Wann begann die Entnazifizierung des BGS?

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26.06.2017 06:55
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#1
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Angeregt durch den Thread " Säuberungsaktion bei NVA/GT" stelle ich nun mal die obenstehende Frage an die hier anwesenden BGSler.

Immerhin gab es ja im BGS so einige "Muster"-Demokraten, die ihren Einsatz für die FDGO schon vor 1945 bewiesen haben, zb. :

Moldenhauer, Reimar

vor 1945: SS-Obersturmführer (Nr. 393279); Oberleutnant bei der Gendarmeriekompanie

(mot) in Posen (Poznan)/Polen und beim „Höheren SS- und Polizeiführer Rußland-

Süd'/UdSSR

nach 1945: Bundesinnenministerium; seit 1.8.1967 Kommandeur der Grenzschutzgruppe

Alsfeld; Oberstleutnant im Bundesgrenzschutz


Platen, Detlev von

vor 1945: Seit 1931 Reichswehr; 1941 Kriegsakademie; als Nachrichtenoffizier im XXIII.

Armeekorps am Überfall auf die UdSSR beteiligt; an der Düna Partisanenbekämpfung;

beteiligt an der „Vernehmung" von Partisanen und Kriegsgefangenen, die meist mit

Erschießungen endete; zuletzt Oberstleutnant im Generalstab im Stab der Heeresgruppe Mitte

und des Oberbefehlshabers West

nach 1945: Bundesinnenministerium; Kommandeur des Grenzschutzkommandos Nord;

Brigadegeneral im Bundesgrenzschutz



Boullay, Paul

vor 1945: SS -Hauptsturmführer (Nr. 382590); NSDAP seit 1. 11. 1935 (Nr. 6925155);

Hauptmann der Schutzpolizei, unter anderem beim „Chef der Bandenkampf verbände"

nach 1945: Referent im Bundesinnenministerium Abteilung VII; Oberst im

Bundesgrenzschutz; verantwortlich für die Bewaffnung des Grenzschutzes und der

Bereitschaftspolizei


Gruss

icke


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26.06.2017 07:38
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#2
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Ob aus der Anfangszeit des BGS jemand hier Mitglied ist ?
Die Planung begann ja vor 1951 , durch die Westalliierten .
Also gehe ich davon aus , dass die Westalliierten die Entnazifizierung zukünftiger BGS Offiziere schon vor 1951 durchgeführt haben .

Aber warum beherzigst du deinen Rat nicht und bemühst das Internet ?

B208


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26.06.2017 07:50
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#3
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Gab es den einen Traditionserlass beim BGS oder wurde der der Bundeswehr analog übernommen?


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26.06.2017 07:54
#4
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Die Entnazifizierung in der BRD war im Jahre 1951 abgeschlossen. Das Entnazifizierungsschlussgesetz wurde am 10. April 1951 mit Zustimmung aller Parteien, auch der DKP (damals 15 MdB) bei nur zwei Enthaltungen angenommen: Die BRD war somit offiziell nazifrei, Somit gab es natürlich auch keine Nazi in Bundesgrenzschutz, Bundeswehr etc.
https://de.wikipedia.org/wiki/Entnazifiz...zierungsschluss
Theo


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26.06.2017 08:28
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#5
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Zitat von damals wars im Beitrag #3
Gab es den einen Traditionserlass beim BGS oder wurde der der Bundeswehr analog übernommen?


Die Tradition des BGS begann 1951 .

Ob die Bundesbereitschaftspolizei diese Tradition weiterlebt !?!?

@harbec, was sagst Du ? Wie ist das in RZ , gibt es da Erinnerungen an die BGSzeit ?

B208


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26.06.2017 10:53
#6
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Zitat von damals wars im Beitrag #3
Gab es den einen Traditionserlass beim BGS oder wurde der der Bundeswehr analog übernommen?


Der erste Traditionserlass wurde erst ein Jahrzehnt nach Gründung der Bundeswehr vom damaligen Bundesverteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel (CDU) herausgegeben.

