Neuer Bundeswehr-Erlass

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21.11.2017 14:48
#1
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Von der Leyen ordnet Distanz zu Wehrmacht und NVA an

Der Fall des Offiziers Franco A. brachte rechtsextreme Umtriebe in der Bundeswehr zutage. Ministerin von der Leyen legt jetzt einen neuen Erlass vor: Er befiehlt strenge Regeln für die Traditionspflege.

Zitat
Die klare Distanzierung gilt auch für die Nationale Volksarmee (NVA) der früheren DDR. Wörtlich heißt es in dem Entwurf, die NVA habe sich strikt "an der Staatsideologie der DDR" orientiert und stets als "sozialistische Klassen- und Parteiarmee" gesehen. "Die NVA wurde von der SED geführt, handelte im Sinne ihrer Politik und trug maßgeblich zu ihrer Herrschaftssicherung bei", heißt es in dem Papier. "Als Hauptwaffenträger der Partei-Diktatur" sei sie Teil des Unrechtsregimes gewesen.

Für die Bundeswehr bedeutet der Traditionserlass ein recht radikales Umdenken. Statt Anekdoten über Tapferkeit in den zwei Weltkriegen des 20. Jahrhunderts solle ausschließlich ein "verfassungsorientierter Patriotismus" gelten. Der "Auftrag zum Erhalt des Friedens in Freiheit", also Missionen wie in Afghanistan, stehe folglich im Vordergrund.

Einige Themen, die in der Bundeswehr heftig diskutiert werden, kommen in dem Entwurf nicht vor. Was mit Kasernen-Namen passieren soll, die teilweise noch nach herausragenden Fliegern aus Hitlers Luftwaffe benannt sind, wird nicht konkret angesprochen. Von der Leyen hatte sich zu einigen Beispielen zunächst klar geäußert. Dann aber sagte sie, über die Namen solle zunächst vor Ort entschieden werden.



http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...-a-1179428.html

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21.11.2017 17:19
#2
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Zitat von buschgespenst im Beitrag #1
Von der Leyen ordnet Distanz zu Wehrmacht und NVA an


Zumindest hat die NVA nicht im Ausland Krieg gespielt und unsere Freiheit mussten wir auch nicht am Hindukusch verteidigen. Die Olle soll mal wieder als Frauenärztin arbeiten. Da hat sie wahrscheinlich mehr Ahnung von.


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21.11.2017 17:38
avatar  furry
#3
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Was die Traditionspflege mit Sicht auf die umfassend einsatzbereite Technik angeht, sollten die Jungs sich mal ihre Ururaltvorderen zum Beispiel nehmen und wieder mit dem Knüppel durch den Wald rennen.
Ich weiß, es ist Blödsinn, aber der muss sein, bei den Sorgen, die Frau v.d. Leyen im Moment hat.


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21.11.2017 20:00
avatar  Alfred
#4
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Wie mögen sich jetzt die von der Bundeswehr übernommen NVA - Offiziere nur fühlen.

Was diese Frau nur für einen Mist erzählt. Ich bin sonst nicht für bestimmte Sprichwörter, aber die Frau gehört an den Kochtopf.


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21.11.2017 20:34
avatar  linamax
#5
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Also , ich gebe dir ja selten recht ,aber da hast vollkommen recht .


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21.11.2017 20:39
#6
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22.11.2017 11:53
#7
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Wenn Frau Leyen quasi die NVA und die Wehrmacht in einen Topf wirft (wie auch oft die SED und die NSDAP gern zusammengewürfelt werden), ignoriert sie geflissentlich, daß gerade die NVA zur Zeit der Wende sich nicht zur Herrschaftssicherung der alten Regierung und damit der SED mißbrauchen lassen hat. Die ehemaligen NVA-Angehörigen in der BW sollten darauf hinweisen, wenn es wieder mal pauschal zugeht in den Vergleichen. Auch wenn einiger ihrer neuen Kameraden vielleicht meinen, das Wesen der NVA ganz genau zu kennen.


