Flucht über die Ostsee

28.02.2018 19:33 (zuletzt bearbeitet: 01.03.2018 08:31)
avatar  krelle
#1
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Flucht über die Ostsee am 21.09.1963. Die Namen und Geburtsdaten der Personen habe ich aus Gründen des Datenschutzes gelöscht


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01.03.2018 00:35
#2
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Ist da jemand dabei aus Nordhausen der irgendwann zwischen 85 und 90 durch die Kieler Bucht geschwommen ist ? Ich habe damals die Radiomeldung live vom Feindsender gehört.
Er ist mir persönlich bekannt, nur mal so aus Datenschutzgründen.


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01.03.2018 06:54
#3
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Flucht über die Ostsee haben sich sicherlich einige zu leicht vorgestellt. Von einem gut Trainierten haben sie mal was im TV gebracht. Der ging aber nicht auf blauen Dunst in die Ostsee, sondern war vorbereitet, auch mit irgendwelchen Zeugs eingerieben, zwecks Unterkühlung. Glaube die kürzeste Strecke war nach Schweden von Rügen so
40 Km.
Man hätte natürlich auch von Boltenhagen nach Travemünde versuchen können, aber da hätten sie dich wahrscheinlich eher erwischt, als in der "offenen See".

Da ich an der Ostsee groß geworden bin, kann ich bezeugen, dass man von Boltenhagen das weisse Hotel in Travemünde (oder Timmendorfer Strand????) sehen konnte.
Luftlinie ist was ganz anderes als Wasser.

Soll auch Leute gegeben haben, die versehentlich im Kreis geschwommen sind und dann am Strand von GT-Soldaten empfangen wurden...

Démerde-toi !


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02.03.2018 00:31
avatar  andyman
#4
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Immer wieder gern hören wir Storys über Fluchten über die Ostsee als Schwimmer.Ohne Zweifel hat es sie gegeben z.B. diese https://www.stern.de/politik/deutschland...ng-3446294.html
Das waren die absoluten Ausnahmen,geplant über Jahre und von gut vorbereiteten Profis durchgeführt.Im Normalfall kann ein ungeübter Schwimmer diese Strecken nicht bewältigen,schon gar nicht auf der Ostsee bei Wind und Wellen und unbekannten Strömungen.Dazu kommen Wassertemperaturen von 18°C,die mit steigender Wassertiefe rasch abnehmen,nach ein paar Stunden sind die Kräfte verbraucht bzw. der Körper ist so stark unterkühlt das die Muskeln verkrampfen.
Die Entfernungen werden meißtens unterschätzt ((von Rügen bis nach Schweden sind es 70 km),da kommt eher die Strecke Darß-Gedser mit 20km in Frage.Hier gab es auf Grund der Hauptfluchtrichtung aber die starke Bewachung durch die GBK.
Nichtdestotrotz gab es einige gelungene Fluchten die dieses Wagnis eingegangen sind und ihr Ziel lebendig erreicht haben.
Lgandyman

Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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02.03.2018 08:21
avatar  ( gelöscht )
#5
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( gelöscht )

Der Rainer jetzt mal in einem Schwimmbad/Erlebnisbad in Suhl. Geschätzte Länge der Bahn so 40 Meter? Ein junges Mädel und ein alter Mann spulten da so mindestens 20 Bahnen ab....wenn nicht noch mehr...also gut Eintausendsechshundert Meter. Als Beide aus dem Wasser stiegen waren sie noch recht fit, das Wasser dazu recht kühl....nur eben und klar, kein Vergleich zur Ostsee.

Ich denke mal ferner, der menschliche Wille ist in solchen Situationen, auf solchen Langstrecken sehr entscheident. Wenn du was schaffen willst, dann schafft man das auch.Und wie hier wohl schon geschrieben, meistens waren es Leistungssportler (mit Vorbildung eben) die das geschafft haben.Hut ab noch heute vor solchen Menschen.

Rainer-Maria...denn ich wäre schon nach 500 Metern abgesoffen.


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17.10.2020 20:23
avatar  GKUS64
#6
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An der Uni Greifswald läuft derzeitig das Projekt "Todesfälle bei Fluchtversuchen über die Ostsee".
Nähere Informationen dazu in der "SUPER illu" vom 15.10.2020 und auf der Internetseite:

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=...LHmbhMbx8bHJIDM

MfG

GKUS64


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17.10.2020 20:56
#7
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Zitat von Gast im Beitrag #5
Der Rainer jetzt mal in einem Schwimmbad/Erlebnisbad in Suhl. Geschätzte Länge der Bahn so 40 Meter? Ein junges Mädel und ein alter Mann spulten da so mindestens 20 Bahnen ab....wenn nicht noch mehr...also gut Eintausendsechshundert Meter. Als Beide aus dem Wasser stiegen waren sie noch recht fit, das Wasser dazu recht kühl....nur eben und klar, kein Vergleich zur Ostsee.

