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#81

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 30.10.2017 20:59
von berndk5 | 994 Beiträge | 6950 Punkte
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Hallo 1941ziger , Dein Beitrag #80 ist echt stark.
Den kann man ohne Änderung eines Kommas oder Punkt unterschreiben. Das ist auch für mich der Spiegel zur Themen-Überschrift ! Darauf ist der DDR-Bürger stolz. Es ist dabei aber weniger der Staat, sondern dass was man selbst trotz aller Schwierigkeiten gemeistert hat. Spezifisch "DDR-Bürger" ist natürlich die Art und Weise wie man nach der Wende die neuen und manchmal nicht erwarteten Hürden genommen hat. Du hast das sehr bildhaft und überzeugend beschrieben- es trifft so, oder sehr ähnlich auf viele Leute zu.
Vielen Dank, berndk5


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#82

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 00:01
von vs1400 | 3.625 Beiträge | 6133 Punkte
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Zitat von 1941ziger im Beitrag #80
Naja persönlich war ich mal stolz dem FJB-5 anzugehören, da wurde ich nämlich vom Rotzjungen zum Mann.
Da war ich noch der Meinung das ich für das Richtige stehe, danach habe ich aber noch ca. 10 Jahre gebraucht
um zu erkennen das es ein Trugschluss war.
Stolz bin ich eher auf mich selber. Ich habe es geschafft die Meisterschule zu machen ohne in die SED eintreten
zu müssen, hat mir eine Verzögerung von 2 Jahren gebracht aber ich habe es geschafft.
Stolz bin ich auf mich weil ich es geschafft habe mein Haus fertig zu bauen, hat 6 Jahre gedauert, aber ich bin
fertig geworden. Wenn ich überlege wo ich das Material überall holen musste. Das war nur möglich weil
ich als Fahrlehrer im Nebenerwerb gearbeitet habe.

Wenn ich daran denke das ich meinen ganzen Jahresurlaub benutzen musste um in Thale in der Gießerei zu arbeiten,
nur um an einen Heizkessel zu kommen, dann wüsste ich keinen Grund auf den Staat stolz zu sein.
Ich hatte mir an den Händen einen Ausschlag zugezogen wo nichts half. Zum Glück hatte ich einen Arzt der auch Patienten
hatte die einer Sonderversorgung unterlagen, mit Zustimmung eines dieser Leute und auf dessen Namen bekam ich
dann eine Salbe.........in einer Woche war alles wieder gut.
Könnte das noch weiter fortsetzen, aber das kennt fast jeder selber.......außer diejenigen die es noch heute nicht wahr haben wollen.

Sicher eine gute Ausbildung hatte ich, aber wohl mehr meinem Lehrbetrieb, meinem Lehrmeister und meiner Einstellung zu verdanken.
Stolz bin ich auch eher auf mich, weil ich den Übergang 1990 nahtlos geschafft habe. Auch hier im Westen musste ich
die Meisterschule noch mal machen, das mit 50 und danach noch jede Menge Lehrgänge.......aber hier wird auch nur
mit Wasser gekocht.
Ja stolz konnten wir in der DDR sein das es uns immer wieder gelungen ist aus nichts etwas zu machen.
Etwa aus entnagelten Kistenbrettern, Holz für eine Wandverkleidung oder aus zwei verunfallten Wartburgkarossen eine NEUE.

Ich sage es mal salopp: wir waren gezwungen aus Scheiße Bonbons zu machen.

Ich bin froh das es die DDR nicht mehr gibt. Sicher ist heute sehr vieles im Argen, verarscht werden wir weiter.....nur von anderen.
Aber man hatte die Möglichkeit zu gestalten , wenn auch die Zeit die man zur Verfügung hatte sehr kurz war.
Für mich kann ich sagen, was ich nach 1990 erreicht habe das wäre mir in 200 Jahren DDR nicht möglich gewesen.

