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#101

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 18:31
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #100
RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben? • Absender: Hanum83, Heute 09:53 Diesen Beitrag zitieren So 91 rum fragten mich die Westchefs ob ich mich in der Lage sehen würde mit teilweise angelernten Bäckern und Fleischern hier und da einen Supermarkt aus dem ostdeutschen Boden zu stampfen, ich fühlte mich, der Kontrakt war dazumal mit 3500 Mark Anfangsgehalt dotiert plus Zulagen bei "Planerfüllung", einem eigenen Firmenwagen und ein Telefon so groß wie eine Funke an der Grenze, also ich bin nicht erst zur Gewerkschaft gelaufen, hab unterschrieben.
Sicherlich gab es im Westen mehr, war mir aber erst mal Schnuppe zu der Zeit, der Grad der Ausbeutung schien mir akzeptabel um meinen Stolz erst mal hintenrunter fallen zu lassen.



1993 wurde ich aus konzernstrukturellen Gründen von Erfurt an die Tochter in PS überstellt. Mir ging es darum, nicht weniger Netto zu haben als in Erfurt. Es waren 70,- Mark mehr. Lumpig, würde ich sagen aus späterer Sicht. Ich kannte das Gehaltsniveau meiner Kollegen West dort nicht. Leider.
Ich hätte vorher mal mit dem Betriebrat sprechen sollen. Das wurde mir am Folgetag nach der Unterschrift gesagt. Ich würde dann mit Sicherheit einige Fragen gestellt haben, warum meine technischen Erfahrungen und Leistungen mit eben den gleichen Produkten weniger Wert sind als die meiner Kollegen. Heute weiß ich einige der Gründe. Generell wurde einem Ostler weniger zugetraut als einem Westdeutschen, das habe ich mehr als einmal sehr diplomatisch und versteckt unter die Nase gerieben bekommen. Sowohl in der Firma als auch bei Kunden (sogar auch Ostkunden !). Ja, solche Leute im Westen gab es und gibt es wohl auch heute noch mit dieser Denkweise. Da kann man stolz darauf sein, fachlich besser zu sein, aber die glaubens einfach nicht. Die Einstellung ist nach Jahrzehnten Gehirnwäsche zementiert. Zweiter Grund war, meine Abteilungschefs hatten für Ihre Prämien auch den Faktor Abteilungskosten. Und da konnte man doch bei mir so locker mal einen niedrigen fünfstelligen Betrag/Jahr einsparen. Nein, ich habe denen nichts zu danken, außer daß ich meinen Stolz immer wieder mal hintan anstellen mußte, wenn ich solche Sachen über andere Kollegen erfahren habe, mit denen ich selbst gut ausgekommen bin.


Wie ich das so lese hast du als von Ost einen Vertrag in West unterschrieben, ich dachte in dem Fall müsste es eigentlich Tarif West gegeben haben egal wo deine Wiege stand.
Bei mir war ja als von Ost auch Vertrag in Firma Ost, nur die Chefs waren von West.


Im November 1982 zu den Grenztruppen eingezogen und nach Formung zum Grenzsoldaten in Mönchhai ab April 1983 ein Jahr lang die Grenze im Bereich der Grenzkompanie Hanum in der Altmark mitbewacht.


zuletzt bearbeitet 31.10.2017 18:49 | nach oben springen

#102

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 18:39
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #74
Im Westen, insbesondere in West-Berlin, lernte man vor allem die geflüchteten DDR-Bürger kennen. Meine Mitschüler waren unter anderem mehrere Flüchtlingskinder. Von vielen hörte ich die fehlenden Bildung- und Berufsperspektiven der Familien als Grund, abzuhauen. Wer nicht Genosse werden wollte, kriegte doch keine Karrierechance? Stolz waren die nicht auf die DDR. Auf sich selber aber. Zurück wollte keiner. Aus denen ist auch was geworden.



rot - das ist doch nicht wirklich Deine enst gemeinte Meinung?


