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#1

Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle

in Bundesgrenzschutz BGS 05.11.2017 13:35
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Vielleicht ist es für Euch von Interesse, wie damals ein Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle des Zolls aussah. Folgender Plan wurde für die GASt Eichholz (9 Beamte) für den Zeitraum vom 16.-31.10.1989 aufgestellt.
Wie zu erkennen ist, wurde so ein Dienstplan nur für 2 Wochen gefertigt. Die Angehörigen der GASt wussten daher in der Regel nicht, was für Dienste "danach" zu leisten waren.
Für mich persönlich stellte sich folgende Dienstverrichtung dar:

16. Oktober 1989: Teilnahme am Dienstsport
17. Oktober 1989: „V“ (Vormittags)-Streifendienst (bzw. "Grenzaufsichtsdienst"). Zu beginnen in der Zeit zwischen 06.00 und 08.00 Uhr.
17. Oktober 1989: „VM“(Vor-Mitternacht)-Streifendienst. Zu beginnen zwischen 18.00 und 20.00 Uhr
19. Oktober 1989: „N“ (Nachmittags)-Streifendienst. Zu beginnen zwischen 12.00 und 14.00 Uhr
20. Oktober 1989: „B2“-Dienst bei der Grenzkontrollstelle Moisling (u.a. Dienst im Interzonenzug "D 438" von Lübeck nach Hamburg)
- Siehe hieru auch g1169p18809-GKSt-Luebeck-Moisling.html
21. Oktober 1989: „A“-Dienst bei der Grenzkontrollstelle Moisling (14.30 Uhr bis ca. 21.30 Uhr)
22. Oktober 1989: „N“ (Nachmittags)-Streifendienst
23. Oktober 1989: „VM“ (Vor-Mitternacht)-Streifendienst Ü 13
„Ü 13“ bedeutete, dass man Dienstanfang und Ende abzustellen hatte auf jene Zeit, wo der Zoll nach vorheriger Absprache mit dem BGS im entsprechenden Überwachungsraum präsent zu sein hatte.
25.Oktober 1989: „NM“ (Nach-Mitternacht)-Streifendienst. Dienstbeginn zwischen 23.00 Uhr und 01.00 Uhr
27. Oktober 1989: Schießen (ob nun Training mit Pistole P6, MPi 5 oder Gewehr G3 entzieht sich meiner Erinnerung)
28. Oktober 1989: dienstfrei
29. Oktober 1989: dienstfrei
30. Oktober 1989: dienstfrei
31. Oktober 1989: Teilnahme an Zollhunde-Übung
Als Diensthundführer bekam ich für die Pflege meines privateigenen Zollhunds täglich 1 Stunde. Das im Monat zu leistende Soll verringerte sich somit entsprechend.

Jene Stunden, die ich letztlich tatsächlich in den "Zolldienst" investierte, spiegeln sich in der Abrechnung des Dienstbuchs nicht wider. Können/brauchen/ sie auch nicht. Meinen Diensthunden ARCO und ARIE war ich es schuldig, sich viel mehr um sie gekümmert zu haben, als "Dienstzeit" angerechnet wurde. Wie oft bin ich auch in meiner "Freizeit" mit ihnen unterwegs gewesen (oftmals an der innerdeutschen Grenze)... Wenn ich versuchen würde, diese vielen Stunden "gegenzurechnen", dann müsste ich gefühlsmäßig noch heute "Überstunden" abbauen.
Jede Sekunde, die ich damals mit ARCO oder ARIE verbrachte, war letztlich ein Geschenk des Lebens - ob im "Dienst" mit ihnen unterwegs oder in der "Freizeit"! Und so erinnere ich mich in LIEBE und DANKBARKEIT an sie

Angefügte Bilder:
Dienstplan der GASt Eichholz  für Zeitraum 16-31.10.1989.jpg

ABV, Schlutup, Rothaut, Kalubke, harbec und diefenbaker haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.11.2017 18:27 | nach oben springen

