Die Spionageabwehr der DDR Mittel und Methoden gegen Angriffe westlicher Geheimdienste

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17.07.2018 02:38 (zuletzt bearbeitet: 18.07.2018 03:15)
avatar  Kalubke
#61
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Ja, diese Zäsur 1989 war ziemlich surreal, was unser Thema betrifft. Dreh- und Angelpunkt war die territoriale Totalabschottung zwischen Ost und West im Kalten Krieg, die sicherlich auch den östlichen Geheimdiensten die Trauben ziemlich sauer gemacht hat. Lt. Äußerungen von Zeitzeugen beim MfS schwärmten ältere Kollegen, die mit operativen Aufgaben betraut waren, ab und zu noch von den "goldenen" alten Zeiten vor 1961, wo der im Operationsgebiet tätige IM noch mit einer S-Bahn Fahrkarte zum Einsatz geschiickt werden konnte.

Gruß Kalubke


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17.07.2018 10:51 (zuletzt bearbeitet: 17.07.2018 14:13)
avatar  Kalubke
#62
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Zitat von Historiker84 im Beitrag #52

[...]
.Auf S. 692 ist zur Aktion "Konterschlag" 1963 zu lesen, dass der festgenommene GM durch Kräfte er HA II in die DDR zurückgeführt wurde. Donnerwetter ! Wurde der festgenommene GM aus dem Knast befreit ? Oder befand er sich schon wieder in Freiheit ?

[...]




Es handelt sich bei der Aktion "Konterschlag" tatsächlich um eine Gefangenenbefreiung (1951). Beteiligt daran war möglicherweise Herschel (Hersz) Libermann alias GM "Micha". Er wurde vom Leiter der LVfS Groß Berlin Hans Fruck persönlich geführt. Als Fruck in die HV A wechselte hat er seinen GM dorthin mitgenommen. Der wiederum führte den GM "Simon" alias Simon Goldenberg. Wg. der Gefangenenbefreiung lief gegen Simon Goldenberg ein Ermittlungsverfahren in Westberlin (GenSta Bln 61 Js 1248/52 (Gef.-Befr.)). Als der Fahndungsdruck gegen gegen beide im Westen auch wg anderer geheimdienstlicher Aktivitäten, wie z.B. der Anwerbung von Personen für aktive Maßnahmen im OG, wie z.B. Rückführungen und auch Attentate gegen leitende Mitglieder russischer Emigrantenorganisationen in Westberlin (im Auftrag der operativen Gruppe F der KGB-Residientur in Karlshorst (Fall Wolfgang Wildprett)) zu groß wurde, wurden sie nicht mehr im OG eingesetzt und entwickelten sich in der DDR mit den Koko-Firmen F.G. Gerlach Export-Import und G. Simon Industrievertretungen zu den Hauptfiguren im Embargohandel.

Gruß Kalubke


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18.07.2018 21:08
#63
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Es geht aber um das Jahr 1963 und nicht 1951. Oder habe ich da etwas durcheinandergebracht. 1951 ist es vorstellbar. Aber in 1963 ist das eher nicht vorstellbar.


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19.07.2018 02:18 (zuletzt bearbeitet: 19.07.2018 02:50)
avatar  Kalubke
#64
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Ich habe auch nochmal nachgelesen: Die Aktion "Konterschlag" in den 60ern war nicht die Gefangenenbefreiung sondern der Einbruch in das Verbindungssystem von BfV, LfV Berlin und BUNAST Berlin in die DDR mt Hilfe des (der) Doppelagenten(in) GM "Erika".

Ein weiteres interessantes Detail steht auf Seite 622:

Agentenaustauschaktionen fanden nicht erst seit den 60er Jahren (Powers und Abel) auf der Glienicker Brücke statt. Der 1953 im Rahmen der Aktion "Feuerwerk" gewaltsam in die DDR rückgeführte Leiter der OG-Filialle 120 A in Westberlin "Fritz Heister" alias Werner Haase kam drei Jahre später am 10.12.1956 durch einen Agentenaustausch wieder frei. Da haben MfS und OG den Supermächten tatsächlich die Show gestohlen.

Das Buch ist m. E. die erste Veröffentlichung, welche anders die bisher kolportierten Allgemeinplätze, dass Berlin in den 50ern eine internationale Agentendrehscheibe gewesen sei, die Aktivitäten mit konkreten Beispielen belegt.

Dennoch war das m. E. ziemlich bizarr, mit was für einem gigantischen Aufwand die Gegner im Kalten Krieg versucht haben, sich gegenseitig zu unterwandern, obwohl das Nachkriegsdeutschland noch in Trümmern lag und die Not noch nicht überwunden war.

Gruß Kalubke


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22.07.2018 19:35 (zuletzt bearbeitet: 22.07.2018 19:40)
#65
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Da geht jetzt wohl einiges durcheinander. Meine ursprüngliche Frage ist immer noch nicht geklärt. Im Handbuch der BStU zur HA II S. 45 steht, dass der festgenommene IM (sie verwendet nicht die korrekte Bezeichnung "GM") mit Hilfe der HA II befreit und in die DDR zurückgeführt wurde.


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23.07.2018 09:23
#66
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Gibt es Berichte über @seaman ?


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23.07.2018 09:38 (zuletzt bearbeitet: 23.07.2018 09:39)
avatar  Alfred
#67
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Dem geht es gut, wir haben vor einigen Tagen telefoniert und im April haben wir uns beim Kundschaftertreffen gesehen.