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22.11.2017 22:54
avatar  der 39.
#8
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Ich bin der Auffassung, dass eine militärische Tradition nur darauf fußen kann, wo eine deutsche Armee oder Einheit tapfer erfolgreich oder nicht erfolgreich das deutsche Vaterland verteidigt hat, wer, sei er noch so hervorragend und tapfer gewesen sein, aber das bei Aggressionen, Überfällen auf andere Länder gezeigt hat kann unsere Traditionen nicht begründen.
Um eine solche Aussage drückt sich Frau von der Leyen oder eben ihre Schreiberlinge.
1756-1763 Was wollte Preußen in Böhmen und Schlesien? Sich verteidigen?
1870-71 Was wollte Ppreußen und die anderen deutschen Kleinstaaten in Frankreich?
1884 und Folgejahre, was wollte Deutschland in West-,Südwest, Ostafrika und in der Südsee?
1914 Wieso überfallen wir Frankreich und Rußland?
1939 Was wollten wir in Polen und in Rußland?
Und darauf beruhen unsere Traditionen? Etwa auf Prien, Paulus, Rommel, Mölders, Udet, vielleicht noch Adam. ?
Schon richtig vermerkt, die NVA war keine Aggressionsarmee und hat nicht in diversen afrikanischen Staaten oder am Hindukusch gekämpft. Aber wir können auch kaum jemanden benennen, der eine Traditionsperson darstellen könnte.
Frau von der Leyen macht Tradition von den Herrschenden abhängig, das ist eindeutig falsch und ich bin empört, dass sie sich traut, die NVA zu verunglimpfen. So einen Kriegsminister brauchen wir nicht, aber vielleicht klärt es sich, wenigstens die Personalie könnte untergehen, dass dieser Staat seine Politik wietreichend ändert,glaube ich nicht. Wie heißt es bei Mackie Messer:"Die im Dunklen sieht man nicht"


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22.11.2017 23:38
avatar  Ehli
#9
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Dein Beitrag trifft voll in das Schwarze.
Eine Frau,die null Ahnung hat.
Viele Kasernen tragen heute noch Namen,von Größen aus dem 2.WK.


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23.11.2017 10:34
#10
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Zitat von der 39. im Beitrag #8
Ich bin der Auffassung, dass eine militärische Tradition nur darauf fußen kann, wo eine deutsche Armee oder Einheit tapfer erfolgreich oder nicht erfolgreich das deutsche Vaterland verteidigt hat, wer, sei er noch so hervorragend und tapfer gewesen sein, aber das bei Aggressionen, Überfällen auf andere Länder gezeigt hat kann unsere Traditionen nicht begründen.
Um eine solche Aussage drückt sich Frau von der Leyen oder eben ihre Schreiberlinge.

1756-1763 Was wollte Preußen in Böhmen und Schlesien? Sich verteidigen?
1870-71 Was wollte Ppreußen und die anderen deutschen Kleinstaaten in Frankreich?
1884 und Folgejahre, was wollte Deutschland in West-,Südwest, Ostafrika und in der Südsee?
1914 Wieso überfallen wir Frankreich und Rußland?
1939 Was wollten wir in Polen und in Rußland?

Und darauf beruhen unsere Traditionen? Etwa auf Prien, Paulus, Rommel, Mölders, Udet, vielleicht noch Adam. ?
Bei allem gebührenden Respekt und Verständnis, bei solchem Themenbereich passiert es so, wie es immer kommen muss, der ideologische Standort setzt sich durch
bricht sich Bahn.

Nimm es nicht persönlich!

Ich möchte niemanden angreifen, nicht Dein Leben, Dein Wissen und Deine Erfahrungen (Dein Buch habe ich mit Interesse gelesen),
nicht herabsetzen, schlicht nur Widerspruch erheben.

Epochemachende Ereignisse deutscher Geschichte, deren Gebilde sich zu jener Zeit noch gespalten in Nationalstaaten präsentierte, noch dazu mit wenigen
Sätzen in einem Zeitrahmen von mehreren Jahrhunderten zusammen zu mischen, unverblümt Parallelen zu ziehen mit der NVA, als Nächstes in Relation
zu setzen, halte ich für absurd.

Für eine sachbezogene Bewertung der Geschehnisse muss die gesamtpolitische Gemengelage der zu bewertenden Dekade situationsabhängig vom
jeweiligen Jahrhundert
, im Kontext mit den übrigen europäischen Nationalstaaten untersucht werden.

Das bedeutet für die Bundeswehr, in der Zeitspanne betrachtet, analog zur NVA seit ihrer Gründung bis 1990, sie war und ist bis heute keine Aggressionsarmee.
Ich selbst habe als wehrpflichtiger Kämpe bei der Bundeswehr gedient.

Auszug dem Entwurf des neuen Traditionserlasses der Bundeswehr

Zitat
"3.4 Der verbrecherische NS-Staat kann Tradition nicht begründen. Für die Streitkräfte eines freiheitlichen demokratischen Rechtsstaates ist die Wehrmacht
als Institution nicht sinnstiftend. Gleiches gilt für ihre Truppenverbände, Organisationen, Militärverwaltung und den Rüstungsbereich.