Ein Ausspruch von A. Schopenhauer: "Seit ich die Menschen kenne liebe ich die Tiere"


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#103

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 19:10
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Hallo GKUS 64 zu #64#
Hat zwar jetzt mit dem Thema nichts mehr zu tun, aber noch mal meine Meinung zu deinem Beitrag.
Wenn man sich die Geschichte der Menschheit betrachtet und noch ein paar objektive philosophische Grundsätze heranzieht,sollte man erkennen, daß es immer auch gesellsch. Veränderungen gab, sowohl Versuche als auch erfolgreiche oder auch weniger. Aber alles zu einer Zeit, die dafür reif gerwesen war.Beim Scheitern eben nicht reif gewesen war,diese neue Qualität zu erhalten.
In der Regel hervorgerufen durch innere Widersprüche, die diese Gesellschaft nicht lösen konnte oder wollte.Heutzutage auch vermehrt durch äußere Einflußnahme.
Lenin hat schon erkannt, daß man eine Revolution nicht exportieren kann.Die inneren Widersprüche müssen dieses Stadium erreicht haben,das es umkippt.Hat 1989 in der DDR geklappt, die inneren Widersprüche waren herangereift und als man das erkannte,brauchte man von außen nur noch die richtigen Weichen stellen, damit es ein Erfolg wird.Also so unrecht hatte Lenin also nicht. Nur es waren eben keine antagonistischen Widersprüche, sie wären lösbar gewesen, aber wahrscheinlich nur ohne SU Einfluß und wenn möglich spätestens zum IX Parteitag.
Revolutionsversuche in vielen Ländern haben auch gezeigt,die pol. Macht zu ergreifen ist das eine,in der Regel mit Gewalt,sie zu behalten setzt einen sehr komplizierten Prozeß in Gang,entsprechende Kader an den Schaltstellen,die nicht nur die Politik , vor allem auch die Ökonomie beherrschen usw.Das Neue muß Massencharakter erhalten,die Menschen müssen es wollen, sonst bleibt es wieder nur eine neue Diktatur, die aber mit den richtigen Menschen in eine Demokratie übergehen kann.Das Ziel muß klar sein und vor allem müssen die Menschen spüren, das sich die Ziele schrittweise auch objektivieren.
Wenn ich mir die jetzige Meinung von einem Großteil der Bevölkerung anhöre,fühle ich mich ins Jahr 1989 versetzt, wo gesagt wurde so kann es nicht weiter gehen.
Warum gibt es jetzt die AfD,warum Pegida, weil immer mehr Menschen unzufrieden sind und die Reaktion der Politik, alles Nazis ...?
Also, wie in der Natur,so auch in der menschlichen Gesellschaft eine Frucht muß reifen,bevor sie geerntet werden kann.
Wie das Ding in Zukunft heißen soll weiß ich auch nicht, aber die Gesellschaft wird sich weiter entwickeln und Rückschläge werden sicherlich auch unvermeidbar sein.Sicherlich hat man aus dem Versagen der DDR Führung auch entsprechende Schlußfolgerfungen gezogen. Der DDR hilft es nicht mehr, aber vielleicht irgendeiner Generation, die in späteren Jahren etwas anderes aufbauen will.Die können dann bei Google nachschauen, unter Fehler der DDR.Ich werd es leider nicht mehr erleben,denn die Reifezeit habe ich nicht mehr.Aber man soll ja nie ,nie sagen.
Nun noch zu deinem Satz, " Warum sich die meisten Menschen in dieser Staatsform nicht wohl gefühlt haben" Ich weiß nicht, ob es die meisten waren, es hat sie ja keiner gezählt oder alle gefragt.
Es gab ja aus guten Gründen keinen Volksentscheid zum Beitritt.
Die meisten wollten Reformen und keinen Kapitalismus.Und es gibt auch jetzt noch viele, die nicht in dem gelobten Land angekommen sind.
Aber eines ist wohl unstrittig,. die DDR, die man uns zuletzt serviert hatte wollten mit Sicherheit die meisten nicht mehr, und damit meine ich auch Sicherheit und alle anderen bewaffneten Organe,denn sonst wäre dieser Prozeß nicht so friedlich abgelaufen.Meine ganz persönliche Meinung.
Aber spannend ist es schon, wie sich alles weiter entwickelt.



