Flucht über die Demarkationslinie

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16.12.2017 18:22
avatar  Viehler
#46
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Hallo Ehli,
iIch verstehe das richtig: DDR (SBZ) Bürger fuhren nach Ostberlin, um dort Waren einzukaufen, die es woanders nicht oder nicht in ausreichender Menge gab ?
Und bekamen dann dafür ein Reiseverbot nach Ostberlin ? Oder war das "Berlin-Verbot" eine Folge von etwas anderem ? Waren die beschriebenen Frühkartoffeln Mangelware in Ostberlin und durften deshalb nicht "exportiert" werden oder fehlten sie im Umland ? In diesem Zusammenhang fallen mir Lebensmittelmarken ein,- im Westen bis etwa 1950,
die eigentlich dafür sorgen sollten, dass solche "Raubkäufe" unterblieben.


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16.12.2017 19:01
#47
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #40
Es gab auch lange noch (weit in die 70er Jahre) Kontrollposten an den Grenzen von Ost-Berlin zur DDR! An großen Ausfallstraßen. Häuschen mit Schranke und Fahnenmast, so ungefähr, und davor ein Polizist oder sogar GTler(?). Da wurde man mit West-Auto öfter mal kontrolliert, ob man vorher auch die angrenzenden DDR-Bezirke im Passierschein beantragt hatte und nicht etwa nur Ost-Berlin. Dann hätten sie sich gefreut.

Die gab es auch noch 1985 und zwar in Altglienicke direkt nach dem Ende der Autobahn aus dem Süden. Und nur stadteinwärts. Dabei ging es um die Durchsetzung der Transitbestimmungen


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16.12.2017 19:08
avatar  ( gelöscht )
#48
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( gelöscht )

Transitstrecken sind noch was anderes. Ich meine so richtig Ost-Berlin-(eigentlich Groß-Berlin)-Umland. Ich erinnere mich an einen Posten auf dem Weg von der Invalidenstraße ins Oderbruch, bei Werneuchen oder so, da sind wir öfter hingefahren. Als Kind habe ich den noch bemannt erlebt, später war das Haus noch länger leer dort.


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16.12.2017 19:28
#49
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Zitat von Viehler im Beitrag #46
Hallo Ehli,
iIch verstehe das richtig: DDR (SBZ) Bürger fuhren nach Ostberlin, um dort Waren einzukaufen, die es woanders nicht oder nicht in ausreichender Menge gab ?
Und bekamen dann dafür ein Reiseverbot nach Ostberlin ? Oder war das "Berlin-Verbot" eine Folge von etwas anderem ? Waren die beschriebenen Frühkartoffeln Mangelware in Ostberlin und durften deshalb nicht "exportiert" werden oder fehlten sie im Umland ? In diesem Zusammenhang fallen mir Lebensmittelmarken ein,- im Westen bis etwa 1950,
die eigentlich dafür sorgen sollten, dass solche "Raubkäufe" unterblieben.

Im Osten waren die Preise staatlich festgelegt, in Westberlin vom Markt bestimmt. Das gleiche galt für die Währungen. Das waren die besten Voraussetzungen für Schmuggelgeschäfte und Devisenschiebereien


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16.12.2017 20:18
#50
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Das "Berlinverbot" haben bestimmte Bürger nicht wg. zuviel Frühkartoffeln bekommen, sondern wg. politischer Unzuverlässigkeit.
Anfangs wollte man sie wohl von der zu leicht überschreitbaren Demarkationslinie zu den Westsektoren fernhalten,
nach dem Mauerbau wollte man in Ostberlin systemferne Gruppenbildungen klein halten, Stichwort Rowdytum (Originalton SED).

Gruss Wolfgang


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16.12.2017 20:30
avatar  Ehli
#51
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Eine Frage wurde schon beantwortet.
Man vor nach Berlin zum Einkaufen,dort gab es Waren,die es in vielen Bezirken der DDR noch nicht gab.
Berlin wurde bevorzugt beliefert.

Ehli
Ich habe es mir nicht ausgesucht, ein Ossi zu sein....
Ich hatte einfach Glück!

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17.12.2017 04:51
avatar  Mart
#52
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #22
Mein Opa (väterl.) und meine Oma (mütterl.) sind nach dem Krieg vielfach über die grüne Grenze in die jeweils anderen Zonen und zurück gewechselt. Im Harz übrigens, den kannte man als Berliner durch Ferienaufenthalte noch relativ gut.
Zu Familienbesuchen, zum Tauschen etc. Obwohl die damals schon bewacht wurde und gesperrt war und man sich vom Osten nicht erwischen lassen durfte.

Mein Vater hat Ende der 1940er, Anfang der 1950er auch ab und an in diesem Bereich (Richtung Vienenburg) ab und an geschmuggelt. Das war eher der Not geschuldet: Im Osten gab es kein Bindegarn für Getreidegarben - Opa hatte Landwirtschaft. So hat Oma ihm Damenstrupfhosen in die Joppe genäht.

Es gab in diesem Bereich Schlepper, die als Ortskundige Schmuggler gegen Geld über die grüne Grenze führten.

Es war alles andere als ungefährlich, es wurde durchaus geschossen. Und zu dieser Zeit waren auch "die Russen" am Kanten zu Gange. Vater schaffte es zweimal: Einmal konnte er nach Anruf fliehen (da wurde die Waffe durchgeladen, aber nicht geschossen), das andere Mal wurde er festgenommen. Nach seiner Beschreibung kam er in eine Holzbaracke, in der schon andere festgesetzte Schmuggler warteten. Am frühen Morgen ergab sich unerwartet die Möglichkeit zur Flucht - die nutzte er sofort.


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17.12.2017 09:43
#53
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Hallo miteinander
Den Unterhaltsverpflichtungen nach einer Flucht in den Westen konnte man
sich nicht entziehen. Eher das Gegenteil traf ein .Die Jugendämter DDR-BRD arbeiteten zusammen.
Ich sollte seitens der DDR 75 Mark Unterhalt bezahlen.Bezahlen mußte ich schließlich nach Aufforderun
Jugendamt West - 150 DM - West.Dieses mußte ich auf ein Konto in Ostberlin üderweisen.
Die Kindesmutter erhielt dann aus Ostberlin 150 Mark Ost überwiesen.Auch damit hat sicch die DDR Devisen
beschafft.
mfG Henning


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17.12.2017 09:44
#54
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Hallo miteinander
Den Unterhaltsverpflichtungen nach einer Flucht in den Westen konnte man
sich nicht entziehen. Eher das Gegenteil traf ein .Die Jugendämter DDR-BRD arbeiteten zusammen.
Ich sollte seitens der DDR 75 Mark Unterhalt bezahlen.Bezahlen mußte ich schließlich nach Aufforderun
Jugendamt West - 150 DM - West.Dieses mußte ich auf ein Konto in Ostberlin üderweisen.
Die Kindesmutter erhielt dann aus Ostberlin 150 Mark Ost überwiesen.Auch damit hat sich die DDR Devisen
beschafft.
mfG Henning


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17.12.2017 10:06
avatar  Pit 59
#55
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Den Unterhaltsverpflichtungen nach einer Flucht in den Westen konnte man
sich nicht entziehen.


Und das ist auch Richtig so.


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