"Entgrenzte Gewalt"zu "Dosierter Gewalt"

04.01.2018 18:20
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#1
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Das interessiert mich mal, weil in diesem Nachruf von diesem Ulrich Klaus Wegener war es etwas deplaziert, das gebe ich zu.Der Mann war ab 1949 in so ner Art Opposition zur DDR, verbreitete Flugblätter und wurde zu ner Haftstrafe verurteilt. Nun steht in einem Text in dem Nachruf, Wegener stand später im Beruf und BRD auf "Dosierte Gewalt"?

Gut und schön, nur nix anderes hat doch diese SED in der DDR auch angewendet. Und zwar Dosierte Gewalt(Jugendwerkhöfe, Kinderheime, Knast, Einwirkung auf Oppositionelle, Sonstiges) Und nicht "Entgrenzte Gewalt". Ich brachte das in etlichen Texten über die DDR mit sinngemäß "Gesundem Druck auf den Einzelnen, so das Er, Sie in der Gesellschaft läuft, sich entwickelt" zum Ausdruck, weil, das ist sinngemäß gleichzusetzen, so meine Denke.

Rainer-Maria


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04.01.2018 19:11
avatar  GKUS64
#2
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https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&...UVFXt6KSkPqdsdo

Ein früher Spiegel-Artikel, im 8. Absatz etwas zu "dosierter Gewalt"


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04.01.2018 20:02 (zuletzt bearbeitet: 04.01.2018 20:03)
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#3
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Der Beruf von ihm und seiner Truppe war wohl hauptsächlich Leute aus der Gewalt von Terroristen zu befreien, mit Gewalt, was da nun die DDR damit zu tun haben soll erschließt sich mir nicht so richtig.


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04.01.2018 20:10 (zuletzt bearbeitet: 04.01.2018 20:11)
#4
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #3
Der Beruf von ihm und seiner Truppe war wohl hauptsächlich Leute aus der Gewalt von Terroristen zu befreien, mit Gewalt, was da nun die DDR damit zu tun haben soll erschließt sich mir nicht so richtig.


Mir geht es ebenso, nun kann man ja versuchen viele Zusammenhänge zu konstruieren, aber was bitte hat GSG9 mit dem Innenleben der DDR zu tun...was die Befreiung der Geiseln aus der Landshut mit Jugendwerkhöfen in der DDR?

....


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05.01.2018 11:11
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#5
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Ganz einfach Männer. Und ich erläutere das mal für euch zwei Schwer....und irgendwie um die Ecke-Denker. Dosierte Gewalt löst Probleme. Nimm nur nen Jugendlichen, einen von der harten Sorte in einem ehemaligen Jugendwerkhof der DDR. Reden nützte da nix, zumal dieser harte Junge hatte vorher null Problemo um bei Tanzveranstaltungen Anderen Nase sinngemäß zu blutigem Brei zu schlagen(selbst erlebt als Augenzeuge, und das öfters)

Was machst du also mit so einem Jungen um den wieder zu Sozialisieren? Um das dieser doch so hoffnungslose Fall wieder in die Gesellschaft findet. Auch voll in die Fresse? Mitnichten, du wendest also andere Erziehungsmethoden an. Eben "gesunden Druck, nennt es dosierte Gewalt". Denkt mal an solche Dinger wie diese Bootscamps in den USA. Ist auch nur nix anderes,wie frühere Jugendwerkhöfe in der DDR, nur raffinierter, verfeinerter, moderner.....

Jetzt begriffen? Ich denke immer noch....na, ich bin mir nicht sicher?

Rainer-Maria

Und einen guten Tag allen ins Forum


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05.01.2018 11:55 (zuletzt bearbeitet: 05.01.2018 12:03)
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#6
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Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #1
Nun steht in einem Text in dem Nachruf, Wegener stand später im Beruf und BRD auf "Dosierte Gewalt"?


Tatsächlich stand da:
"Trotzdem prägte die Erfahrung entgrenzter Gewalt sein Denken – Wegener sagte einmal der WELT, der Einsatz dosierter Gewalt sei immer dann zulässig, wenn sich auf diese Weise Schlimmeres verhüten lasse."

Das scheint mir etwas anderes zu sein.
Überhaupt kommt mir die Diskussionseröffnung etwas philosophisch vor, wenn man nicht vorher die zu diskutierende Definition für "Gewalt" festhält.
Die Gewaltanwendung im "Wegener'schen" Sinne" ist ja wohl ganz klar körperliche Gewalt mit dem Ziel, bestimmte Personen selbst an der unmittelbaren Gewaltausübung zu hindern.

Attribute wie "dosiert" oder "entgrenzt" kann man getrost weglassen, denn es wird sowieso immer (mindestens) so viel Gewalt angewendet, wie für die eigene Zielerreichung erforderlich erscheint, egal von wem.

Irgendwo meine ich gehört zu haben, dass die GSG-9 in Ihrer Geschichte wohl so um die 1.700 Einsätze hatte, bei denen es 7x zum Schusswaffeneinsatz kam.
Vielleicht verdeutlicht das die Wegener'sche Auffassung von "Dosierung" ein bisschen.