Jürgen


ist zumindest ne halbwegs offene antwort, wenn auch ot zum thema.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#83

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 05:36
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Wir passen uns halt an... und fallen durch politisch unkorrekt ausgefüllte Stimmzettel auf.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#84

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 05:43
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Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #72
Zitat von Alfred im Beitrag #70
Geh mal davon aus, dass dies schon funktioniert hat.

Da gab es immer schwere Verhandlungen zwischen der DDR und der UdSSR.


Na, wenn Du es sagst .. und da wurden dann die Radsätze passend gemacht, oder wie ..?

Siggi


"Umgespurt" nannte man dies. Hochbocken des Waggons, alte Radsätze ab, neue dran und den Waggon wieder absetzen auf das Wechselgleis mit drei Schienen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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damals wars und der Anderdenkende haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#85

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 09:38
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Zitat von S51 im Beitrag #84
Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #72
Zitat von Alfred im Beitrag #70
Geh mal davon aus, dass dies schon funktioniert hat.

Da gab es immer schwere Verhandlungen zwischen der DDR und der UdSSR.


Na, wenn Du es sagst .. und da wurden dann die Radsätze passend gemacht, oder wie ..?

Siggi


"Umgespurt" nannte man dies. Hochbocken des Waggons, alte Radsätze ab, neue dran und den Waggon wieder absetzen auf das Wechselgleis mit drei Schienen.


Möchte nur hinzufügen--Es wurden die ganzen Waggons mit Hebeböcken hochgefahren, dann wurden die zu wechselnden Drehgestelle herausgezogen und die anderen Drehgestelle drunter gefahren. In der Zeit--erledigte der Zoll und die Grenztruppen ihre Arbeit im Zug.


der Anderdenkende hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#86

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 09:41
von DoreHolm | 8.768 Beiträge | 5230 Punkte
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Eigentlich gibt es auch noch die andere Art von Stolz. Nicht den auf etwas selbst Geschaffenes oder Erreichte oder gar auf seine Herkunft. Nichtsdestotrotz hat diese Art von Stolz in so manchen Fällen auch etwas mit der DDR, also unserer Herkunft zu tun. Es ist der Stolz, auf etwas zu verzichten, was ansonsten nur gegen Herabwürdigung der eigenen Person in irgendeiner Art zu erlangen ist. Das ging nach der Wende für viele damit los, für Löhne/Gehälter arbeiten zu müssen, bei gleicher Leistung wohlgemerkt, für die woanders niemand seinen Hintern gehoben hätte. Ungleichbehandlung. Mal verdeckt, mal unverholen begründet mit der Herkunft. Ich hab´s persönlich erlebt. So ähnlich "der/die kommt aus dem Osten, der/die muss auch für weniger Geld arbeiten !" Vermutlich bin ich nicht der Einzige, der ähnliche Erfahrungen an sich selbst oder an Mitarbeitern erlebt hat. Da stellt sich dann die Frage: Wieviel Stolz kann ich mir erlauben, um nicht ganz, ganz unten zu landen ? Außer im beruflichen Umfeld spielt diese Art von Stolz auch im privaten Bereich mitunter eine Rolle. Vor jemanden, auch unter nahen Verwandten, die einem bisher leicht überheblich behandelten, zu Kreuze kriechen zu müssen, weil nur sie einem aus einer mißlichen Lage helfen können und diese dann ein Leben lang am A...sch lecken zu müssen. Diese ganz private Art von Stolz hat dann allerdings nichts DDR-Spezifisches mehr. Spontan erinnere ich mich an einen Vorfall mit meiner Mutter. Sie war sehr rechthaberisch und äußerst kritikempfindlich. Da ich oft widersprach, warf sie mir (ich war schon verheiratet) vor, wieviel Geld ich schon von ihr bekommen hatte und wie undankbar ich bin. Wenn ich dazu finanziell in der Lage gewesen wäre, hätte ich ihr die ca. 3.000,- Mark (DDR), mehr war es nicht, auf den Tisch gelegt und es wäre aus. ICH wäre ganz sicher nicht wieder angekrochen gekommen und hätte den Familienfrieden beschworen. Es wäre immer eine Distanz geblieben.



geckesieben hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.10.2017 09:48 | nach oben springen

#87

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 09:43
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Ist zwar eher was für das Reichsbahn-Thema aber interessant, wie lange dauerte denn die Wechselprozedur für einen durchschnittlichen Zug?