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#104

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 19:50
von GKUS64 | 2.695 Beiträge | 6218 Punkte
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Hallo @Signalobermaat,

ein paar Zitate aus deinem letzten Beitrag


1. "Die inneren Widersprüche müssen dieses Stadium erreicht haben, dass es umkippt"

2. "Wenn ich mir die jetzige Meinung von einem Großteil der Bevölkerung anhöre, fühle ich mich ins Jahr 1989 versetzt, wo gesagt wurde so kann es nicht weiter gehen.
Warum gibt es jetzt die AfD, warum Pegida, weil immer mehr Menschen unzufrieden sind und die Reaktion der Politik, alles Nazis ...?"

Zu 1. Das sehe ich auch so. Im heutigen Deutschland fehlen jedoch dafür, zumindest was den Großteil der Bevölkerung und ihre wirtschaftliche Situation betrifft, die Voraussetzungen Das war in der SU der 1920er Jahre ja eine ganz andere Situation. Ähnlich war es 1989 in der DDR, da wirkten natürlich auch noch andere Widersprüche.
Fazit: den Menschen geht es noch relativ gut, die meisten sind ganz zufrieden und wollen gar keine Veränderungen, das sieht man ja am Wahlergebnis!

zu 2. Die Aussage: "so kann es nicht weiter gehen." bezieht sich z. Z. nmM hauptsächlich auf das Flüchtlingsproblem mit all den negativen Auswirkungen (Kosten, Kriminalität usw.)
Wenn in absehbarer Zeit nur Deutschland und Frankreich an der Lösung dieses Problems agieren, dann wird es langsam kritisch und ein Zustand, da gebe ich dir recht, wie 1989, kann entstehen!

Deinem Schlusssatz: "Aber spannend ist es schon, wie sich alles weiter entwickelt." kann ich nichts hinzufügen!

MfG

GKUS64



Lutze, Signalobermaat und geckesieben haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#105

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 20:23
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zu #103 : Hallo Signalobermaat,
kann es mit dem Parteitag den Du meintest auch der XI. gewesensein ? Zum IX. wollte doch keiner was von Kurskorrektur wissen, oder meintest Du das auf den Status der DDR-Wrtschaft bezogen ?.

An den IX. und X. kann ich mich noch gut erinnern, weil es immer "besondere Sicherungsperioden" mit besonderen , dienstlichen Befehlen waren. Kann auf Anfrage gern dazu mehr sagen.

Ich habe nicht die Absicht Deine Beitrag zu kritisieren oder in einer anderen Art zu zerpflücken.
Dennoch habe ich zu Deiner Einschätzung im Schluß-Teil Deines Beitrages eine andere Meinung. Vielleicht sehe auch nur ich das falsch oder zu überspitz und meine fast das Gleiche- bitte , Ihr lieben anderen Leser sagt doch auch dazu einmal Eure Meinung.

In der GK Treffurt waren in der Wendezeit (ich strecke diesen Zeitraum rückwirkend schon zum Sommer 1989) so rund 100 -120 bewaffnete Soldaten unterschiedlichster Dienstgrade unter meinem Befehl.
Man hat täglich mit Sorge die Entwicklung in der DDR verfolgt.
Egal ob man mir glaubt, wir haben sowohl durch die Zugführer mit Berichterstattung an den KC, oder auch als KC selbst (genau wie immer) die Urlaubsaussprachen mit den Urlaubsrückkehrern geführt.

Viele werden sich erinnern, meistens war es `ne Pflichtübung nach dem Motto: Gab`s was ?- sind Alle gesund ? Hattest du Westkontakte. Und ab zum Grenzdienst.
Das war je nach Dienststellung des Durchführenden logischerweise schon unterschiedlich.
In den Gesprächen die ich geführt habe, kam auch die Sorge klar zum Ausdruck, was da bei einer Ausweitung der Probleme in der DDR alles passieren könne.
Im absolut engsten Kreis vertrauter Kameraden haben wir auch darüber diskutiert. Und ich wiederhole, was ich damals sagte.

Entgegen allem Hohn und aller Verunglimpfung, die NVA und Grenztruppen der DDR (gilt auch für alle anderen bewaffneten Organe der DDR) waren eine Volksarmeee!
Eine VOLKSARMEE ! Und das bedeutet: Niemals, und ich sage NIEMALS hätte diese Armee die Waffen gegen das eigene Volk erhoben.

