Der sozialistische Wettbewerb bei den GT und ...

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15.03.2021 17:31
avatar  birx20
#196
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Die Parolen die von offizieller Seite dazu herausgehauen wurden,waren eine echte Lachnummer siehe #193 :-).


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15.03.2021 17:36
avatar  BRB
#197
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BRB

Zitat von furry im Beitrag #195
Sozialistischer Wettbewerb, egal wo, da wurde getrickst und gelogen, bis sich die Balken bogen.
Dazu fällt mir ein: Wie muss eine gute Ausrede sein?
Sie muss frech vorgetragen werden, glaubhaft erscheinen und ersten Überprüfungen standhalten.


Wo ist da zu heute der Unterschied ?


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15.03.2021 17:36 (zuletzt bearbeitet: 15.03.2021 17:43)
avatar  Fall 80
#198
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #192
Hallo @Gert ,

Der sozialistische Wettbewerb ging auf eines der leninschen Prinzipien zur Entwicklung der Wirtschaft und Arbeitsproduktivität ohne kapitalistische Konkurrenz zurück. In der Wirtschaft war der Ausdruck des sozialistischen Wettbewerbs der Titel „Kollektiv der sozialistischen Arbeit“. Träger der Sache war der FDGB. Wann und wie dieses Prinzip in die Streitkräfte übernommen wurde, weiß ich nicht. 1979 war dieses Thema omnipräsent. Ich hatte mich z.B. an der Offiziershochschule jährlich zu verpflichten, die Soldatenauszeichnungen zu erringen. Ich musste nicht, aber es schien besser, das zu wollen, und ehrlich - ich wollte. Anfang der 80-er Jahre kamen dann die Ehrenbanner in Mode.

Sinnhaftigkeit des Ganzen? Ach Gottchen! Ich habe nun seit 30 Jahren mit Planung und Wettbewerb in einer anderen Gesellschaftsordnung zu tun, und ich darf Dir versichern, bestimmte Dinge sind vollkommen Systemunabhängig. Solange ein Wettbewerb keinen Einfluss auf vitale wirtschaftliche Prozesse hat, sind auch heute Verpflichtungen, Abrechnungen und putzige Würdigungen nur ein lustiger Zeitvertreib. Ich erinnere mich aber auch an eine Sentenz aus der Beginnzeit meines Studiums an der Militärpolitischen Hochschule (1988): „Es gibt drei Formen der Lüge: Notlüge, Zwecklüge, Statistik. Der sozialistische Wettbewerb stellt eine Zusammenfassung dieser drei Formen dar.“ Ich kenne keinen, der damals widersprochen hätte, aber als offizielles Zitat war es ... nun sagen wir mal ... nicht besonders gebrauchsfähig. 😉

Herzliche Grüße!
Ciao Rainman


Das ist es ja, die Masse hat genickt und gute Mine zum bösen Spiel gemacht.

Wimre ist Lenin 1924 gestorben, dass seine Prinzipien zur Entwicklung der Wirtschaft nichts gebracht haben, müsste auch 1950 jeder halbwegs intelligente Funktionär doch erkannt haben.

Das es die DDR 40 Jahre gegeben hat ist doch mehr den Tatsachen geschuldet, dass sie sich an fremden Eigentum bereichert hat und viele Bürger aus eigenem Antrieb fleißig gearbeitet haben. Ein Verdienst der Funktionäre, welche sich mit getürkten Zahlen nach Strich und Faden gegenseitig belogen haben war es jedenfalls nicht.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.


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15.03.2021 17:38
avatar  furry
#199
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Zitat von BRB im Beitrag #197
Zitat von furry im Beitrag #195
Sozialistischer Wettbewerb, egal wo, da wurde getrickst und gelogen, bis sich die Balken bogen.
Dazu fällt mir ein: Wie muss eine gute Ausrede sein?
Sie muss frech vorgetragen werden, glaubhaft erscheinen und ersten Überprüfungen standhalten.


Wo ist da zu heute der Unterschied ?


Such ihn! Ich konnte ihn noch nicht finden.

"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)

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15.03.2021 18:09
avatar  linamax
#200
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Zu 197 So gelogen und betrogen wie in der DDR wurde, daß geht nicht zu toppen .


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15.03.2021 18:44
#201
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Zu200 Da hast Du sicher Recht,aber die regierungstreuenMedien heutiger Zeit übertreffen das locker.


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15.03.2021 18:58
avatar  GKUS64
#202
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Nach der Liquidierung unserer Weltfirma "Pentacon" fand ich glücklicherweise 1992 einen Job in einem Forschungsinstitut. Die einzelnen Abteilungen hielten die anstehenden Aufgaben wie "Einwerbung von Drittmitteln",
unterschiedliche Projekte mit Terminen usw. in sog. Forschungsplänen fest. Der Chef arbeitete diesen Plan aus und legte darin entsprechende Arbeitsschritte und Termine fest. Die einzelnen Punkte wurden dann mit "Meilensteine" bezeichnet.
Als neuer Mitarbeiter dachte ich, das ist ja wie im VEB. Es war eine auch in anderen Instituten, übliche Bezeichnung von Leistungsabschnitten. In bestimmten Zeiträumen erfolgte dann dazu eine entsprechende Kontrolle durch den Chef, meist in den Abteilungsversammlungen. Für mich war es jedenfalls ungewöhnlich und ich und auch andere Kollegen machten ihre Späße dazu. Es war ein Kontrollmittel zum Stand der jeweiligen Aufgaben, Prämien gab es dafür aber nicht.


