Der Fred zum TV Film: "Jenseits der Mauer"

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30.09.2009 22:00
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#1
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So, der Film in der ARD ist gerade zu Ende.
Er war bedrückend.
Ist es so gewesen ?
Ich mache mal den Fred hier auf um über die Film zu diskutieren.
Wenn möglich, sollte bei den nächsten Filmen der Fred schon vorher aufgemacht werden, so kann man während des Films live diskutieren.
Daher nennt man es den auch: "Der Live-Fred zum Film....."
Also an die Tasten.....


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30.09.2009 22:02
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#2
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Sorry, muss ihn mir noch ansehen, .......


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01.10.2009 18:09
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#3
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Viele scheinen den ja nicht gesehen zu haben, bei der üppigen Resonanz...


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01.10.2009 19:31
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#4
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Hallo, zum Anfang gingen mir die Fantasieuniformen auf den Zeiger: Überall Längerdienenden-Winkel am Arm, auch an Offiziersuniformen; ein Offizier an der Grenzübergangsstelle mit Unteroffiziers-Litze am Kragen - haben die Filmemacher dort einen Carnevalsklub als Statisten verpflichtet mit deren Kostümfundus? Oder dachten Regisseur und Kostümbildner, je mehr Litze und Winkel an den Uniformen, umso grausamer wirken die Schauspieler in ihren Rollen als "Grenzwächter". Und dann die Fluchtszene am Grenzzaun: Dort wurde eine wild in Panik um sich ballernde Grenzeinheit dargestellt; so dass ich mich fragte, so viel Leute müssten doch in der Wirklichkeit die Frau und den Mann auch ohne zu töten und ohne so viel Geschieße festnehmen können.
Dass der Vater der zwangsadoptierten Tochter als hauptamtlicher MfS-Offizier plötzlich Gewissensbisse bekommt, nachdem er seine Vorgesetzten auf die labile Haltung eines Bekannten zu Partei und Staat "hingewiesen" hat und nach der Verhaftung des Verdächtigten dessen Familie mit falschen Pässen zur Flucht in den Westen verhilft... War es ein "Zugeständniss" des Drehbuchschreibers an ehemalige Stasibedienstete, die sich und ihre Arbeit selber in einem besseren Licht dargestellt wissen wollen? Sicher hat es das in wenigen Einzelfällen vielleicht in der DDR gegeben, aber wer nahm schon soviel Risiko einer sehr hohen Strafe wegen Verrats auf sich?
Ja und dann der nächste Punkt: Die Briefschreiberin, die im Stasiauftrag den wirklichen Eltern des zwangsadoptierten Mädchens in einem getürkten Briefwechsel suggeriert, wie gut es der Tochter geht, das Westgeld aus den Elternbriefen jedoch schlechten Gewissens unangerührt in einer Vase "bunkert". Und hier knüpft nun die Geschichte an, dass die wirkliche Mutter vom DDR-Geheimdienst unter Druck gesetzt wird, ihre Tochter nie mehr wieder zu sehen und deshalb für die Stasi ihren eigenen Mann ausspioniert, der hochtechnische wichtige Dinge im Auftrag seiner Firma in Westberlin entwickelt. Plötzlich will das MfS sogar die Konstruktionspläne für die Freund-Feind-Elektronik in NATO-Kampfflugzeugen haben... Und mit den von ihr heimlich fotografierten Konstruktionsplänen ihres Mannes schickt sie auch immer die Briefe samt D-Mark mit dem Agentenkurier, in dem Glauben, dass diese an die Tochter weitergeleitet werden...
Wäre da nicht immer das zwangsadoptierte Mädchen, das inzwischen zu einer hübschen jungen Frau herangewachsen ist und irgendwie durch alle Kontrapunkte und Konflikte der Geschichte navigiert oder navigiert wird, wäre es schwer gewesen, bei den oft zu abrupt wechselnden Szenenbildern der Handlungsvielfalt zu folgen. Die Stasi-Spionin offenbart sich dem Staatsschutz und dem Verfassungsschutz (oder dem BND???). Der Agentenkurier wird gefasst. Und am 9. November 1989 liegen sich plötzlich am Abend des Mauerfalls das Mädchen, ihre richtigen Eltern und ihr richtiger Bruder auf Westberliner Seite in den Armen...
Ein durch zu viele Episoden überfrachteter Fimstoff, wenn man wie abgedreht und im Fernsehfilm zu sehen, die ganze deutsch-deutsche Geschichte der 80er Jahre in anderthalb Stunden Filmlänge aufgebürdet hat. Trotzdem empfand ich immer die Erwartungsspannung, wie kommt das Mädchen wieder zu seinen wirklichen Eltern. Also doch etwas Gutes. Und dass ich mir noch abends vor dem Einschlafen Gedanken über den Film gemacht habe, zeigt, dass mich sein Stoff phasenweise sehr berührt hat. Emotional war ich wohl am meisten auf der Seite des Mädchens, das seinen Eltern nach deren mißlungener Republikflucht - die Kinder versteckt im Kofferraum des Autos - weggenommen und zur Zwangsadotion frei gegeben wurde. Obwohl das Kind auch in seinen Adoptionseltern ein gutes Elternzuhause fand.
Ergibt sich eine Frage, die ich mir als über Sechszigjähriger heute rückblichend auf jene Zeit vom reinen Gefühl her stelle: Der Mensch, der seine Kinder liebte, fand entweder einen "sichereren" Weg" zur Flucht mit seinen Kindern in den Westen, wie es ihn erst wirklich im Herbst 1989 über Ungarn nach dem Fall des dortigen Eisernen Vorhangs gab. Oder er versuchte es auf dem viel Geduld verlangenden legalem Weg per Ausreiseantrag. Auf jeden Fall hatte ansonsten die verdammte Pflicht, seine Kinder nicht zu gefährden und seine Fluchtpläne aufzugeben.
Gruß Peter


