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#1

Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 01.12.2017 21:34
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Hallo liebe Mitglieder und Gäste in unserem Forum. Der heutige 71.Jahrestag der Gründung der Grenztruppen der DDR ist nicht der Anlass für die Eröffnung des Themas. Ich bin selbst Jahrgang 1956 und habe die Gründung und schweren Anfänge nicht selbst erlebt. Auch wenn die GT der DDR bis zu ihrer Auflösung ein erheblicher Teil meines Lebens waren- es ist schon wieder ein sehr langer Zeitabschnitt seither vergangen.
Das ist eine Zeit, in der ein großer Teil von blindem Hass und fast grundsätzlicher Verleumdung und Diskreditierung sich mMn. etwas beruhigt hat.
Es ist aber auch eine Epoche, wo die Zahl vorhandener Zeitzeigen schnell abnimmt. Es ist deshalb meine Absicht, mit diesem Thema tatsächliche Ereignisse so zu schildern, wie ich diese in Erinnerung habe , oder durch eine Vielzahl noch vorhandener Dokumente belegen kann. Eine politische Bewertung ist absolut nicht gewollt- aber immer in solchen Themen unausweichlich. Der freundliche Leser möchte bei jedem Beitrag in diesem Thema bitte berücksichtigen, dass wir als GRENZTRUPPEN DER DDR auch heute noch stolz darauf sind, als Teil des Volkes der DDR mit diesem Volk eine friedliche , politische Wende erreicht zu haben. Wir sind stolz darauf, dass nicht eine einzige M43 oder 9mm MAK in diesen schwierigen Zeiten auf Andersdenkende abgefeuert wurde, und auch aus dieser Richtung so etwas nicht in unsere Richtung kam. Diese Tatsache ist mMn. genauso hoch zu bewerten, wie die politischen Ergebnisse, die zur deutschen Einheit führten.
Die von mir hier zu schildernden Ereignisse sollen NIEMALS als Heldentaten, aber genausowenig als VERBRECHEN gewertet werden. Sollte das nicht respektiert werden können, werde ich sofort abbrechen und Alles unternehmen, meine Beiträge zu löschen.
Es ist vielmehr meine Absicht sowohl INSIDERN als auch dem "staunenden Publikum" aufzuzeigen, was da alles so abgelaufen ist.
Jede ehrlich gemeinte Frage ist willkommen, weil sie letztendlich Antworten bewirken kann die auch für andere Leser bedeutsam sind. Bitte macht mich auch auf Fehler aufmerksam, bedenkt: Nobody is perfekt ! Auch das hilft Transparenz hoch zu halten. Die Kameraden vom damals angrenzenden Hoheitsgebiet bitte ich, sofern es Ergänzungs-INFO`s gibt, diese freundlichst einzuwerfen.
Ich werde morgen mit dem ersten Fall beginnen, denke dass wir ca. eine Woche darüber diskutieren und Fragen beantworten (soweit das möglich ist).
Dann werde ich vorschlagen einen weiteren Fall vorzustellen. Die Reihenfolge der Patienten bestimmt der Arzt- so steht es in den Wartezimmern. Ich muss mich daran orientieren, welche Dokumente ich zuerst aus dem Haufen "ausgrabe" . Also, dann bis morgen. Reaktionen sind natürlich schon ab sofort erwünscht.
Euch Allen die Besten Wünsche aus TREFFURT, berndk5



Cambrino, Schlutup, Pitti53, Krepp, LO-Wahnsinn, RalphT, Fred.S., Rothaut und hslauch haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#2

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 01.12.2017 22:05
von Schlutup | 5.109 Beiträge | 9863 Punkte
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Moin,
ich freue mich auf deine Berichterstattung



berndk5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#3

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 01.12.2017 22:18
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Da hat mich leider einer festgenagelt- zu deutsch: beim Wort genommen..... ; denke, dass ich mir ganz schön was aufgehalst habe. Aber wenn Du mit im Boot bist, kann ich wohl nicht untergehen. mMn. passt es auch einfach jetzt in die Zeit, wo mann die Vergangenheit mit dem geschichtlichen Abstand nicht so emotional erhitzt und überreizt betrachten kann. Also bis morgen, da gehts dann zur Sache! berndk5