Auch die NVA begründet als Institution keine Tradition der Bundeswehr. Als Hauptwaffenträger der Partei-Diktatur der SED war sie fest in die Staatsideologie
der DDR eingebunden und wesentlicher Garant für die Sicherung ihres politisch-gesellschaftlichen Systems
."

Zur weiteren Verfahrensweise der Bewahrung und des Weitergeben von sinnstiftenden Werten und Vorbildern im Sinne des Traditionserlasses

Zitat
"Auch die Aufnahme einzelner Angehöriger der NVA in das Traditionsgut der Bundeswehr ist grundsätzlich möglich. Voraussetzung ist ebenfalls
eine sorgfältige Einzelfallbetrachtung und Abwägung, die die Frage persönlicher Schuld einschließt sowie eine Leistung zur Bedingung macht,
die vorbildlich oder sinnstiftend in die Gegenwart wirkt,
etwa die Auflehnung gegen die SED- Herrschaft oder besondere Verdienste um die Armee der Einheit."

Beiläufig ist mit dem Verlauf von Jahrzehnten, trotzdem und entgegen Ermangelung der Akzeptanz bei einer Vielzahl von Usern dieses Forums,
eine Armee der Einheit entstanden.

Bevor nun die ehemaligen, der guten Sache dienenden Konformisten der über alle Zweifel erhabenen einstmaligen NVA ihren Redebeitrag leisten,
eine Sicht der Dinge von Oberstleutnant a.D. Udo Beßer, 20 Jahre in der Nationalen Volksarmee der DDR gedient, 1990 im Oktober in die Bundeswehr
übergewechselt.

Zitat
"Schwierig! Ganz, ganz schwierig. Ich war entsprechend erzogen und war von diesem System überzeugt. Ja, ich kann mich heute nicht hinstellen und sagen,
ich war einer derjenigen, die die Wende mit herbeigeführt haben. Das war aber nicht das Problem. Das Problem war, innerlich, dass man in einer Uniform steckte,
die bisher der Feind war.

Der Gegner – nehmen wir das Wort Feind weg, benutzen wir Gegner. Plötzlich war ich auf der Seite dieses Gegners und steckte in dessen Uniform!
Und das war an diesem 4. Oktober furchtbar.

Die NVA war eine Gefechtsbereitschaftsarmee, ja, wo sich alles nur darum drehte, und die Bundeswehr war eher eine Soldatenarmee.

Wobei man ja auch nicht wusste, dass die ganze Bundeswehr Freitagnachmittag heimfährt!"

Pflegt er darüber hinaus Kontakte zu ehemaligen Weggefährten?

Zitat
"Ich geh prinzipiell nicht zu irgendwelchen Treffen von ehemaligen NVA-Angehörigen oder so etwas, aus folgendem Grund: Man wird dort anfangs sehr freundlich,
sehr nett gegrüßt, aber nach dem dritten Bier ist man wieder der Verräter. Ja!"

Grundüberzeugungen und Verächtlichmachung der Abtrünnigen als käuflicher Verräter.

Nicht die Regel, dennoch weiterhin Kausalität und weit verbreitet!


Quellenzitate: "Wie NVA-Offiziere zur Bundeswehr kamen"


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23.11.2017 11:05
avatar  der 39.
#11
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Lieber IM Kressin,
wenn auch Kritik bzw Widerspruch, es ist wohltuend, wenn jemand im Forum sachlich und fundiert antwortet. Bedauerlicherweise liest man das zu selten. Leider bin ich sehr im Stress, meine Frau hat sich ein Bein gebrochen, schlimm, aber bei diesem verorganisierten und in Zuständigkeiten verstrickten Gesundheitswesen eine doppelte Qual. Brauche ein wenig Zeit und nachlesen geht auch nur so schnell, wie es geht. Danke für Deine Antwort
Der 39.


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23.11.2017 11:19
#12
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@der 39., nur mal den Link lesen....es geht um 1870/1871, die Auseinandersetzung mit Frankreich.
Es war wohl etwas anders als du es mal gelernt hast.

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-Fr...B6sischer_Krieg

Ein Satz der darin vorkommt ist dieser......Der Krieg wird in Frankreich und im englischen Sprachraum auch – nach der dortigen Gewohnheit, den Angreifer zuerst, den Angegriffenen als zweiten zu nennen – Französisch-Deutscher Krieg (Guerre Franco-Allemande bzw. Franco-Prussian War) genannt.
......und genau so sehen es meine Freunde im Elsass, wir unterhalten uns sehr oft über die Spannungen die zwischen den beiden Staaten
geherrscht haben.