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01.10.2009 20:16
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#5
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Zitat von Der Feldstecher
Hallo, zum Anfang gingen mir die Fantasieuniformen auf den Zeiger: Überall Längerdienenden-Winkel am Arm, auch an Offiziersuniformen; ein Offizier an der Grenzübergangsstelle mit Unteroffiziers-Litze am Kragen - haben die Filmemacher dort einen Carnevalsklub als Statisten verpflichtet mit deren Kostümfundus? Oder dachten Regisseur und Kostümbildner, je mehr Litze und Winkel an den Uniformen, umso grausamer wirken die Schauspieler in ihren Rollen als "Grenzwächter". Und dann die Fluchtszene am Grenzzaun: Dort wurde eine wild in Panik um sich ballernde Grenzeinheit dargestellt; so dass ich mich fragte, so viel Leute müssten doch in der Wirklichkeit die Frau und den Mann auch ohne zu töten und ohne so viel Geschieße festnehmen können.
Dass der Vater der zwangsadoptierten Tochter als hauptamtlicher MfS-Offizier plötzlich Gewissensbisse bekommt, nachdem er seine Vorgesetzten auf die labile Haltung eines Bekannten zu Partei und Staat "hingewiesen" hat und nach der Verhaftung des Verdächtigten dessen Familie mit falschen Pässen zur Flucht in den Westen verhilft... War es ein "Zugeständniss" des Drehbuchschreibers an ehemalige Stasibedienstete, die sich und ihre Arbeit selber in einem besseren Licht dargestellt wissen wollen? Sicher hat es das in wenigen Einzelfällen vielleicht in der DDR gegeben, aber wer nahm schon soviel Risiko einer sehr hohen Strafe wegen Verrats auf sich?
Ja und dann der nächste Punkt: Die Briefschreiberin, die im Stasiauftrag den wirklichen Eltern des zwangsadoptierten Mädchens in einem getürkten Briefwechsel suggeriert, wie gut es der Tochter geht, das Westgeld aus den Elternbriefen jedoch schlechten Gewissens unangerührt in einer Vase "bunkert". Und hier knüpft nun die Geschichte an, dass die wirkliche Mutter vom DDR-Geheimdienst unter Druck gesetzt wird, ihre Tochter nie mehr wieder zu sehen und deshalb für die Stasi ihren eigenen Mann ausspioniert, der hochtechnische wichtige Dinge im Auftrag seiner Firma in Westberlin entwickelt. Plötzlich will das MfS sogar die Konstruktionspläne für die Freund-Feind-Elektronik in NATO-Kampfflugzeugen haben... Und mit den von ihr heimlich fotografierten Konstruktionsplänen ihres Mannes schickt sie auch immer die Briefe samt D-Mark mit dem Agentenkurier, in dem Glauben, dass diese an die Tochter weitergeleitet werden...
Wäre da nicht immer das zwangsadoptierte Mädchen, das inzwischen zu einer hübschen jungen Frau herangewachsen ist und irgendwie durch alle Kontrapunkte und Konflikte der Geschichte navigiert oder navigiert wird, wäre es schwer gewesen, bei den oft zu abrupt wechselnden Szenenbildern der Handlungsvielfalt zu folgen. Die Stasi-Spionin offenbart sich dem Staatsschutz und dem Verfassungsschutz (oder dem BND???). Der Agentenkurier wird gefasst. Und am 9. November 1989 liegen sich plötzlich am Abend des Mauerfalls das Mädchen, ihre richtigen Eltern und ihr richtiger Bruder auf Westberliner Seite in den Armen...
Ein durch zu viele Episoden überfrachteter Fimstoff, wenn man wie abgedreht und im Fernsehfilm zu sehen, die ganze deutsch-deutsche Geschichte der 80er Jahre in anderthalb Stunden Filmlänge aufgebürdet hat. Trotzdem empfand ich immer die Erwartungsspannung, wie kommt das Mädchen wieder zu seinen wirklichen Eltern. Also doch etwas Gutes. Und dass ich mir noch abends vor dem Einschlafen Gedanken über den Film gemacht habe, zeigt, dass mich sein Stoff phasenweise sehr berührt hat. Emotional war ich wohl am meisten auf der Seite des Mädchens, das seinen Eltern nach deren mißlungener Republikflucht - die Kinder versteckt im Kofferraum des Autos - weggenommen und zur Zwangsadotion frei gegeben wurde. Obwohl das Kind auch in seinen Adoptionseltern ein gutes Elternzuhause fand.
Ergibt sich eine Frage, die ich mir als über Sechszigjähriger heute rückblichend auf jene Zeit vom reinen Gefühl her stelle: Der Mensch, der seine Kinder liebte, fand entweder einen "sichereren" Weg" zur Flucht mit seinen Kindern in den Westen, wie es ihn erst wirklich im Herbst 1989 über Ungarn nach dem Fall des dortigen Eisernen Vorhangs gab. Oder er versuchte es auf dem viel Geduld verlangenden legalem Weg per Ausreiseantrag. Auf jeden Fall hatte ansonsten die verdammte Pflicht, seine Kinder nicht zu gefährden und seine Fluchtpläne aufzugeben.
Gruß Peter





