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#181

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 09.04.2018 20:03
von berndk5 | 1.350 Beiträge | 10340 Punkte
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zu #180 , Hallo @Historiker84 , genau das was Du geschrieben hast meine ich auch in meinem Beitrag. Es soll keine Absolution für das Geschehene sein, aber es soll das Verständnis dazu ZULASSEN , das es viele Zusammenhänge gab die zum bedauerlichen Ergebnis geführt haben.
Trotz aller Macht der SED oder des Arbeiter- und Bauern- Staates (oder wie man auch immer sagen möge), so ganz im Alleingang ging so etwas auch nicht.
Auch die härtesten "Betonköppe" konnten nicht immer direkt durch die Wand. Obwohl es viel Unfug und Gemeinheiten gab, die nicht entschuldbar sind.


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK


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#182

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 09.04.2018 20:17
von Historiker84 | 152 Beiträge | 425 Punkte
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#181 Dem stimme ich voll zu. Anzumerken ist, dass die Gedenkstätte Berliner Mauer nicht so begeistert über Halbrock war. Seinerzeit war im Internet das Gutachten von Dr. Gerhard Sälter und die Urfassung von Halbrock zu lesen. In Horch und Guck wurde dann eine überarbeitete Verfassung abgedruckt. Diese Art und Weise war etwas befremdlich, hatte etwas denunziatorisches.


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#183

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 11.04.2018 23:16
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@berndk5
Nee Bernd,
mir schwillt der Kamm,wenn ich das lese,aber ich will heute nicht mehr...versprochem morgem mehr,auch wenns schlimm werden kann
Gruss EX BO


zuletzt bearbeitet 11.04.2018 23:18 | nach oben springen
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#184

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 22.04.2018 21:34
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@berndk5

Nabend,ich hab mir jetzt echt Muehe gegeben und den Fred nochmals und nochmals gelesen und ich hab mehr Fragen als Antworten,was die Realitaet der damaligen Zeit betrifft...tut mir leid,aber so richtig komme ich da fuer mich nicht weiter.
Alles in Allem klingt das ja ganz schoen was ein KC so mal machen mussste oder gemacht hat,in Fragen der Organisation des ZW(Zusammenwirkens)eines KC s mit der Nachbarkompanie etc...
Klingt auch Alles ganz schoen,die Zusammenarbeit mit der LPG,der Volkspolizei(Gruppenposten)etc.dem Parteisekretaer... der Gemeinde,des VEB.gegebenenfalls dem Jagdkollektiv...und und und....

Eigentlich klingt das fuer mich so ein bisschen lau,Alles nicht so schwer take it easy altes Haus.....

Meine Kritik an der Darstellung fuer die eventuellen Gastleser und Nichtgrenzer und selbst von den AGTs nicht direkt der Linie...waere aus meiner Sicht...

Erstens,wenn denn Wer es geschaftt hat, die Grenze zu "ueberlisten",mindestens ab Beginn der 80iger Jahre,die Frage von hoeherer Ebene...
Wer wird das Bauernopfer und wem kleben wir die gelungenee Flucht direkt an die Backen?

Aus meiner Sicht wurde mit Beginn der 80iger auch die Sprache immer haerter,das Vokabular,das verwendet wurde,ich sag mal strenger,nicht mehr so "hochdeutsch"....

Aus meiner Sicht war der KC einer GK der direkt "angeschissenene"auf deutsch gesagt,der fuer Alles verantwortlich gemacht wurde was in seinem Abschnitt passierte oder auch nicht,eventuell nicht passierte!
Nach einem erfolgtem Grenzdurchbruch,waren aus meiner Sicht Alle bemueht Jedem das Versagen des Anderen "nachzuweisen"(und gleich wieder in Deckung gehen)
Was meinst Du warum wurden die Grenzbeauftragten des Mf S geschaffen?
Aus meiner Sicht nur aus einem Grund,weil die Arbeit GT aus Sicht der Partei und des MfS(als Schwert derer)nicht mehr den gewuenschten Erfolg hatte.
"Die Schlamperei und das Nichtbereitsein der Truppe,der Personalmangel(immer mehr Reservisten),mangelnde Disziplin,unzureichende Schiessausbildung...
aus Sicht der "Oberen"aber auch offen angesprochen aus Sicht erfahrener alter Ausbilder,KCs und Kommandeuren,selbst wenns dem Einen oder Anderen nicht recht gut mit der Art Auesserungen ging.
Der Zwiespalt mit Beginn der 80iger und der Zuspitzung des Wettruestens...die Aenderung von Schiessuebungen,es ging nicht mehr um die Arbeit eines Grenzpostens.....an Hand der Uebungen,immer mehr Ziele,weitere Entfernungen....man vermutete den grossen Knall...und da waren meiner Meinung die AGTs die Ersten...die in die Lage versetzt werden sollten als "ersteFront"den vermuteten Gegner immer hin etwas aufzuhalten....

