Verbrechen in der DDR

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17.10.2020 22:33 (zuletzt bearbeitet: 17.10.2020 22:55)
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#31
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Die Stasi-Hilfs(haupt)polizei hätte wohl die Freude an den geraubten Aluchips zeitlich begrenzt.
Ein richtiger Bankraub hätte die Krake wohl massiv ihre Tentakel ausfahren lassen.
Bei einer Einwohnerschaft zahlenmäßig wie New York, natürlich als übermassiv aufgeblähte Truppe von Erfolg gekrönt.
Auch so ein Anachronismus, nie hat es in Diktaturen in der weltweiten Geschichte eine dichtere Überwachungsabdeckung gegeben als in der kasprigen DDR die trotzdem nach nur krampfhaft kämpferischen 40 Jahren, kampflos in die Knie ging.
Sowjetunion und Nazideutschland zum Beispiel mussten da echt passen.
Meine eigene Teilhabe an der Unterdrückung von 17 Millionen Menschen summiert sich auf sinnlose 1,5 Jahre, manche haben dafür 10, 20 oder gar über 30 Jahre Lebenszeit investiert.


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17.10.2020 22:51
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#32
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #31
als in der kasprigen DDR die trotzdem nach nur kämpferischen 40 Jahren, kampflos in die Knie ging.
Sowjetunion und Nazideutschland zum Beispiel mussten da echt passen.


Willst Du jetzt wirklich bedauern, dass es kampflos ging?

ich werde nicht mehr diskutieren mit dummen Menschen, um meine Argumente zu erklären. Hat hier sowieso keinen Sinn. Ich werde lernen, diese Menschen zu meiden. Nichts ist wichtiger, als die persönliche Ausgeglichenheit im Alter


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17.10.2020 22:56 (zuletzt bearbeitet: 17.10.2020 23:03)
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#33
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Ich freue mich darüber.
Wieviel Jahre deiner Lebenszeit hast du sinnlos vergeudet, 20?


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18.10.2020 09:51
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#34
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #33
Wieviel Jahre deiner Lebenszeit hast du sinnlos vergeudet, 20?


Also mein Zweitbester, ich empfinde kein Jahr meiner Lebenszeit als sinnlos vergeudet, nur weil es nicht so lief, wie ich es mir mal vorgestellt hatte.
Sicher denkt man im Alter und mit den heutigen Erkenntnissen über gewisse Dinge anders als damals, aber sinnlos war es nicht. Hat mich sicher auch charakterlich weiter gebracht und war schon deshalb nicht umsonst.

ich werde nicht mehr diskutieren mit dummen Menschen, um meine Argumente zu erklären. Hat hier sowieso keinen Sinn. Ich werde lernen, diese Menschen zu meiden. Nichts ist wichtiger, als die persönliche Ausgeglichenheit im Alter


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18.10.2020 11:04
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#35
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #31

Meine eigene Teilhabe an der Unterdrückung von 17 Millionen Menschen summiert sich auf sinnlose 1,5 Jahre, manche haben dafür 10, 20 oder gar über 30 Jahre Lebenszeit investiert.
.