Schlutup und Rothaut haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 02.12.2017 08:33
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Ach wie hatten es wir noch gut 58/59 in Schnellmannshausen, Grenzverletzungen-Durchbrüche Mangelware.
Treffurt hatte noch keine KP, wurde von uns aus mit bewacht. War immer ein langer Anmarsch, Fahrräder hatten wir fast keine, war selten wenn wir sie mal bekamen. Waren meistens für den Spieß oder Küchenchef reserviert, die ja auch mal ins Dorf wollten.

Bin aber schon sehr gespannt auf deine Schilderungen Erich.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
berndk5, Rothaut und hslauch haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#5

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 02.12.2017 11:07
von Schlutup | 5.109 Beiträge | 9863 Punkte
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#6

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 02.12.2017 17:58
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zu #5 , das ist gar nicht so einfach. Erst mal gibt es gefühlt einen Kubikmeter Unterlagen, Akten und persönliche Aufzeichnungen. Logisch nicht sortiert.
Zwischendurch die bange Frage, womit fange ich an. Es soll ja auch Hand und Fuß haben und möglichst schlüssig belegbar sein.
So, nun ist es soweit, ohne Zeitfolge der hier noch zu schildernden Fälle jetzt die wahllos festgelegte Nr. 1 :

Der 07. Mai 1989 , wir erinnern uns- der Wahlsonntag der der letzten Wahl der Kanidaten der NATIONALEN FRONT der DDR .

Wie üblich an der Grenze, eine besondere Sicherungsperiode (mehr gern später auf Anfrage) , eine Konsequenz war die ununterbrochene Führung des KC oder eines seiner direkten Stellvertreter aus dem Objekt der Kaserne oder direkt der Führungsstelle der Grenzsicherung.

Gegen 21:40 Uhr erfolgte die Auslösung des GSSZ-II (Grenzsignal- und Sperrzaun des Typs 80 wimre) zuerst als Kurzzeit- und kurz darauf als Dauerauslösung im Bereich Kammweg Treffurt . (Das liegt ca.700 m RECHTS und oberhalb der heutigen B250 von Treffurt nachg Wanfried.)

Sofortige Abriegelung mit den 2 benachbarten Posten der Grenzsicherung (Str.Kleintöpfer und Werra Treffurt) an befohlene Punkte in der WRG (Wahrscheinliche Richtung der Bewegung der Grenzverletzer) ; A-Gruppe Grenzalarm zur Verdichtung der Abriegelung. Motorisierter Überprüfungsposten zur Auslösestelle.
Bereits jetzt hatte ich schon wegen der Entwicklung der KZA (Kurzeit-Auslösung) in eine DAL (Dauerrauslösung) den A-Zug gewippt und die weitere Verdichtung der Abriegelung befohlen.
Schon um 22:14 Uhr meldete der Überprüfungsposten die Feststellung von Anzeichen der Grenzverletzung mit gleichzeitiger Festnahme von 2 Personen, die sich allerdings bereits feindwärts des GSZ befanden (der Ü-Posten war noch freundwärts des GSZ, das nächste Tor befand sich ca. 70-80 m links vom Festnahmeort).
Eine Postentrennung konnte man nicht riskieren, die GV waren ja erstmal am Boden und im direkten Wirkungsbereich der Waffen, ohne dass geschossen wurde, auch kein Warnschuss.
Die sofort eingesetzte zusätzliche Streife mit LKW LO in Stärke von 1/0/1/2 (Offz./Fä./Uffz./Sold.) gewähleistete die Abholung vom Festnahmeort und Zuführung zur GK .
In dem sofort nachfolgenden Beitrag gibt es Informationen zum Fortgang.



