Generalmajor a.D. H. Tauchert verstorben #2

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18.09.2017 01:22 (zuletzt bearbeitet: 18.09.2017 07:18)
avatar  Kalubke
#1
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Ich führe das Thema hier mal weiter, weil einige Aspekte der Geheimdienstarbeit von Heinz Tauchert noch gar nicht zur Sprache gekommen sind, die aber dazu beigetragen haben, dass wir Deutschen heute nicht als Nuklearopfer in irgendwelchen Massengräbern liegen und dort unsere Wiedervereinigung hätten feiern können, oder heute noch als verstrahlte Zombies dahinsiechen.

Tauchert wird mit Sicherheit einigen Anteil daran gehabt hebaen, dass der Bundesbürger Rainer Rupp von der HV A als Perspektivagent aufgebaut wurde und letztendlich einen Job bei der NATO in Brüssel kriegen konnte. Wäre er nicht gewesen, hätten sie Russen womöglich 1983 bei der Kommandostabsübung "Able Archer" durchgedreht und vlt. den roten Knopf gedrückt, weil der KGB wegen der fragwürdigen Erkenntnisse, die er durch seine Operation "Ryan" gewonnen hatte, felsenfest der Meinung war, dass der Westen einen Atomkrieg gegen den Osten vorbereitet. Generaloberst Grossmann, der Nachfolger von Markus Wolf höchstpersönlich legte damals die gND-Informationen von Rupp dem Leiter der 1. HV des KGB (Auslandsspionage) vor, was schließlich Schlimmeres verhinderte. Dem Westen wurde die brenzlige Situation durch den KGB-Überläufer Gordiewski bekannt, der in der KGB-Residentur in der sowjetischen Botschaft in London arbeitete.

Gruß Kalubke.


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18.09.2017 06:07
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#2
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Schon damals provozierte die Nato gern die Russen, hoffen wir, das sie,die Russen, heute wieder einen Rainer Rupp haben, einen Kundschafter für den Frieden!


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18.09.2017 07:08 (zuletzt bearbeitet: 20.09.2017 18:56)
avatar  Kalubke
#3
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Ich glaube nicht, dass die Amis damals Krieg wollten. Denn genau das hat Rupp nämlich der HV A gemeldet. Durch Rupp wußte das MfS, dass keine Atomkriegsvorbereitungen durch die NATO getroffen wurden.und konnte das dem KGB mitteilen. Wenn man bedenkt, dass das strategische Oberkommando der USA damals die Möglichkeit hatte, ihre Interkontinentalraketen auch ohne die Autorisierung durch den Präsidenten abzufeuern, hätte sich das ganz schnell hochschaukeln können, wenn sie mitbekommen hätten, dass die Russen ihrerseits in Erwartung des Atomkrieges Vorbereitungen treffen. Am 7,/8.11.1983 hatten die Truppen des Warschauer Vertrages Alarmstufe Rot (E-Fall), Die 8. MSD in Schwerin z.B. stand voll aufmunitioniert in ihren Bereitstellungsräumen und Gefechtspositionen in den Wäldern südlich von Schwerin, wie ich selber miterleben musste. Das FBR (Frontbomberregiment) der GSSD in Eberswalde stand mit Kernwaffen bestückt in Bereitschaft. Da hätte es gereicht, wenn nur einem Einzigen die Nerven durchgegangen wären.

Gruß Kalubke


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18.09.2017 07:35 (zuletzt bearbeitet: 18.09.2017 07:44)
avatar  Merkur
#4
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Was den Aufbau und die Führung von "Topas" betrifft @Kalubke, so sehe ich dahingehend eher Klaus Rösler und Karl Rehbaum als die maßgeblich Verantwortlichen.
Denn als "Topas" 1968 geworben wurde, war Tauchert quasi "Dienstanfänger".


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18.09.2017 07:38 (zuletzt bearbeitet: 18.09.2017 08:01)
#5
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Glücklicherweise gab und gibt es die NATO. @damals wars
Dank NATO war Freiheit und Demokratie in West-Europa zur Zeit des kalten Krieges gewährleistet.
1983 war in der Zeit der geplanten Aufstellung der Pershing II Raketen. Es gebührt Helmut Schmidt und Helmut Kohl Respekt und Anerkennung, sie haben fest hinter dem NATO-Doppelbeschluss gestanden, der letztendlich zum Zerfall des Warschauer Pakts führte.
Ich erinnerte mich mit Wohlwollen auch an Zusammenbruch der SED-Diktatur, dank NATO zog Freiheit und Demokratie in Osteuropa ein.


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18.09.2017 07:54
avatar  Kalubke
#6
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Zitat von Merkur im Beitrag #4
Was den Aufbau und die Führung von "Topas" betrifft @Kalubke, so sehe ich dahingehend eher Klaus Rösler und Karl Rehbaum als die maßgeblich Verantwortlichen.
Denn als "Topas" 1968 geworben wurde, war Tauchert quasi "Dienstanfänger".


Das stimmt, dass Rupp nicht von Tauchert geführt wurde, aber Heinz Tauchert war Leiter der OAG 1 und die war für die personelle Entwicklung der Abteilung zuständig, d.h. sie gewann Leute, z.B. für die Werbung von Quellen und das Verbindungswesen zu ihnen.

