" Von den Russen ermordet und wie Hunde verscharrt ! "

  • Seite 6 von 19
11.09.2017 15:23 (zuletzt bearbeitet: 11.09.2017 15:25)
#76
avatar

@Grenzläufer , ethnischer Säuberungen sind keine "Spezialität" von Stalin gewesen!
Was deine drei Wiki-Beispiele betrifft; über die Deportation der Tschetschenen im Jahr 1944 nach Kasachstan schrieb Anatoli Pristawkin 1981/82 den Roman "Schlief ein goldenes Wölkchen", welcher 1987 in der SU veröffentlicht wurde. In der DDR erschien der Roman 1989 beim Verlag Volk und Welt.
Kurz zuvor erschien der Roman ebenfalls in der BRD.
Wer sich für diese Thematik; Deportationen in der Stalinzeit interessierte, konnte sich auch in der DDR, ganz offiziell darüber informieren. Auch wenn das Sujet erst einmal in die Form eines Romans veröffentlicht wurde.

Was die Jahre der stalinistischen Verfolgungen bis zum Großen Terror betrifft gibt es darüber eine Roman-Tetralogie von Anatoli Rybakow, "Die Kinder vom Arbat/Jahre des Terrors/Stadt der Angst/Staub und Asche". Der letzte Band erschien allerdings nicht auf Deutsch. Ich nehme an aus mangelndem Interesse der deutschen Leser an dieser Thematik. Auch verfilmt als Mehrteiler für das Fernsehen.
Ebenso sollte Jewtuschenko als Dichter/Romancier erwähnt werden welcher sich ebenfalls mit der jüngeren Geschichte der SU und da besonders mit der Stalinzeit auseinandersetzte.
Wer sich in der DDR über diese Thematik informieren wollte konnte dies also machen.
Allerdings mußt man sich schon kümmern denn die erwähnten Bücher wurden einem nicht ins Haus geliefert und auch nicht großartig angepriesen (ist Heute nicht anders)

Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler


 Antworten

 Beitrag melden
11.09.2017 18:43 (zuletzt bearbeitet: 11.09.2017 18:55)
avatar  ( gelöscht )
#77
avatar
( gelöscht )

"Wer sich für diese Thematik; Deportationen in der Stalinzeit interessierte, konnte sich auch in der DDR, ganz offiziell darüber informieren. Auch wenn das Sujet erst einmal in die Form eines Romans veröffentlicht wurde."

Dies ist eine eher etwas beschönigende Darstellung des offiziellen Umganges der DDR mit der stalinistischen Vergangenheit in der Sowjetunion.
Als Informationsquelle für ein breiteres interessiertes Publikum in der DDR waren diese Romane nicht geeignet und auch nicht angedacht.
Eine Aufklärung der DDR Bürger war mit Veröffentlichungen dieser Art Literatur sicher nicht beabsichtigt.


 Antworten

 Beitrag melden
11.09.2017 19:06
#78
avatar

@mucker82 , seid wann sind Romane als Informationsquelle für ein breiteres interessiertes Publikum gedacht?
Woher weißt du das die von mir genannten Romane als Informationsquelle nicht geeignet sind. Hast du sie gelesen oder was ist die Grundlage deines Urteils?
Dachtest du beim schreiben deines Beitrages an solche Schmozetten wie 'Der Arzt von Stalingrad' oder 'Liebesnächte in der Taiga' oder 'Eine Liebe am Don' von Konsalik?

Wie hättest du dir denn dem Umgang mit der stalinistischen Vergangenheit der SU in der DDR vorgestellt; Enthüllungsjournalismus auf Bild-Niveau etwa ode i, Stile des oben erwähnten Konsalik.

Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler


 Antworten

 Beitrag melden
11.09.2017 19:09 (zuletzt bearbeitet: 11.09.2017 19:10)
avatar  ( gelöscht )
#79
avatar
( gelöscht )

Wer wäre denn in der DDR auf die Idee gekommen und hätte in einer Buchhandlung nach Lagerliteratur aus der SU oder Literatur über stalinistischen Terror oder Vertreibung gefragt?


 Antworten

 Beitrag melden
11.09.2017 19:13
avatar  ( gelöscht )
#80
avatar
( gelöscht )

In dem Buch: Geschichte der KPdSU war diesem Thema eine halbe Seite gewidtmet. Chruschtschow - Rede!