Da will ich mich gerne mit jedem im Forum streiten.
Begründung: Wir haben damals in Treffurt das SZENARIO diskutiert, auf der Grundlage CSSR-Kriese . Nach dem Motto Mobilmachung, oder volle Gefechtsbereitschaft. Jetzt erhältst Du als KC den Befehl, eine besonders gut ausgesuchte, zuverlässige Truppe zusammenzustellen und die Abfahrbereitschaft zu melden.
Man kann doch nicht leugnen, in dieser Situation nicht zu wissen wozu !! Spinnen wir den Faden weiter.
Entscheidung: Ja oder Nein.
Nein von mir aus, heißt: weg vom Fenster bis mögliche Erschießung.
Ja, die Leute fahren und bekommen mit , worum es geht !

Was soll denn da noch passieren ?? Der Soldat, Fähnrich oder Leutnant aus Rostock hat ne Schwester in Leipzig, und nen Onkel in Dresden- auf die soll er schießen ??? Man hätte in der Absicht Befehle durchzusetzen, vielleicht den einen oder anderen Verweigerer erschossen, aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Waffen sehr schnell gegen die Peiniger umgedreht worden wären.

Die verkalkten Greise haben das tatsächliche Problem wohl nicht mehr richtig gerafft, aber es gab sie! Es gab d i e Leute mit Verantwortung, Leute die solche Entwicklungsmöglichkeiten und die insgesamte Ausweglosigkeit für eine militärische Lösung erkannt haben.

Ich erinnere nochmals an Dresden und Leipzig, die 1. Bezirkssekretäre und Stardirigenten, die in Berlin das Umdenken erreichten.

Es ist meine persönliche Meinung, dass auch jüngere, spätere Möchtegernherrscher im ZK durchaus auf eine militärische Lösung gehofft haben.

Nur die unmißverständliche Klarstellung der Konsequenzen aus Leipzig und Dresden hat meiner Meinung nach ein Blutvergießen verhindert. Möglicherweise wäre es auch deshalb nicht zu einem Blutvergießen gekommen, weil auch die MfS-Angehörigen in den unterschiedlichsten KD, BV oder HA aus dem Volke kamen.

Trotz aller 200%´keit, hatten diese Leute auch Familie(meist). Hatten Ehefrauen, Kinder, Eltern. Die lebten doch nicht im luftleeren Raum .
Aus diesem Grund, das ist meine Meinung, ist am Ende Alles so gekommen wie es ist.

Es ist sehr schwer, sein (eingebildetes) Lebenswerk zusammenstürzen zu sehen. Die Ideale an die man glaubte, meist als Lug und Trug entlarvt. Ich beglückwünsche alle ehemaligen Berufssoldaten und aufrichtigen Leute, die sich den neuen Herausforderungen gestellt haben und auch dort erfolgreich sein konnten.
Ich hatte und habe dieses Glück, trotz zwischenzeitliche Rückschlägen. Im Beitrag #104 von GKUS64 kann ich besonders das angeführte Zitat unter 2. voll unterstützen. Diese Gefahr sehe ich gegenwärtig auch als großes Problem.
berndk5


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
GKUS64, Signalobermaat und geckesieben haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#106

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 20:45
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An den IX. und X. kann ich mich noch gut erinnern, weil es immer "besondere Sicherungsperioden" mit besonderen , dienstlichen Befehlen waren. Kann auf Anfrage gern dazu mehr sagen.

@berndk5...

Hiermit sende ich Dir meine Anfrage:....wie sah es im Grenzdienst aus bei diesen besonderen Sicherungsperioden aus? Was musstest Du bei Grenzdienstplanung beachten/oder wurde Dir zusetzlich befohlen?

Gruß Rothaut

Ps.: vielleicht solltest Du in einem anderen Thema antworten...z.B GK Treffurt



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#107

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 21:18
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RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben? • Absender: Hanum83, Heute 18:31

Wie ich das so lese hast du als von Ost einen Vertrag in West unterschrieben, ich dachte in dem Fall müsste es eigentlich Tarif West gegeben haben egal wo deine Wiege stand.
Bei mir war ja als von Ost auch Vertrag in Firma Ost, nur die Chefs waren von West.



