Als DDR-Grenzposten Kontakt zu West-Berlinern und Alliierten/Polizei?

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14.03.2018 14:26von ( gelöscht )
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( gelöscht )
Als DDR-Grenzposten Kontakt zu West-Berlinern und Alliierten/Polizei?

Hallo, ich grüße Euch.

Ich finde immer mal wieder Fotos, die z.B. bei Ausbesserungsarbeiten, dem Ausbau oder Schadensbeseitigung der Mauer geschossen wurden. Da sieht man dann oft einen oder mehrere Grenzwachen hinter einem Bauzaun, aber vor der Mauer auf Westseite (was ja DDR-Territorium war). Oft standen dann Passanten daneben oder gingen vorbei. Wie war das als Grenzer? Durfte man da Smalltalk mit den West-Berlinern betreiben oder auf Fragen der Leute eingehen? Oder war es so, dass man die strikte Anweisung hatte, nichts zu sagen und dann einstudierte Standartfloskeln parat hatte?

Was geschah, wenn man bei einer Mauerbegehung auf Westseite zufällig Truppen der Briten, Franzosen oder Amerikanern begegnete? Wenn man sich sprachlich irgendwie verständigen konnte? Oder waren die Anweisungen für solche Fälle noch strenger? Ich weiß, dass es zu Beginn der Teilung noch die ein oder anderen direkten Kontakte zwischen DDR-Soldaten, West-Berliner Polizei und Alliierten gab, aber spätestens ab den 70er Jahren kommt es einem in der Rückschau so vor, als wenn jeglicher Kontakt soweit wie nur möglich vermieden wurde. Ist mein Eindruck korrekt?

Noch was:
Das Titelbild des Forums enstand, meines Wissen, im Sommer 1989 in der Nähe von Lübeck. Obwohl man weiß, in welchem geschichtlichen Zusammenhang es entstand, strahlt es eine seltsame Idylle und Ruhe aus. Vielleicht liegt das auch am sommerlichen Wetter. Zwei Bundesgrenzschützer stehen einem DDR-Grenzposten, der wohl auf Patrouille war, gegenüber. Die Stimmung wirkt auf dem Foto seltsam locker, aber gab es einen Anlass für den DDR-Grenzposten, sich den beiden BGSlern so extrem anzunähern? Wie wirkte so eine Situation auf die Truppenangehörigen? Beäugte man sich misstrauisch oder gab es sogar ein kurzes Gespräch?

Wäre echt super, wenn sich hier ein paar Leute dazu äußern könnten. :-)

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14.03.2018 20:21von GZB1
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Hier mal zu den Besuchen der westl. Alliierten in Uniform in Berlin(DDR): My uniform is my ID

keine Sicht durchs Brandenburger Tor (2) ff.

14.03.2018 20:21von berndk5
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Vielen Dank @DoreHolm , mit Deinem Beitrag wird wieder einmal deutlich, dass es nicht nur Unterschiede zur grünen Grenze gab, sondern auch im zeitlichen Verlauf der Jahrzehnte. Ebenso deutlich zeigt es auch dass Befehl und Vorschrift nur eine Seite waren, die Masse der Grenzer aber ganz normale Leute waren mit normalen menschlichen Schwächen, ohne dabei gleich Feind oder Verräter zu sein. Es war eben nicht immer alles nur schwarz und nur weiß . Mit dem Fortschreiten wurde es natürlich härter, wie es endete wissen wir.........

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14.03.2018 20:27von Ehli
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Es wurden doch immer Fotos von Grenzern gemacht.67/68
In Berlin von den Besuchernplattformen aus,manchmal kam man sich vor,wie im Zoo.
Es tauchten dann schon mal Fotos auf Plakaten auf,welche hinter der Mauer standen.
Einen Spruch hane ich mir gemerkt,welcher unter dem Bild mit zwei Grenzsoldaten stand:"Auf den zweiten Mann kommt es an"

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15.03.2018 16:48von hundemuchtel 88 0,5
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@94, Ja richtig, Salzgitter wars, danke.
@andy , ich meinte die Fotos vom Zoll und BGS, danke.

gruß h.