Im November 1982 zu den Grenztruppen eingezogen und nach Formung zum Grenzsoldaten in Mönchhai ab April 1983 ein Jahr lang die Grenze im Bereich der Grenzkompanie Hanum in der Altmark mitbewacht.
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#88

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 09:50
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Mal zurück zu Stolz. Stolz bin ich darauf,was ich selber geschaffen und erreicht habe. Ob nun damals in der ehm. DDR oder im heutigen wiedervereinten Deutschland. Und was die damalige DDR betrifft--ich habe eine vernünftige Schulbildung abgeschlossen, 2 Berufe erlernt und eine anständige Arbeit nachgegangen. Also ich muss mich heute nicht rechtfertigen wie mein Leben in der ehm.DDR verlief. Und vor allen nicht von Leuten, die nicht oder kaum dort gelebt haben.


Huf3 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#89

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 09:53
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So 91 rum fragten mich die Westchefs ob ich mich in der Lage sehen würde mit teilweise angelernten Bäckern und Fleischern hier und da einen Supermarkt aus dem ostdeutschen Boden zu stampfen, ich fühlte mich, der Kontrakt war dazumal mit 3500 Mark Anfangsgehalt dotiert plus Zulagen bei "Planerfüllung", einem eigenen Firmenwagen und ein Telefon so groß wie eine Funke an der Grenze, also ich bin nicht erst zur Gewerkschaft gelaufen, hab unterschrieben.
Sicherlich gab es im Westen mehr, war mir aber erst mal Schnuppe zu der Zeit, der Grad der Ausbeutung schien mir akzeptabel um meinen Stolz erst mal hintenrunter fallen zu lassen.


Im November 1982 zu den Grenztruppen eingezogen und nach Formung zum Grenzsoldaten in Mönchhai ab April 1983 ein Jahr lang die Grenze im Bereich der Grenzkompanie Hanum in der Altmark mitbewacht.
zuletzt bearbeitet 31.10.2017 10:26 | nach oben springen

#90

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 09:53
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #87
Ist zwar eher was für das Reichsbahn-Thema aber interessant, wie lange dauerte denn die Wechselprozedur für einen durchschnittlichen Zug?


Wenn ich mich zurückerinnere--zwischen 1 bis 2 Stunden, für die gesamt Länge eines Zuges.


Hanum83 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#91

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 09:57
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Hallo @Nostalgiker,

danke für deinen Beitrag #79, mit Darlegung einiger historischer Zusammenhänge.
Ich kann dabei jedoch nichts Falsches in meinen Ausführungen im Beitrag #67 erkennen, im Gegenteil.

Japan war also noch mehr am Boden, als ich dort angeführt habe!

Die Entwicklungen in der SU und in den östlichen Ländern liefen dort nur so negativ, weil die
falschen Politiker in den Führungsetagen fungierten? Das ist wieder für mich zu einfach bzw. es beweist, dass Diktaturen unfähig sind, funktionsfähige Systeme zu bilden.
Wer unfähig ist und damit nicht in der Lage ist, einen Staat optimal zu lenken, muss durch demokratische Strukturen abgelöst werden!

MfG

GKUS64



zuletzt bearbeitet 31.10.2017 10:01 | nach oben springen

#92

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 10:11
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #91

Wer unfähig ist und damit nicht in der Lage ist, einen Staat optimal zu lenken, muss durch demokratische Strukturen abgelöst werden.


Das wäre ja schon fast ein neues Thema.

Was ist wirklich "demokratisch" ?
.


.
.