Die Firma west und die Firma Ost waren beide selbständige Konzernschwestern mit eigenen Arbeitsverträgen. Klar, ich hatte einen Tarifvertrag West, aber über einen langen Zeitraum eine Gehaltsgruppe tiefer eingestuft. Außerdem gab es für den technischen Bereich (Anwendungstechniker, bei uns gleichzeitig auch Verkauf) drei Steigerungsstufen entsprechend der Berufserfahrung in Abständen von 2 Jahren. Das entsprach jedes mal einer Steigerung um 350,- DM. Mit meiner Übernahme durch die Firma in PS hatte ich bereits nahezu vier Jahre Erfahrung mit deren Produkten und auch vorher, also vor der Wende waren Klebstoffe, ihre Anwendung und Entwicklung, mein Arbeitsbereich. Meine Fachschularbeit hatte ich zu diesem Thema geschrieben. Ich wurde quasi wie ein Anfänger eingestuft. Eine höhere Gehaltsgruppe erhielt ich erst, als es mit meiner Tätigkeit in SE-Asien losging. Viel später erfuhr ich, daß andere Mitarbeiter meiner Abteilung dafür deutlich mehr Gehalt gefordert hätten. Ein neuer Kollege, der ca. um 2000 anfing, wurde nach ca. drei Jahren wegen Unfähigkeit entlassen, weil ihn kein Kunde mehr sehen wollte. Das sagten mir dann die Kunden, die ich danach kommisarisch betreute. Aber dieser Kollege, das erfuhr ich danach, wurde mit etwa 1000,- DM mehr eingestellt als ich hatte und das ohne Erfahrung auf diesem Gebiet. Er war nicht der Einzige, den ich überlebte, allesamt Westdeutsche. die sich beworben hatten. Auch mein anderer, jetzt noch angestellter Kollege, hatte nach neun Jahren immer noch keine Ahnung über etliche unserer Produkte und wie man damit Probleme löst, sodaß ich ihm aus der Patsche helfen mußte. Ich habe es im Interesse unserer Abteilung getan und nicht meine Kenntnisse für mich behalten. Steht die Abteilung gut da, sichert das auch meinen Arbeitsplatz, war meine Einstellung. Hanum, Du siehst, ich habe keinen Grund für irgendwelche Dankbarkeit. Ganz grob habe ich mal kalkuliert, um wie viel mich meine Firma beschissen hat. Einschließlich geringer Rente, die daraus resultierte. Es kommt ein mittlerer fünfstelliger Betrag zusammen. Den Vogel hat unser ehemaliger GF abgeschossen. Er war zur Wende gerade in Rente gegangen und fungierte als graue Emminenz in Erfurt. Viel später fragte er mich, als ich Standpersonal auf einer großen Messe war ganz jovial, wie es denn geht. Es ware gerade mal wieder der Moment, wo mir diese Ungleichheit bewußt war und ich sagte ihm das diplomatisch, was ich davon gehalten habe. Seine Antwort: "Her L......., sie mußten doch zufrieden sein, daß wir Sie übernommen haben !" Mir klappte das Taschenmesser in der Hosentasche auf. 1. hatte mich die Firma übernehmen müsse, es war eine Konzernentscheidung. 2. hat diese Firma froh sein müssen, daß sie mich bekommen haben. So viel Selbstbewußtsein hatte ich inzwischen erworben, nachdem ich mitbekommen hatte, was manche Kollegen für fachlichen Unsinn losließen. Wenn man z.B. hinter der Hand als "Star-Anwendungstechniker" bezeichnet wird. War vielleicht auch eine Portion Neid dabei. 3. habe ich danach erfahren, daß er selbst aus einer Kleinstadt in Thüringen stammt und dann läßt er so einen Sch...ß los. Da nützt einem aller Stolz nichts, da ist man einfach machtlos.

Nachtrag: Jetzt, wo ich das geschrieben habe, merke ich, daß das immer noch in mir arbeitet und ich damit noch nicht meinen Frieden geschlossen habe.



Hanum83 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.10.2017 21:20 | nach oben springen

#108

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 21:41
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RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben? • Absender: Signalobermaat, Heute 19:10
Nur es waren eben keine antagonistischen Widersprüche, sie wären lösbar gewesen, aber wahrscheinlich nur ohne SU Einfluß und wenn möglich spätestens zum IX Parteitag.