Schlutup, Kontrollstreife, LO-Wahnsinn, Lutze, RalphT, Rothaut, damals wars und GZB1 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#7

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 02.12.2017 17:58
von berndk5 | 462 Beiträge | 2808 Punkte
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zu #6 ,
In dem jetzt nachfolgenden Beitrag gibt es Informationen zum Fortgang.

Nach dem Eintreffen auf dem Kasernenhof wurden die beiden Personen mit erhobenen Händen an das Garagentor gestellt und die gründliche Durchsuchung durchgeführt. (Nur auf dem Hof hatten wir ausreichende Lichtverhältnisse und erforderlichen Freiraum im Gefahrenfall) Die Erstdurchsuchung am Festnahmeort konnte ja nur oberflächlich erfolgen.
Als klar war, dass keine Gefahr von den beiden Personen ausging, habe ich sie unter Bewachung von einem Uffz. in den Offz.Speiseraum bringen lassen und mit heißem Tee versorgen lassen.
Dabei hatten sie mir alle mitgeführten Papiere ausgehändigt und die Absicht "abhauen zu wollen" zugegeben.

Während der Bewachung im Speiseraum habe ich die Erstmeldung an den K-GB (Kommandeur Grenzbataillon) abgesetzt und über meinen inzwischen in der Kaserne eingetroffenen Stellvertreter, die Nachsuche im Grenzabschnitt etc. bis zur Beendigung der Lage, organisieren lassen.

Es war mir wichtig, noch vor dem Eintreffen der Volkspolizei die Erstvernehmung zu beenden und das Formular des Festnahmeprotokolls fertig zu haben.
(zu diesem Grund gerne später mehr)(die Festnahmeprotokolle und die Vernehmungsprotokolle liegen im Original vor- wenn möglich stelle ich diese ab Montag abend ein, wenn Namen noch lebender Personen geschwärzt sind) .

Beide festgenommene Personen waren mir aus vielen vergangenen Sicherheitsberatungen (14-tägig in der Sperrzone, wöchentlich im Schutzstreifen) mit den staatlichen Organen (Bürgermeister, Ortsparteisekretär, ABV der DVP und GBA des MfS) bereits bekannt, der Sohn war als grenzgefährdete Person registriert (auf Wunsch Erklärungen dazu später) .
Der Vater, Z... , Martin 1928 geboren arbeitete als Schäfer bei der LPG (T) Normannstein Treffurt. Der Sohn, Z....., Mario 25.01.1965 war als Rinderzüchter im gleiche Betrieb angestellt. Beide wohnten gemeinsam in einem (herunter gekommenen) Haus in Treffurt in der Leninstraße.

Die Erstvernehmung ergab: Frage: Ist Ihnen bekannt, dass Sie eine Straftat nach den Gesetzen der DDR begangen haben ? Antwort: Ist mir bekannt.
Belehrung, die Wahrheit zu sagen.
Frage nach Alkoholkonsum: Antwort: 2-3 Schnäpse am Nachmittag, von Mittag, bis ca. 15 Uhr.

Frage: Wann wurde der Entschluß gefasst ? Antwort: Er (der Sohn) hat gesagt, ich soll mitkommen, am Nachmittag !
Darauf habe er (Vater) gefragt, wann wollen wir gehen? Der Sohn habe geantwortet, vor 21 Uhr nicht. Sind ca. 21:15 Uhr los gelaufen.
Die Sachen habe der Sohn vorher gepackt. Es wurde der Weg über den Töpferberg geplant, eine vorherige Absprache sei nicht erfolgt.
Sie sind von der Wohnung zur kath.Kirche, weiter über den Bildhäuschenweg gelaufen und dann an das Tor gekommen. Dann sind sie etwas weiter nach rechts gelaufen und über den Zaun geklettert, wobei der Sohn zuerst dem Vater geholfen hat. Sie hätten sich eigentlich für eine längere Zeit eingerichtet, aber sie hatten ja unterwegs keinen getroffen.
Frage nach Kontakten in der BRD: Er habe eine Cousine in der BRD, die ist wohl ca. 30 Jahre alt oder etwas älter.