Wie man hier irgendwie eine Parallele zur Staatsgewalt im Sinne von Strafvollzug oder auch nur Erziehung herstellen kann, erschließt sich mir nicht.
Wenn Du (RMR) mit "gesundem Druck" als Gegenstück zu Wegeners "dosierter Gewalt" hingegen körperliche Gewalt als Erziehungsmethode gegen (mehr oder weniger wehrlose) Insassen der von Dir genannten Einrichtungen meinst, solltest Du das ganz klar so formulieren.
Dann kann man das auch diskutieren.


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05.01.2018 14:26
avatar  Hanum83
#7
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Mag sein ich bin begriffsstutzig, für mich sind bewaffnete Geiselnehmer und einer der auf dem Tanzsaal einem eine eingeschenkt hat immer noch zwei paar verschiedene Schuhe.
Man kann natürlich alles irgendwie zusammenreimen.


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05.01.2018 14:36
#8
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Ich denke das sich diese Schnittpunkte zufällig ergeben.
Ich glaube nicht, dass Wegener diese Taktik darum wählte, weil sie auch in der DDR Verwendung fand.

Übrigens wurde nicht nur in der DDR diese Art Druck verwendet, geht man in der Geschichte weiter zurück, wird man auch dort fündig.
Selbst in der Gegenwart wird man fündig, meist in anderen Kulturkreisen, aber durchaus auch noch in unseren westlich geprägten Kulturkreisen.
Die Gewaltfreie, oder sagen wir besser, die antiautoritäre Erziehung, ist eher ein Gebilde der 68er Bewegung, auch ein Gebilde der demokratischen Entwicklung, deren -leider auch negativen- Folgen, heute sichtbar sind.

Ich sehe die Anwendung dieser Art Gewalt, wie sie Wegener definierte, als strategisches und taktisches Mittel, frei nach dem Motto, Angriff ist die beste Verteidigung.


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05.01.2018 15:39
#9
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Irgendwie passt es für mich nicht zusammen, das eine ist die Befreiung von Geiseln aus der Hand von Terroristen...! Da ergeben sich für mich keine Schnittpunkte irgendwelcher Art mit den Anhängern oder Freunden der strengen Erziehung und eine Wirtshausschlägerei mit dem Kampf gegen Terroristen vergleichen zu wollen hat schon was, aber es gibt eben Meister im Konstruieren von irgendwelchen Zusammenhängen....

...


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05.01.2018 18:35
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#10
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( gelöscht )

Siehe sentry mit diesem:

"Wie man hier irgendwie eine Parallele zur Staatsgewalt im Sinne von Strafvollzug oder auch nur Erziehung herstellen kann, erschließt sich mir nicht.
Wenn Du (RMR) mit "gesundem Druck" als Gegenstück zu Wegeners "dosierter Gewalt" hingegen körperliche Gewalt als Erziehungsmethode gegen (mehr oder weniger wehrlose) Insassen der von Dir genannten Einrichtungen meinst, solltest Du das ganz klar so formulieren.
Dann kann man das auch diskutieren."
textauszug ende

Ich denke so bei mir sentry, wenn damals so ein Jugendlicher deinem Sohn das Gesicht sinngemäß zu Brei geschlagen hätte, dann würdest du etwas anders über die Jugendwerkhöfe der DDR texten. Denn da saßen eben nicht nur "Unschuldige, Wehrlose, über jeden Verdacht Erhabene". Mir erschließt sich auch nicht diese Verharmlosung vom Hanum, so mit diesem doch so leichtem ausgeschriebenen "Wirtshausschlägerei".

Das klingt wie"ist doch nichts passiert Leute, das war doch nur ...." ne, war es eben nicht. Das war brutale Körperverletzung und nichts anderes. Nur, zu DDR-Zeiten gabs leider noch keine "Krisenschönredeteam," oder ne besser formuliert, da wurde junges Opfer(meist völlig unschuldig in die Scheiße gekommen) aber auch voll alleine gelassen.

Rainer-Maria


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05.01.2018 19:22 (zuletzt bearbeitet: 05.01.2018 19:46)
avatar  Hanum83
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Man muss das eventuell im historischen Kontext sehen, der Aufschrei des Entsetzens über die gestrige Äußerung des Oesterreichers z.B. über die eventuelle Unterbringung und Versorgung von Leuten die ihr nacktes Leben gerettet haben konzentriert, eventuell mit Nachtruhe 22 Uhr.
Also für mich war so eine harsche Umgansweise mit mir in meiner Jugend ganz normal, da hat auch keiner panisch aufgeschrien.
Heutzutage gibt es halt andere Sichtweisen auf gewisse freiheitliche Standards, auch für Leute die eigentlich froh sein müssten über Dach übern Kopf, Heizung, Wasser aus Wand und gute Ernährung für geschenkt.
Also aufs Thema bezogen, der Jugendwerkhof war harte Kante, geht heute nicht mehr.
Der Wegener hat auch harte Kante gemacht, gegenüber Typen die mit Waffen rumfuchtelten, gänge heute immer noch, bei richtigen Verbrechen gehört immer ein grober Keil auf einen groben Klotz.


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05.01.2018 20:55
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Mit Gewalt kannst man niemanden erziehen. Am Ende erzeugt man Duckmäuser die sich der momentanen Gewalt beugen aber irgendwann austicken. Bei Terroristen und kriminellen Gewalttätern hilft nur richtiges einsperren um die Gesellschaft zu schützen.

Aber in unserer Gesellschaft geht ja der Täterschutz manchmal schon vor dem Opferschutz.

KS


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