Unser User @Hanum83 schreibt da etwas, was leider nicht wenige Menschen sowohl im Forum, als auch insgesamt in Deutschland mit Blick auf die DDR reflektieren. Genau das finde ich bedauerlich und bemühe mich nach Kräften darum, verantwortliche Eigenbesinnung ebenso, wie primitivste Geschichtskenntnisse wieder einmal hervorzukramen. Nur wenn das gelingt, kann man sachlichen Umgang mit der untergegangenen DDR erreichen.
Auf gar keinen Fall soll von mir die DDR oder das SED-Regime verherrlicht werden, keineswegs übersehe ich die Widersprüche zwischen Wort und Tat.
Wenn ich allerdings solche Dinge wie das oben genannte Zitat (hier nur Auszug) sehe, kommt schon etwas Unverständnis, manchmal sogar etwas Verärgerung auf.
Ich möchte da Niemandem zu Nahe treten, aber ich finde es schon sehr bedenklich (sage absichtlich nicht erbärmlich), wenn sich heute Menschen die sich Jahrzehntelang in der DDR eingerichtet hatten, heute bekennen, dass sie schon immer dagegen waren, dass sie es schon immer besser gewusst hatten, dass ja sowieso 17 Mio. Menschen in der DDR nur unterdrückt waren.
Vergleiche mit der Hitler-Diktatur und/oder der Stalin-Ära ! Hier zeigt sich für mich doch schon ein Bisschen der wahre Charakter einer latenten Oberflächlichkeit, einer Mentalität des "über den Dingen stehend" . Man hat es ja schon immer gewußt und alle Anderen, besonders die Menschen die ihr persönliches Leben diesem Staat gewidmet hatten, können nur dumme oder völlig verblendete Leute sein.
Einen ehrlichen, aufrichtigen Gedanken daran zu verschwenden wie denn das eigene Leben in der DDR tatsächlich verlaufen ist- wie man sich selbst ganz persönlich in der Zeit bis 1988, und dann im Jahr 1989 und danach verhalten und positioniert hat- daran verschwenden sie keinen Gedanken.
Der eigene Grenzdienst im Grundwehrdienst wird dann entschuldigt, weil man sich ja nicht entziehen konnte. Das ist aus meiner Sicht wirklich schäbig. Weil es nicht zutreffend ist. Da gab es mehr als eine Möglichkeit, "von der Linie abgezogen" zu werden.

Ich möchte hier wirklich niemanden persönlich angreifen, aber das Zurücklehnen im Sessel und mit dem Finger auf alle Anderen zeigen, dass zeugt in meinen Augen nicht von Realismus.
Ich habe es mehr als einmal im Forum gesagt, wie sich meine Meinung zur DDR und SED inzwischen verändert hat- dazu, also recht kritisch stehe ich heute noch diesen Dingen gegenüber.
Dennoch ist unbestritten, dass die Zeiten von 1949 bis 1961, von 1961 bis ca. 1975 und die Zeit danach bis 1988 doch schon sehr unterschiedlich waren und immer und unbestritten auch sehr stark von den äußeren Einflüssen geprägt waren.

Wir sollten zufrieden und dankbar dafür sein, dass diese Wiederherstellung der Deutschen Einheit vor über 30 Jahren so unblutig möglich war. Dass bei einer so einmaligen Umwandlung eines kompletten Staatssystems, über Staatsorgane, Wirtschaft, Verwaltung betreffend unbestritten auch Fehler gemacht wurden- das ist wohl unbestritten. Ebenso ist aber wohl unbestritten, dass wir uns schon ganz gut in das jetzige System eingelebt haben. Das wir dabei nicht unkritisch sind, ist auch ein Gewinn aus der 1989èr Zeit.
In diesem Sinne wünsche ich allen Usern und den Lesern einen schönen Sonntag.
Bleibt gesund !


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18.10.2020 11:08 (zuletzt bearbeitet: 18.10.2020 11:09)
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#36
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Ich analysiere nur die leider gegenständlichen Tatsachen.
Das diese Analyse unangenehm sein kann, dessen bin ich mir bewusst.
Die persönliche Rückschau ist den meisten Menschen unangenehm.


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18.10.2020 11:21
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#37
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@Hanum83 Na dann berichte doch mal von den Heldentaten zu Zeiten des Unrechtssytems .
Ich meine jetzt nicht Saufschichten im Bauwagen.


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18.10.2020 11:24
#38
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#36
Hallo, Guten Morgen,
Deine Analysen sind leider sehr oberflächlich. Ich habe mich mit der Problematik, ehemalige DDR, für mich gründ-
lich auseinandergesetzt. Auch was angebliche und wahre " Verbrechen " betrifft. Das ist ein Thema was man nicht
mit oberflächlichen Betrachtungen abtun kann. Und das mit den 17 Millionen ist sehr kühn festgestellt , das werden
viele anders sehen. Auch ich bin froh, dass es so gekommen ist, wie es jetzt ist. Viel haben geglaubt, dass alles
richtig ist, was sie in der ehemaligen DDR gemacht haben. Es war auch nicht alles falsch, wie nicht alles richtig war.
Einer hat es eher, mancher eben später erkannt.
Gruß Frank


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18.10.2020 11:44 (zuletzt bearbeitet: 18.10.2020 12:35)
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#39
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Zitat von berndk5 im Beitrag #35
Zitat von Hanum83 im Beitrag #31

Meine eigene Teilhabe an der Unterdrückung von 17 Millionen Menschen summiert sich auf sinnlose 1,5 Jahre, manche haben dafür 10, 20 oder gar über 30 Jahre Lebenszeit investiert.
.