Ich würde diesen Zeitpunkt noch in die Ulbricht-Ära verlegen. NÖS (Neues ökonomisches System der Planung und Leitung), das auf dem VI. Parteitag 1963 beschlossen wurde und zu einer deutlichen Steigerung der AP führte (7 %). Mein Vater war ein Verfechter davon. Leider widersprach das den Vorstellungen der KPdSU, namentlich Breshnew, nicht und wurde auch im Parteiapparat der DDR kontrovers dirkutiert. Es führte zur Kaltstellung von Ulbricht durch Honecker. Man könnte philosophieren, wie die Entwicklung verlaufen wäre, aber sie wäre deutlich anders verlaufen. Vielleicht wäre dann auch so mancher mehr als jetzt stolz auf das Erschaffene, zu dem er beigetragen hat. Auch eine Wiedervereinigung, die dennoch zweifellos irgendwann gekommen wäre, wäre unter anderen Bedingungen erfolgt, mehr in Augenhöhe.



berndk5 und Signalobermaat haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.10.2017 21:44 | nach oben springen

#109

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 23:32
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Ich lese gerade von Landolf Scherzer "Der Erste" und das mit großem Interesse.
Aus der Reportage kann man auch Verbindungen zum Thema hier herauslesen.
Mit welcher Mühe der Kreissekretär sich mit Problemen an der Basis herumschlägt und das eigentlich auf verlorenem Posten.
Von Apfelsinen für Weihnachten bis Planziffern der Betriebe im Kreis.
Fazit für mich, bei aller Mühe die sich so viele gegeben haben, die DDR war leider ein totgeborenes Kind was noch lebte, mit sozialistischem Eifer einfach niedergewirtschaftet
Das Buch ist bei Amazon bestellbar als gebraucht, wirklich interessant und empfehlenswert und das beste, Herr Knabe kann nicht herhalten als Buhmann, ist vor der Kehre erschienen.


Im November 1982 zu den Grenztruppen eingezogen und nach Formung zum Grenzsoldaten in Mönchhai ab April 1983 ein Jahr lang die Grenze im Bereich der Grenzkompanie Hanum in der Altmark mitbewacht.


vs1400, DoreHolm, Klauspeter und Mike59 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.10.2017 23:41 | nach oben springen

#110

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 01.11.2017 00:28
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interessant Hanum,
warum denn dieses werk vom scherzer?

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#111

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 01.11.2017 00:30
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Weil man es hier empfohlen hat und ich hab es mir daraufhin bestellt.


Im November 1982 zu den Grenztruppen eingezogen und nach Formung zum Grenzsoldaten in Mönchhai ab April 1983 ein Jahr lang die Grenze im Bereich der Grenzkompanie Hanum in der Altmark mitbewacht.


zuletzt bearbeitet 01.11.2017 00:36 | nach oben springen

#112

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 01.11.2017 19:03
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GKUS-Danke für deune Meinung,
aber ob das Wahlergebnis immer der Gradmesser der Zufriedenheit ist, da bin ich mir nicht so sicher,weder die 99,9% in der DDR noch die jetzigen Ergebnisse, obwohl die ja um vieles realistischer Erscheinen.
Aber schau dir Dresden und Bayern an und die relativ große Masse der Nichtwähler.Da zeichnet sich eine zunehmende Tendenz der Unzufriedenheit oder aber Gleichgültigkeit ab,weil es doch, wie du richtig einschätzt noch viele gibt,die sich mit denen vergleichen, denen es noch schlechter geht.
Aber auch hier, die Tendenz Altersarmut und Kinderarmut.Auf der anderen Seite Ansteigen von Millionären.Die Gefahr des Umkippens ist im Moment wegen vorgenannten,nicht zu befürchten, aber die Politik sollte das nicht aus dem Auge verlieren.
Natürlich vorrangig das Asylantenproblem, aber links und rechts davon geht es auch um zunehmende Ungerechtigkeit
Viele wählen auch aus Gewohnheit ihre Partei.Irgetwie gerät das mit den Wahlen und der anschließenden Regierungsbildung in die Schieflage.
Wenn 8% Wählerstimmen jetzt mitregieren und dann noch Ministerposten innehaben,das wollten doch so die meisten Wähler nicht.
Um n och einmal alles zu seiner Zeit zu kommen.
Viele Politiker in Ost und West sind bemüht sich Denkmäler zu setzen, eigendlich wider besseren Wissens, daß man objektive Gesetzmäßigkeiten n icht einfach beiseite schieben kann.
So wollte die SU schon den Kommunismus aufbauen, ohne die ök. Grundlagen dafür geschaffen zu haben,die DDR hat sich mit der entwickelten soz. Gesellschaft etwas vorgemacht .Vor der überschnellen Vereinigung haben auch besonnene Politiker gewarnt und Kohl wollte nicht nur als Einheitskanzler, sondern auch als EU Architekt in die Geschichte eingehen.Und hier bin ich persönlich der Meinung, das für dieses Projekt die Zeit noch nicht herangereift ist.Eine ideale Vision, aber sie paßt noch nicht in die Realität, weil die ök. und auch pol. Voraussetzungen in den einzelnen Ländern noch zu unterschiedlich sind.Das Gebilde steht meiner Meinung nach, noch nicht auf sicheren Füßen.Kann mich ja irren, weil" es irrt der Mensch solang er lebt"