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23.07.2018 10:01
#68
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Danke
Mich interessieren Bücher usw. über seine Arbeit
tho


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23.07.2018 12:35
avatar  Merkur
#69
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Da musst Du "Die Spur führt nach Bombay" von Rudolf Weiß lesen.


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23.07.2018 13:25
#70
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#69
schlechter Scherz
Das war ein Eisenacher und ist 1974 gestorben
Mich unteressiert das Leben und die Arbeit vom @seaman
tho


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23.07.2018 19:19
avatar  Merkur
#71
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Und Du meinst, dass er das hier ausbreitet?


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24.07.2018 02:12 (zuletzt bearbeitet: 24.07.2018 02:13)
avatar  Kalubke
#72
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Doch darüber hat er schon berichtet. er war bei der BV Rostock/XV angesiedelt und die hatten u.a. die Kfz-Sünderkartei Flensburg als Zielobjekt im Visier. Den Rest kann er sicher selber erzählen.

Gruß Kalubke


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24.07.2018 02:29
avatar  Kalubke
#73
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Zitat von Historiker84 im Beitrag #65
Da geht jetzt wohl einiges durcheinander. Meine ursprüngliche Frage ist immer noch nicht geklärt. Im Handbuch der BStU zur HA II S. 45 steht, dass der festgenommene IM (sie verwendet nicht die korrekte Bezeichnung "GM") mit Hilfe der HA II befreit und in die DDR zurückgeführt wurde.


Konterschlag wir hier im doppelten Zusammenhang zitert. Einmal als Aktion, den aufgeflogenen MfS-Doppelagenten, aus dem West-Knast zu befreien. Andererseits als eine Aktion, die mit der Verhaftung von Ostspionen endete.

Vlt hat das MfS mehr als einmal ihre aufgeflogenen Leute aus dem West-Knast befreit.


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25.07.2018 13:46
#74
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Gedanken zu einem Buch

Mit der wissenschaftlichen Erforschung der Linie II und deren Umsetzung in einem Buch hat der Autor einen Quantensprung bei der geschichtlichen Darstellung dieser DE vollbracht. Die Spionageabwehr der DDR hat in den letzten 3 Jahrzehnten, im Gegensatz zur HV A, in Publikationen kaum Erwähnung gefunden. Dabei hatte diese HA einen wichtigen Beitrag, in Zusammenarbeit mit anderen DE, Spione und Agenten gegnerischer, feindlicher GD zu entdecken, aufzuklären und und hieb - und stichfeste Beweise zusammeln. Dabei standen dem Autor persönliche Erinnerungen ehem. MA sowie schriftliche Aufzeichnungen des Leiter der HA II zur Verfügung. Insbesondere die Archive bei der BStU mit den Unterlagen und Dokumenten stellten bei der Erarbeitung dieses Teiles einen wichtigen Beitrag dar. Dem Autor ist es gelungen eine komplexe und umfassende Darstellung über die Verantwortungs - und Aufgabenbereiche, Strukturen sowie die rechtlichen Grundlagen der Spionageabwehr darzulegen und aufzuzeigen. Dabei werden die vielfältigen politischen,-wirtschaftlichen und-militärischen Ziele, Angriffs-richtungen, Mittel, Methoden und Schwerpunkte der feindlichen GD umfassend analysiert und beschrieben. Insbesondere wird die Zusammenarbeit der Linie II, als hauptamtliche Spionageabwehrdienst, mit den anderen DE wie die HA I, VI, VII, XVIII, XIX und XX konkret dargestellt. Als ehem. MA der Linie VI weiß ich selber von der umfangreichen Fahndungstätigkeit die an den DDR-Güsten durchgeführt worden. Wobei natürlich nicht alle F-Objekte der HA II zuzuordnen sind. Auch der Hauptgegner der Linie II, das BfV, ist umfassend in seinen Strukturen, Arbeitsweisen, Mittel und Methoden und deren Versuche in das IM-Netz bzw. in das MfS einzudringen, gründlich analysiert worden. Anhand von einigen Fallbeispielen wird die Komplexität und Umfang der Spionageabwehr in den Zeiten des kalten Krieges, der für GD immer heiß war, excellent beschrieben.

Dieses Buch ist ein wissenschaftliches Werk. Wer ein Kriminalroman a la Sherlock Holmes erwartet, den muss ich enttäuschen. Das war aber auch nicht das Ziel des Autors. Es ging, wie es auf dem Einband steht, um die Spionageabwehr der DDR, Mittel und Methoden und Angriffe westlicher GD.

Das Buch ist sehr Umfangreich (1017 Seiten). Aber 40 Jahre erfolgreiche Abwehrarbeit des MfS lassen weniger Seiten nicht zu. Daher folgt bald / demnächst Teil II.

Meine Einschätzung ist das augenblicklich auf diesen GD-Sektor kein anderes Buch gibt, was qualitätsmässig in der Darstellung wie in der Aussage Paroli bieten kann. Dem Autor ist gelungen sachlich, nüchtern, korrekt und ohne für eine Seite Partei zu ergreifen uns einen umfangreichen Einblick in die (geheime) Welt der GD Einblick zu gewähren.


passport


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25.07.2018 21:13
avatar  Alfred
#75
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Sehe ich auch so und freue mich schon auf die nächsten Teile.


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