Unser User @Hanum83 schreibt da etwas, was leider nicht wenige Menschen sowohl im Forum, als auch insgesamt in Deutschland mit Blick auf die DDR reflektieren. Genau das finde ich bedauerlich und bemühe mich nach Kräften darum, verantwortliche Eigenbesinnung ebenso, wie primitivste Geschichtskenntnisse wieder einmal hervorzukramen. Nur wenn das gelingt, kann man sachlichen Umgang mit der untergegangenen DDR erreichen.
Auf gar keinen Fall soll von mir die DDR oder das SED-Regime verherrlicht werden, keineswegs übersehe ich die Widersprüche zwischen Wort und Tat.
Wenn ich allerdings solche Dinge wie das oben genannte Zitat (hier nur Auszug) sehe, kommt schon etwas Unverständnis, manchmal sogar etwas Verärgerung auf.
Ich möchte da Niemandem zu Nahe treten, aber ich finde es schon sehr bedenklich (sage absichtlich nicht erbärmlich), wenn sich heute Menschen die sich Jahrzehntelang in der DDR eingerichtet hatten, heute bekennen, dass sie schon immer dagegen waren, dass sie es schon immer besser gewusst hatten, dass ja sowieso 17 Mio. Menschen in der DDR nur unterdrückt waren.
Vergleiche mit der Hitler-Diktatur und/oder der Stalin-Ära ! Hier zeigt sich für mich doch schon ein Bisschen der wahre Charakter einer latenten Oberflächlichkeit, einer Mentalität des "über den Dingen stehend" . Man hat es ja schon immer gewußt und alle Anderen, besonders die Menschen die ihr persönliches Leben diesem Staat gewidmet hatten, können nur dumme oder völlig verblendete Leute sein.
Einen ehrlichen, aufrichtigen Gedanken daran zu verschwenden wie denn das eigene Leben in der DDR tatsächlich verlaufen ist- wie man sich selbst ganz persönlich in der Zeit bis 1988, und dann im Jahr 1989 und danach verhalten und positioniert hat- daran verschwenden sie keinen Gedanken.
Der eigene Grenzdienst im Grundwehrdienst wird dann entschuldigt, weil man sich ja nicht entziehen konnte. Das ist aus meiner Sicht wirklich schäbig. Weil es nicht zutreffend ist. Da gab es mehr als eine Möglichkeit, "von der Linie abgezogen" zu werden.

Ich möchte hier wirklich niemanden persönlich angreifen, aber das Zurücklehnen im Sessel und mit dem Finger auf alle Anderen zeigen, dass zeugt in meinen Augen nicht von Realismus.
Ich habe es mehr als einmal im Forum gesagt, wie sich meine Meinung zur DDR und SED inzwischen verändert hat- dazu, also recht kritisch stehe ich heute noch diesen Dingen gegenüber.
Dennoch ist unbestritten, dass die Zeiten von 1949 bis 1961, von 1961 bis ca. 1975 und die Zeit danach bis 1988 doch schon sehr unterschiedlich waren und immer und unbestritten auch sehr stark von den äußeren Einflüssen geprägt waren.

Wir sollten zufrieden und dankbar dafür sein, dass diese Wiederherstellung der Deutschen Einheit vor über 30 Jahren so unblutig möglich war. Dass bei einer so einmaligen Umwandlung eines kompletten Staatssystems, über Staatsorgane, Wirtschaft, Verwaltung betreffend unbestritten auch Fehler gemacht wurden- das ist wohl unbestritten. Ebenso ist aber wohl unbestritten, dass wir uns schon ganz gut in das jetzige System eingelebt haben. Das wir dabei nicht unkritisch sind, ist auch ein Gewinn aus der 1989èr Zeit.
In diesem Sinne wünsche ich allen Usern und den Lesern einen schönen Sonntag.
Bleibt gesund !