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01.10.2009 20:17
#6
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Möchte mal gleich vorweg sagen,ich habe mir den Film auch angesehen.Stimmt er war beeindruckend,hat mir gefallen.Aber eins möchte ich mal sagen,diese Filmszene wie die beiden an der Grenze erschossen wurden.Hat mir überhaupt nicht gefallen,das war die reinste Propaganda damit meinte ich wie es in diese Handlung abging.Vor allen der letzte Schuß kam einen Fangschuß gleich.
Meine Bekannte aus Wuppertal rief mich nach den Film an und fragte ob es wirklich so war.Ja was soll man dazu sagen,antwortete ich.Sagte nur,in solchen Filmen werden Szenen mit eingebaut um ein Feindbild aufrecht zu erhalten.
Wir wissen alle das Menschen an dieser Grenze zu Tode gekommen sind und das ist mehr wie bedauerlich sondern traurig,für alle Angehörigen der Opfer.


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01.10.2009 20:40
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Zitat von Der Feldstecher
.....Ein durch zu viele Episoden überfrachteter Fimstoff, wenn man wie abgedreht und im Fernsehfilm zu sehen, die ganze deutsch-deutsche Geschichte der 80er Jahre in anderthalb Stunden Filmlänge aufgebürdet hat.....Gruß Peter


….und ich erlaube mir hinzuzufügen: zu viele Klischees, zu wenig authentisch und dann noch das: DDR- Grenzposten schießen frontal in Richtung Bundesrepublik, um eine Flucht zu verhindern. Ersteres durften die meines Wissens nach wirklich nicht !

Emotional angetan war ich dagegen von der anschließenden Doku

„Trennung von Staatswegen“.