Wiki dazu:
Vorangegangen waren Auseinandersetzungen inner- und außerhalb der Bundeswehr, in welcher Form und wozu überhaupt „überlieferungswürdige“ Werte aus der deutschen Geschichte in der Truppe gepflegt und weitergegeben werden sollten. Das betraf vordergründig soldatisches Brauchtum oder Symbole, in stärkerem Maß aber Traditionen, die Orientierung im gesellschaftlichen Umfeld bieten könnten. Angesichts der Rolle der unmittelbaren Vorläufer der Bundeswehr, Reichswehr und Wehrmacht, die als Institutionen wenig traditionswürdig erschienen, kam die Forderung auf, eine neue, bundeswehreigene Tradition zu bilden, die dem Leitbild des Staatsbürgers in Uniform entsprach und dem Verständnis der Partner im westlichen Bündnis vom Schutz von Freiheit und Recht entsprach...

Wozu braucht also der BGS einen Traditionserlass, gab es Vorläufer in der deutschen Geschichte....?

bernd

...


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26.06.2017 10:58
avatar  harbec
#7
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... B 208! Bedankt für Deine Ansprache auf meine Person!

Du hast den Verband RZ ja auch kennen gelernt. Als ich 1992 nach Ratzeburg kam, liefen
da natürlich genug Verrückte durch die Kaserne, aber von irgendwelchen Wehrmachtssachen und - gepflogenheiten
war nichts zu erkennen. Auch einen Traditionserlaß habe ich in meinen über 40 Jahren beim
BGS nicht kennen gelernt. Selbst in den sogenannten "Unterführer-Kellern" hingen nur Sportplaketten,
Urkunden von Wettbewerben etc. und keinerlei Wehrmachtssachen. Dienstlich erinnerten zum Schluß nur bei
den älteren MG 1/2 (MG 42) im Deckel die HKs. Auch der Stahlhelm des BGS erinnerte noch an
die Wehrmacht, obwohl er über Jahrzehnte auch bei den Polizeien getragen wurde. In RZ erinnere
ich mich an einen Hu.-Fhr., über dessen Schreibtisch ein Offiziersdolch und -foto hing. Aber diese Teile
hingen jahrelang, zumal es irgendeine familiäre Bindung hatte und keiner daran Anstoß nahm.
Auch ich hatte die letzten 3 Jahre ein Foto mit Wehrmachtsbezug über meinem Schreibtisch hängen.
Aber nur weil es einen Bezug zur Ratzeburger Kaserne hatte. Es zeigte unser Stabsgebäude und die Küche.
Die Reichskriegsflagge war natürlich abgedeckt.


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26.06.2017 11:36
avatar  harbec
#8
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... der Bezug des BGS zur Wehrmacht kam m.E. nur dadurch, dass die Männer der ersten
Stunden, Tage, Wochen und Jahre alte Wehrmachts- und Polizeisoldaten waren. Das gesamte Personal
stammte mit Masse aus der Wehrmacht. Weiterhin kam ja auch das meiste Material der Ausrüstung in der
Anfangszeit aus Wehrmachtsbeständen. Selbst die Masse der Waffen und Munition stammte aus
erbeuteten französischen Beständen (MG 42, K 98, P 38). Und woher sollte ein ehemaliger Generalmajor
Langkeit (sehr bekannter Panzerführer u. Divisions-Kdr. mit Ritterkreuz und Eichenlaub) als Oberst im BGS und Kdr.
des GSK Küste eine Polizeiausbildung haben?
Ich habe noch diverse ehemalige Haudegen der Wehrmacht beim BGS kennen gelernt.
Man erkannte sie an ihren Ordensspangen. Das Eiserne Kreuz 1. Kl. (Tapferkeitsauszeichnung) kam nicht
selten vor. Aber Wehrmachtsgehabe kam nie zum Vorschein und es waren alles Pfundskerle.
Bis 1976 war von polizeilichen Aufgaben beim BGS nicht viel zu spüren. Dieses änderte sich dann,
in dem es neue Gesetze gab und die wirklich polizeiliche Ausbildung voran getrieben wurde.
Die Reformen griffen dann auch bald und es wurde aufgrund ihrer neuen Aufgaben bald
eine wirkliche Polizeitruppe. B 208 und ich haben es 1976 zusammen auf dem Unterführerlehrgang
gemeinsam erlebt. Die erste Hälfte des Lehrgangs nur Feuer und Bewegung, mit MG ins Gelände usw..
Mitte des Lehrgangs kam das neue Recht und aus dem Hauptmann i. BGS wurde der Polizeihauptkommissar
im BGS. In der 2. Hälfte sassen wir sehr viel im Lehrsaal und mussten Einsatzrecht, Einsatzlehre usw. büffeln.
Uns rauchten die Köpfe von der Theorie. Aus uns wurden langsam richtige Polizisten. Was wir gelernt
hatten, sollte die Praxis zeigen.