#2

RE: Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle

in Bundesgrenzschutz BGS 05.11.2017 15:28
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Meinen "aB", den ich damals bei der GASt I Eichholz hatte, habe ich relativ selten gesehen. Er war eben nicht nur "aufsichtführender Beamter" (und bekam für jeden seiner zu betreuenden "Männer" entsprechende Minuten pro Tag angerechnet), sondern auch Zollhundführer (Anrechnung von Zeit für Pflege des Tieres) und wurde ferner als gelernter Tischler für "Bau-/Unterhaltungsmaßnahmen" eingesetzt. Ob nun für den Erhalt der Zollschutzhütten tätig oder in / bei anderen Zoll-Dienstgebäuden im Einsatz; benötigte Zeiten wurden entsprechend angerechnet.
Für den reinen "Grenzdienst" blieb manches Mal nicht viel (zeitlicher) Raum
Seinen letzten Diensthund habe ich damals übernommen, als er nach vielen Jahren die GASt Eichholz verließ. Er hat ihn "top" ausgebildet, das muss ich sagen. Eigentlich habe ich nicht viel machen müssen; eventuell hat sogar mein vierbeiniger Kollege mir "gesagt", was ich als Zollhundführer zu tun habe...
Spass beiseite: die "Lorbeeren" hast Du Dir verdient, werter "Kalle"! Einen prima ZH hast Du mir damals gegeben. Und dass dieser dann mein bester Freund wurde, setzt dem "I" das Pünktchen auf. In diesem Sinne: DANKE für den ARIE!


Rothaut und harbec haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.11.2017 16:34 | nach oben springen

#3

RE: Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle

in Bundesgrenzschutz BGS 05.11.2017 16:44
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Während einer "NM"-Schicht (Erklärung siehe im Eingangsthread):

Dienst an der Grenze. Die Dunkelheit hat sich angeschickt, für einige Stunden das Zepter zu übernehmen. In der Zeit zwischen 23.00 Uhr und 06.00 bin ich als Angehöriger des Zolls unterwegs, um das Grenzgebiet zwischen Lübeck-Eichholz und Herrnburg zu überwachen. Drei Stunden „Postierung" an der Abschrankung Lübeck-Eichholz liegen hinter mir, als ich mich in Richtung „Bahndamm" aufmache. Hier, an der Bahnlinie Lübeck-Herrnburg, hat der Grenzzolldienst unweit der Grenzlinie einen Beobachtungshochstand; dieser ist jetzt mein Ziel.

Ich gehe am „Bohlkamp" entlang und von dort aus in den „Utechter Weg". Als dieser durchschritten ist, biege ich nach links in die Straße „Am Teufelsmoor" ein. Es dauert nicht lange, bis ich die letzte Straßenlaterne, die hier steht, erreicht habe. Ab hier wird es dunkel. Nicht sofort, aber schon nach ein paar Metern kann ich nichts mehr erkennen. Vielleicht würde es sich etwas bessern, würde ich stehenbleiben und meinen Augen Gelegenheit geben, sich den veränderten Lichtverhältnissen anzupassen.

Nun, ich habe einen Diensthund bei mir. Und auf ihn, meinen Zollhund, verlasse ich mich. Er kennt den Weg und weiß, wo es lang geht. Gewiss, es sind wohl nur rund hundert Meter von hier bis zum Hochstand des Grenzzolldienstes. Das Herz beginnt schneller zu schlagen ob der „Schwärze", die mich umgibt. Ich könnte die Taschenlampe, die ich mit mir führe, einsetzen. Aber es wäre nicht klug, diese zu gebrauchen: Die Soldaten der DDR-Grenztruppen, die sich wenige hundert Meter östlich von mir auf einem Beobachtungsturm unweit des Bahnhofs Herrnburg befinden, könnten – sofern sie ihren Aufgaben gerecht werden und „beobachten" – den Schein der Handleuchte wahrnehmen und somit erkennen, dass sich jemand der Grenze bei der Bahnlinie nähert.

Nein, das möchte ich nicht – und so schreite ich weiterhin durch die Dunkelheit.

Ich merke, wie mein Hund mich nach rechts zieht. Ja, hier ist eine Kurve. Sehen tue ich sie nicht. Das „Sehen" überlasse ich vielmehr meinem Hund. Wie gut, ihn bei mir zu haben – wie schön, so einen Kameraden bei sich zu wissen.