 Antworten

 Beitrag melden
11.09.2017 19:25
#81
avatar

Zitat von mucker82 im Beitrag #79
Wer wäre denn in der DDR auf die Idee gekommen und hätte in einer Buchhandlung nach Lagerliteratur aus der SU oder Literatur über stalinistischen Terror oder Vertreibung gefragt?


Leider ist die Fragestellung nicht ganz richtig.
Laut DDR Ideologie gab es das alles offiziell nicht und wieso nach etwas fragen was es offiziell nicht gab?
Frag lieber danach woher der wirklich interessierte Leser die Informationen hatte das es solche Bücher gab .....
Der interessierte Leser in der DDR wußte schon wonach er Ausschau zu halten hatte. Aber diese Mechanismen der damaligen Zeit zu erläutern würden den Rahmen und das Thema hier sprengen.

Vergessen habe ich doch glatt das auch in der DDR gegen 1988, Anfang 1989 auch das berühmte Buch "Ein Tag aus dem Leben des Iwan Denissowitsch" von Solschenizyn von 1962 erschienen ist, ganz offiziell in der SU ......
Lager-/Gulag Literatur par exellence ....

Schnattere doch einfach etwas unwissend weiter

Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler


 Antworten

 Beitrag melden
11.09.2017 20:04
avatar  ( gelöscht )
#82
avatar
( gelöscht )

Nun bestand die DDR nicht ausschließlich aus literaturafinen Bürgern.Sondern auch aus Menschen die auf der Suche nach Informationen
waren die jenseits der offiziellen Lügengeschichten der DDR Geschichtsschreibung lagen und nicht wenige Menschen
waren selbst noch von stalinistischem Terror in der DDR betroffen und brachen ihr Schweigen erstmals nach dem Untergang der SED Diktatur.


 Antworten

 Beitrag melden
11.09.2017 20:31 (zuletzt bearbeitet: 11.09.2017 21:05)
#83
avatar

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #76
Wer sich für diese Thematik; Deportationen in der Stalinzeit interessierte,
konnte sich auch in der DDR, ganz offiziell darüber informieren. .

Schon die Erwähnung des Hitler-Stalin Paktes, den Einmarsch der sowjetischen Truppen und die Besetzung Ostpolens,
hat mir seinerzeit bösen Ärger eingebracht. Dabei hatte ich nur einen Artikel aus einer polnischen Zeitung übersetzt
(mein Polnisch war damals noch besser), die es in der DDR zu kaufen gab. So etwas wollte man einfach nicht hören.
Die Erwähnung der gemeinsamen Siegesparade sowjetischer und deutscher Truppen (mit Bild) nach der Niederschlagung
Polens in Brest-Litowsk galt als Gotteslästerung gegenüber der friedfertigen Roten Armee.

Auch als DDR-Rodelsportler durch einen polnischen Kampfrichter bei einem Wettbewerb bei Betrügereien (vorwärmen der
Schlittenkufen) erwischt und deshalb disqualifiziert worden waren, in der polnischen Presse wurde darüber berichtet, wurde
ich vom Parteisekretär unseres Betrieben und zwei Herren im Zivil nachdrücklich ermahnt, solche Meldungen aus polnischen
Zeitungen nicht mehr zu übersetzen, zu erwähnen oder zu verbreiten.

Nach der Wende fand ich auch ein entsprechenden Hinweis in meiner Stasiakte.
Der "Sperrbrecher" spricht fließend Russisch, Tschechisch und Polnisch.

Was allerdings nicht so ganz der Wahrheit entsprach, zumindest in den beiden erstgenannten Sprachen gehen meine Kenntnisse
über wenige Worte kaum hinaus und mein Polnisch war auch alles andere als perfekt. Da hatte der werte Herr IM wohl ziemlich
übertrieben. Na ja, ganz so unterbelichtet wie dieser Herr IM war ich wohl nicht, das muss ich zugeben, denn der konnte ja nicht
mal richtig Deutsch, wie man in seinen Berichten feststellen konnte.

Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst.