Was mich an Deiner Schilderung etwas stoert,um das hier unmissverstaendlich aus meiner Sicht zum Ausdruck zu bringen....

Der "Grenzverletzter"war Konterrevolutionaer,Verraeter,negativ zur sozialistischen Gesellschaft eingestellte Person,assozial und eigentlich im Sinne der Partei Nichts wert!
Er war das Schwein was es zu fangen galt,mindestens kriminell oder eben Spion und wenn nicht moeglich ,zu vernichten war!

Selbst der KC einer GK,konnte aus dem Verstaendnis der Partei und der Beschuetzer dieser als unzuverlaessiger Genosse gefuehrt werden und am moeglichen Tag X eingefangen und durch passendes Personal ersetzt werden,in dem Zwiespalt insofern noch menschliche Zuege vorhanden waren bewegte sich fuer mich ein Militaer ein KC einer GK.
Nebenbei ganz unabhaengig davon ob er mit seiner Kompanie Bester in Ordnung und Sicherheit war,Bester im singen eines Liedes oder eben auch "Bester auf dem Schiessplatz"...alles nur Nebensaechlichkeiten....

So meine Erinnerung,so meine Meinung....meine Eindruecke!

Gruss EX BO

P.S. Ich hab nicht so viel Zeit,bemuehe mich aber,am Ball zu bleiben!


Mich interressiert auch noch das Thema,was Du vielleicht kennen koentest...wie hat die GK Lauchroeden/Untersuhl etc. das Sperrgebiet,bis zum Schutzstreifen Boeller gesichert?
Wer war WER?
...aber vielleicht schon ein Neuer FRed?
Sodann...


vs1400, berndk5, Rothaut und Rudi66 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.04.2018 22:15 | nach oben springen
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#185

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 22.04.2018 22:56
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Nur mal als Schnellantwort. Nach einem Grenzdurchbruch flog IMMER eine große Kontrollgruppe in der GK ein. Es wurde wirklich alles auf den Kopf gestellt !!

Irgendwas fand man immer. Ob mangelndes ZW mit anderen Organen, Ungenügender Einsatz der GAkl, falsche Einrichtung oder Wartung der Signalmittel oder fehlende Motivation der AGT (da war dann meist der Polit dran-Paßte immer als letztes Mittel)

Die Kontrollgruppe hatte ihren Job erfüllt. Die Konsequenzen waren unterschiedlich.


berndk5, Winch und Rothaut haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#186

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 22.04.2018 23:03
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....naja wenn KC clever,dann eben der Polit am ...(schreib ich jetzt nicht)
Immerhin beschleicht mich da aber der Verdacht,das es dann wenigstens mal den Richtigen "getroffen hat"....
Wenn all die Politstunden nicht Wirkung zeigen,dann muss ja auch mal wer zur Verantwortung gezogen werden....
Locker bleiben und Gruessli EX BO

Bo legt sich mal zur Ruhe fuer Heute,Sodann


Rothaut hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.04.2018 23:04 | nach oben springen
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#187

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 22.04.2018 23:15
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Dein Verdacht ist falsch. Der KC hatte immer die Arschkarte. War er ja auch für seinen Polit verantwortlich. Meist harmonierten sie ja auch und empfingen ihre "Strafe" gemeinsam.


berndk5 und Rothaut haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#188

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 23.04.2018 08:56
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Hallo @EX BO und alle anderen Leser. Ich weiß nicht wo Dein Problem ist in Beitrag #183 und 184 . Du brauchst nicht mit Dir zu hadern. Es ist gut, die Dinge `raus zu lassen, die Dich bewegen.