Bernd K5- natürlich der XI PT, vorher wäre es wahrscheinlich besser und leichter gewesen, aber die letzte Chance, wenn überfhaupt noch eine Reform möglich war, bei der alle mitgezogen hätten, war der XI,aber dann mit neuer Besetzung unter der Beachtung, alles was ausgegeben wird muß durch die Wirtschaft erarbeitet werden können.Nach der Wende funktionierte mit einmal die Ökonomie in den Betrieben.Da wurden die Pausen eingehalten, kaum noch geklaut,billiges Werksessen abgeschafft. Keiner kam zu spät, Arztbesuch nach Feierabend.Ging doch.Aber aus der bisherigen Spur herauszukommen,
wäre schon eine besondere Herausforderung gewesen.Ohne Komplikationen wäre es sicherlich auch nicht abgegangen,man hatte sich ja an vieles gewöhnt.



GKUS64, Klauspeter und geckesieben haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#113

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

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RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben? • Absender: Signalobermaat, Heute 19:03

Bernd K5- natürlich der XI PT, vorher wäre es wahrscheinlich besser und leichter gewesen, aber die letzte Chance, wenn überfhaupt noch eine Reform möglich war, bei der alle mitgezogen hätten, war der XI,aber dann mit neuer Besetzung unter der Beachtung, alles was ausgegeben wird muß durch die Wirtschaft erarbeitet werden können.Nach der Wende funktionierte mit einmal die Ökonomie in den Betrieben.Da wurden die Pausen eingehalten, kaum noch geklaut,billiges Werksessen abgeschafft. Keiner kam zu spät, Arztbesuch nach Feierabend.Ging doch.Aber aus der bisherigen Spur herauszukommen,
wäre schon eine besondere Herausforderung gewesen.Ohne Komplikationen wäre es sicherlich auch nicht abgegangen,man hatte sich ja an vieles gewöhnt.


Es hätte auch nach dem XI. PT funktionieren können, aber nicht mehr mit diesen Menschen, die jahrzehntelange Preisstabilität, soziale Hängematte und oft eine Arbeitszeitauslastung von weit unter 100 % (bei uns geschätzt z.T. nur 60 - 80 %) gewöhnt waren. Einige Zeit vor der Wende, es könnte etwa um diese Zeit gewesen sein oder kurz danach, vertrat ich offen die Ansicht, daß ein Nachfolger Honeckers unpopuläre Maßnahmen ergreifen muß. Es wäre zu erheblichen sozialen Unruhen gekommen. Viele notwendige Schritte wären schlicht weg nicht durchsetzbar gewesen. Auch die Gewerkschaft wäre da eher Bremsklotz gewesen. Aus Werktätigen, die die bisherige Arbeitsweise gewohnt waren, wären nicht quasi über Nacht Arbeitnehmer mit Pflichtbewußtsein geworden, egal ob aus Angst um den AP, den sozialen Status oder sonstwas. Daß dieses im "goldenen Westen" üblich war, wäre vielen nicht bewußt gewesen, weil sie es als SED-Propaganda abgetan hätten. Kann mich noch an die Sprüche aus der Wendezeit erinnern. "Ich kann arbeiten, ich will arbeiten, also wird es mir gut gehen" oder so sinngemäß. Ich kann mich an einen Produktionsarbeiter erinnern, der schimpfte, das wäre hier eine Ausbeutung schlimmer als im Kapitalismus, weil an seinen Zusatzpausen kritisiert wurde.
Bevor hier ein Sturm der Entrüstung losbricht, das ist eine Durchschnittstatsache. Es gab viele Werktätige, die ganz einfach ihre Arbeit machten und gar nicht anders konnten, als ihre AZ auszulasten, z.B. Bandarbeiter oder alle anderen Tätigkeiten, wo man nicht mal kurz vom AP wegrennen konnte, um eine zu rauchen oder andere private Dinge zu erledigen. Ich denke, als u.a. Arbeitsnormer von 1977 bis zur Wende kann ich mir da ein Urteil erlauben.