 Antworten

 Beitrag melden
11.09.2017 20:32
#84
avatar

Zitat: >>Wer wäre denn in der DDR auf die Idee gekommen und hätte in einer Buchhandlung nach Lagerliteratur aus der SU oder Literatur über stalinistischen Terror oder Vertreibung gefragt?<<

Genau das ist die richtige Fragestellung @mucker82

Alle aufgelisteten Völker wurden nach Sibirien und Mittelasien deportiert.

1940-1941 wurden 800.000 Polen und Ukrainer deportiert
1941 wurden über 30.000 Letten deportiert
1941 wurden mehr als 35000 Litauer deportiert
In den Jahren 1941 -1944 wurden über 500.000 Russlanddeutsche deportiert
1943 wurden über 60.000 Karatschaer aus dem Nordkaukasus deportiert
1943 deportierte Stalin 100.000 Kalmücken
1943-44 deportierte man über 500.000 Tschechenen, Balkaren, Inguschen
1943-1944 wurden über 200.000 Krim-Tataren nach Sibirien deportiert ebenso wie mehr als 35000 Armenier und Griechen
1943-1944 deportierte man über 100.000 Mescheten
1944 wurden über 30000 rumänische Moldawier deportiert
1944/1945 wurden dann nochmals über 250.000 Balten deportiert.
1940-44 wurden 450.000 Finnen aus Südfinnland gewaltsam vertrieben. Finnland hat sie dann aufgenommen
1944/1945 Millionen Polen aus Ostpolen gewaltsam vertrieben.
und schließlich wurden noch alle Japaner von den nördlichen Inseln des Kurilen-Archipels vertrieben.


Es soll noch Ideologen geben, die negieren bis heute, dass dies alles ethnische Säuberungen waren.
Hat man diese Deporationen alle so aufgelistet @damals wars .....auf dieser halben Seite?

Na dann wart ihr doch bestens in der DDR informiert.

Das ist der Jammer dieser Welt,
Dass all die Dummheit der Millionen
Den wenigen, deren Geist erhellt,
Den Weisen wird zu Dornenkronen;
Dass sich der Massen Unverstand
Frech an des Genius Schwingen heftet,
Ihr zerrt aus seinem hohen Land,
Bis er zu Boden sinkt entkräftet.
Kurt Eisner


 Antworten

 Beitrag melden
11.09.2017 21:44
#85
avatar

Ist zwar OT, kann man aber so nicht stehen lassen. Der polnische Kampfrichter war bestochen worden und machte aus seiner Feindschaft gegen die DDR keine Hehl.

Auch als DDR-Rodelsportler durch einen polnischen Kampfrichter bei einem Wettbewerb bei Betrügereien (vorwärmen der
Schlittenkufen) erwischt und deshalb disqualifiziert worden waren

ganzer Beitrag hier:

http://www.mdr.de/damals/archiv/artikel93502.html



passport


 Antworten

 Beitrag melden
11.09.2017 22:02
avatar  Ebro
#86
avatar

Also der @Sperrbrecher weiß auch nicht alles...!

Endlich als geistig primitiv erkannt worden, hat ja lange gedauert......!
Mitglied in einem Forum, indem man nur wegen der Vita regelmäßig dumm angemacht wird von Ahnungslosen und Dünnbrettbohrern

 Antworten

 Beitrag melden
11.09.2017 23:10
#87
avatar

@Passport
Die DDR-Presse war ja für ihre Lauterkeit und Wahrheitsliebe bekannt, wer sollte an deren Aussagen zweifeln ?

Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst.


 Antworten

 Beitrag melden
11.09.2017 23:20
#88
avatar

Das war ein Beitrag des MDR, @Sperrbrecher , nicht des Fernsehens der DDR. Nicht mal das weisst Du


passport


 Antworten

 Beitrag melden
11.09.2017 23:23 (zuletzt bearbeitet: 12.09.2017 05:45)
avatar  Hanum83
#89
avatar

Vertippt

----------------------------------------------------------------------------
Wer nichts weiß muss alles glauben.

 Antworten

 Beitrag melden
12.09.2017 10:07 (zuletzt bearbeitet: 12.09.2017 10:59)
#90
avatar

@Grenzgänger , dein Beitrag #84 geht Inhaltlich insofern an der von @mucker82 gestellten Frage vorbei weil du auf das was er in seiner Fragestellung bemängelt überhaupt nicht eingehst und stattdessen hantierst du mit einer (unvollständigen) Auflistungen 'deportierter Völker' auf dem Staatsgebiet der SU.