Gruß Kalubke


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18.09.2017 07:58 (zuletzt bearbeitet: 18.09.2017 08:01)
avatar  Merkur
#7
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Das bedeutet doch aber nicht zwangsläufig, dass die genannte OAG hinter der Werbung von "Topas" stand. Als Tauchert die OAG übernahm, war "Topas" schon längst im Zielobjekt aktiv.


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18.09.2017 08:04
avatar  Kalubke
#8
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Vlt. weiß Alfred als Freund näheres dazu.

Gruß Kalubke


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18.09.2017 08:08 (zuletzt bearbeitet: 18.09.2017 08:16)
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#9
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War denn damals der Einfluss auf Krieg und Frieden zwischen den zwei Pakten durch den DDR-Geheimdienst wirklich so entscheidend, oder wird da auch manche Legende gesponnen?
Irgendwie kann ich mir das nicht ganz vorstellen, die Hauptakteure waren doch Moskau und Washington mit ihren Diensten, denkt man.


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18.09.2017 08:19
#10
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #9
War denn damals der Einfluss auf Krieg und Frieden zwischen den zwei Paketen durch den DDR-Geheimdienst wirklich so entscheidend, oder wird da auch manche Legende gesponnen?
Irgendwie kann ich mir das nicht ganz vorstellen, die Hauptakteure waren doch Moskau und Washington mit ihren Diensten, denkt man.


Es ist weniger der Dienst als solcher, der entscheidend ist, sondern die Imformanten, die man anzapfen kann. Und da kann der BND oder das MfS schon hilfreich sein. Befreundete Dienste arbeiten immer eng zusammen, auch heute noch. Egal, was das nationale Recht bestimmt.


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18.09.2017 09:04 (zuletzt bearbeitet: 18.09.2017 09:08)
avatar  Kalubke
#11
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #9
War denn damals der Einfluss auf Krieg und Frieden zwischen den zwei Pakten durch den DDR-Geheimdienst wirklich so entscheidend, oder wird da auch manche Legende gesponnen?
Irgendwie kann ich mir das nicht ganz vorstellen, die Hauptakteure waren doch Moskau und Washington mit ihren Diensten, denkt man.


Ja, aber der Leiter der 1. HV (Auslandsspionage) des KGB Krjutschkow war dermaßen überzeugt, dass seine Operation "Ryan" den objektiven Nachweis über die Kriegsvorbereitungen des Westens gegen den Osten lieferte, dass HV A-Chef Großmann ihn nach eigenen Angaben nur mit Mühe die Erkenntnisse durch Rupp vermitteln konnte. Der KGB hatte damals anscheinend eine große Schwäche bei der richtigen Analyse und Bewertung seiner nachrichtendienstlichen Informationen. Gordjewski sagte mal, dass seine Vorgesetzten in der Londoner Residentur sich nicht trauten, Berichte nach Moskau weiterzugeben in denen stand, dass es keine eindeutigen Anzeichen für Kriegsvorbereitungen gab, weil sie fürchteten dafür gemaßregelt zu werden. Das ist das große Problem in hierarchisch/autoritären Strukturen, dass oft unten das gesagt wird, was die oben gerne hören wollen. So kann schon mal an der Wahrheit vorbei gearbeitet werden.

Gruß Kalubke


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18.09.2017 09:24
avatar  Marder
#12
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Zitat von damals wars im Beitrag #2
Schon damals provozierte die Nato gern die Russen, hoffen wir, das sie,die Russen, heute wieder einen Rainer Rupp haben, einen Kundschafter für den Frieden!


Sowas aber auch. Die böse Nato!!!
MfG Marder
Ps. habe da noch was gefunden was die Nato eindeutig als Agressor diffamiert,
http://www.focus.de/politik/videos/sapad...id_7592217.html

Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.


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18.09.2017 09:25 (zuletzt bearbeitet: 18.09.2017 13:27)
avatar  Kalubke
#13
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Zitat von Merkur im Beitrag #7
Das bedeutet doch aber nicht zwangsläufig, dass die genannte OAG hinter der Werbung von "Topas" stand. Als Tauchert die OAG übernahm, war "Topas" schon längst im Zielobjekt aktiv.


Rupp hat laut der Doku "Der Mann, der die NATO verriet" im Januar 1977 bei der NATO in Brüssel angefangen, Da war Tauchert bereits Leiter des Referates XII/1 und seit 4 Jahren, stvtr. Abteilungsleiter der HV A XII. Da ist es schon ziemlich wahrscheinlich, dass er an der Perspektivplanung von Rupp mitgewirkt hat.

Gruß Kalubke


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18.09.2017 12:33
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#14
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( gelöscht )

ich glaube es ist müßig, heute noch den kalten Krieg oder Abschnitte daraus zu "gewinnen" und den tatsächlichen oder vermeintlichen Helden Orden an die Brust zu pappen. Wir sollten uns freuen, dass wir alle den kalten Krieg lebend überstanden haben und den parteilpolitischen und/oder taktischen Spielchen der grauen, alten Herren auf der jeweiligen Seite nicht zum Opfer gefallen sind.


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18.09.2017 12:52
avatar  Merkur
#15
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Ja Gert, und vor allem sollten wir denen dankbar sein, die erst dafür gesorgt haben, dass wir keinen taktischen und parteipolitischen Spielchen zum Opfer fielen.


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