Er fragt, was jetzt mit seiner Schafherde wird- Gegenfrage, wer die Herde jetzt betreut und Größe: Antwort, es sind 330 Schafe, jetzt betreut sie vorübergehend Herr Karl-Heinz W. aus Schnellmannshausen.
Frage nach seinem Passierschein für Arbeiten im Schutzstreifen: ..der ist im Tresor der LPG...

Der Sohn gab ergänzend in der Befragung an, dass er seit ca. einem halben Jahr die Absicht zum GDBr. hatte und den Vater vor 1 Woche eingewiesen hat.

Ich stelle das erst mal ein, im Protokoll des Sohnes hab ich gerade noch einige Sachen zum Motiv etc. gefunden.
#Setze dann damit fort...



LO-Wahnsinn, Lutze, RalphT und Rothaut haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.12.2017 18:42 | nach oben springen

#8

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 02.12.2017 19:10
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Eine kleine Zwischenfrage,
sollten diese(deine) Unterlagen nicht vernichtet werden?
aber zum Glück sind sie noch da
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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#9

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 02.12.2017 19:37
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Zitat von Lutze im Beitrag #8
Eine kleine Zwischenfrage,
sollten diese(deine) Unterlagen nicht vernichtet werden?
aber zum Glück sind sie noch da
Lutze



Leider haben wir zur Wendezeit zu viele Unterlagen geschreddert oder abgegeben. Einige wie @berndk5 haben sie zum Glück behalten.

Da kann man echt Zeitgeschichte nachvollziehen


LO-Wahnsinn, damals wars und hslauch haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#10

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 02.12.2017 19:43
von berndk5 | 462 Beiträge | 2808 Punkte
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zu #8: Hallo @Lutze , ja klar .
Da gab es schon den Befehl! Aber schieß Du mal ohne Gewehr ! Treffurt war die einzige GK wimre, die am Fernwärmenetz der Zigarrenfabrik angeschlossen war.

Die Leitung ging damals zu dem nur ca. 20 m entfernt befindlichen VEB DENTALFABRIK TREFFURT.

Der Befehl zum Verbrennen verfolgte die Absicht, dass bei einer nicht auszuschließenden Stürmung des Objekts der Kaserne, keine Papiere fremden Leuten in die Hände fallen sollten.
So hab ich den Kram jeden Tag mit einem anderen großen Karton im meinen PKW geladen und in meiner Garage versteckt. Hab das auch dem Kommandeur gemeldet und der hat es abgenickt(natürlich nur am Telefon).
Wollte es zu Hause im Ofen verbrennen- kannst Du aber total vergessen. Hab das schon nach dem ersten Versuch mit dem Ergebnis einer großen Sauerei beim Saubermachen des Ofens aufgegeben.

Beim späteren Umzug konnte ich es auch nicht so einfach im Papierkontainer entsorgen- da hab ich erst mal außerhalb geparkt.

Habe heute erst mit den "Ausgrabungen" begonnen, weil ich ja irgendwie doch Wort halten wollte. Hab aber hier keinen Scanner, da müssen einige Dinge halt bis Montag abend warten.

Leider muss ich aus beruflichen Gründen jetzt gleich abbrechen, mache aber morgen weiter- versprochen. Beste Grüße an Alle, berndk5

PS: .. habe Beitrag von Pitti53 gerade noch gelesen:

Kurzantwort: war einfach sooo - nicht geplant- , erst Recht keine Absicht, hat sich aus der Not so ergeben. Es ist leider Alles unsortiert, aber massenhaft Befehle und Aufgabenstellungen zur Grenzsicherung etc. Pionier-Rapporte um Ausbau etc. Lagebericht, Protokolle von Sicherheitsberatungen uvm. Auch 2 echte ,originale Grenzdienstbücher sind dabei.
Vorschlag: wir bleiben`dran.



