Was würdet Ihr heute anders machen?

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24.10.2017 11:02 (zuletzt bearbeitet: 24.10.2017 11:27)
#46
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Ich habe auch die Uniform für immer abgelegt. Aber zum Tiefbau gab es ja unzählige Alternativen.

Aber auch innerhalb der Branche. Planer z. B. im Tiefbaukombinat oder gar Straßenmeister usw. Im Tiefbauamt, waren und sind tolle Jobs.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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24.10.2017 12:41
#47
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Im Mai 1961 machte unsere Studentengruppe eine Exkursion nach Berlin.
Ich stand am Brandenburger Tor und blickte Richtung "Goldmarie". Dort also war die andere Welt. Mir gingen einige
Gedanken durch den Kopf. 100m laufen, und ich wäre in dieser anderen Welt, im anderen Staat. Ich überlegte: Meine
Eltern wohnne in der DDR, meine Verwandten und Freunde. Ich hatte einen Studienplatz und das Studium machte mir Spaß.
Drüben im Westen bin ich ganz neu, kenne niemanden, fange ganz von vorn an.
Nichts reizte mich, diese 100m Richtung Westen zu gehen.

Ich bin zufrieden mit dem Leben, das ich gelebt habe: Ich habe eine liebe Frau, meine Kinder arbeiten fleißig und können
sich was leisten und wir kommen mit dem, was wir haben zurecht. Ob es besser gekommen wäre oder schlechter - wenn ich anders
gehandelt hätte - wer weiß das schon...
Die grundsätzlichen Entscheidungen würde ich auch heute wieder so treffen - vielleicht mit einer Ausnahme: Mit 17 Jahren
würde ich mich nicht wieder einer Partei anschließen.


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24.10.2017 19:24
avatar  Ehli
#48
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #47
Die grundsätzlichen Entscheidungen würde ich auch heute wieder so treffen - vielleicht mit einer Ausnahme: Mit 17 Jahren
würde ich mich nicht wieder einer Partei anschließen.

Gebe ich Dir voll recht.
Ich bin damals auch in Berlin,mit 18 Jahren, in die Partei eingetreten an der Grenze,aus voller Überzeugung.
Später flog ich aus der Partei.
In den 80 Jahren wollte ich zur See fahren,leider nicht möglich,kein Genosse.
1986 war ich wieder würdig in diese Partei einzutreten.Nun höre ich schon wieder,der muß doch bekloppt sein.
1987 bekam ich meinen Reisepass und damit konnte ich an die Trasse fahren.
1989 erfolgte der Austritt aus der Partei mit meiner Frau,die Abgeordnete war.
Für uns beide war klar,es wird nie wieder einen Eintritt in eine Partei geben und diesen Grundsatz bleiben wir treu.
Nun habe ich doch etwas ,aus meinen privaten Leben erzählt,was ich eigentlich nicht wollte,aber egal.


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24.10.2017 19:48
#49
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Die schlechten Erfahrungen haben einen doch auch viel gegeben, z.B. Menschenkenntnis, einen Teil der Lebenserfahrung u.ä.
Heute würde man garantiert auch Fehler machen, die man später bereut.
Darum stehe ich zu meinem Leben oder wie der Franzose so schön sagt : "Non, je ne regrette rien!"

Démerde-toi !


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24.10.2017 23:10
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#50
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Hallo vs1400 , EX BO und alle Aktiven. Besonders #16 , also ohne "die Schwiegermutter" kann ich aus ganzem Herzen zustimmen.

Obwohl wir jetzt auf S.3 bei #48 angekommen waren und für mich einigen Beiträge zustimmungsfähig sind, bleibt es bei der Wertung zu #16 .
Natürlich gibt es für jede rückblickende Wertung des eigenen Lebens, insbesondere der Frage "Was hätte ich anders, oder BESSER machen können/sollen" ? aus heutiger Sicht neue Erkenntnisse.
Klar, dass vielleicht die eine oder andere Entscheidung spontan gefallen ist- aber wir waren/sind doch Alle erwachsene Menschen. zugegeben heute mit größerer Lebenserfahrung(alles andere wäre schlimm).
Man darf aus meiner Sicht aber einen wesentlichen Punkt nicht vergessen!
Es waren doch immer die äußeren Einflüsse, die unser Handeln, die unsere Entscheidungsfindung beeinflusst haben.