Den Autoren gelang es gut, anhand von den 3 Einzelschicksalen dem Zuschauer zu verdeutlichen, wie durch staatliche Willkür in der DDR Familien auseinander gerissen wurden und unter welchen Traumata die Betroffenen heute noch leiden.

Eine Doku, welcher ich das Prädikat „Sehr gut“ verleihen würde, weil: informativ, objektiv und ohne jede Polemik…

@Sorry Peter (Der Feldstecher), dass ich deinen Text zerpflückt habe…aber es passte so gut !


Gruß
Daniel


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01.10.2009 20:45
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Zitat von Rostocker
Möchte mal gleich vorweg sagen,ich habe mir den Film auch angesehen.Stimmt er war beeindruckend,hat mir gefallen.Aber eins möchte ich mal sagen,diese Filmszene wie die beiden an der Grenze erschossen wurden.Hat mir überhaupt nicht gefallen,das war die reinste Propaganda damit meinte ich wie es in diese Handlung abging.Vor allen der letzte Schuß kam einen Fangschuß gleich.
Meine Bekannte aus Wuppertal rief mich nach den Film an und fragte ob es wirklich so war.Ja was soll man dazu sagen,antwortete ich.Sagte nur,in solchen Filmen werden Szenen mit eingebaut um ein Feindbild aufrecht zu erhalten.
Wir wissen alle das Menschen an dieser Grenze zu Tode gekommen sind und das ist mehr wie bedauerlich sondern traurig,für alle Angehörigen der Opfer.



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Hallo Rostocker,
Das es sich so abgespielt hatte, wie es in der besagten Szene abging, ist mit Sicherheit nicht wahr. Ich glaube auch nicht das es im Sinne der Filmemacher lag es als authentisch darzustellen. Allerdings wollten sie auf die Möglichkeit, daß man beim versuchten Grenzübertritt erschossen werden konnte hinweisen und dazu haben sie mit Absicht übertrieben. Wenn man an Peter Fechter und an die in der Spree Abgeknallten denkt, dann war dieser Filmabschnitt allerdings gar nicht so realitätsfremd.
Es ging natürlich auch um die Quote und da nicht alle so an der Geschichte interessiert sind wir wir, muß man eben einen Spielfilm drausmachen. Ich persönlich fand die Inzenierung nicht besonders gelungen, aber besser so als garnicht.
Schönen Gruß aus Kassel


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01.10.2009 20:46
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#9
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Hallo Rostocker,

genau so sah ich das auch.

Die Szene war ja von übelster Prägung....die Flüchtlinge liegen im KFZ-Sperrgraben, die Posten vielleicht 3 Meter davon weg, knallen die eiskalt ab! Never!
Sehr heftig!
Davon abgesehen wurde auf bundesdeutsches Territorium geschossen...

Kein Wunder, dass es ne Menge Menschen gibt, die denken bei den GT waren alles Rambos, die geil darauf waren Leute abzuknallen. Ich kannte keinen einzigen!

Sonst war es ein sehenswerter Film.


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01.10.2009 21:09
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#10
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Hallo, zum Anfang gingen mir die Fantasieuniformen auf den Zeiger: Überall Längerdienenden-Winkel am Arm, auch an Offiziersuniformen; ein Offizier an der Grenzübergangsstelle mit Unteroffiziers-Litze am Kragen...
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Hallo zusammen,
ja, mit der korrekten Darstellung der Uniformen haben die Filmemacher offenbar ihre Schwierigkeiten. Habe das schon öfter bei derartigen Filmen beobachtet.Das liegt unter Anderem daran, dass man sich in den vergangenen 20 Jahren nur ungenügend mit dieser Art Geschichtsaufarbeitung, ich meine die Uniformierung der GT, beschäftigt hat. Das ist ja teilweise heute noch ein "Buch mit sieben Siegeln", zumindest für Filmemacher. Wer interessiert sich schon dafür? Für mich als Uniformsammler eine Katastrophe dieses zu sehen. Man könnte z.B. die Aufarbeitung dieses Themas auch als einen wichtigen Abschnitt der deutschen Geschichte sehen. Andere Einzelheiten werden heute ja auch bis ins kleinste Detail auseinandergenommen.
Oft ist man noch nicht mal in der Lage, die korrekte Bezeichnung eines Dienstgrades zu benennen. Ein Beispiel ist der "Conrad Schumann". Wenn man googlet, kann man die phantasievollsten Bezeichnungen lesen, VoPo der GT, Volksarmist und weitere unmögliche bezeichnungen. Schumann war Unteroffizier der Deutschen Grenzpolizei, eigentlich sollte Presse und Film das wissen.