Pitti53, Lutze, Rothaut, LO-Wahnsinn und hslauch haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.12.2017 19:46 | nach oben springen

#11

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 02.12.2017 19:47
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Hätte ich auch mal machen sollen. Was hätte ich heute für ein Archiv. Aber wer konnte wissen, dass man es noch mal brauchen könnte?

Hätte hätte........


Mike59 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#12

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 02.12.2017 19:55
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#10 ich denke auch wenn die User sehr neugierig geworden sind, Du solltest nichts übereilen, bernd. Sortiere erst einmal die gesamten Materialien und dann kannst Du uns ja mitteilen, was Du uns zuerst erzählen möchtest. Laß Dir Zeit, bernd. Auch Dir ein schönen Advent.

Ja, pitti, die Gegenheiten bei Dir werden bestimmt eine Andere gewesen sein, als bei bernd.
Auch Dir einen schönen Advent. Euch Beiden mfg. Fred



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#13

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 02.12.2017 21:05
von thomas 48 | 4.456 Beiträge | 3614 Punkte
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In der Fotogalerie gibt es einige Bilder von T.
tho


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#14

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 02.12.2017 21:22
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Toll das Du jetzt die Zeit findest hier zu berichten!

Bei Deinem Fundus den Du noch besitzt...wird dieses Thema hoffenlich ganze Abende füllen.
Ich persönlich bin an alles interessiert....

Zwei Fragen zu #7 habe ich auch gleich:

Warum wurden die beiden von der VP abgeholt? Ich dachte immer MfS nahm sich nach dem verbringen von GV diesen an.
Bei oder kurz nach der "Erstbefragung" war keiner von der V2000 zugegen?

Gruß Rothaut



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#15

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 02.12.2017 21:30
von Rothaut | 957 Beiträge | 3135 Punkte
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zu #6

Wer nahm jetzt genau die zwei GV fest?
Die Ü-Streife war ja noch freundwärts..die GV feindwärts.
Reichte in diesem Fall das Ansprechen und die Aufforderung sich hinzulegen durch den Zaun aus?

Gruß Rothaut



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#16

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 02.12.2017 23:09
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Hallo Leute, hallo @Rothaut , ich bin gerade wieder zurück- zum Beantworten von Fragen reicht die Zeit.

zu #14:
Erstbefragung hat generell die Dienststelle gemacht, die die Festnahme durchgeführt hatte.
Bei GT hing das immer von der jeweiligen LAGE ab.

Soll heißen: Waren frünzeitig Anzeichendes Versuchs GDBr festgestellt worden, begaben sich automatisch auf Befehl der Kommandeure GB als auch GR entsprechende Untersuchungsgruppen mit mehreren Offizieren in die Kaserne der jeweiligen Kompanie- das war grundsätzlich so.

Da hattest Du als KC meist schlechte Karten, weil oftmals versucht wurde, irgendwelche (gar nicht vorhandenen) Lorberen "abzugreifen". Da konnte man manchmal froh sein, wenn trotz Festnahme, die UG des Regiments nicht noch irgendwelche Mängel beim Einsatz der Kräfte und Mittel, oder der Tarnung im GD, oder Blah, Blah, Bla festgestellt hat.
Im Regelfall kam mindestens auch die V 2000, wenigstens der Offizier vom GB .

In diesem Fall war vieles anders.

Erstens: sehr schnelle Festnahme, unmittelbar mit Feststellung der Anzeichen GV .
Man bedenke, dass die Auslösung des GSZ zwar bis zum OPD/GR-1 gemeldet wurde, aber bis zur Meldung über Anzeichen GV auf dieser Ebene gar nichts passierte.
Die Rädchen des Getriebes rollten also erst an, wenn Anzeichen GV gemeldet wurden.