.
bürger der ddr hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.10.2017 11:21 | nach oben springen

#93

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 10:58
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@GKUS64 , leider beschränkst du dich in deiner Argumentation das Diktaturen unfähig seien funktionsfähige Systeme zu bilden nur auf auf den Typ Diktatur welche laut eines Knaben die wohl schlimmste gewesen sei.
Schau dir die andere, zweite Diktatur in Deutschland an, da brummte "das System" und die Wirtschaft, vor allem die Kriegswirtschaft produzierte bis zum bittern Ende mit voller Kraft ......
Also zieht das Argument, das die optimale Lenkung eines Staates demokratische Strukturen voraussetzt nicht wirklich.
Die Wirtschaft interessieren politische Strukturen in den Staaten in denen sie präsent sind nur soweit wie sie, die politischen Strukturen, sie nicht in ihrem Expansionsdrang behindern .....
Wenn dem so wäre müßten sich alle international agierenden Konzerne aus den Staaten zurückziehen welche diktaturähnliche Strukturen haben, das wäre die Konsequenz deines Gedankens.

Aus Sicht der Politiker in den Führungsetagen der östlichen Länder lief es bestens, denn sie setzten einfach andere Maßstäbe an eine zentral gelenkte Wirtschaft.
An erster Stelle stand der Aufbau einer Schwerindustrie als Grundlage für alles weitere. Das machte auch für die SU in den 20ger/30ger Jahren einen gewissen Sinn um aus dem rückständigen Agrarland ein funktionierendes Industrieland zu machen.

Nur war es im Fall Deutschland nach 1945 nicht so das in dem Teil welcher der SU zufiel Agrarstrukturen vorherrschten und von Industrie weit und breit nichts zu sehen war.
Auf alle Länder des Ostblocks wurde das sowjetische Modell angewandt weil es in der SU funktionierte. Es funktionierte dort aber nur mit Hilfe der Heilsversprechungen des Lebens im Überfluß wenn der Kommunismus erreicht sei, den plausiblen Begründungen für gegenwärtige Not und Einschränkungen und nicht zu Vergessen der alltäglichen Terror den Jeden treffen konnte.

Dieses Modell konnte in Deutschland, auch wenn es nur einen Teil des Landes betraf, nicht funktionieren.
Deutschland hatte eine gut gebildete Mittelschicht, die Arbeiterschaft war es ebenso. Eine Jahrzehnte erfolgreich agierende Gewerkschaftsbewegung und eine Sozialdemokratie mit breiter Akzeptanz.
Deutschland war kein Land mit vorherrschend ungebildeten Bauern denen so ziemlich alle Menschenrechte genommen werden konnten.
Das haben die kommunistischen Führer übersehen bzw. hat Stalin als "weiser Führer" keinerlei Abweichungen von seinem Konzept zugelassen.
Wer sich dagegen auflehnte verschwand, wenn er Glück hatte, in den weiten Sibiriens oder bekam, wenn er ein führender Politiker war, einen Schauprozess mit anschließender Erschießung nach sowjetischen Vorbild.
Die "falschen" Politiker wurden so domestiziert und zur völligen Loyalität gegenüber dem weisen Führer aller Völker gebracht ....
Das betraf vor allem die Politiker Garde in den 30ger und nach 1945 die in den osteuropäischen Ländern.

Die zweite Generation der falschen Politiker, in der DDR Honecker und Co, verdankte alles, also ihren politische Aufstieg in der Hierarchie der Parteifunktionäre, dem stalinistischen System.
Wieso sollten ausgerechnet sie an den Strukturen rütteln welche sie an die Macht gebracht hatten?

Nicht alle GDs der Kombinate in der DDR und/oder Direktoren von Betrieben waren nur Parteifunktionäre welche von Wirtschaft keine Ahnung hatten. Im Gegenteil es waren teilweise sehr fähige Leute.
Deren Tragik bestand allerdings darin das ihr wirtschaftliches agieren empfindlich durch das enge Korsett politischer Priorität und zentraler Planvorgaben ausgebremst wurde.