Eigentlich sind es nur noch wenige Meter bis zu der kleinen hölzernen Tür, welche es bei Verlassen des Privatgeländes zu durchschreiten gilt. Dass es gefühlsmäßig „länger" wird, liegt an Gedanken, die mich durchströmen. Ein Kollege hatte mir mal etwas erzählt, was ich unglücklicherweise besonders während der Nachtdienste ins Gedächtnis zurückrufen wusste: der Angehörige des Grenzzolldienstes war hier in tiefster Nacht unterwegs, als sein Hund ihm zu verstehen gab, dass vor ihnen „etwas ist". Er schaltete die Taschenlampe ein und sah eine Person vor sich auf dem schmalen Weg liegen. Voller Blut war der Mann, der sich nun ganz langsam aufzurichten begann und auf den Zöllner zutaumelte… ja, das hätte eine Szene aus einem Horrorfilm sein können. Letztlich war der Sachverhalt, der sich ergab, von relativ harmloser Natur. Und dennoch hatte ich jene Momente, die ich glücklicherweise nicht selbst erlebte, so manches Mal vor Augen, als ich dieses kleine Waldstück bei Dunkelheit passierte


ABV und harbec haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle

in Bundesgrenzschutz BGS 05.11.2017 20:53
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Hallo Krelle, bist du nachts im Busch gelegentlich auch mal auf putzmuntere menschliche Wesen gestoßen?
Ich frag weil ich mir nicht so recht vorstellen kann was die dort im Stockfinsteren hingeführt haben sollte.
Ansonsten, wie immer schön und spannend geschrieben.


Im November 1982 zu den Grenztruppen eingezogen und nach Formung zum Grenzsoldaten in Mönchhai ab April 1983 ein Jahr lang die Grenze im Bereich der Grenzkompanie Hanum in der Altmark mitbewacht.


zuletzt bearbeitet 05.11.2017 20:59 | nach oben springen

#5

RE: Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle

in Bundesgrenzschutz BGS 05.11.2017 21:03
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Es war ein Anwohner, der betrunken war und sein Zuhause "verfehlt" hatte. Er war in ein Gebüsch gestürzt und hatte sich dabei sehr stark blutende Wunden zugezogen. Wie gesagt: es war von relativ "harmloser Natur" und dennoch hat es den Kollegen damals sicherlich in "Angst und Schrecken" versetzt. Man(n) möchte so eine Situation sicherlich nicht wirklich erleben in tiefster Nacht, zumal überhaupt nicht klar war, was sich da nun abspielte ...


harbec hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.11.2017 21:27 | nach oben springen

#6

RE: Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle

in Bundesgrenzschutz BGS 06.11.2017 00:06
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hallo krelle,
interessanter wären doch eher dienstpläne vor '89.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#7

RE: Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle

in Bundesgrenzschutz BGS 06.11.2017 08:08
von krelle | 346 Beiträge | 7372 Punkte
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Nun, die "Grenzöffnung" kam später. Zwar nur wenige Tage, aber bei Erstellung des gezeigten Dienstplans wusste das ja keiner. Insofern ist der Plan für die zweite Hälfte 10/1989 genauso "gut" wie einer aus dem Jahre 1985: um Euch zu zeigen, was für Dienste anstanden und dass die Dienstzeiten unregelmäßig waren.
Gewiss, in den 1950/1960-Jahren war es noch wesentlich "härter" und insofern hätte ich mal Interesse, auf ganz alte Dienstpläne zu blicken.


Büdinger und harbec haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.11.2017 08:36 | nach oben springen

#8

RE: Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle

in Bundesgrenzschutz BGS 06.11.2017 08:56
von RainAir | 11 Beiträge | 69 Punkte
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Welch ein Glück, dass du ein Messi bist!
Wahnsinn, was sich so alles in deinem Fundus befindet.


krelle hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#9

RE: Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle

in Bundesgrenzschutz BGS 06.11.2017 14:10
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Hi @Krelle
also da hast Du ja ganz schön Dienste abgerissen.
Also 10x Dienst ohne Frei gabs bei uns nicht.
Auch solche flexiblen Dienstanfänge kenne ich von unserer GASt nicht. Wir hatten da immer starre Zeiten.