27.06.2019 12:09von ( gelöscht )
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zu 6
In Salzgitter gab es die sog. "Zentrale Erfassungsstelle". Dort wurden alle Vorkommnisse an der Grenze dokumentiert. So konnte man eventuell also auch mit Fotos belegen, wer was getan hat, wer wo eingesetzt war, welche Grenzer haben geschossen. Nach dem Untergang der DDR hatte diese Erfassungsstelle Hochkonjunktur.

Anhand von Fotos konnten wir auch die gegnerischen Einheiten identifizieren. Welche BGS-Einheit dient zur Zeit im Abschnitt, welche Sondertruppen waren eingetroffen, welche amerikanischen und britischen Streikräfte waren an der Grenze stationiert oder haben zumindest durch Streifentätigkeit den grenznahen Raum unter die Lupe genommen. Das war besonders wichtig bei großen Manövern, die bis an unsere Grenze gingen.

Wer führte Führungen an der Grenze durch (BGS, Zoll, Zivilisten), was waren das für Leute, eben Feinderkennung.

Von denen wurden auch neue Wege, Bauwerke fotografiert. Selbst Strohschober der LPG spielten dabei eine Rolle.

Das alles diente der Vorbereitung auf einen möglichen Krieg. Übrigens beiderseits. (Si vis pacem para bellum)

mifra

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10.07.2019 18:08von Thunderhorse
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zu 6
In Salzgitter gab es die sog. "Zentrale Erfassungsstelle". Dort wurden alle Vorkommnisse an der Grenze dokumentiert. So konnte man eventuell also auch mit Fotos belegen, wer was getan hat, wer wo eingesetzt war, welche Grenzer haben geschossen. Nach dem Untergang der DDR hatte diese Erfassungsstelle Hochkonjunktur.

Anhand von Fotos konnten wir auch die gegnerischen Einheiten identifizieren. Welche BGS-Einheit dient zur Zeit im Abschnitt, welche Sondertruppen waren eingetroffen, welche amerikanischen und britischen Streikräfte waren an der Grenze stationiert oder haben zumindest durch Streifentätigkeit den grenznahen Raum unter die Lupe genommen. Das war besonders wichtig bei großen Manövern, die bis an unsere Grenze gingen.

Wer führte Führungen an der Grenze durch (BGS, Zoll, Zivilisten), was waren das für Leute, eben Feinderkennung.

Von denen wurden auch neue Wege, Bauwerke fotografiert. Selbst Strohschober der LPG spielten dabei eine Rolle.

Das alles diente der Vorbereitung auf einen möglichen Krieg. Übrigens beiderseits. (Si vis pacem para bellum)

mifra

Auch ziemlicher Stuss!

Zu Salzgitter hat Ratze schon was geschrieben.
Zur Identifizierung brauchte man nur die Kennungen an den Fahrzeugen ablesen.

Manöver gingen nie bis an die Grenze, dazu gab es eine Pufferzone auf westlicher Seite.

Strohschober, Misthaufen, etc. hatte defintiv nicht interessiert.
Es sei den, man hatte B-Stellen auf östlicher Seite damit getarnt.

Und das mit der Kriegsvorbereitung auf westlicher Seite, ja die Rotlichbestrahlung im Osten war schon intensiv.

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10.07.2019 18:40von Fred.S.
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zu 20. Das stimmt, mifra, mit meiner Fototechnik bis 1000 mm habe ich auch von der Elbe,
jede auch noch so unbedeutsame Veränderungen im westlichen Elbvorgelände aufgenommen.
Jede Atenne auf den Häusern in den Dörfern, war interessant.
Besonders aber auf den beiden Funktürmen von Höhbeck und auf der NATO-Aufklärungsstation Brandleben,
wenn dort Arbeiten an den Anlagen stattfanden
oder auf dem Berg oberhalb von Hitzacker, neben der Hafeneinfahrt auf der Funkstation neue Geräte installiert wurden.
Mein Goldstück aber war die Aufklärung einer niederländischen Funkeinheit bei der Ortschaft Tiesmesland, die im Wald lag. Das war Zeitaufwendig. Fred

Ergänzung: Ja Thunderhorse, so beurteilen wir das Heute, aber DAMALS --- war so etwas eben wichtig. Und der Gaki und ich, wussten ja wohl nur selten was und für wen unser aufgenommene Fotomaterial hinging.
Im Regimentsstab kam immer ein sowjetischer Offizier zum Dienstzimmer der Aufklärung und erhielt vorbereitetes Material zum mitnehmen.