Ich kann Dir nur ganz herzlich und ganz persönlich DANKE sagen.

Du sprichst genau die Dinge an, die garantiert bei sehr vielen Lesern Zweifel aufkommen lassen- Du tust es in einer, ehrlichen und sachlichen Form.
Dadurch gibst Du mir die Möglichkeit, tiefer ins Detail zu gehen, genauer Zusammenhänge zu erklären und Zweifel auszuräumen.

Der für mich entscheidende Punkt besteht aber darin, die damals als Grenzer handelnden Leute, als tatsächliche Menschen darstellen zu können. Menschen, die genau wie alle anderen auch nicht perfekt waren- mit Stärken, mit persönlichen Schwächen- halt das wirklich reale Leben.

Diese Grenzer, egal ob Soldat oder Offizier, waren keine Roboter oder mit Klassenhass gedrillte Tötungsautomaten- es waren und sind ganz normale Menschen.

Man muss natürlich beim Lesen meiner Beiträge unbedingt berücksichtigen, dass seit der Beendigung des Grenzdienstes und besonders in der letzten Zeit ein erheblicher Lern- und Umdenkungsprozess (des Schreibers) stattgefunden hat. Man hat oftmals erst vor kurzer Zeit Rechtsauffassungen oder andere Zusammenhänge erkannt, deren Tragweite man damals nicht einmal ahnen konnte.
Der sehr bittere Beigeschmack sagt mir, dass diese Informationen uns bewußt vorenthalten, oder diese Zusammenhänge oft sogar bestritten wurden um uns als willfähige Werkzeuge besser nutzen zu können.

Deshalb ist mir Dein Beitrag so wichtig. Man muss auch nicht meine Meinung oder Argumente akzeptieren, aber ein sachlicher Streit über diese wichtigen Fragen und Zweifel sind mMn. erst "das Salz in der Suppe" im Forum.
Niemals geht es mir dabei darum, irgendwelche Handlungen oder Denkweisen von damals heute nachträglich zu rechtfertigen oder gar zu verherrlichen- einfach nur sagen zu dürfen, WAS , WARUM und Wie geschehen ist, das ist das Ziel.

Ich setze die Beantwortung gleich fort.........


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#189

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 23.04.2018 09:46
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Hallo @EX BO , jetzt möchte ich mir genau wie Du Mühe geben und Deine Fragen bestmöglich beantworten. Sollte trotzdem etwas unklar sein, bitte einfach nachhaken.

Zu Deinem ersten Abschnitt, ich nenne das mal so.

Es klingt und es scheint leichter, als es war. Es war für jeden KC anders. Hattest Du nur eine Grenzortschaft, oder so viele wie ich in meinem Verantwortungsbereich. Selbst die zivilen Mitstreiter (ebenso die uniformierten von der Polizei oder MfS) wie Bürgermeister, Betriebs- oder Schul-direktoren, LPG-Vorsitzende- es waren und sind alles individuelle Persönlichkeiten- mit Stärken und Schwächen. Da kam keiner von denen vom Mond, die waren auch alle aus der DDR, hatten nicht nur Freude sondern auch oft genug Verdruss und Ärger. Sie alle kannten die (fast) gleichen Probleme in der DDR, wenn das auch aus einem anderen Blickwinkel betrachtet wurde.

Nicht JEDER war mit den Weisungen und Richtlinien einverstanden, die er umzusetzen hatte. Oft genug konnten betreffende Mitstreiter Weisungen nur ungenügend in ihren Verantwortungsbereichen umsetzen, weil sie innerlich nicht von deren Richtigkeit überzeugt waren oder häufig durch ihre anderen Tagesaufgaben schon überlastet waren.