Ich will (ohne abzulenken) die Parallele zu einem anderen Thread nennen- 20 Meter ...(etc.).
Da hab ich was zum möglichen Seitenwechsel/Fahnenflucht-Gedanken aus meiner persönlichen Sichtweise (nur mich betreffend) geschrieben.
Klar, ich hätte problemlos abhauen können- aber ich selbst habe entschieden das nicht zu tun. Ich hatte mir vorgenommen, mein Leben mit meiner Familie für und mit der DDR zu leben. Das war eine Grundsatz-Entscheidung! Hätte ich anders entscheiden sollen ???

Es ist eine grausame Erkenntnis aus heutiger Sicht feststellen zu müssen, dass man in einigen wichtigen Fragen mißbraucht wurde. dass man deshalb (eigentlich) einen Großteil seiner Lebenskraft falschen Idealen geopfert hat. Gegenfrage, die ich mir selbst stelle! War es wirklich ein falsches Opfer ??

?- es hat zumindest in Treffurt die friedliche Wende (mit) ermöglicht.
Hunderte Grenzer in meinem Verantwortungsbereich haben Aufrichtigkeit erlebt- und das wichtigste! Ich kann heute noch in den Spiegel schauen, ohne Würgereiz.... .

Viele gute Leute sind damit nicht klar gekommen, Dremi gehörte dazu. Schade, das ihm niemand helfen konnte.

Was ich sagen will: Man ist immer schlauer, wenn man aus der Schule kommt (Schule des Lebens?) . Man soll seine Entscheidungen und seine Lebensgestaltung schon hinterfragen, muß aber akzeptieren- VIELES ist durch äußere Bedingungen beeinflusst worden, an die man sich heute kaum erinnert.
Hoffe, es hat Euch nicht genervt. Gruß, berndk5


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24.10.2017 23:26 (zuletzt bearbeitet: 24.10.2017 23:27)
#51
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Zitat von Blitz_Blank_Kalle im Beitrag #49
Die schlechten Erfahrungen haben einen doch auch viel gegeben, z.B. Menschenkenntnis, einen Teil der Lebenserfahrung u.ä.
Heute würde man garantiert auch Fehler machen, die man später bereut.
Darum stehe ich zu meinem Leben oder wie der Franzose so schön sagt : "Non, je ne regrette rien!"

Z. B. finde ich es trotz des Scheiterns beim ersten Mal gut, zweimal geheiratet zu haben....


Nur deswegen habe ich statt einem, 3 gutgeratene Kinder.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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25.10.2017 10:48
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#52
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Eigentlich hat diese Frage etwas "selbstzerstörerisches" an sich....
Ich bin nicht mehr der Mensch der ich vor 30-40 Jahren war, ich habe ein ganz anderes Wissen um Zusammenhänge, eine größere Lebenserfahrung und nicht zuletzt der Faktor Zeit.
Klar kann ich mich heute hinstellen und sagen, ich hätte nie in diese Partei eintreten sollen.....
Doch ich muß mir immer bei der Beurteilung der Situation klar werden, was wollte ich damals und wie dachte ich danmals. Für mich gab es mehrere Gründe in diese Partei einzutreten.
Grund 1 - ich war mit der gesellschaftlichen Entwicklung in der DDR einverstanden und hielt diese für Richtig
Grund 2 - ich wolte auch beruflich weiter kommen

Viele Zeichen habe ich mißachtet, spätestens als Kandidat der SED und mit aktiver Teilnahme an den Parteiversammlungen hätte ich hellhörig werden müssen. Doch statt die Konsequenzen zu ziehen hat man noch seine Witze darüber gerissen und hat das ständige "die Partei hat immer Recht" geduldet.
Ein ständiger Kritikpunkt war schon mein Foto im Parteidokument, wie ich mir erlauben konnte ein Bild mit schulterlangen Haaren abzugeben .....
Man beruhigte sich immer mit solchen Sprüchen, wenn ich anderen hier das Feld überlasse wird es noch schlimmer, doch eigentlich habe ich diese Partei trotz meiner manchmal unangepaßten Mitgliedschaft gestärkt.