Irgendwie scheint es mir das du den Anschein erwecken möchtest das diese von dir genannten Zahlen weit vor 1989 allgemein bekannt waren. Mitnichten, denn genau diese unterlagen der strengsten Geheimhaltung.
Nationale, also Russische und internationale Historiker hatten erst nach der zögerlichen Öffnung der russischen/sowjetischen Archive Zugriff auf diese Fakten.

Die Stalinistischen Deportationen sind/waren Zwangsmigrationen oder ethnische Deportationen nichtrussischer Bevölkerungsteile aus ihrem Heimatgebiet in meist unwirtliche Teile des Landes wo sie meist sich selbst überlassen wurden.

1935 wurden Finnen aus den grenznahen Gebieten des Nordwestens, die sogenannten Petersburger Finnen, umgesiedelt. Im Jahr 1936 erfolgte die Umsiedlung von mehreren Tausend Polen und Deutschen aus den grenznahen Gebieten der Ukraine nach Kasachstan.
Grund dieser Deportation von Teilen einer Volksgruppe war diese grenznahen Zonen von verdächtigen und unzuverlässigen Elementen zu säubern.
So wurden auch über 200.000 Koreaner welche im Fernen Osten siedelten 1937 nach Kasachstan/Usbekistan deportiert.

Während des Krieges insgesamt sieben Völker : Deutsche, Karatschaier, Kalmücken, Inguschen,Tschetschenen, Balkaren und Krim-Tataren mehr oder minder komplett Deportiert da sie unter dem Generalverdacht der Kollaboration mit den Deutschen gestellt wurden. Zusätzlich verloren diese Volker ihrer Autonomie
Neben den knapp 200.000 Krim Tataren welche 1944 deportiert wurden traf es auch etwa 42.000 Griechen, Bulgaren, Armenier, Türken und Iraner welche zu damaligen Zeit auf der Krim lebten.

Insgesamt, so wird geschätzt, betraf die ethnische Säuberung in Form der Deportation im genannten Zeitraum von Mitte der 30ger Jahre bis Kriegsende ca. 3 Millionen Menschen.

Das dieser spezielle Punkt der Bevölkerungspolitik bis 1989 faktisch nicht so detailliert bekannt war, besonders im Ausland, lag auch an der üblichen 'Sprachregelung'. Die meisten Deportationen wurden als Sonderumsiedlungen deklariert und waren de facto 'Verbannte' und diese wurden als 'Arbeitssiedler' bezeichnet.
Diese verschleiernde Sprachregelung machte es tatsächlich schwer in der damaligen Zeit etwas über die Deportationen/Umsiedlungen zu erfahren denn offiziell gab es sie nicht.

Ein Sonderfall ist mMn wie mit den Wolgadeutschen nach ihrer Deportation nach Kasachstan verfahren wurde. Ab Herbst 1941 wurden fast alle männlichen Erwachsene in die sogenannte 'Trudarmee" beordert und zum nördlichen Teil Westsibiriens in Gulagähnliche Lagerzonen verbracht. Ohne formales Urteil mußten sie unter ähnlichen Bedingungen wie die Häftlinge in den Gulags arbeiten.

Nachzulesen sind diese Fakten auf der russischen Seite von "Memorial" (in Deutsch)* welche sich speziell mit dem Problem der Deportation/Verbannung von ethnischen Gruppen innerhalb der SU befasst.
Nicht zu verwechseln mit der Seite 'Gulag.Memorial'

Im autobiografischen Roman "Gelobtes Land", Herausgegeben von Eugen Ruge, beschreibt Wolfgang Ruge seine Zeit als Mitglied der "Arbeitsarmee" in einem Lager in Nordsibirien und die sich nach der "Freilassung" 1946 anschließende lebenslange Verbannung in diesem Gebiet. 1956 gelang es ihm und seiner Familie nach Deutschland auszureisen.
Die Wolgadeutschen wurden 1956 aus der Verbannung freigelassen allerdings ohne Rückkehrrecht in ihre Heimat im Gegensatz zu den anderen Volksgruppen welche nach ihrer "Freilassung" wieder in ihre Heimat zurückkehren konnten.

Edit: *Ergänzung eingefügt

Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!