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15.03.2021 20:34
#203
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Zitat von Fall 80 im Beitrag #198
Zitat von Rainman2 im Beitrag #192
...
Der sozialistische Wettbewerb ging auf eines der leninschen Prinzipien zur Entwicklung der Wirtschaft und Arbeitsproduktivität ohne kapitalistische Konkurrenz zurück.

...
Wimre ist Lenin 1924 gestorben, dass seine Prinzipien zur Entwicklung der Wirtschaft nichts gebracht haben, müsste auch 1950 jeder halbwegs intelligente Funktionär doch erkannt haben. ...

Das würde ich so nicht sagen. Die Sowjetunion hatte in nicht mal 20 Jahren, nach Weltkrieg, Revolution und Bürgerkrieg, ein Agrarland zu einem Industriestaat umgewandelt. Im 2. Weltkrieg überflügelten sie nach Niederlagen und Zerstörungen in relativ kurzer Zeit die deutsche Kriegsproduktion. Und nach dem Krieg konnten sie sowohl im konventionellen, als auch im atomaren Wettrüsten mithalten. Das wurde von vielen, übrigens auch im Westen, als Erfolg gewertet. Und unter Stalin wurde zu den Details geschwiegen. Dass der Import der Prinzipien unter deutschen Bedingungen nicht funktionierte, hätte mit dem 17. Juni 1953 erkannt werden können. Aber da war ich noch Quark im Schaufenster ... Als ich 1960 das Spielfeld betrat, wuchs ich zunächst im unerschütterlich scheindenden Glauben auf, alles was die Sowjetunion tat war gut und richtig. Eine naive, kritiklose Haltung, die erst wirklich erschüttert wurde, als ich mit Glasnost und Perestroika konfrontiert wurde ...

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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15.03.2021 23:04
avatar  Fall 80
#204
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #203

Das würde ich so nicht sagen. Die Sowjetunion hatte in nicht mal 20 Jahren, nach Weltkrieg, Revolution und Bürgerkrieg, ein Agrarland zu einem Industriestaat umgewandelt. Im 2. Weltkrieg überflügelten sie nach Niederlagen und Zerstörungen in relativ kurzer Zeit die deutsche Kriegsproduktion. Und nach dem Krieg konnten sie sowohl im konventionellen, als auch im atomaren Wettrüsten mithalten. Das wurde von vielen, übrigens auch im Westen, als Erfolg gewertet. Und unter Stalin wurde zu den Details geschwiegen. Dass der Import der Prinzipien unter deutschen Bedingungen nicht funktionierte, hätte mit dem 17. Juni 1953 erkannt werden können. Aber da war ich noch Quark im Schaufenster ... Als ich 1960 das Spielfeld betrat, wuchs ich zunächst im unerschütterlich scheindenden Glauben auf, alles was die Sowjetunion tat war gut und richtig. Eine naive, kritiklose Haltung, die erst wirklich erschüttert wurde, als ich mit Glasnost und Perestroika konfrontiert wurde ...


In der SU sind in den 20 Jahren nach dem 1. Weltkrieg sogar in ihrer Kornkammer Millionen Bauern verhungert. Die Enteignung der Bauern und Gründung der Kolchosen war kontraproduktiv und das hat sich bis 1990 nicht wesentlich geändert. Erst nach der Privatisierung in der Landwirtschaft ging es dann aufwärts. Auch weil man westeuropäische Agrarexperten ins Land gelassen und staatlich gefördert hat. Typisches Beispiel ist Herr Dürr
http://www.aktuell.ru/russland/wirtschaf...bauer_2488.html
Der spricht russisch, wohnt vor Ort und eröffnet eine Molkerei nach der anderen.

Die lebenswichtige Rüstungsproduktion wurde mit brachialer Gewalt unter unmenschlichen Bedingungen erreicht. Nicht unerheblichen Anteil daran hatten Lieferungen der Aliierten. Nahrungsmittel, Fahrzeuge Waffen und Flugzeuge.

Die größten wirtschaftlichen Erfolge hat Russland nach dem II. Weltkrieg auf dem Gebiet der Rüstung incl. des Raumfluges erreicht. Dafür hat die Masse der Bevölkerung gegen Ende des 20.JH noch gelebt wie die Bewohner Westeuropas vor dem I. WK.

Der soz. Wettbewerb in der SU war immer die Gratwanderung zwischen harter Arbeit unter schlechten Lebensbedingungen oder der Alternative Gulag.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.


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15.03.2021 23:46
#205
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Zitat von Fall 80 im Beitrag #204

...
Der soz. Wettbewerb in der SU war immer die Gratwanderung zwischen harter Arbeit unter schlechten Lebensbedingungen oder der Alternative Gulag.
...