Was diesen Gedanken von dir betrifft; "Wer unfähig ist und damit nicht in der Lage ist, einen Staat optimal zu lenken, muss durch demokratische Strukturen abgelöst werden!
In der Gegenwart umgesetzt würde er bedeuten das die derzeitigen Regierung mitsamt ihrer Minister in die Wüste gejagt werden müßte


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Heckenhaus, DoreHolm, der Anderdenkende und geckesieben haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#94

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 11:07
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Zitat von Heckenhaus im Beitrag #92
Wer unfähig ist und damit nicht in der Lage ist, einen Staat optimal zu lenken, muss durch demokratische Strukturen abgelöst werden.[
Und so kam es auch in der DDR . mMn. hat besonders die sehr lange, offensichtlich scheinbare Hilflosigkeit der DDR-Oberen in der meisten Zeit des Jahres 1989 diesen totalen Kollaps im Herbst beschleunigt. Hätte man (aus meiner Sicht) unmnittelbar nach der Abfahrt der Züge mit den Gästen aus der Prager Botschaft gesagt, Schluss damit, wir machen die Grenzen auf! Ähnlich wie im November, wäre sicherlich ein Freudenschrei durch die DDR gegangen.

Ist aber totale Utopie, wäre undenkbar gewesen! Als Honnecker im Krankenhaus lag, hatte man den Eindruck es würde politisch alles still stehen. Keine Sau war in der Lage, eine sinnvolle Entscheidung zu treffen. Zu welchen geistigen Höchstleistungen "Alte Männer" in der Lage sind, hat ein "Genosse Erich Mielke" in einer der letzten Sitzungen der DDR-Volkskammer ja weltweit gezeigt. Man konnte sich nur noch schämen! Da war einfach k e i n Spielraum für sinnvolle Entscheidungen, damit ging ein Großteil vom Stolz, von meinem "Stolz als DDR-Bürger" direkt ins Klo.

Es blieb nur der Stolz auf das, was man selbst getan hatte- auch wenn die Unsicherheit stetig stieg, sich für etwas Falsches zu stark engagiert zu haben.

Mensch gegenüber den Mitmenschen geblieben zu sein, egal ob Soldat oder Zivilist, egal ob Bewohner im Grenzgebiet oder Grenzverletzer- darauf bin ich stolz.

Am Nachmittag des letzten DDR-Wahlsonntags hatten wir oberhalb von Treffurt im Bereich Kammweg eine Dauerauslösung des GSSZ II, mit Anzeichen GV und in der Folge eine Festnahme von 2 männl. GV.

Nach Eskortierung zur GK nahm ich sie in Empfang, ließ sie unter Bewachung im BS-Speiseraum mit `ner Tasse Kaffe oder Tee versorgen und kurz zur Ruhe kommen. Anschließend hab ich die Befragung durchgeführt und das Festnahmeprotokoll geschrieben, bevor die anderen "Schwardronen" in der GK Treffurt einschwebten. Die GV waren der Schäfer Zi--- und sein Sohn, beide in Treffurt wohnhaft.

Kann sein , dass es unglaubwürdig klingt, aber eine Vorhersehbarkeit der Wende im Herbst war wirklich nicht gegeben, es war also k e i n e Alibi-Absicht!

Als Leiter der Sicherheitskommission Treffurt habe ich im Sommer 1989 m i t Zustimmung des damaligen Bürgermeisters G.M.., des ABV Oltn. W... , des Ortsparteisekretärs Ho..... und gegen leichte Bedenken des Grenzbeauftragten des MfS, Oltn. Sa.......y , den Antrag auf Rückführung der beiden (inzwischen auf Bewährung verurteilten) GV nach Treffurt -in das Grenzgebiet - gestellt. Hat zwar etliche Aufregung gegeben und einigen Ärger als der Bürgermeister das an die Abteilung Inneres weiter geleitet hatte, aber es war ein WUNDER, keiner der ZUSTIMMER ist umgefallen, und so kamen die beiden wieder zurück in ihr Haus.

Die letzte Episode dazu, war ein unerwartetes Zusammentreffen in der prall gefüllten Kneipe "Bahnhof" in Treffurt im November 1989.