also @berndk5 , deine Sicht ist schon gut und richtig, weil du aus deiner Sicht die " Lebenszeit" der DDR differenziert darstellst und auch deine eigene Entwicklung in diesem Staat darstellst, weil du auch die Fehler des Systems aufzeigst und deine eigene, ursprüngliche Sicht korrigierst. Ich persönlich kenne nur den Ulbrichtstaat und das war die abartigste Form DDR, die von dir skizzierten Perioden danach habe ich nicht mehr durch persönliches Erleben kennengelernt. Ich persönlich empfand mein Leben bis 1965 nur noch als eine vergeudete Zeit, ich erlebte große Ungerechtigkeiten in der DDR, sodass ich mich dort mit einem vehementen Hassgefühl verabschiedete. Daher verstehe ich auch die Darstellung von @Hanum83 sehr gut, die ich teile. Ich hatte die Sicht, dass dieser Staat eines Tages zugrunde gehen wird und ich empfand es als die größte Genugtung meines Lebens, dass ich das noch erleben konnte. Den Zeitpunkt und die Art wie es geschah konnte ich natürlich nicht voraussehen. Es gab eine wichtige Markierung und das war der Abriss des eiseren Vorhangs in Ungarn. Zunächst eine kleine Meldung aber da sagte ich schon zu meiner Frau, dieses Ereignis könnte für das SED Regime ziemliche Probleme bereiten. Es ging schneller als ich dachte.Es war der erste Baustein des Abrisses der DDR und danach bröckelte es bis zum totalen Kollaps.
Ergänzung : 3,9 Millionen Flüchtlinge seit 1949 sind doch eine klare Ansage dass mit dieser Politik nicht nur etwas nicht stimmte, sondern dass sie hirnverbrannt war. Und wenn heute viele sagen, ich war doch nur ein kleiner Sekretär, so kommt mir das erstens im Ablauf der deutschen Geschichte sher bekannt vor, und zweitens ohne die Mitarbeit der Millionen kleinen Sekretäre hätte das Politbüro höchstens eine Currywurstbude in Berlin eröffnen können.

Stil ist nicht das Ende des Besens.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Umgang mit Idioten!


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18.10.2020 11:47 (zuletzt bearbeitet: 18.10.2020 11:48)
#40
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Obwohl.mich die Diskussion über das Leben in der DDR als Westdeutscher eigentlich nicht betrifft, möchte ich trotzdem etwas anmerken.
Ich war Mitte der achtziger Jahre durch sehr wohlwollende Reportagen in BRD Medien auch positiv von der DDR angetan. Habe sogar, als acht-zehnjähriger Infos eingeholt, wie man eventuell über siedeln könnte.
Ein Brief an die DDR Vertretung in Bonn blieb aber ohne Antwort.

Was ich damit sagen will: ich wäre, hätte ich in der DDR gelebt, vermutlich auch versucht, mich an dem System zu beteiligen
Somit kommt es.mir schon komisch vor, wenn Leute nach der Wende behauptet haben, schon immer dagegen gewesen zu sein.
Dagegen spricht eigentlich auch, dass es nach dem Mauerbau, zu keinem nennenswerten Protesten mehr kam, zumindest bis zur Mitte der achtziger Jahre.
Lag das wirklich nur am MfS?

Meine These sagt, genau wie wir im Westen nicht an den Fall der Mauer glaubten, ging es den allermeisten Menschen in der DDR
Man hat sich eingerichtet, angepasst oder eben versucht in seinem Bereich mitzuwirken und dadurch auch vielleicht Dinge zu verbessern.

Wie gesagt, eigentlich betrifft es mich nicht, aber manchmal hilft ein Blick von außen


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18.10.2020 11:58 (zuletzt bearbeitet: 18.10.2020 12:04)
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#41
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Die philosophische Betrachtung der zwei Herrschungsabschnitte in der Sowjetischen Zone Deutschlands, also die unter Ulbricht und Honecker, ist schon interessant.
Bei Honecker haben sie uns erzählt das dies nun moderner wäre, obwohl der auch nur ein beinharter Stalinist war.
Moderner hätte es wirklich ab 1985 werden können, aber leider, eins zwei drei, Chance vorbei.
Wegen Helsinki mussten die Steinzeitkommunisten wohl etwas Kreide schlucken und Geld brauchten sie ja auch noch.