Ich denke mal ferner, der menschliche Wille ist in solchen Situationen, auf solchen Langstrecken sehr entscheident. Wenn du was schaffen willst, dann schafft man das auch.Und wie hier wohl schon geschrieben, meistens waren es Leistungssportler (mit Vorbildung eben) die das geschafft haben.Hut ab noch heute vor solchen Menschen.

Rainer-Maria...denn ich wäre schon nach 500 Metern abgesoffen.


Ein junges Mädchen, gut, die ist eben etwas fitter als die meisten jungen Leute heutzutage. Aber ein alter Mann ? Alle Achtung, Hut ab. In Jungen Jahren, ich war etwa 23, 24, bin ich im Mai die Länge über den Möllensee geschwommen. Allerdings sicherheithalber in Bootsbegleitung. Waren etwa 2,5 km. Fertig war ich nicht, es ging dann irgendwie automatisch, bin auch nicht auf Zeit geschwommen, aber unterkühlt. Zurück habe ich die Ruder übernommen, aber noch mind. eine viertel Stunde habe ich geschnattert wie eine Weihnachtsgans. Hatte ja damals auch nicht viel Fett am Körper, das mich warm hielt. Heute übrigens auch nicht (außer sichtbar was am Bauch).
Mein Vater erzählte mir einmal, daß es bei Hitler außer dem Freischwimmerzeugnis auch ein sog. Totenkopfschwimmen gab, welches die SS absolvieren mußte. Das waren, wie ich mich an seine Erzählungen erinnere, auch 2 km.


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17.10.2020 21:29
avatar  Gert
#8
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Zitat von krelle im Beitrag #1
Flucht über die Ostsee am 21.09.1963. Die Namen und Geburtsdaten der Personen habe ich aus Gründen des Datenschutzes gelöscht


nun, ich war an der Küste zwischen Priwall und Boltenhagen bei der 6.GBK als Grenzwacht tätig-. Die Sicherungsmaßnahmen waren vergleichsweise einfach zu meiner Zeit 1963/64. Doppelter Drahtzaun und ein K 6, keine Minen, keine Stolperdrähte und ähnliche Dinge- Auf dem Küstenabschnitt liefen wir Streife Tag und Nacht. In unserem Abschnitt war es reizvoll für Flüchtende, da der Schiffsfahrweg durch die Lübecker Bucht ziemlich nah war ( geschätzt 2 - 3km ) Dort war reger Schiffsverkehr wie Skandinavienfähren und Sportboote. Wir haben hin und wieder morgens in den Dünen Kleidung, Mopeds usw. gefunden. Auch wenn keine Schiffe kamen, so konnten die Schwimmer sich an die Begrenzungstonnen dieser Schiffahrtsroute festhalten und auf Bergung hoffen, natürlich nicht auf die Bergung der Boote aus Wismar.

Warum muss es uns eigentlich noch besser gehen, wenn es uns gut geht?

*Hubert Joost

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18.10.2020 17:22
avatar  andyman
#9
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #6
An der Uni Greifswald läuft derzeitig das Projekt "Todesfälle bei Fluchtversuchen über die Ostsee".
Nähere Informationen dazu in der "SUPER illu" vom 15.10.2020 und auf der Internetseite:

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=...LHmbhMbx8bHJIDM

MfG

GKUS64

Hallo.
Hier im Forum gibt es einen Thread dazu.Uni sucht Zeitzeugen zu Fluchten über die Ostsee
Lgandyman

Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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18.10.2020 18:36
avatar  RalphT
#10
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Zitat von Blitz_Blank_Kalle im Beitrag #3
Luftlinie ist was ganz anderes als Wasser.


Stimmt. Ich stehe ab und zu mal an der "Alten Liebe" bei Cuxhaven. Hier ist die Elbe von Ufer zu Ufer ca. 15,5 km breit. Man kann am anderen Ufer noch einiges erkennen.
Ich behaupte mal, rüberschwimmen schafft fast keiner. Ich war schon im Hallenbad nach 1km halb kaputt. Dazu noch Wellen und Strömung.


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18.10.2020 19:56
#11
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Vor allem hat Wasser die blöde Angewohnheit, dass man sich (ohne Hilfsmittel) schlecht richtungsmäßig orientieren kann. Soll Leute gegeben haben, die versehentlich im Kreis geschwommen sind und dachten sie hätten es geschafft.

Démerde-toi !


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18.10.2020 20:44
avatar  Lutze
#12
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Auch ohne Wasser bewegen sich noch einige Alt-Genossen hier im Kreis
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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