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23.11.2017 11:20
#13
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Eine moderne verteidigungsstarke und vom Volk akzeptierte Bundeswehr sollte endlich nach vorn sehen, alte Fehler zurück stellen und ihre Bündnisstruktur angesichts der neuen Weltlage und der völlig neuen Einlassungen der der überseeischen Partner, insebsondere des Einzelkämpfers Trump neu überdenken.
Sie sollte für die innere Sicherheit neben der Polizei ein gleichberechtigter Akteur bei Unruhen und eingeschleppter Kriminalität sein und auch eine Schutzmacht der europäischen Außengrenzen sein, dann wären sogar Auslandseinsätze legitim.
Von der Finanzierung her sollte für das europäische Konzept sowohl die Wirtschaftskraft der einzelnen Nationen als auch mit einer besonders hohen Wichtung der Anteil der Rüstungsbranche im weitestmöglichen Sinne (also nicht nur die reinen Panzerbauer sondern auch stille Profiteure wie z. B.Jenoptik) einbezogen werden.
Dabei sind geografische Besonderheiten in die konkreten Kontingentplanung einzubeziehen, also die Deutschen Rekruten gehören nicht mal unbedingt nach Griechenland, was den Familien das Zusammenleben erträglicher gestalten würde erst recht wenn bislang ihre Väter und Söhne in Mali oder Kongo die Interessen von Konzernen mit einer steuerfinanzierten Armee vertreten, die genau vor diesen Steuern ins Ausland geflüchtet sind.
Da würde eventuell sogar die LINKE mit ziehen und bei einer zukünftigen Regierungsbeteiligung auch zwecks Sachpolitik ihre ideologischen Gräben zu verlassen bereit sein.
Es wird nicht ohne neue Köpfe auf der obersten Regierungsebene gehen, die Zeit dafür ist sowieso reif und dieses schwergewichtige Thema sollte mit dem Schwung der Erneuerung angegangen werden.
Mit solchen Rückwärtsdebatten, die überhaupt keine Relevanz für den Alltag in den Kasernen und Manöverplätzen haben sollte lenkt man nur von dieser Notwendigkeit der Neuausrichtung ab, damit nützt man nur den Grabenkämpfern, die irgendwann ihre neuen Gegner gar nicht mehr auf dem Radar haben.


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23.11.2017 11:44
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #7
Wenn Frau Leyen quasi die NVA und die Wehrmacht in einen Topf wirft (wie auch oft die SED und die NSDAP gern zusammengewürfelt werden), ignoriert sie geflissentlich, daß gerade die NVA zur Zeit der Wende sich nicht zur Herrschaftssicherung der alten Regierung und damit der SED mißbrauchen lassen hat. Die ehemaligen NVA-Angehörigen in der BW sollten darauf hinweisen, wenn es wieder mal pauschal zugeht in den Vergleichen. Auch wenn einiger ihrer neuen Kameraden vielleicht meinen, das Wesen der NVA ganz genau zu kennen.


Auch wird überhaupt nicht auf das Traditionsverständnis der NVA eingegangen. Das würde nur auf Defizite in der Bundeswehr hinweisen.
Standen sich doch Armeeangehörige beider Armeen schon im spanischen Bürgerkrieg gegenüber. Und in Spanien wurde die freiheitlich demokratische Grundordnung durch "Angehörige der Bundeswehr" beerdigt.


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23.11.2017 11:50
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Zitat von 1941ziger im Beitrag #12
@der 39., nur mal den Link lesen....es geht um 1870/1871, die Auseinandersetzung mit Frankreich.
Es war wohl etwas anders als du es mal gelernt hast.

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-Fr...B6sischer_Krieg

Ein Satz der darin vorkommt ist dieser......Der Krieg wird in Frankreich und im englischen Sprachraum auch – nach der dortigen Gewohnheit, den Angreifer zuerst, den Angegriffenen als zweiten zu nennen – Französisch-Deutscher Krieg (Guerre Franco-Allemande bzw. Franco-Prussian War) genannt.
......und genau so sehen es meine Freunde im Elsass, wir unterhalten uns sehr oft über die Spannungen die zwischen den beiden Staaten
geherrscht haben.


Im deutschen Sprachraum wird immer auf die Bedeutung der https://de.wikipedia.org/wiki/Emser_Depesche hingewiesen.


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