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18.10.2020 12:05 (zuletzt bearbeitet: 18.10.2020 16:51)
#42
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Zitat von axelloko im Beitrag #40
Obwohl.mich die Diskussion über das Leben in der DDR als Westdeutscher eigentlich nicht betrifft, möchte ich trotzdem etwas anmerken.
Ich war Mitte der achtziger Jahre durch sehr wohlwollende Reportagen in BRD Medien auch positiv von der DDR angetan. Habe sogar, als acht-zehnjähriger Infos eingeholt, wie man eventuell über siedeln könnte.
Ein Brief an die DDR Vertretung in Bonn blieb aber ohne Antwort.

Was ich damit sagen will: ich wäre, hätte ich in der DDR gelebt, vermutlich auch versucht, mich an dem System zu beteiligen
Somit kommt es.mir schon komisch vor, wenn Leute nach der Wende behauptet haben, schon immer dagegen gewesen zu sein.
Dagegen spricht eigentlich auch, dass es nach dem Mauerbau, zu keinem nennenswerten Protesten mehr kam, zumindest bis zur Mitte der achtziger Jahre.
Lag das wirklich nur am MfS?

Meine These sagt, genau wie wir im Westen nicht an den Fall der Mauer glaubten, ging es den allermeisten Menschen in der DDR
Man hat sich eingerichtet, angepasst oder eben versucht in seinem Bereich mitzuwirken und dadurch auch vielleicht Dinge zu verbessern.

Wie gesagt, eigentlich betrifft es mich nicht, aber manchmal hilft ein Blick von außen


Eine mögliche Erklärung:
Man muß die DDR von kleinauf mitgemacht haben. Dabei merkt man mehr, gerade in den 80igern.
In den 50ern hatten sogar bürgerliche Intellektuelle Illusionen. Das hat sich dann schnell geändert.

Was die offene Opposition betrifft: Nach der Niederschlagung 1953 war allen klar, wozu solch ein Protest führt.
Das sah man dann auch 1956 in Ungarn und 1968 in der Tschechoslowakei. Verschärft wurde die Kontrolle selbstverständlich mit dem "Mauerbau", als selbst die "Abstimmung mit den Füßen" nicht mehr möglich war.
Danach fällt mir vor 1989 nur die Leipziger Beat-Demo ein. Selbst Musik machte zu Staatsfeinden und eingefangene Demonstranten wurden für Wochen in Tagebaue befördert, ohne zu wissen, was wird.

Dafür sorgte die gesamte Staatsmacht. Die Folge war tatsächlich eine Anpassung an die Realität. Das war aber nicht zwangsläufig mit Überzeugung verbunden.
Dem entgegen stand die Realität im Lande und im "Westen" (vermittelt durch Radio, Fernsehen und Verwandte).

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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18.10.2020 12:10
avatar  Gert
#43
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Zitat von axelloko im Beitrag #40
Obwohl.mich die Diskussion über das Leben in der DDR als Westdeutscher eigentlich nicht betrifft, möchte ich trotzdem etwas anmerken.
Ich war Mitte der achtziger Jahre durch sehr wohlwollende Reportagen in BRD Medien auch positiv von der DDR angetan. Habe sogar, als acht-zehnjähriger Infos eingeholt, wie man eventuell über siedeln könnte.
Ein Brief an die DDR Vertretung in Bonn blieb aber ohne Antwort.

Was ich damit sagen will: ich wäre, hätte ich in der DDR gelebt, vermutlich auch versucht, mich an dem System zu beteiligen
Somit kommt es.mir schon komisch vor, wenn Leute nach der Wende behauptet haben, schon immer dagegen gewesen zu sein.
Dagegen spricht eigentlich auch, dass es nach dem Mauerbau, zu keinem nennenswerten Protesten mehr kam, zumindest bis zur Mitte der achtziger Jahre.
Lag das wirklich nur am MfS?

Meine These sagt, genau wie wir im Westen nicht an den Fall der Mauer glaubten, ging es den allermeisten Menschen in der DDR
Man hat sich eingerichtet, angepasst oder eben versucht in seinem Bereich mitzuwirken und dadurch auch vielleicht Dinge zu verbessern.