Es ging also (als konkrete Antwort) darum das Kunststück zu vollbringen, auf der Grundlage der Befehle, Vorschriften und Weisungen das Erforderliche mit den Mitstreitern umzusetzen, was wirklich möglich war (ohne sich dabei gegenseitig in die "Pfanne zu hauen") .
Es ging immer um Menschen, das war das Problem. Egal, ob es die Beratung zu Anträgen von Bürgern zu Besuchsreisen nach der BRD waren, die Beurteilung/Einschätzung grenzgefährdeter Bürger, oder außergewöhnliche Passierscheinanträge. Man kann das gar nicht alles aufzählen, es war so vielfältig wie das Leben.

Ich binde hier gleich mal das MfS, insbesondere den Grenzbeauftragten des MfS (GBA) mit ein. Eine maßgebliche Person als Mitstreiter, aber eben auch nur/oder gerade halt ein Mensch. Ich hatte 2 GBA`s . Der GBA vom Kreis Mühlhausen war ein altgedienter und erfahrener Major. Er war in der Lage einen Sachverhalt nach den tatsächlichen Bedingungen zu beurteilen- was ist machbar, was ist unrealistisch. Er hatte auch das Gespür, unrealistische Forderungen in Befehlen nicht als solche zu kennzeichnen, sondern fand einen Weg überzeugend darzustellen, das die maximal möglichen Anstrengungen unternommen worden sind.
Das scheint wie Wortklauberei, hatte aber in der Bewertung eines Grenzdurchbruchs erhebliche Bedeutung. Unter anderem auch deshalb wurde ich nach einem GDBr mit 2 Personen ohne Auslösung des nagelneuen GSSZ-II nicht bestraft. (nur als Beispiel) .

Der andere GBA vom Kreis Eisenach war ein junger Oberleutnant, warscheinlich außer seiner Ausbildung noch nicht viel gesehen. Dienstgeil hoch5 hatte er das Gefühl vermittelt, jeden und Alles anzuprangern, was er aus seinem Verständnis der Befehle und Vorschriften als ungenügend durchgesetzt beurteilte.
Ein Erziehungsprozess dieses Mannes war durch uns nahezu unmöglich, wenn überhaupt nur mit Glacé-Handschuhen. Negativ-Meldungen seinerseits hatten fast immer schmerzhafte Folgen für alle Beteiligten. Waren aber der KC, der Bürgermeister, Ortsparteisekretär und die beteiligten Polizei-Offiziere selbst "alte Hasen" (ohne sich gegenseitig anzusche...), musste er sich wohl oder übel doch etwas einfügen. Die Gefährlichkeit blieb aber.

Kommen wir zum Punkt, ...wenn es Wer geschafft hat...... .

zuvor eine kurze Pause.........


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#190

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 23.04.2018 10:53
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nun sind wir an dem Punkt: ...wenn Wer es geschafft hatte...

Folgende Vorbetrachtung (ich meine das nur technisch, nicht menschlich), bitte zerreisst mich deshalb nicht gleich:

Im übertragenen Sinne können Handlungen des Grenzverletzers (GV) zur Durchsetzung, und die Durchsetzung seiner Tat den Handlungen von Partisanen oder Attentätern mit einigen Kennzeichen gleich gesetzt werden, jedenfalls in einigen Fällen.

Der Akteur hat einen entscheidenden Vorteil, er bestimmt Zeit und Ort seines Handelns. Hat er die Chance einer Wahl, wird er besonders gesicherte Stellen umgehen und sich soweit als möglich unbemerkt annähern.

Es gibt auch keine unüberwindbaren Sperren oder Hindernisse- vielmehr ist es eine Frage der zur Verfügung stehenden Zeit und Hilfsmittel.

Da konnten die GT machen , was sie wollten. Es konnte auch nicht überall ein Posten stehen.
Soviel zur Vorrede.

Da aber jeder ...der es geschafft hatte... zugleich eine "große politische Niederlage" für die Führung der DDR im internationalen Image war, wurde diese Bewertung auch nach Unten so artikuliert.

Deshalb mussten unter allen Umständen die Ursachen und begünstigenden Umstände einer solchen Niederlage ermittelt werden. Das zunehmende Unverständnis der DDR-Führung darüber, dass immer wieder solche "Vorkommnisse" für Wirbel sorgten, erzeugte andererseits natürlich auch zunehmenden Druck auf die einzelnen Befehshirarchien, härter durchzugreifen. Ich gehe darauf noch ein.