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28.06.2017 09:33
#9
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Vergleichbare Startschwierigkeiten gab es wohl auch bei der Deutschen Grenzpolizei, Mitte der 50er Jahre dem MfS unterstellt, "Grüne SS"

Zitat von TOMMI im Beitrag DGP Mitte der 50er Jahre auch "Grüne SS" genannt.
Diesen nicht gerade schmeichelhaften Spitznamen habe ich auch gehört.
Zu Zeiten der DGP war es möglicherweise etwas anders.
Allerdings zu meiner Dienstzeit 85-88 tat die große Ähnlichkeit der Uniform NVA/GT zu denen der Wehrmacht und der Waffen-SS
sein übriges um derart zu begünstigen. In der Selben Art, wie auf dem Ärmelstreifen der GT "Grenztruppen der DDR" war auf denen
der SS, die sich an gleicher Stelle befanden und auch sonst das gleiche Aussehen hatten, der Name der betreffenden Standarte angebracht.
zum Themenstrang

DGP Mitte der 50er Jahre auch "Grüne SS" genannt.


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28.06.2017 12:01
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#10
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( gelöscht )

Um beim Thema zu bleiben
https://www.cilip.de/1994/02/24/in-welch...aus-der-truppe/
"Im August 1988 gaben die ‚Sozialdemokraten in der Polizei‘ (SIP) eine Pres-seerklärung heraus, die aufhorchen ließ: „Nach den Feststellungen des SIP-Vorstandes wurden in den zurückliegenden Jahren, und verstärkt seit der Be-rufung des Herrn Egon Schug zum Inspekteur des BGS die unter der sozi-alliberalen Bundesregierung abgeschafften militärischen Begriffe und Formen im BGS Stück für Stück wieder eingeführt. So u.a. der ‚Präsentiergriff des Gewehrs‘, der seit Mitte der 70er Jahre nicht mehr praktiziert, Anfang 1988 jedoch wieder Lerninhalt im Fach Einsatzlehre, Teilgebiet Formalausbildung wurde. (…) Die in gewissen Kreisen des BGS beharrliche Verwendung des Begriffs ‚Offizier‘ anstelle des Leitenden Polizeibeamten sowie die Wieder-belebung des ‚Großen Zapfenstreichs‘ sind weitere Indizien für eine fort-schreitende Militarisierung der uniformierten Bundespolizei.“ Da sie jedoch unbeachtet blieb, änderte sich an den beschriebenen Zuständen bis heute nichts."
"Aus Berlin ist ein Fall bekannt, dem ein Polizeioberrat der Berliner Polizei sich im Winter 1990 während einer der zahlreichen Anschlußaktionen an die legendäre Räumung der Mainzer Straße einem BGS-Trupp damit drohte, wenn nötig eigene Mannschaften gegen die Grenzer einzusetzen, um sie daran zu hindern, gegen abziehende DemonstrantInnen vorzugehen. In Brandenburg leitete der BGS aus der originären Zuständigkeit als Bahnpolizei für den Schutz des Bahnhofs während einer antirassistischen Demonstration in Frankfurt/Oder im September 1993, gleich auch die Notwendigkeit ab, einen Hubschrauber zur Luftaufklärung einzusetzen. Soweit zwei kurze Beispiele zur ‚Berufsauffassung’des BGS."


