5. Dezember 1986, Flucht von zwei GSSD Soldaten

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29.03.2017 17:26
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#1
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Moin Forum,

hab´den Fall gefunden:

http://www.volksstimme.de/nachrichten/lo...n-der-Tuer.html

Interessant der Teil

Zitat
Es halten sich Gerüchte, dass ein ehemaliger Grenzer, der aus Deersheim stammt, beide Sowjetsoldaten beobachtete, selbst Angst gehabt und über diesen Vorfall lange geschwiegen haben soll.



Wäre m. E. nach kaum vorstellbar. Weiß jemand näheres?

MfG Berlin


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29.03.2017 19:32
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#2
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Wahnsinn was Männer und Frauen, diese damaligen "Koljas/Muschkoten" aus dieser GSSD-Truppe da, also ne sowas, die konnten sogar Englisch?Wer hätte das denn gedacht?

Rainer-Maria


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29.03.2017 20:12
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#3
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ich meine ich hätte davon schon mal vor jahren was gelesen. weiß aber nicht mehr wo.
wenn ich es noch richtig in erinnerung habe, kamen die beiden aus einer gssd kaserne in grimma bei leipzig.


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30.03.2017 10:31
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#4
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@Rainer-Maria Rohloff , stell Dir vor die hatten sogar Abitur......


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30.03.2017 16:46 (zuletzt bearbeitet: 30.03.2017 20:18)
#5
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Wäre m. E. nach kaum vorstellbar. Weiß jemand näheres?

Moin Thomas ( @berlin3321 ), Deinen Link kann ich so bestätigen, allerdings habe ich als Fluchtfahrzeug einen weißen Lada in Erinnerung, ja das hat ziemlich viel Staub aufgewirbelt bei uns im Batt-Stab.
Erwähnenswert erscheint mir noch, nachdem sie den GSZZ beim Hessen-Damm berührten und auslösten, haben sie sich um entschieden und sind auf dem Kolonnenweg von der Stelle weggefahren, an einer anderen Stelle haben sie es dann geschafft. Das soll Alles sehr schnell passiert sein. Dass sie zwischen Grenzsoldaten hindurchgerobbt sind, möchte ich bezweifeln. Die Stelle der Auslösung und der tatsächlichen Flucht liegen schätzungsweise 4-8 km auseinander. Übrigens sind sie genau durch eine unserer Hundelaufanlagen geflüchtet, sie dachten wahrscheinlich, dass dort überall Hunde sind.
An jedem Laufseil der Hunde war ein Stopper angebracht der verhindern sollte, dass die Tiere sich nicht beißen oder begatten sollten, diese gingen sehr schnell kaputt, es kam vor, dass auf unserem LO in der Kiste gerade diese Teile fehlten.. dann wurde einfach ein Knoten ins Seil gemacht und es ging für den Tag weiter, manchmal war es auch für etwas längere Zeit. Bei einem 8 oder 10mm Stahlseil mach mal einen Knoten, es konnte vorkommen, dass der Abstand zum nächsten Hund etwas größer war....
Ich glaube nicht, dass sie so eine Stelle gesucht haben, ich würde sagen sie hatten einfach Glück.
Ich selbst habe an dem Knoten "mitgebaut" bzw. mitgezerrt. Es war nicht unüblich das so zu handhaben, kam so 1x pro Woche vor, es fehlten diese Stopper.

Im Nachgang sollte unsere Diensthundestaffel eine Mitschuld an der erfolgreichen Flucht bekommen, der an dem Tag Fahrzeugverantwortliche war ganz besonders im Focus der Befragungen, es wurden alle befragt die an dem Tag des Knoten draußen waren. Ich weiß das alles noch so genau, da es meine Einweisungsfahrt war.
Bestraft wurde von uns niemand, in keiner Weise.

Einer der Abgängigen russ. Soldaten soll Verwandtschaft in den USA oder Kanada gehabt haben, das deckt sich dann ja auch mit dem Zeitungsartikel.

gruß Bernd


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30.03.2017 20:09
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#6
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Mal ne schöne Geschichte, gerade weil mibau schrieb, das die Jungs aus der Kaserne in Grimma kamen. Irgendwo schrieb ich darüber schonmal, zumal, in dieser Kaserne nahe Leipzig waren wir öfters mal arbeiten, so zwischen 1972 und 1987. Das muss Anfang der 80er Jahre gewesen sein, Hochsommer, da platzte wohl auf Grund Materialermüdung die Abdeckung von einem Feuerlöschhydranten in derem Gelände.