In seinem Beitrag #185 hat @Pitti53 ja schon geschrieben, wie nach solchen Vorkommnissen die Kontrollgruppen ausgeschwärmt sind und in den betroffenen Grenzabschnitten und Grenzkompanien "jeden Stein umgedreht haben", um Ursachen und den GDBr begünstigende Umstände zu ermitteln und leider manchmal auch zu konstruieren(Stichwort: Politschulung).

Aber selbst hier ist es genau das Gleiche, wie in vielen anderen Bereichen des Lebens. Es waren und sind Menschen, die handelten (mit allen... usw., usf.).
Das trifft sowohl für die Offz. der Kontrollgruppe, als auch für den abschließend auswertenden Regimentskommandeur zu.

Gab es in den letzten Tagen oder Wochen vor dem jetzigen Ereignis in seinem Regiment eine oder mehrere erfolgreiche Festnahmen (ohne "gegnerische" Aufmerksamkeit) war er nicht so sehr unter Druck, als wenn es schon einen oder mehrere GDBr. in seinem Regiment gegeben hatte. Er stand persönlich gegenüber seinem Vorgesetzten unter Rechenschaftspflicht- da war die jeweilige Ausgangslage schon mitentscheidend.

Wie sollte er einen erneuten GDBr. melden, wenn es in den zurückliegenden Tagen schon Vorkommnisse mit ähnlichen Ursachen gab- das eigene Versagen als Regimentskommandeur stand da schon wie ein Damoklesschwert über ihm.

Dem entsprechend waren die Aufgabenstellungen und Befehle an die Kontrollgruppen geprägt.
Machen wir uns nichts vor, ohne die Bedeutung der "politisch-ideologischen Arbeit" und der Politschulung herab zu würdigen- einen Grenzdurchbruch an einer solchen mangelhaften Politarbeit aufzuhängen, zeigt für mich schon deutliche Spuren grenztaktischer Ohnmacht, oder Unfähigkeit, die reale Lage in der DDR und bei der Belastung der Truppe zu erkennen.

kurze Pause.............


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#191

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Fortsetzung:
Hier möchte ich noch einmal auf den Beitrag #187 von @Pitti53 eingehen . Ja, als KC hatte man eigentlich immer die A-Karte , das mit dem harmonierenden Verhältnis zwischen KC und Polit stimmt auch- wenn ich es leider persönlich nicht so oft in Anspruch nehmen konnte.

Auch dass war natürlich von den menschlichen Bedingungen der Personen abhängig. Sehr oft hatte ich hier auch das Gefühl, dass über den Bataillons-Polit und die Politabteilung des Regiments bewußt nach dem Prinzip: "Divide et Impera - teile und herrsche" gearbeitet wurde.
Gern sollte der Polit über Mängel und Mißstände in der Kompanie berichten bei seinen Terminen im GB oder GR . Tat der das auch, brauchte man sich nicht wundern, wenn man es als KC bei der nächsten Gelegenheit auf`s Brot bekam. Bei meinem vorletzten Polit in Treffurt und dem Polit in Schnelli tat man das, um dem Polit Entschuldigungen für dessen Versäumnisse zu ermöglichen- die ja bekanntlich immer auch Schuld des KC waren.

Erst nach einiger Zeit in Treffurt ist es doch noch gelungen dieses Verhalten bei meinem vorletzten Polit abzustellen. Ab da hatten wir eine erfolgreiche Zeit (bis zu seiner Versetzung nach Hildebrandshausen) .

Um für @EX BO noch mal auf die GBA`s einzugehen.
JA, und noch einmal JA ! Du hast mit Deiner Vermutung absolut Recht ! Die wurden in erster Linie deshalb geschaffen, um die Wirksamkeit der GSi zu erhöhen- der Faktor "menschliches Versagen" , auf welcher Ebene auch immer und bei welcher Aufgabe auch immer, kristallisierte sich immer stärker als Ursache oder begünstigender Umstand heraus- dem sollte konsequent entgegengewirkt werden.

