
Wir wussten zwar auch, wer unsere Nachbarkompanien an der Grenze sind, aber auch hier hatte ich keine Ahnung, wie die strukturell eingebunden sind.
Dafür wussten wir immerhin alles über die uns gegenüber auftretenden Einheiten der Alliierten, des BGS und des Zolls...jedenfalls deutlich mehr als über uns selbst.

Ob wir in irgendeiner Weise über unsere eigenen Strukturen informiert wurden, kann ich nicht mehr sagen, falls ja war es offensichtlich von so wenig Interesse, dass ich es schlicht vergessen habe.
In unserer Abgeschiedenheit da draußen hatte solches Wissen wohl auch ganz praktisch gar keine Bedeutung für den einfachen Soldaten. Man hatte irgendwie mit sich selbst, dem Grenzdienst und den Tagen zu tun und in unserer Isoliertheit kam auch nicht einfach mal so ein übergeordneter Offizier vorbei, ohne dass wir vorher davon wussten oder ihn irgendwie kannten.

Fazit: deutliche Parallelen zum alten Grenzgänger mit seinen Erfahrungen bei den Muckern.


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27.03.2018 08:44 (zuletzt bearbeitet: 01.04.2018 07:48)
#6
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Ehrlich gesagt,mich als Grundwehrdienstleistender, interessierte es nicht wer alles im Regiment umher streifte. Ich wusste in welcher GK ich war und in welchen Bat. und Regiment ich war. Ich wusste zwar wer die Nachbarkompanien waren, die man ja in der Bat-Sicherung kennen lernte. Also ich kannte keinen von den GWDL, die sich in diese Materie so rein gekniet haben.


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27.03.2018 09:04 (zuletzt bearbeitet: 01.04.2018 07:48)
avatar  BRB
#7
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BRB

Auf der U-Schule hatten wir einen prima Zugführer. Der gab uns im Klubausgang auch paar Tipps für Draußen mit.
Unter anderem , was eine vergitterte Tür bedeutete ,wenn dahinter keine Waffenkammer war.
So war zumindest Einigen klar was sich hinter dem Kürzel K 2000 verbarg.
Wenn ich mich recht erinnere mußte ich zweimal ,nach dem VKU dort antreten.
Der Gen. Hauptmann war eigentlich recht nett und die Fragen waren für mich auch nicht provokant gestellt.
Man merkte aber schon ,daß er im Prinzip alles wusste und die Fragen rein rethorisch waren.
Ansonsten galt ,wohl der Grundsatz ,, was du nicht unbedingt zum Dienst brauchst , mußt du nicht wissen !''

Marco


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27.03.2018 09:11 (zuletzt bearbeitet: 01.04.2018 07:48)
#8
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Ging mir ähnlich wie Rostocker. Hat mich auch damals kaum interessiert und gehört auch heute noch nicht zu den brennendsten Fragen zur Befriedigung meiner Neugier, obwohl mich militärstrategische Fragen und Militärpolitik schon interessieren. Neben unsere GK grenzte das GR in Staaken. Kontakt hatten wir wimre zu deren Grenzern praktisch nicht. Es gab keinen unmittelbaren Berührungspunkt. Einen Km Wiese dazwischen. Wir konnten aber in der Nacht die Lichter des Grenzüberganges sehen und hatten einmal Aushilfe in deren Abschnitt, als die zum Manöver waren. War schon interessant, unmittelbar Mauer, davor alles plattgemacht bis ein EFH, dahinter schmale Straße und gleich die Häuserreihe von WB, alles so 2-3 stöckige. Das EFH war leer. Mensch, so ein schönes Haus. Parkettfußboden, Schiebetüren, im Keller noch Eingemachtes (leider nur Bohnen und Erbsen). Da stand auch der hölzerne BT, den ein GV mit einer Planierraupe mal umgefahren hat, mit Grenzern besetzt. Zu den Kumpels der Nachbarkompanien nur kurzen Kontakt zur Ablösung und wenn wir im Regiment mal Wache schieben mußten (wir lagen als separate GK in einer Baracke ca. 5 km weg im Wald). Zur benachbarten Bootskompanie (Havelgrenze) erst richtigen Kontakt, als wir die letzten 1 1/2 Monate unserer Dienstzeit aus unserer Baracke in deren Massivgebäude (üblicher Baustil) gezogen sind. Von den Offzen im Regiment kannte ich nur eine Hand voll namentlich. Ein Major Wuttig ist mir noch in Erinnerung, aber nicht mehr seine Funktion. Der hatte mich mal im Winter beim Manöver (noch GA) zum Frühapell wegtreten lassen, weil ich mich mit dem eiskalten Wasser nicht rasiert hatte.