Ansonsten war der Film schon sehr beeindruckend für mich, aber Spielfilm und Tatsachen sind eben immer noch zweierlei Dinge, nicht nur bei diesem Film.

Viele Grüße von Dienstrock


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01.10.2009 21:31
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#11
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Habe den Film gestern auch gesehen, bevor die 2 jungen Menschen die Flucht in Angriff genommen haben war doch vorher eine Szene : Der Schießbefehl an der Mauer ist aufgehoben worden.

Oder war da was anderes mit gemeint ??


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01.10.2009 21:53
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#12
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@ Fragesteller,

die Schußwaffe durfte zur Verhinderung von Grenzdurchbrüchen nicht mehr angewendet werden, nur noch bei Angriff auf das eigene Leben.
Das war glaub ich im April 1989...

MfG


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01.10.2009 22:38
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#13
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Zitat von Der Feldstecher
Dass der Vater der zwangsadoptierten Tochter als hauptamtlicher MfS-Offizier plötzlich Gewissensbisse bekommt, nachdem er seine Vorgesetzten auf die labile Haltung eines Bekannten zu Partei und Staat "hingewiesen" hat und nach der Verhaftung des Verdächtigten dessen Familie mit falschen Pässen zur Flucht in den Westen verhilft... War es ein "Zugeständniss" des Drehbuchschreibers an ehemalige Stasibedienstete, die sich und ihre Arbeit selber in einem besseren Licht dargestellt wissen wollen? Sicher hat es das in wenigen Einzelfällen vielleicht in der DDR gegeben, aber wer nahm schon soviel Risiko einer sehr hohen Strafe wegen Verrats auf sich?
Gruß Peter



Also diese Szene habe ich anders verstanden/vermutet:
Er hat ja schon auf den Familienvater hingewiesen, obwohl dieser sein Kollege war.
Danach kam im Flur ja jemand auf ihn zu, der ihn für diesen Hinweis gelobt hat ("war ein voller Erfolg").
Dieser jemand hat ihn aber auch unter Druck gesetzt, noch mehr zu tun, sonst würde man seiner (adoptierten) Tochter erzählen, daß sie 15 Jahre lang belogen worden wäre.
Ich vermute, daß er mit den falschen Pässen die Frau in die Falle laufen lassen wollte. Dann wäre er der Aufforderung nachgekommen, mehr zu tun.
Dazu passt, daß er sich versteckt, als er beim Nachhausekommen sieht, daß seine Frau mit der Frau des Kollegen spricht.
Er ist geradezu erleichtert, als seine Frau ihm erklärt, daß sie stolz auf ihn ist, weil er der Familie hilft. Sein Verhalten zeigt, daß seine Absicht eine andere war.


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01.10.2009 23:19
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Nachtrag:
Die beeindruckendste Szene war für mich im Zimmer des Mädchens Rebecca/Marianne.
Sie hört Westmusik, der Vater nimmt die Kassette raus.
Ihr Freund Nils hat geschrieben, daß er sie nach Paris mitnehmen will.
Ihr ist klar, daß sie nie dahin kommen wird um "mal zu gucken".
Sie kann "erst in 40 Jahren nach Paris".
Und zu ihrem Vater:
"Weißt Du, daß wir nie gemeinsam dahin fahren können ?" (Weil sie dann Rentnerin ist und ihr Vater tot)
(Der Vater legt die Kassette wieder zurück, er hat verstanden).


Es ist doch schön, daß wir mit unseren Kindern hinfahren können wo wir wollen und ihnen die Welt zeigen...


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02.10.2009 00:44
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Die Schlußszene war auch beeindruckend oder von den Filmemachern so gewollt.Wo das Mädchen beide Elternteile trifft und sich ein Republikflüchtling und ein Stasiverhöroffizier die hand reichen.War es eine Szene der Versöhnung um einen Schlußstrich zu ziehen? Ich weiß es nicht.ich versuche es zu Ahnen.


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