Achtung!! Grundsätzlich muss aber beurteilt werden, dass sich die DDR und damit auch das Volk der DDR weiter entwickelt hat. Der Krieg und seine folgenden Entbehrungen waren lange vorbei, man hatte etwas geschaffen und schafffte täglich neu. Die Nachrichten quollen davon über, wie gut wir waren. Wir waren die "größte DDR der Welt" - immer mehr wuchs aber die Unzufriedenheit (die ich/wir nicht sahen oder sehen wollten), Ausreiseanträge, Häftlingsverkäufe. Den ansteigenden Druck durch den Anstieg der Versuche GDBr. hatten wir ja LIFE .
Diesen Zusammenhang konnte die politische Führung des Landes nicht gelten lassen- wir haben soviel pioniertechnisch gemacht, so kluge Befehle erlassen- das muss doch funktionieren. So war wohl die Denke......
Man kann es sehen und werten wie man will, aus meiner Sicht- damals wie heute- haben die GBA an der Umsetzung des Ziels ihrer Bildung wirksam gearbeitet. Immer im Rahmen der tatsächlichen Möglichkeiten.

Was geschah als sich der Druck zu Überdruck entwickelte und entlud, wissen wir ja ...........

Auf den Passus Handlungen/Aufgaben GT bei einer milit. Auseinandersetzung will ich jetzt nicht eingehen- bitte erfrage das noch einmal gesondert- wimre hatte ich da auch schon was geschrieben.

Zu der Thematik ...Grenzverletzer als Feind.... hatte ich auch schon einiges geschrieben. Prinzipiell stimme ich Deiner Schilderung aus meiner damaligen, falschen Sichtweise zu.
Dennoch muss ich auf andere Beiträge von mir verweisen, in denen es darum ging, wie sich aus meiner Sicht ab Mitte der 80èr Jahre die "Persönlichkeit"
des GV verändert hat. Auch das ist ein Ergenis des Werdens und Wachsens der DDR und ihrer Bürger.
Auf Rückfrage kann ich das gerne noch einmal erläutern, hier ist es mir jetzt zuviel.

Leider ist mein Zeitlimit erschöpft. Die anderen Frage beantworte ich gerne etwas später.
Zwischenrufe sind sehr erwünscht. Wie seht Ihr das ???


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#192

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 23.04.2018 11:43
von damals wars (gelöscht)
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Zitat von Pitti53 im Beitrag #185
Nur mal als Schnellantwort. Nach einem Grenzdurchbruch flog IMMER eine große Kontrollgruppe in der GK ein. Es wurde wirklich alles auf den Kopf gestellt !!

Irgendwas fand man immer. Ob mangelndes ZW mit anderen Organen, Ungenügender Einsatz der GAkl, falsche Einrichtung oder Wartung der Signalmittel oder fehlende Motivation der AGT (da war dann meist der Polit dran-Paßte immer als letztes Mittel)

Die Kontrollgruppe hatte ihren Job erfüllt. Die Konsequenzen waren unterschiedlich.


Und wie war das bei einem verhinderten Grenzdurchbruch?


berndk5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#193

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 23.04.2018 12:47
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Hallo @damals wars , das war ähnlich, die KG war nicht so groß die Situation viel entspannter........ später mehr , weil es wirklich `ne gute Frage ist, die auch viele andere Leser interessieren könnte....


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zuletzt bearbeitet 23.04.2018 12:48 | nach oben springen
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#194

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 23.04.2018 13:02
von Jürgen 75/2 | 688 Beiträge | 5659 Punkte
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#192
Zu meiner Zeit wurde in einer Nachbar GK ein
Grenzdurchbruch verhindert .Jeder hat jedem
die Schulter gestreichelt und dann wurden Orden verteilt .Das handelnde Postenpaar wurde in den Regimentsstab versetzt .
Warum ???


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#195

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 23.04.2018 14:36
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Zitat von damals wars im Beitrag #192

Und wie war das bei einem verhinderten Grenzdurchbruch?


Bei Bernd Sievert waren es 22 Monate Knast und bleibende Schäden fürs Lebens....@damals wars nur weil er in die Freiheit und der SED-Diktatur den Rücken kehren wollte.