Signalobermaat und geckesieben haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.11.2017 21:05 | nach oben springen

#114

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 02.11.2017 18:15
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Ich bin einfach Deutscher!
Und das bin ich gerne!
Ich war deutscher in der BRD.
Ich war deutscher in der DDR. ( das könnte mir auch die DDR nicht nehmen )
Jetzt bin deutscher in Deutschland.
Und das bin ich gerne, mit Herz aber nicht mit Stolz.

ESEDE



miethpaul66 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#115

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 02.11.2017 18:30
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Schön für dich,und ich finde das auch gut mit dem Bekennen nur was wollte die DDR dir eigentlich an Deutschem nehmen? Zumal, du warst doch damals vor 1989 noch recht jung....wenn ich es im anderen Thema gelesen hatte.

Rainer-Maria



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#116

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 02.11.2017 18:44
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Ich war/bin ein Deutscher.
Ich war nicht 2 halbe Deutscher.
Ich war auch nicht zwei verschieden Deutsche.
Der Deutsche, der ich in der BRD war, dieser war ich auch in der DDR.

Esede



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#117

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 02.11.2017 19:06
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Wenn ich Dir erkläre, daß ich mich ja weiterhin und noch intensiver, weil von der DDR ja nicht unbedingt unterstützt, mit der BRD beschäftigt hatte, dann hoffe ich wird Dir klar was ich damit meine, daß die DDR mir mein deutsch sein nicht nehmen konnte. In mir gab es keine Grenze.

Esede



Rainer-Maria Rohloff hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#118

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 02.11.2017 19:16
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Habe das mal hierhergeholt, dein:

"Geboren und aufgewachsen in der "BRD" , Schleswig-Holstein , in die DDR mit den Eltern zwangsübersiedelt , Vater war bei B&V in Hamburg für die DDR tätig und musste sein Arbeitsverhältnis kurzfristig und überhastet beenden . In der DDR unfreiwillig herangewachsen . Seit 1991 wieder in der alten Heimat in Schleswig-Holstein"

Kannst du das bitte mal noch ergänzen...geboren welches Jahr, wann in die DDR mit Eltern....? Mich interessieren Biografien,weil, es ist so ne Art persönliches Hobby, eben um den Gegenüber besser sehen zu können. "Beurteilen" würde jetzt zu vermessen klingen, deswegen das mit dem sehen.

Rainer-Maria



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#119

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 02.11.2017 19:35
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Die von Dir gewünschten Daten sind für ein anonymes Forum doch etwas zu persönlich, bitte um Verständnis.

Esede



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#120

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 02.11.2017 19:46
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Gut Esede, dann eine kleine Geschichte. In meine Schulklasse(10.KlassenPOS von 1959-69) kamen irgendwann zwei Schüler aus Westdeutschland. Das könnte so in der achten Klasse gewesen sein. Die beiden Mädchen waren überhaupt nicht maulfaul, und ja,das hatte mir gefallen. Die Eine war wohl aus ner kinderreichen Familie aber die gab es in der DDR auch zuhauf(so acht bis zwölf Kinder)
Große Unterschiede zu uns ....keine Ahnung mehr konnte ich wohl im Nachhinein so nicht feststellen. Deswegen wirst du unter Garantie auch nicht "der Putscher" gewesen sein, in der deiner Klasse, eventuell bissel schicker gekleidet mit ordentlich Jeans und so.Aber solche gabs bei uns auch, wo eben Westverwandtschaft da recht großzügig schickte, was Bruder und Schwester Ost anfragten.

Rainer-Maria



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