Der Gedanke mit dem heutigen Wissen seine Vergangenheit zu beurteilen kann belastend sein, solange ich mein Angesicht noch im Spiegel ertrage (nicht optisch) solange kann und muß ich mit meiner Vergangenheit leben.
Doch das wichtigste ist, Fehler der Vergangenheit in der Gegenwart zu meiden.


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12.11.2017 07:38
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#53
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Was man aus der Erkentnis der Vergangenheit heute anders machen würde ist reiner Spekulatius. Ich habe mich ja weiterentwickelt und heute eine andere Sicht auf bestimmte Dinge als vor 40 Jahren. In der Gegenwart muss man sich entscheiden. Für die Zukunft kann man sich zwar selber Prioritäten setzen, ob man aber im Fall der Fälle entsprechend reagieren bzw. agieren kann ist nicht sicher.

KS


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12.11.2017 13:42
#54
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Im Nachhinein meint man schlauer zu sein, ist jeden selber überlassen.
Ich würde heute nicht viel anders machen.
Ich war mit meiner Berufswahl zufrieden, konnte diesen bis zum Renteneintritt ausüben.
Militärdienst, wenn er noch Pflicht wäre, würde ich wieder als Fallschirmjäger machen wollen.
Die Frage Partei (SED) stand auch für mich als Soldat nie. Nicht das ich zu meiner aktiven Zeit
etwas gegen das System hatte, eher gegen das Moralisieren der Obergenossen.
Ich hatte als Soldat eine Vorliebe für Frauen, auch wenn diese verheiratet waren und hatte es bei diesen auch leicht.
Den Anschiss in Parteiversammlungen wollte ich mir ersparen.......das war der Grund. Heute bin ich froh
das mir dadurch vieles erspart worden ist. Ich bin auch so im Leben zu meinen Zielen gekommen,
hat allerdings etwas länger gedauert.
Das ich sofort im Januar 1990 ein Angebot in der Pfalz angenommen habe war auch richtig, noch mal
auf die Schulbank hier, das war auch richtig.
Das ich mich heute bemühe fit und gesund zu bleiben ist auch richtig, denn ich möchte der Rentenversicherung lange,
lange erhalten bleiben....denn das hat diese verdient.

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Jene, die ihre Schwerter zu Pflugscharen schmiedeten, pflügen heute für diejenigen die ihre Schwerter behielten.

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12.11.2017 14:20
avatar  Fred.S.
#55
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#54 ja, Heute, das Heute nach der Wende? 1941er? Ich brauche da nicht viel zu überleben. Meine Arbeit bei derPost hatte sich durch das Frachtzentrum Neustrelitz überaus verbessert. Eine Freude immer wieder zu sehen, wie das Paket vom Codierer zielgenau über Bahnen zu der entsprechenden Rutsche kam.Gesundheitlich dann der vorzeitige Ruhestand. Es folgten 7 Jahre wo ich als Stadtteilfotograf auf meinn Datzeberg tätig war, dann kam er, nahm mich nicht mit, aber schüttelte mich so das ich ein gesundheitliches Wrack ab 2013 war. Was ändern oder was würde ich anders machen heute. NICHTS.
Bin zufrieden mit mein Leben und den Kater, denn ich kann ja nichts mehr ändern,was soll ich als Rentner ändern können.
Ihr die noch mobil und voller Elan seid, Ihr könnt das. Erzählt mir davon. Fred S.


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