Wie gesagt, eigentlich betrifft es mich nicht, aber manchmal hilft ein Blick von außen


und ich finde deine Bemerkung komisch ( rot angemerkt ) Im Gegensatz zu dir wussten die DDR Bürger, welche Werkzeuge die SED in ihre Kiste hatte um unbotsame Bürger "auf Linie" zu bringen. So hatte als Folge dieser latenten Bedrohungslage jeder DDR Bürger 2 "Sprechs " auf seiner Festplatte, das erste Sprech war für den vertrauten Kreis in dem man(fast) alles offen bereden konnte und der zweite Sprech war für die " Öffentlichkeit ". Das war, was die Obrigkeit hören wollte. Damit hatte die SED Spitze sich offenbar aber für ihr Ende eine große Falle gestellt. Denn ich hörte von den oberen Genossen, was will denn das Volke eigentlich es geht ihnen doch gut. Das glaubten die wirklich, nehme ich mal an. Die üblichen Potemkinschen Dörfer des "Sozialismus/Kommunismus"

Stil ist nicht das Ende des Besens.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Umgang mit Idioten!


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18.10.2020 12:25 (zuletzt bearbeitet: 18.10.2020 12:40)
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Wobei ich einräumen muss, dass für mich persönlich die Zwangsarbeit im Tagebau erträglich war.
Als Kurzstrafer "wohnten" wir in Baracken, kannte ich von der Armee.
Ein Mithäftling war ein Künstler aus der Hauptstadt, dem fiel die Arbeit auch bei Regen und Schnee sehr schwer, er weinte manchmal dabei.
Habe ihm da viel geholfen, der Kapo sah darüber weg, der war wohl auch ein Mensch und auch ein armer Hund, die Schicht ging bis 18 Uhr, wenn er im Regen durchnässt war, murmelte er schon mal 16 Uhr "wegtreten zum Fahrzeug", ein LO mit Plane, wir saßen dann mit ihm hinten drauf und rauchten, seine Flinte stellte er einfach in die Ecke.
Die Rückfahrt durfte er aber auch erst 18 Uhr anweisen.


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18.10.2020 13:08 (zuletzt bearbeitet: 18.10.2020 13:12)
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Hallo zusammen- ich bedanke mich für die (weitestgehend) überaus sachliche Fortsetzung der Diskussion hier im Thema.

Ernsthaft war ich davon überzeugt, dass es jetzt gleich wieder in gegenseitigen Schimpf und in Schande ausartet.
Angenehm ist es zu spüren, dass dem nicht so ist.

Na klar gibt es unterschiedliche Meinungsgruppen, klar ist doch auch dass sich mit zunehmenden Lebensjahren (damit meine ich weder Rentalter noch sonstigen gesundheitlichen Abbau, sondern nur Lebenserfahrung) auch die Sichtweisen auf die eigene Vergangenheit verklären.
Davon ist NIEMAND ausgenommen, auch ich nicht. Dinge, für die man sich schämt werden ausgeblendet oder vernebelt- Dinge, die heute noch Bestand hätten werden im Inneren verfestigt.
Deshalb ist es wichtig, dass wir völlig vernünftig über die unterschiedlichen Sichtweisen reden können.
Leider ist es dazu für mich unverzichtbar, dass eine ehemalige Stütze des Staates erkennen muss, dass dieser Staat untergegangen ist.
Er ist nicht deshalb untergegangen, weil wir einen Kampf verloren haben. Er ist untergegangen, weil er für das Volk nicht länger LEBENSFÄHIG war.
Die Partei, die die führende Rolle in allen Lebensbereichen für sich beansprucht hat, hat die entscheidenden Zeichen der Zeit (siehe Hinweise von @Hanum83 zu Ungarn etc.) nicht erkannt oder zumindest falsche Schlußfolgerungen gezogen .
Heute darüber zu polemisieren, was die SED wie hätte anders machen sollen, ist völlig unsinnig. The GAME is over , würde es anderswo heißen.

Es ist aus meiner Sicht völlig unerheblich, wo man sich selbst politisch einordnet- aber wer die führende Macht war und wer in der DDR versagt hat- das steht wohl unstrittig fest und es sind einfach Fakten.
Das kann man auch nicht schönreden ! Wer das 30 Jahre nach dem Tod der DDR immer noch nicht einsehen kann, wird niemals für eine sachliche Diskussion offen sein können.


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