Bericht über die Stimmung unter den Angehörigen der Deutschen Grenzpolizei

21.10.2017 21:18
#1
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Bericht über die Stimmung unter den Angehörigen der Deutschen Grenzpolizei (DGP) nachdem bekannt wurde, dass Einheiten an die Grenze zur Bundesrepublik versetzt werden sollten.

Die Deutsche Grenzpolizei (DGP) war nach dem Volksaufstand des 17. Juni 1953 beim Ministerium des Innern eingegliedert. Einzig die Abteilung Aufklärung beim Kommando der DGP arbeitete eigenständig mit inoffiziellen Kräften. Im Dezember 1961 wurde sie durch einen Befehl Erich Mielkes der Hauptabteilung I des MfS unterstellt. Aufgabe der Grenzsicherung war es, "Republikfluchten" und das Eindringen von "DDR-feindlichen" Personen aus dem Westen zu verhindern.

Ende 1960 verfügte die DGP über einen Personalbestand von knapp 38.000 Mann. Ein Großteil von ihnen sollte ab 1961 die Westgrenze absichern. Damit bereitete sich die DDR auf die völlige Abschottung zur der Bundesrepublik und zu West-Berlin vor. Nach Umgruppierungen von Ost nach West waren über 30.000 an der deutsch-deutschen Grenze stationiert, wohingegen die Grenzsicherung im Osten und Süden durch eine einfache Überwachung und Kontrolle ersetzt wurde.

Das vorliegende Schreiben vom Juni 1961 informierte die Zentrale Informationsgruppe im MfS über den Stand der bisher durchgeführten Umgruppierungen von Einheiten der DGP an die Grenze zur BRD. Darin schilderte die Hauptabteilung I, dass ein Teil der Diensteinheiten äußerst unzufrieden mit der anstehenden Versetzung sei. Vereinzelt zogen die Grenzpolizisten auch Fahnenflucht in Erwägung, wenn sie an die Grenze zur BRD geschickt würden.

Es sind ingesamt 9 Seiten:

http://www.stasi-mediathek.de/medien/ber...lizei/blatt/11/


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22.10.2017 08:43
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#2
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Ich dachte eigentlich schon vom Namen her war die DGP immer an der Grenze.


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22.10.2017 10:03
#3
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #2
Ich dachte eigentlich schon vom Namen her war die DGP immer an der Grenze.

Ja natürlich, Grenze Nord, Ost, Süd. Die Berliner Grenze war mehr oder weniger offen und die Grenze West schwach bewacht (wenn überhaupt einfacher Stacheldrahtzaun). Das war von der Sowjetunion politisch so gewählt; Chruschtschow hatte diverse Deutschlandpläne lanciert, ein neutrales Deutschland mit Abzug der Besatzungstruppen. Zuviel Grenzbewachung wäre da kontraproduktiv gewesen, um die westlichen Weltkriegsalliierten umzustimmen.
Als die Änderung der sowjetischen Politik und der Bau der Mauer in Berlin absehbar wurden, wurde viel mehr Grenzpolizei an der Grenze West benötigt, denn nach dem Bau der Mauer rechntete man dort mit viel mehr Fluchtversuchen.
Theo


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22.10.2017 18:41 (zuletzt bearbeitet: 22.10.2017 20:02)
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Zitat von Schlutup im Beitrag #1
Bericht über die Stimmung unter den Angehörigen der Deutschen Grenzpolizei (DGP) nachdem bekannt wurde, dass Einheiten an die Grenze zur Bundesrepublik versetzt werden sollten.

Die Deutsche Grenzpolizei (DGP) war nach dem Volksaufstand des 17. Juni 1953 beim Ministerium des Innern eingegliedert. Einzig die Abteilung Aufklärung beim Kommando der DGP arbeitete eigenständig mit inoffiziellen Kräften. Im Dezember 1961 wurde sie durch einen Befehl Erich Mielkes der Hauptabteilung I des MfS unterstellt. Aufgabe der Grenzsicherung war es, "Republikfluchten" und das Eindringen von "DDR-feindlichen" Personen aus dem Westen zu verhindern.

Ende 1960 verfügte die DGP über einen Personalbestand von knapp 38.000 Mann. Ein Großteil von ihnen sollte ab 1961 die Westgrenze absichern. Damit bereitete sich die DDR auf die völlige Abschottung zur der Bundesrepublik und zu West-Berlin vor. Nach Umgruppierungen von Ost nach West waren über 30.000 an der deutsch-deutschen Grenze stationiert, wohingegen die Grenzsicherung im Osten und Süden durch eine einfache Überwachung und Kontrolle ersetzt wurde.

Das vorliegende Schreiben vom Juni 1961 informierte die Zentrale Informationsgruppe im MfS über den Stand der bisher durchgeführten Umgruppierungen von Einheiten der DGP an die Grenze zur BRD. Darin schilderte die Hauptabteilung I, dass ein Teil der Diensteinheiten äußerst unzufrieden mit der anstehenden Versetzung sei. Vereinzelt zogen die Grenzpolizisten auch Fahnenflucht in Erwägung, wenn sie an die Grenze zur BRD geschickt würden.

Es sind ingesamt 9 Seiten:

http://www.stasi-mediathek.de/medien/ber...lizei/blatt/11/


Hallo Schlutup, die Reihenfolge, wem die DGP wann unterstellt war, ist ja nun schon hier im Forum schon mehrmals wie Kraut und Rüben durch einander gebracht worden. Jeder der es nicht kennt, schreibt einfach was er gehört hat, was er wo gelesen hat und fügt auch eventuell noch seine eigenen Wunschgedanken hinzu. Den Anfang der Grenzpolizei kenne ich auch nicht ganz genau, das könnte aber der39 genauer sagen. Mein Dienstbeginn 4/56 waren wir schon dem Mfs unterstellt, vorher wohl schon mal dem Mdi unterstellt. Im Frühjahr 1958 wurden wir dem Mdi unterstellt und blieben es auch bis wir 60/61 der NVA unterstellt wurden unter dem Namen " NVA Kommando Grenze ". Die im Dez. 1961 dem Mfs unterstellt wurden, waren wohl die Einheiten an den Grenzübergangsstellen und blieben es auch bis zuletzt. Oder blieben diese Mitarbeiter an den Grenzübergängen auch schon 1958 weiterhin dem Mfs unterstellt bis zuletzt ? Dann später nach meiner Zeit (Entlassen 11/62) von der NVA ausgegliedert und nannte sich dann "Grenztruppen der DDR".

Cambrino


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