Habe dort mit 3 anderen Kameraden Doppelkopf gespielt und keinen Saft getrungen.
Unerwartet war leichter Tumult aus Richtung Tresen zu bemerken und der Zi...-Sohn, kam auf mich zu, mit den Rufen: " das... das.. das ist er. Die haben mich damals hops genommen, aber so fair sind wir danach nie wieder behandelt worden...." .

Welche Gedanken einem da innerhalb von Sekunden, bis zum entspannten Ende durch den Kopf gehen kann man wohl kaum beschreiben.
Obwohl der Junge nur wenig Kohle hatte, bestand er darauf, mir einen Schnaps auszugeben- hab den Schnaps auch mit ihm getrunken, ohne mich "zu verbrüdern" .

Man war selbst noch nicht in der Lage, die umfassenden Veränderungen auch innerlich zu verarbeiten. Obwohl nicht erwartet oder inszeniert, hat diese Episode wohl auch mit zur Wahl ins Bürgerkommitee und später bei der freien Wahl beigetragen.
Genug davon, man kommt sich schon blöd vor. Es war aber tatsächlich so.


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zuletzt bearbeitet 31.10.2017 11:14 | nach oben springen

#95

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 11:08
von Rainer-Maria Rohloff | 3.781 Beiträge | 10445 Punkte
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Wenn ich Nostalgikers Texte lese fällt mir immer das schöne Gedicht ein, was Manne Krug mal so wunderbar vorgetragen hatte. Richtig, "die Kuh im Propeller". Schon der Name des jungen Agitators war so köstlich... hieß der nicht Grigori Kossonosov? Nur, so dumm und ungebildet wie es Nostalgiker beschreibt waren die Bauern in der UdSSR nun auch wieder nicht....zumindest im Gedicht.

Rainer-Maria

Und einen guten "reformierten" Feiertag allen ins Forum



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#96

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 11:15
von Nostalgiker | 2.842 Beiträge | 1115 Punkte
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RMR, schon mal den Begriff ' Bauernschläue' vernommen?
Und wenn jemand ungebildet ist bedeutet das nicht zwangsläufig das Derjenige auch dumm sein muß.


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Rainer-Maria Rohloff und Heckenhaus haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#97

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

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Was diesen Gedanken von dir betrifft; "Wer unfähig ist und damit nicht in der Lage ist, einen Staat optimal zu lenken, muss durch demokratische Strukturen abgelöst werden!
In der Gegenwart umgesetzt würde er bedeuten das die derzeitigen Regierung mitsamt ihrer Minister in die Wüste gejagt werden müßte[/quote] Hallo, was ist den an dem o.g. Zitat falsch ??? Bezug nehmend auf die europäische Flüchtlingspolitik und die zu erwartenden Entwicklungen weltweit gesehen, kann es einem doch Angst und bange werden.
Wenn es der Regierung nicht gelingt, gemeinsam mit Allen anderen Staaten im Konsens die jetzige, zügellose Entwicklung aufzuhalten ist die Tendenz doch klar. Ganz einfach, siehe oben. Das hat doch schon längst begonnen, siehe letzte Wahlen !!!
Ist nicht gegen die Flüchtlinge gemeint, aber den afrikanischen Kontinent zu entvölkern, in Deutschland/Europa aus sozialen Töpfen gespeist zu werden die von anderen in harter Arbeit (nicht den Politikern) gefüllt wurden, Flüchtlinge, die meist selbst nicht arbeiten dürfen- wo soll denn das biotte hin führen.
Es wird zu einer Alternative führen, zwangsläufig. Denn "Jamaika" hat in erster Linie mit sich selbst zu tun, Kompromisse zu finden, die vielleicht ja das persönlich Ministerpöstchen sichern, danach wird man sehen. Man wird sehen, die eigenen Pfründe zu sichern. Sooo läuft es doch. Bis, ... siehe oben...
Ist aber nur meine Meinung. berndk5[/quote]


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
GKUS64, 1941ziger, Heckenhaus, bürger der ddr und geckesieben haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 31.10.2017 11:36 | nach oben springen

#98

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 11:35
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berndk5, das Zitat welches ich verwendete bezog sich mit seiner Aussage eindeutig auf die 'Staatslenker der DDR' bzw. die in ihr herrschende Diktatur.