Der reale Zeitfaktor zu DDR-Zeiten vom GR-1 Mühlhausen oder vom I.GB in Hildebrandshausen, oder genauso vom VP-Kreisamt Eisenach nach Treffurt lag im Schnitt bei 60 Minuten.

Zweitens: Mit der Meldung der Anzeichen GV, war eigentlich die Lage schon geklärt, weil ja gleichzeitig die Festnahmemeldung erfolgte.
Zeitnah wurden Vater und Sohn als GV gemeldet (das wurde schon im Gelände erfragt und bei Eintreffen in der GK an mich namentlich gemeldet).
Klar liefen die taktischen Handlungen lt. Vorschrift bis zur endgültigen Abarbeitung aller Schritte im Gelände durch. Das war aber auf der Melde- und Untersuchungs-Strecke eher nebensächlich.

Drittens: war der Name des Sohnes als Grenzgefährdete Person in allen "Registern" erfasst. Damit auch die Einschätzung der Persönlichkeit zumindest einer der Festgenommenen. Beim Vater sage ich nur, 1928èr Jahrgang (wimre)- also auch nicht mehr ganz frisch.

Viertens: Es war Wahlsonntag, das Ding war gelaufen, ohne Schaden für die DDR. Eine politische Motivation im Zusammenhang mit den Wahlen konnte von Anfang an zuverlässig ausgeschlossen werden. Man hatte an diesem Tag sicherlich auch mit Polizei und MfS an anderen "Baustellen" genug zu tun.

Zur Abholung:
Festgenommene Grenzverletzer wurden solange ich es erlebt oder davon gehört habe, bei uns generell von und durch ein Fahrzeug der VP vom VPKA abgeholt, je nach Zuständigkeit VPKA Mühlhausen oder VPKA Eisenach.
Die Kreisgrenze verläuft links der Straße Kleintöpfer .

Selbst in einem anderen, persönlich erlebten Fall, wo die V 2000 die Erstbefragung gemacht hat, erfolgte die Abholung durch die VP . Das wurde auch immer auf dem Vordruck "Festnahmeprotokoll" so quittiert.

zu #15 : Das war ganz eindeutig klar, und lief auch so durch alle Meldungen.

Die Festnahme erfogte durch den Posten, der zur Kontrolle der Auslöseursache eingesetzt war, auch wenn er sich freundwärts befand und die beiden GV den GSZ schon überwunden hatte.

Die Sicherung der liegenden Grenzverletzer erfolgte durch Belehrung über die Androhung des Einsatzes der Schußwaffe bei Fluchtversuch (Entfernung ca. 5-10 m).
Der dann eingesetzte Trupp mit LO und einem Zugführer, sowie einem weiteren Sicherungsposten hatte nur die Eskortierung zum Fahrzeug, Erstdurchsuchung und Überführung zur GK zu leisten.

Das Ansprechen und die Aufforderung hatten ausgereicht, weil beide Personen sehr erschöpft waren und durch die erlittene Aufregung ziemlich fertig waren (beide haben stark gezittert).
Vielleicht waren sie auch etwas unterkühlt vom Liegen auf der Erde.
Dort wollten sie in Deckung gehen als sie die Annäherung des Überprüfungspostens bemerkten (mehrere 100 m völlig freie Fläche, ohne Busch und Baum) .
Gerne fragen, wenn was unklar ist. Morgen mache ich weiter.



Rothaut hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.12.2017 23:10 | nach oben springen

#17

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 02.12.2017 23:44
von Rothaut | 957 Beiträge | 3135 Punkte
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Vielen Dank erstmal auf die schnelle...
Das GV von der VP abgeholt wurden...war mir bis jetzt nicht bekannt.
Kann es sein das durch die VP Festgenommene nur in eine MfS Kreisdienststelle verbracht wurden?
Für mich ist das interessant...da ich aus Gesprächen mit einem Zeitzeugen...es nur so kennne..das GV in die jeweilige GK verbracht und dann durch MfS abgeholt wurden.