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10.07.2019 20:16von Jörg
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Zu #22 Ja , wir in Potsdam hatten auch eine , von uns Fotokiste genannt , mit an Bord . Das waren Kunstledertaschen in der größe von einem Picknickkorb.Da war dann ein oder zwei Ersatzfilme , ein w. Objektiv ( fragt mich aber nicht nach techn.Daten , und eine ziemlich gute Kamers drinn . Ich glaub ne 1a aus Dresden) ! Solche spektakulären Aufklärungsergebnisse wie bei Fred konnten ich aber nicht vorweisen. Wir sollten eher Grenzverletzungen von Booten und Schwimmern von Westberliner dokumentieren . Mit Aufklärung von Polizei und Zoll , sowie der Amis war nicht viel . Ab und zu kam mal ein Wasserschutzpolizeiboot , Zollboot vorbei . War dann aber nicht von größerem Interesse . Ganz selten kam auch mal das Boot der Amis , ein ganz komischer alter Kahn vorbei .
Es wurde dann aber oft , wohl aus langer Weile , mit der Fotoausrüstung rumgespielt und oft dadurch Beschädigt. Irgendwann , weiß nicht mehr wann , glaube so 81 rum , nahmen wir die Fotokiste nicht mehr täglich mit. Nur noch bei besonderer Lage usw.
Gruß aus Potsdam

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10.07.2019 20:43von Fred.S.
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zu 23. Schau mal, Jörg, so etwas vielleicht, wie der Gaki hat ? Oder eine der anderen Kameras ?
Neben Diesen besaß ich eine Pentacon six mit Objektiven bis 500 mm. Mochte die nicht sogerne, da der Film nur 12 Bilder zuließ.
mfg. Fred

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10.07.2019 20:51von Jörg
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Fred , weiß nicht mehr so genau ! Exakta 1a oder so , glaub ich ! 💀🤔

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10.07.2019 20:57von Fred.S.
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zu 26. Das spielt ja auch keine Rolle mehr heute, Jörg, ich hatte auch die verschiedensten Kameras bekommen,
an die six erinner ich mich weil ich die auch mit in Urlaub nehmen durfte und im Spind aufbewahrte.
Der 1000 war in der Waffenkammer deponiert. Die Exa waren besser, wenn es darum ging,
eine schnelle Bildfolge von Personen auf Zollbooten zu machen. 500 und 1000 konnte ich nur vom Land aus Aufnahmen machen.
Das schaukeln des Bootes lies es nicht zu. Gab schon Schwierigkeiten mit den 300 Objektiv. Fred

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10.07.2019 23:02von eisenringtheo
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Zitat von Ehli im Beitrag #18
Es wurden doch immer Fotos von Grenzern gemacht.67/68
In Berlin von den Besuchernplattformen aus,manchmal kam man sich vor,wie im Zoo.
Es tauchten dann schon mal Fotos auf Plakaten auf,welche hinter der Mauer standen.
Einen Spruch habe ich mir gemerkt,welcher unter dem Bild mit zwei Grenzsoldaten stand:"Auf den zweiten Mann kommt es an"


Die DDR errichtete hohe Sichtblenden, damit die Bevölkerung diese Westberliner Plakate nicht sehen konnte, doch die Grenzsoldaten sahen sie und sollten zur Fahnenflucht bewegt werden.
https://www.gettyimages.com.au/detail/ne...photo/542925357

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19.07.2019 23:14von IM Kressin
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Zitat von mifra im Beitrag #20
In Salzgitter gab es die sog. "Zentrale Erfassungsstelle". Dort wurden alle Vorkommnisse an der Grenze dokumentiert.
... wie heißt es so schön: Knapp daneben ist auch vorbei!"