Frühdienst 6-14
Spät 14-22
Nacht 20-4

Das waren aber nur die Zeiten für unsere GASt.

Hattet ihr den auch Auf- und Abrüstzeiten ? War bei uns mit 30 min. festgelegt.
Schon komisch, dass da deutschlandweit wohl völlig unterschiedlich verfahren wurde. Ich weiß gar nicht mehr, ob
das in der ZkomDA oder GADDA irgendwie vorgegeben war?

Schöner Bericht, erinnerte mich auch an Nachtstreifen in absoluter Dunkelheit, sodass man die Hand nicht vor Augen gesehen hat.
Daher bin ich gerne mit Hundeführern unterwegs gewesen, da war man vor üblen Überraschungen immer sicher, besonders in Hinblick
auf sog. "zufällige" Begegnungen mit dem Zkom oder BzbV (der war bei uns seinerzeit extrem "scharf").

Gruß Frank



krelle und harbec haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#10

RE: Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle

in Bundesgrenzschutz BGS 06.11.2017 21:16
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Hallo Frank!
Ja, da kochte wohl jedes HZA ein eigenes Süppchen. Bei uns im ZKom Lübeck-Süd konnten die Beamten in der Regel Dienst nach Ermessen (NE) leisten, sofern nicht dieser durch besondere Vorgaben wie "Ü13" derart eingeschränkt war, dass der Ermessensspielraum kaum noch eine Rolle spielte. Wie ich eingangs schrieb, hatten wir in der Regel zweistündigen Ermessensspielraum beim Beginn des Dienstes. Und dann war es den Beamten freigestellt (sofern keine Ü-Raum-Vorgabe), ob sie nun 5, 6,7 oder 8 Stunden Grenzdienst verrichteten (man konnte sich hier sogar auf eine viertel Stunde festlegen, also entscheiden: ich mache heute 7,25 Stunden.
Für eine halbwegs passende Dienstplangestaltung musste der aB aber von den Beamten wissen, ob sie eher kurze Streifengänge bevorzugen oder aber lieber volle 8 Stunden unterwegs sind. Dann konnte er die Anzahl der Streifendienste einigermaßen berechnen, damit am Monatsende das zu leistende Soll auch annähernd erfüllt werden konnte.
Auf-und Abrüstzeiten waren sehr kurz bemessen. Wenn ich z.B. angeleistet (unterschrieben) und bei Dienstbeginn "06.00 Uhr" eingetragen habe, dann musste ich um 06.10 Uhr die GASt verlassen, sofern nicht besondere Umstände dem entgegenstanden. Und 10 Minuten vor Dienstende durfte auch man auch erst wieder die GASt betreten. Es sei denn, man hatte einen größeren Bericht in den Meldeblock zu schreiben. Man musste aufpassen, dass man sich an die festgelegten Spielregeln hielt. Wer hier negativ auffiel (ein ZKom, Peter M. hat darauf sehr geachtet... ), durfte sich nicht wundern, wenn er bei den Beurteilungen nur ein "edA" bekam... Da hat sich manch Kollege schon frühzeitig seine "Karriere" versaut.


Zkom IV und harbec haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.11.2017 18:40 | nach oben springen

#11

RE: Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle

in Bundesgrenzschutz BGS 07.11.2017 00:26
von vs1400 | 3.859 Beiträge | 7720 Punkte
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Zitat von krelle im Beitrag #7
Nun, die "Grenzöffnung" kam später. Zwar nur wenige Tage, aber bei Erstellung des gezeigten Dienstplans wusste das ja keiner. Insofern ist der Plan für die zweite Hälfte 10/1989 genauso "gut" wie einer aus dem Jahre 1985: um Euch zu zeigen, was für Dienste anstanden und dass die Dienstzeiten unregelmäßig waren.
Gewiss, in den 1950/1960-Jahren war es noch wesentlich "härter" und insofern hätte ich mal Interesse, auf ganz alte Dienstpläne zu blicken.


hallo krelle,
in 10/ 89 wäre dein dienst vergleichbar mit dem eines vergleichbaren deiner stellung, im jahre '85 gewesen,
ohne wenn und aber?