Ist vielleicht auschlaggebend..a.) Zeitraum der Festnahme b.) schwere des versuchten Grenzdurchbruches

eine Frage noch....Was war auschlaggebend für eine Registrierung als "grenzgefährdete Person"?

Gruß Rothaut


Ps: Lass Dir Zeit mit der Beantwortung....nicht so zwischen Zähneputzen und schlafen gehen..
Sonst vergißt Du nachher noch was...



zuletzt bearbeitet 02.12.2017 23:49 | nach oben springen

#18

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 02.12.2017 23:57
von Mike59 | 8.940 Beiträge | 3630 Punkte
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Ich kenne es eigentlich so wie von @berndk5 beschrieben.

Der Streifenwagen der VP hat die Festnahme übernommen.

Nach meiner Erinnerung war wirklich das Vorhandensein der vielen Offiziere der Vorgesetzten Stäbe das schlimmste auf der Einheit. Da waren so viele Operative dabei, welche eigentlich keinen richtigen Job hatten, aber Ihre Nase in Ecken steckten die sie eigentlich gar nichts angingen um dann mit irgend welchen Erkenntnissen beim Chef zu glänzen.



Rothaut, vs1400 und damals wars haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#19

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

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Zitat von berndk5 im Beitrag #6
zu #5 , das ist gar nicht so einfach. Erst mal gibt es gefühlt einen Kubikmeter Unterlagen, Akten und persönliche Aufzeichnungen. Logisch nicht sortiert.
Zwischendurch die bange Frage, womit fange ich an. Es soll ja auch Hand und Fuß haben und möglichst schlüssig belegbar sein.
So, nun ist es soweit, ohne Zeitfolge der hier noch zu schildernden Fälle jetzt die wahllos festgelegte Nr. 1 :

Der 07. Mai 1989 , wir erinnern uns- der Wahlsonntag der der letzten Wahl der Kanidaten der NATIONALEN FRONT der DDR .

Wie üblich an der Grenze, eine besondere Sicherungsperiode (mehr gern später auf Anfrage) , eine Konsequenz war die ununterbrochene Führung des KC oder eines seiner direkten Stellvertreter aus dem Objekt der Kaserne oder direkt der Führungsstelle der Grenzsicherung.

Gegen 21:40 Uhr erfolgte die Auslösung des GSSZ-II (Grenzsignal- und Sperrzaun des Typs 80 wimre) zuerst als Kurzzeit- und kurz darauf als Dauerauslösung im Bereich Kammweg Treffurt . (Das liegt ca.700 m RECHTS und oberhalb der heutigen B250 von Treffurt nachg Wanfried.)

Sofortige Abriegelung mit den 2 benachbarten Posten der Grenzsicherung (Str.Kleintöpfer und Werra Treffurt) an befohlene Punkte in der WRG (Wahrscheinliche Richtung der Bewegung der Grenzverletzer) ; A-Gruppe Grenzalarm zur Verdichtung der Abriegelung. Motorisierter Überprüfungsposten zur Auslösestelle.
Bereits jetzt hatte ich schon wegen der Entwicklung der KZA (Kurzeit-Auslösung) in eine DAL (Dauerrauslösung) den A-Zug gewippt und die weitere Verdichtung der Abriegelung befohlen.
Schon um 22:14 Uhr meldete der Überprüfungsposten die Feststellung von Anzeichen der Grenzverletzung mit gleichzeitiger Festnahme von 2 Personen, die sich allerdings bereits feindwärts des GSZ befanden (der Ü-Posten war noch freundwärts des GSZ, das nächste Tor befand sich ca. 70-80 m links vom Festnahmeort).
Eine Postentrennung konnte man nicht riskieren, die GV waren ja erstmal am Boden und im direkten Wirkungsbereich der Waffen, ohne dass geschossen wurde, auch kein Warnschuss.
Die sofort eingesetzte zusätzliche Streife mit LKW LO in Stärke von 1/0/1/2 (Offz./Fä./Uffz./Sold.) gewähleistete die Abholung vom Festnahmeort und Zuführung zur GK .
In dem sofort nachfolgenden Beitrag gibt es Informationen zum Fortgang.