>>Todesstreifen: So scheiterte Bernd Sieverts Flucht in die Freiheit
(...) In diesem Moment eröffneten zuerst Waldemar L. und Rainhard K., unmittelbar darauf auch Klaus L. und Roland M. das Feuer. Ihre Kalaschnikow-Sturmgewehre waren auf Dauerfeuer geschaltet. In kaum mehr als einer Sekunde verfeuerten die vier Grenzer insgesamt 47 Schuss: „Nach Abgabe mehrerer Feuerstöße wurde der Grenzverletzer ca. 30 Meter vor der Grenzmauer mit einem Durchschuss im rechten Oberschenkel zum Stehen gebracht“, heißt es im Bericht. In Wirklichkeit wurde er sogar zweimal getroffen und schwer verletzt.
Langsam und mit den Gewehren im Anschlag gingen nun zwei Grenzer von der Jerusalemer Straße her auf den Schwerverletzten zu. Einer packte Sievert unter den Achseln und schleifte ihn über den Kontrollstreifen und durch die höckerartigen Panzersperren zurück zum Kolonnenweg; der zweite Mann sicherte.
Zeugen, wie der stark blutende Schwerverletzte unsanft abtransportiert wurde, waren mehrere Fotografen des Axel Springer Verlages. Als die Schüsse gepeitscht waren, hatten sie sich sofort ihre Kameras gegriffen und begonnen, das Geschehen auf dem Todesstreifen zu ihren Füßen zu dokumentieren. Daher ist der gescheiterte Versuch von Bernd Sievert so gut dokumentiert wie keine andere „Republikflucht“.
Erst nach einigen Minuten leistete der Zugführer Gunter L. dem Festgenommenen Erste Hilfe, dann wurde er mit einem Trabant der Grenztruppen ins Krankenhaus der Volkspolizei gefahren, mehr als 4,5 Kilometer entfernt. Nur drei Kilometer entfernt hätte die Notaufnahme des Universitätsklinikums Charité gelegen. Doch dorthin durfte kein gescheiterter Flüchtling gebracht werden.
Bernd Sievert wurde nach der Behandlung zu 22 Monaten Haft verurteilt, die er vollständig absaß; er blieb durch die zwei Treffer versehrt und kann sich seit damals nicht mehr richtig bewegen. 1979 durfte er in die Bundesrepublik ausreisen. (...)<<
https://www.welt.de/geschichte/article16...e-Freiheit.html

47 Schuss..... wichtig an solch einer Grenze sind immer Menschen, die sich ganz in den Dienst der Ideologie stellen.

Hier waren es 51 Schüsse, die Jungs waren ungefähr dein Geburtsjahr, Hubert.

>>DDR-Grenzer schossen sofort auf den Hallenser
Die Grenzer schossen sofort, davon ist Fleischhauer bis heute überzeugt, wie er gegenüber der MZ sagte: „Die haben uns nicht gewarnt.“ Er hatte Glück, er wurde nicht getroffen. Für seinen Freund aber war einer der abgegebenen 51 Schüsse tödlich.
„Jetzt looft das Schwein aus“, sagte der Kompaniechef dazu. „Der erlebt Weihnachten sowieso nicht mehr“, sagte ein Grenzer. Uwe Fleischhauer hörte das und ahnte, was geschehen war. Offiziell erfuhr er vom Tod seines Freundes erst drei Wochen später von seinem Rechtsanwalt. (...)<<
– Quelle: https://www.mz-web.de/24548654 ©2018

Ob der Kompaniechef später mal an die Opfer dachte? .


Kontrollstreife, berndk5 und Rudi66 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.04.2018 14:44 | nach oben springen
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#196

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 23.04.2018 15:09
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Auch wenn ich nur ein popliger Gefreiter und nur 12 Monate am Zaun war, habe ich zu manchen Dingen meine eigene Meinung.

1. Die wirksamste Grenzsicherung war die Unwissenheit potentieller Flüchtlinge über den technischen Ausbau und die Postendichte.

2. Die Politinstruktionen werden sehr überbewertet, wieviel % der AGT haben das wirklich geglaubt?

3. Das bewusste Schaffen von Misstrauen unter den AGT ging zu Lasten der effektiven Grenzsicherung.

4. Ein großer Teil (meiner Meinung nach mehr als 75 %) war nur bestrebt die Tage unbeschadet hinter sich zu bringen. Deswegen auch die ganzen Spielchen zusätzlich zum Abschneiden des Bandmaßes.