Die "Zentrale Beweismittel- und Dokumentationsstelle der Landesjustizverwaltungen in Salzgitter" dokumentierte nicht
Zitat von mifra im Beitrag #20
alle Vorkommnisse an der Grenze
sondern nur vollendete und versuchte Tötungsdelikte im Zusammenhang mit der innerdeutschen Grenze, sammelte und sicherte Beweismittel
ausschließlich mit der Absicht einer etwaigen, späteren Strafverfolgung.

Breit gefächert mit Angelegenheiten zu Unrechtsurteilen und Menschenrechtsverletzungen des DDR-Regimes wollte kein Geringerer als Willy Brandt
diesen Zuständigkeitsbereich ursprünglich der „Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen"
in Ludwigsburg übertragen.

Dem seinrzeit Regierenden Bürgermeister von West-Berlin, Willy Brandt (SPD), würde aktuell die Aufnahme in diesem Forum verwehrt werden,
denn er stellte die strafbaren Handlungen des DDR-Regimes auf eine Stufe mit nationalsozialistischen Untaten.

"Salzgitter"; Kürzel für diese Behörde, wurde für das DDR-Regime zur meist gehassten Einrichtung der Bundesrepublik.

Als Verfolgter des NS-Regimes beabsichtigte Willy Brandt mit der ihm gegenwärtigen Weitsicht, eine

Zitat
"organisatorische Grundlage für eine bundeseinheitliche und umfassende Strafverfolgung der Untaten der Gewalthaber der SED“

zu schaffen in Anbetracht einer seinerzeit nicht vorstellbaren Wiedervereinigung Deutschlands .

Seine Erfahrungen mit der gewaltsamen Niederschlagung des Ungarnaufstands im November 1956, begleitet von mehreren anti-sowjetischen
Demonstrationen in Berlin, der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961, den er als

Zitat von Willy Brandt
„den bislang schwärzesten Tag seiner Amtszeit“

bezeichnete, taten ein Übriges.

Zitat von Willy Brandt im Sommer 1989
„Warum, mit welchem Recht und aufgrund welcher Erfahrung ausschließen, daß eines Tages in Leipzig und Dresden, Magdeburg und
Schwerin – und in Ostberlin – nicht Hunderte, sondern Hunderttausende auf den Beinen sind und ihre staatsbürgerlichen Rechte einfordern? (…)
Und Berlin? Und die Mauer? Die Stadt wird leben, und die Mauer wird fallen.“

Mit seiner Erinnerung an den Mauerbau 1961 kommentierte er die Grenzöffnung ein weiteres Mal weitsichtig

Zitat von Willy Brandt
„Jetzt sind wir in einer Situation, in der wieder zusammenwächst, was zusammengehört.“

Durch sein klares Bekenntnis zur deutschen Einheit wurde er zur nationalen Integrationsfigur.

Großartig, daß er seine Vision miterleben durfte, am 3. Oktober 1990 mit Tränen in den Augen vor dem Berliner Reichstagsgebäude den Beitritt der DDR
zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland erlebte, als Werber für Berlin als Hauptstadt des vereinten Deutschland die Wiederherstellung
der staatlichen Einheit noch am eigenen Leib erfahren hat.

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20.07.2019 01:56von Sachsenharley 250
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Zitat von Jörg im Beitrag #23
Zu #22 Ja , wir in Potsdam hatten auch eine , von uns Fotokiste genannt , mit an Bord . Das waren Kunstledertaschen in der größe von einem Picknickkorb...

Genau so eine habe ich auch noch herum stehen. War aber nur privat im Einsatz. :)

20.07.2019 02:20von Sachsenharley 250
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Zitat von Fred.S. im Beitrag #24
...Neben Diesen besaß ich eine Pentacon six mit Objektiven bis 500 mm. Mochte die nicht sogerne, da der Film nur 12 Bilder zuließ.
mfg. Fred

Meine erste Spiegelreflex war eine MTL 5 ohne "B". 1987 kaufte ich mir voller Stolz die damals ganz neue BX 20, die aber im Gegensatz zur braven aber gut funktionierenden MTL 5 technisch viel Ärger machte. Ich kann mich noch dunkel an die sozialistische Wartegemeinschaft vor dem Fotogeschäft am Alex erinnern, als die ersten Exemplare in den Handel kamen. :)

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