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

berndk5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#99

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 11:43
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zu #98
..hab ich auch genau so verstanden. Leider habe ich beim Schreiben den Eindruck gewonnen, dass es eine allgemein gültige These sein könnte, weshalb ich mal probiert habe, es auf die heutige Situation zu beziehen. LOGISCH , dass dass absolut nicht identisch ist, aber in Einzelbereichen erscheinen mir Ähnlichkeiten sehr aufdringlich "ins Auge zu springen" . Meine Aussage soll beabsichtigen, die Meinung anderer Leser im Forum kennen zu lernen.
Also, nur gut im Sinne des Forums gemeint und Dir , Nostalgiker ,nochmals ein DANKE . berndk5


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#100

RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben?

in Leben in der DDR 31.10.2017 13:56
von DoreHolm | 8.768 Beiträge | 5230 Punkte
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RE: Wo ist der Stolz der DDR Bürger geblieben? • Absender: Hanum83, Heute 09:53 Diesen Beitrag zitieren So 91 rum fragten mich die Westchefs ob ich mich in der Lage sehen würde mit teilweise angelernten Bäckern und Fleischern hier und da einen Supermarkt aus dem ostdeutschen Boden zu stampfen, ich fühlte mich, der Kontrakt war dazumal mit 3500 Mark Anfangsgehalt dotiert plus Zulagen bei "Planerfüllung", einem eigenen Firmenwagen und ein Telefon so groß wie eine Funke an der Grenze, also ich bin nicht erst zur Gewerkschaft gelaufen, hab unterschrieben.
Sicherlich gab es im Westen mehr, war mir aber erst mal Schnuppe zu der Zeit, der Grad der Ausbeutung schien mir akzeptabel um meinen Stolz erst mal hintenrunter fallen zu lassen.

1993 wurde ich aus konzernstrukturellen Gründen von Erfurt an die Tochter in PS überstellt. Mir ging es darum, nicht weniger Netto zu haben als in Erfurt. Es waren 70,- Mark mehr. Lumpig, würde ich sagen aus späterer Sicht. Ich kannte das Gehaltsniveau meiner Kollegen West dort nicht. Leider.
Ich hätte vorher mal mit dem Betriebrat sprechen sollen. Das wurde mir am Folgetag nach der Unterschrift gesagt. Ich würde dann mit Sicherheit einige Fragen gestellt haben, warum meine technischen Erfahrungen und Leistungen mit eben den gleichen Produkten weniger Wert sind als die meiner Kollegen. Heute weiß ich einige der Gründe. Generell wurde einem Ostler weniger zugetraut als einem Westdeutschen, das habe ich mehr als einmal sehr diplomatisch und versteckt unter die Nase gerieben bekommen. Sowohl in der Firma als auch bei Kunden (sogar auch Ostkunden !). Ja, solche Leute im Westen gab es und gibt es wohl auch heute noch mit dieser Denkweise. Da kann man stolz darauf sein, fachlich besser zu sein, aber die glaubens einfach nicht. Die Einstellung ist nach Jahrzehnten Gehirnwäsche zementiert. Zweiter Grund war, meine Abteilungschefs hatten für Ihre Prämien auch den Faktor Abteilungskosten. Und da konnte man doch bei mir so locker mal einen niedrigen fünfstelligen Betrag/Jahr einsparen. Nein, ich habe denen nichts zu danken, außer daß ich meinen Stolz immer wieder mal hintan anstellen mußte, wenn ich solche Sachen über andere Kollegen erfahren habe, mit denen ich selbst gut ausgekommen bin.



geckesieben hat sich für diesen Beitrag bedankt
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