5. Ein Vertrauensverhältnis zwischen der Kompanieführung und den GWD hat auf meiner GK in dem Jahr nicht bestanden. Beim Lesen im Forum und beim Unterhalten mit anderen ehemaligen AGT habe ich gemerkt, dass es nicht nur ich so empfunden habe.

6. Ein großer Teil der Grenzbevölkerung hat sich aus Angst vor Ausweisung angepasst verhalten. Dank für unseren Schutz hat sie uns nicht entgegengebracht. Warum auch, die wussten genau was wir für eine Hauptaufgabe hatten.

7. Für militärisch vorgebildete Flüchtlinge die zielgerichtet vorgingen waren nur die Minensperren ein echtes Risiko.

KS


Grenzläufer und Freienhagener haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.04.2018 17:35 | nach oben springen
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#197

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 23.04.2018 17:08
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Noin
am 12.10.88 fand genau orstwärt des GSZ ein Polterabend statt.
Uwe hatte für seinen Polterabend ins Haus der Schwiegereltern geladen und für 15 Arbeitskollegen Passierscheine besorgt.
Im Laufe des Abends wollten 2 Arbeitskollegen in Richtung West. Olaf hatte zu viel getrunken und kam nicht über den Zaun, Reihard kam unbeschadet rüber.
Was ist mit dem MfS Mann oder dem ABV, die waren doch durch die Passierscheinerteilung "mit verantwortlich".
Bekamen jetzt außer dem KC auch diese beiden Ärger oder war nur GT Schuld?



berndk5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#198

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 23.04.2018 17:31
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Bisher war das ein sachlicher, fachlicher Pfad. Könnten sich die übliche Verdächtigen bitte in ihrem politischem Pfad entäußern, Bernd ist, wie unter #193 zu lesen, durchaus in der Lage den Sinn einer Frage zu erfassen und zu beantworten, die Spielwiese müsste Euch doch reichen!


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#199

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 23.04.2018 17:42
von Kontrollstreife | 2.054 Beiträge | 13803 Punkte
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Zitat von damals wars im Beitrag #198
Bisher war das ein sachlicher, fachlicher Pfad. Könnten sich die übliche Verdächtigen bitte in ihrem politischem Pfad entäußern, Bernd ist, wie unter #193 zu lesen, durchaus in der Lage den Sinn einer Frage zu erfassen und zu beantworten, die Spielwiese müsste Euch doch reichen!
Da hast du recht, Bernd ist durchaus in der Lage den Sinn von Fragen zu erfassen und entsprechend zu Antworten.

Bei Dir sieht es damit mehr als dürftig aus. Bleib Du auf deiner Spielwiese und zerschreddere die Themen nicht immer mit unsachlichen Beiträgen.

Keiner der User ist ein "üblicher Verdächtiger", 28 Jahre nach der Grenzöffnung und der Auflösung der GT kannst auch Du Dir einen vernünftigen Wortschatz zulegen.

KS


Jürgen 75/2, Grenzläufer und Freienhagener haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#200

RE: Die Organisation des Zusammenwirkens durch den KC einer GK

in Grenztruppen der DDR 23.04.2018 19:43
von Grenzläufer | 3.624 Beiträge | 12192 Punkte
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Zitat von damals wars im Beitrag #198
Bisher war das ein sachlicher, fachlicher Pfad. Könnten sich die übliche Verdächtigen bitte in ihrem politischem Pfad entäußern, Bernd ist, wie unter #193 zu lesen, durchaus in der Lage den Sinn einer Frage zu erfassen und zu beantworten, die Spielwiese müsste Euch doch reichen!


Berndk5 schreibt auch sehr sachlich, ich sehe bei ihm eine gesunde Selbstreflektion.

Die ist bei dir nicht zu erkennen @damals wars
Du bist mit deinen starren ideologischen Ansichten immer noch fest in der 1980iger Jahren verankert. Wenn ich auf erschossene Flüchtlinge aufmerksam mache, ist das keine Spielwiese.


Freienhagener, Kontrollstreife und Jürgen 75/2 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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