wimre, berndk5,
gab es einen monat vorher eine änderung für den gebrauch der schusswaffe im grenzdienst.
sinngemäß sollte sie nur noch zur persönlichen verteidigung benutzt werden.

gruß vs ... und danke.


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


berndk5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#20

RE: Grenzdurchbrüche und Festnahmen im Abschnitt der GK Treffurt

in Grenztruppen der DDR 03.12.2017 00:13
von berndk5 | 462 Beiträge | 2808 Punkte
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Hallo @Rothaut, zum erstenTeil:
Ich kann da nur meine Meinung aus der persönlichen Erfahrung sagen, endgültig genau weiß ich es nicht.
Ich denke, dass in erster Linie Dein b) entscheidend war.

Handelte es sich um normale Versuche nach § 213, erfolgte die Zuführung in die Zellen des VPKA. Man hatte dann ja Zeit , miteinander zu entscheiden (das machte schon das MfS wimre), wohin die Reise für den Festgenommenen ging.
Da war sowohl ein "STASI-Knast" als auch eine normale UHA möglich.

Selbst in der UHA konnten ja die Untersuchungsführer des MfS Befragungen oder Vernehmungen durchführen- klar, meist lief das aber nur im eigenen Terrain.
Eine Verbringung in eine KD ist mir generell nicht bekannt.
Das finde ich auch eher unwahrscheinlich, da wir bei uns in der Bezirksstadt Erfurt einen so genannten STASI-Knast in der Andreas-Straße hatten. War ja nur ca. 1 Stunde Fahrweg mehr von Eisenach aus.

Grenzgefährdete Person:
Dazu gab es über den Bereich "Inneres" also POLIZEI (zum geringen Teil auch Rat des Kreises, Rat des Bezirkes, Abt. Inneres) klare Regeln und Grundsätze. Ist ziemlich konkret geregelt gewesen. Muss ich erst `rauskramen. War aber gleich nach dem Tagesordnungspunkt 1: Einschätzung der Lage im Verantwortungsbereich(durch jeden Teilnehmer) fast immer gleich Tagesordnungspunkt 2 in jeder Sicherheitsberatung. Das ist ein EXTRA-Thema, kann Stunden füllen. Dort waren die erfassten ggf Bürger regelmäßig einzuschätzen und zu beurteilen ob neue bzw. andere Maßnahmen einzuleiten waren. Der Katalog war da breit gefächert. Würde das gern später erklären, ihr müsst nur darauf zurück kommen. Die Sicherheitskommission konnte auch beschließen, Bürger als ggf. zu streichen oder Bürger da neu aufzunehmen.
Die Sicherheitsberatung fand im Grenzgebiet in jeder Gemeinde/Stadt im Schutzstreifen wöchentlich und in der Sperrzone 14-tägig statt. Leiter war jeweil der Kompaniechef der GK oder ein befohlener Stellvertreter. Teilnehmer waren der Bürgermeister, ABV, Ortsparteisekretär und der Grenzbeauftragte des MfS. Protokollführung und Festlergungen erfolgten durch den KC. Es gab einen halbjählichen Arbeitsplan, der der VP, dem MfS und natürlich dem K-GB zu übergeben war. Wimre, hat auch der Bürgermeister das der Abteilung Inneres beim Rat des Kreises zugestellt.
Auf Anfrage gerne mehr.



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