Da habe ich heute keine andere Auffassung. Ich hatte mich auf die damalige, mögliche Sichtweise bezogen. Man darf auch nicht vergessen, selbst die späteren Funktionäre, die in der Sowjetunion waren und die Zustände der Stalinzeit erlebt hatten, schwiegen über das dort erlebte und betrieben nur eifrig den Stalin-Kult. Besonders Deinen Satz zum Sozialistischen Wettbewerb teile ich vollauf.

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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16.03.2021 07:40
avatar  Fall 80
#206
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Zitat von Rainman2 im Beitrag #205
Zitat von Fall 80 im Beitrag #204

...
Der soz. Wettbewerb in der SU war immer die Gratwanderung zwischen harter Arbeit unter schlechten Lebensbedingungen oder der Alternative Gulag.
...


Da habe ich heute keine andere Auffassung. Ich hatte mich auf die damalige, mögliche Sichtweise bezogen. Man darf auch nicht vergessen, selbst die späteren Funktionäre, die in der Sowjetunion waren und die Zustände der Stalinzeit erlebt hatten, schwiegen über das dort erlebte und betrieben nur eifrig den Stalin-Kult. Besonders Deinen Satz zum Sozialistischen Wettbewerb teile ich vollauf.


@Rainman
Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Mit Deiner Zustimmung zu meinem Beitrag hatte ich nicht gerechnet.

Es gab auch Funktionäre, welche die Stalinzeit in der SU selbst erlebt und überlebt hatten und auf Grund der Analogie beim Wiederaufbau in der russischen Besatzungszone die Gefahr erkannt und die Reißleine gezogen haben.

Ich gehe mal davon aus, dass Du die Bücher von Wolfgang Leonhard gelesen hast.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.


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16.03.2021 17:22
avatar  Fall 80
#207
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Zwei Episoden bei dem soz. Wettbewerb habe ich noch. Bei beiden bin ich knapp an einer "Amtsenthebung" vorbei geschrammt.
Als Schichtleiter in der ZET sollte ich bei bester Druschzeit alle 20 Mähdrescher des Komplexes schön aufgefädelt wie auf einer Perlenkette für ein Foto der Bezirksleitung aufstellen. das habe ich mit der Begründung abgelehnt, dass uns so eine Aktion mindestens 10 % der Tagesleistung kosten würde und habe empfohlen doch am folgenden Tag um 7 Uhr bei der Vorbereitung zu fotografieren. Das fanden einige nicht amüsant. Hat mich aber nicht gejuckt.

Bei einer ähnlichen Aktion wurde ich nach der zeitweiligen Parteigruppe des Komplexes gefragt. Auf meinen Hinweis, dass kein Parteigenosse im Komplex sei, fragte der Funktionär warum das so ist?
Da sagte ich nur: Was denken sie denn warum wir so hohe Leistungen erbringen?

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.


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17.03.2021 12:38 (zuletzt bearbeitet: 17.03.2021 13:54)
avatar  Fall 80
#208
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Neben dem Wettbewerb ging es ja in der Landwirtschaft um die Einführung industrieller Produktionsmethoden.

Dabei sollte zur besseren Auslastung der Technik auch in zwei Schichten gearbeitet werden. Bei der Bodenbearbeitung oder bei der Maisernte ist das noch ganz gut realisierbar gewesen. Bestellung und Bestandespflege brauchen aber gute Sicht. Damals waren die Traktoren noch nicht so beleuchtet wie ein Weihnachtsbaum und automatische Steuerung über GPS gab es ja auch noch nicht.
Insgesamt waren viele nicht von der Schichtarbeit begeistert. Noch dazu wo viele Traktoristen den Traktor fast als Eigentum betrachteten und mit niemanden teilen wollten.

Die Stimmung war gespalten bis ein Kollege sagte, ich mache mit wenn es die richtige Schichtarbeit ist. Auf Nachfrage was denn die richtige Schichtarbeit sei sagte er: "Eine Schicht Genossen und dann eine Schicht Erde". Da gingen dann viel Hände hoch um ihre Bereitschaft zu erklären.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.


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17.03.2021 13:46
avatar  birx20
#209
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Den sogenannten sozialistischen Wettbewerb gab es in allen Lebensbereichen der DDR, ausser in der Kirche :-).

Dort wurde um die Gunst Gottes geeifert.

Der soz Wettbewerb nahm abstruse Züge an und hatte fast immer als konkretes Ergebnis nichts Greifbares zu bieten.
Das ND übertraf sich jeden Tag mit Rekordmeldungen zum sozialistischen. Wettbewerb, nur leider war das nicht in den Lebensbedingungen der DDR Bürger oder im Angebot in den Geschäften zu sehen.
Marxistisch- leninistische Dichtung (Märchen) prallte auf die Wirklichkeit der DDR.


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15.09.2021 16:05
#210
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Sag mal, Fred.S. - Bist du Schirrmeister im BZ Horst (Boizenburg) gewesen? Wenn Ja, von wann bis wann?
VG Horst


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