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27.03.2018 11:40 (zuletzt bearbeitet: 01.04.2018 07:48)
#9
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Interessiert hat der nahende Heimgang und danach wollte ich nichts mehr davon wissen.
Die Unzugänglichkeit des Grenzgebietes hat wie alles Verbotene in den Folgejahren mein Interesse geweckt. Aber nicht überregional.

Daß und warum uns im aktiven Dienst nur das Nötigste erklärt wurde, muß man sicherlich nicht erklären.


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29.03.2018 14:54 (zuletzt bearbeitet: 01.04.2018 07:49)
avatar  PF75
#10
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also man wußte rechst von uns war GR 6(welche GK interessierte nicht ) und an der linken TL kam die 5. Gk von unserem GR (8 )und zu kntkten mit den Nachbarn kam es in dem einen jahr dort vieleicht 2-3 mal .


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29.03.2018 18:48 (zuletzt bearbeitet: 01.04.2018 07:49)
avatar  andyman
#11
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Hallo @der alte Grenzgänger
Interessante Frage die du da gefunden hast.Bei einigen Antworten klang ja schon durch,das kaum Interesse usw.vorhanden war,will ich auch gerne glauben,z.B. in Gesprächen mit Kameraden aus anderen Einheiten merkte man schnell das wenig Kenntnisse vorhanden waren.Bei mir war es dienstmäßig anders,durch die Fahrtätigkeit im GKM kam man naturgemäß in viele verschiedene Einheiten und eine gewisse Kenntniss der GR Numerierung und der TT Namen stellte sich automatisch ein.Es wurde im Fahrtenbuch auch viel mit Abkürzungen gearbeitet,so das sich das ergab bzw.man mußte die Nr. des Regiments einfach kennen.Bei den TT gab es im GKM für alle die Ordnungszahl 26,hier war es schwieriger die richtige Einheit zu finden,denn wer zu viel weiß macht sich vielleicht verdächtig.Im Übrigen weiß ich jetzt kaum noch die richtige Regimentsnr.,ist ja auch schon bald 40 jahre her.
Wen die GKM-Strucktur interessiert,hier ist ein Link dazu http://www.grenzkommando.de/tt-verbaende-26-1.html
Lgandyman


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29.03.2018 21:49 (zuletzt bearbeitet: 01.04.2018 07:49)
#12
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Vielen Dank erstmal für Eure bisherigen, sehr angenehm sachlichen Antworten..
Ich habe ab morgen früh die Bude voller lieber Leute - Kinder und Kindeskinder .. und freue mich darauf ..
da müssen Strukturen mal zurückstehen ..
Nach Ostern bin ich "wieder da" ..
Vielleicht äußert sich ja noch dieser oder jener zum Thema .. nach Shakespeare "Vor oder nach der Wende, das ist hier die Frage"
... friedliche Tage allen hier ..

Siggi


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29.03.2018 22:10 (zuletzt bearbeitet: 01.04.2018 07:49)
avatar  BRB
#13
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BRB

also man wußte rechst von uns war GR 6(welche GK interessierte nicht ) und an der linken TL kam die 5. Gk von unserem GR (8 )und zu kntkten mit den Nachbarn kam es in dem einen jahr dort vieleicht 2-3 mal .
also wenn mich die Erinnerung nicht trügt war ganz links im GR 6 die achte GK ( Leisterförde ??)
dann schon GR 8 , weil ein GR 7 gab es meines Wissens nicht (zumindest nicht ab 1986)

Marco


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29.03.2018 22:21 (zuletzt bearbeitet: 01.04.2018 07:49)
avatar  mibau83
#14
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kommt immer auf den zeitraum an.
am längsten war die gk leisterförde die 12.gk im gr-6.
es gab auch mal das gr-7 wittenburg
und
ich war damals auf einer 12,gk, die vor meiner zeit mal die 13.gk war. nach meiner zeit dann die 8.gk und ganz zum schluß die 4.gk im gkk 402.


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29.03.2018 22:23 (zuletzt bearbeitet: 01.04.2018 09:25)
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#15
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( gelöscht )

@BRB

Das ist Richtig....8.GK Leisterförde....dann kam das GR8 mit der 1.GK Zweedorf
Im GR7 ( 1971 aufgelöst ) war Leisterförde übrigens die 6.GK im II. GB


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