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28.06.2017 12:32
#11
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Zitat von damals wars im Beitrag #10
In Brandenburg leitete der BGS aus der originären Zuständigkeit als Bahnpolizei für den Schutz des Bahnhofs während einer antirassistischen Demonstration in Frankfurt/Oder im September 1993, gleich auch die Notwendigkeit ab, einen Hubschrauber zur Luftaufklärung einzusetzen. Soweit zwei kurze Beispiele zur ‚Berufsauffassung’des BGS."
Der BGS hat einen guten Job gemacht!

Du schreibst selbst von

Zitat von damals wars im Beitrag #10
...der originären Zuständigkeit als Bahnpolizei für den Schutz des Bahnhofs ...
Die Überwachung der Bahnanlagen ist eine unter vielen anderen Zuständigkeiten. Ich kann die Kollegen zu ihrer Berufsauffassung nur beglückwünschen!

Überwachung und Aufklärung aus der Luft von risikobehafteten Demonstrationen stehen damit in Verbindung, des Weiteren polizeiliche Großlagen
wie der bevorstehende G20 Gipfel in Hamburg.


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28.06.2017 21:18
#12
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Zitat von damals wars im Beitrag #10
Um beim Thema zu bleiben
https://www.cilip.de/1994/02/24/in-welch...aus-der-truppe/
"Im August 1988 gaben die ‚Sozialdemokraten in der Polizei‘ (SIP) eine Pres-seerklärung heraus, die aufhorchen ließ: „Nach den Feststellungen des SIP-Vorstandes wurden in den zurückliegenden Jahren, und verstärkt seit der Be-rufung des Herrn Egon Schug zum Inspekteur des BGS die unter der sozi-alliberalen Bundesregierung abgeschafften militärischen Begriffe und Formen im BGS Stück für Stück wieder eingeführt. So u.a. der ‚Präsentiergriff des Gewehrs‘, der seit Mitte der 70er Jahre nicht mehr praktiziert, Anfang 1988 jedoch wieder Lerninhalt im Fach Einsatzlehre, Teilgebiet Formalausbildung wurde. (…)


Nu der BGS stellte im Bundeskanzleramt in Bonn bis in die 90er Jahre, bei Politikerbesuchen den Ehrenposten am Eingangsbereich.
Foto aus 1978
http://www.gettyimages.de/detail/nachric...ure-id537571193
Anfänglich mit Gewehr G1 später mit dem Karabiner 98.
Und mit Einführung des Barret wurde selbiges dazu als Kopfbedeckung getragen.
Ebenso war es üblich bei bestimmten Veranstaltungen Ehrenzüge zu stellen. Da gehörte das Präsentieren mit dem G1 ebenfalls dazu.
Also nichts Neues, auch nicht 1988.

Irgendwo im Web wird es auch Bilder asu den 80er Jahren geben.


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29.06.2017 03:29
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#13
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@damals wars

kannst du deinen Beitrag bitte mal kontrollieren , da sind einige Dinge leicht verrutscht , oder deine Quelle hat dir falsche Daten geliefert .

Ich bin '74 beim BGS aufgeschlagen und da wurde noch fleißig das Gewehr präsentiert , noch Jahre danach . Zu Vereidigungen , zu Beerdigungen , zu Kommandowechsel , zum Volkstrauertag .

Mit dem G1 könnte ich es noch heute , Spannhebelknopf auf die rechte Magazintasche des linken Paares und man konnte entspannt stehen und ich war kein Nazi und musste nicht entnazifiziert werden .

Gab zu meiner Zeit auch - Helm ab zum Gebet - .

Was du mit den leicht verwirrt dargestellten Vorfällen in Berlin aussagen willst kann ich leider nicht erkennen , doch etwas sehr durcheinander. Hast Du es verstanden?

B208


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29.06.2017 06:19
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#14
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Da ich eine Quelle zitiere, kann ich daran
nicht korrigieren!
Ich habe gelesen, das die Unterkunft der berliner Polizei zeitweilig als Asylunterkunft genutrzt wurde, und sichj die Berliner Polizisten genau nach einem Tag so benahmen, das es die Hamburger Polizei als kritikwürdig empfanden! Ich versuche mir nun vorzustellen, die Asylbewerber hätten sich so benommen.


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29.06.2017 07:33
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#15
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( gelöscht )

Hab das Gefühl , du bist z.Zt. nicht ganz bei der Sache .

B208


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