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#12

RE: Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle

in Bundesgrenzschutz BGS 07.11.2017 07:43
von Hanum83 | 8.659 Beiträge | 15451 Punkte
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Die kleinsten Fischernetze sind wirklich die für die Suppe um jedes Haar heraus zu fischen.


Im November 1982 zu den Grenztruppen eingezogen und nach Formung zum Grenzsoldaten in Mönchhai ab April 1983 ein Jahr lang die Grenze im Bereich der Grenzkompanie Hanum in der Altmark mitbewacht.


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#13

RE: Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle

in Bundesgrenzschutz BGS 07.11.2017 11:40
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VS, mir fällt momentan kein gravierender Unterschied zwischen meiner Dienste in 1985 und 1989 ein. Ich konnte wie alle anderen Angehörigen der GASt Dienst nach „Ermessen“ (NE) verrichten, daran hat sich in den Jahren meiner Zugehörigkeit zum ZKom Lübeck-Süd nichts geändert. Sowohl 1985 als auch 1989 war ich Zollhundführer. Die zu leistenden Dienste waren „gleich“: Vordergründig war Grenzaufsichtsdienst zu verrichten, des weiteren war am Schießen, Unterricht, Dienstsport, Schwimmen und (als Zollhundführer) an den Zollhundeübungen teilzunehmen. Den Dienst an der Grenzkontrollstelle Moisling machte ich 1985 genauso wie 1989. Insofern wüsste ich jetzt nicht, was an einem Dienstplan aus dem Jahre 1985 „anders“ aussehen würde im Vergleich zu dem im Eingangsthread eingestellten aus der zweiten Monatshälfte Oktober 1989. Ob Zollassistent oder Zollobersekretär / Zollhauptsekretär: alle Beamten dieser GASt hatten praktisch betrachtet „Gleiches“ zu tun (klar, an Zollhundeübungen nahmen natürlich nur die ZH-Führer teil). Ein paar mehr „Freiheiten“ hatte lediglich der aufsichtführende Beamte (aB) einer / dieser GASt.
Um zum Schluss zu kommen: An der eigentlichen Dienstverrichtung bzw. an den dienstlichen Vorgaben hat sich nicht derart „Wesentliches“ verändert, als dass es Sinn machen würde, einen meiner Dienstpläne aus 1985 hier zu publizieren. Die Veröffentlichung des gezeigten Planes sollte ja auch lediglich verdeutlichen, wie sich so ein DP der GASt Eichholz gestaltete und aufzeigen, welche Dienste ich in diesem Zeitraum zu leisten hatte. Nicht mehr, nicht weniger. Und wenn es für den einen und anderen „User“ hier von Interesse war, dann hat sich das Einstellen doch gelohnt.


harbec und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.11.2017 14:11 | nach oben springen

#14

RE: Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle

in Bundesgrenzschutz BGS 07.11.2017 17:31
von harbec | 245 Beiträge | 3369 Punkte
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... ich kenne die Ecke, wo Krelle zu seinem Postenstand an der Bahnlinie mußte. Tagsüber "relativ"
übersichtlich und gut zu erreichen. Aber in der Nacht mußte man bis zum "Tor" obacht walten lassen.
Der Weg war schmal, hügelig und unübersichtlich. Die Bäume und das Gebüsch kamen dazu.


Gruß Hartmut
krelle hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.11.2017 18:11 | nach oben springen

#15

RE: Dienstplan einer Grenzaufsichtsstelle

in Bundesgrenzschutz BGS 10.11.2017 17:12
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Und hier noch etwas "Geschichtiches":
Als diese Schriften erstellt wurden, waren "Grenztruppen der DDR" und "Bundesgrenzschutz" noch einige Jahrzehnte von ihrer Gründung entfernt:
http://www.grenze-luebeck.de/media/8dfed...03dffffffef.pdf
und
http://www.grenze-luebeck.de/media/fffa2...060ffffffef.pdf


Schlutup hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.11.2017 15:47 | nach oben springen



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