Die Freunde kurzerhand Holzkeile in die Öffnung geschlagen, nur das Wasser ließ sich dadurch nicht aufhalten, kam jetzt Tag und Nacht mit vollem Druck wie so ne Art Dusche in fünf Metern rausgespritzt. Was machten die Soldaten? Es wurde kurzerhand frühmorgens oder eben Abends geduscht...zum Teil fast nackt, mit ordentlich Kernseife. Das war Körperertüchtigung pur...und irgendwann nach so paar Wochen wurde dann wohl mal die Feuerwehr der DDR ins Gelände gelassen. Um eben ne neue Abdeckung/Verschraubung anzubringen.

Rainer-Maria denn damals hatte ja Wasser nix gekostet, in dieser DDR.


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30.03.2017 20:17
#7
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Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #6
Mal ne schöne Geschichte, gerade weil mibau schrieb, das die Jungs aus der Kaserne in Grimma kamen. Irgendwo schrieb ich darüber schonmal, zumal, in dieser Kaserne nahe Leipzig waren wir öfters mal arbeiten, so zwischen 1972 und 1987. Das muss Anfang der 80er Jahre gewesen sein, Hochsommer, da platzte wohl auf Grund Materialermüdung die Abdeckung von einem Feuerlöschhydranten in derem Gelände.

Die Freunde kurzerhand Holzkeile in die Öffnung geschlagen, nur das Wasser ließ sich dadurch nicht aufhalten, kam jetzt Tag und Nacht mit vollem Druck wie so ne Art Dusche in fünf Metern rausgespritzt. Was machten die Soldaten? Es wurde kurzerhand frühmorgens oder eben Abends geduscht...zum Teil fast nackt, mit ordentlich Kernseife. Das war Körperertüchtigung pur...und irgendwann nach so paar Wochen wurde dann wohl mal die Feuerwehr der DDR ins Gelände gelassen. Um eben ne neue Abdeckung/Verschraubung anzubringen.

Rainer-Maria denn damals hatte ja Wasser nix gekostet, in dieser DDR.


Schöne Geschichte. Wobei, wenn ich mir vorstelle mit welchen Druck das Wasser am Hydranten rauskommt, dann müsste nach deinen paar Wochen eigentlich Land unter gewesen sein in Grimma? Und außerdem, was haben diese Wasserspiele mit dem Thema zu tun, Rainer-Maria?

bernd

"Vergessen sie nicht ihre Antenne zu erden!"

Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)


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30.03.2017 22:56
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#8
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Bernd, euer Zugführer war nicht auf Zack. Orginale Stopper gab es ja nur zu neuen Seilen, oder mit Glück im "Baumarkt".
Aber die Zäune hatten Prima Unterlegscheiben und Schrauben die sich zum Stopper basteln liessen.
Eine Scheibe normal gelassen, die andere im Schraubstock kurz übern Loch etwas abgewinkelt, damit das Seil nicht raus rutscht wenn es zwischen klemmt, ging hervorragend, Stopper waren immer im LO samt Werkzeug.
Bei sehr aktiven Hunden haben wir je 2 angebracht und das hielt so gut, dass der eine Kraftprotz ab und zu mal seine Ständer und Heringe hinterher zog als er zum Futter fassen an den LO kam. :-D


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31.03.2017 08:05
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#9
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Entschuldige mal buschgespenst, der Rainer wollte mit der schönen Geschichte in #6 eigentlich nur drauf hinweisen, das die große Sowjetunion ihren damaligen Menschenkindern in den Unionsrepubliken neben ner richtig ordentlichen Bildung (Abitur) auch ne ordentliche Körperreinigung ermöglichte. Ja, das war die damalige große UdSSR. Heute, sind sie wohl alle(so die Balten) nur geknechtet worden....

Rainer-Maria

Und einen guten Tag allen ins Forum


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31.03.2017 10:03 (zuletzt bearbeitet: 31.03.2017 10:07)
#10
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Guten Morgen,
dass die Balten mit der Geschichte der Sowjetuinon Probleme haben, ist wohl nicht verwunderlich.
Die hatten nicht nur unter den Nazischergen zu leiden, sondern auch durch regelrechte Deportationswellen unter Stalin. So etwas prägt.

>>>Baltische Staaten erinnern an Massendeportationen von 1941
(-...)
Das geheime Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Paktes vom 23. August 1939 erklärte die baltischen Staaten zur sowjetischen Interessensphäre. Im Juni 1940 besetzten die Truppen der Roten Armee von Diktator Jossif Stalin das Baltikum. Unmittelbar danach verhaftete die politische Geheimpolizei hunderttausende Esten, Letten und Litauer nur weil sie demokratischen Parteien oder dem Militär angehörten. Inhaftiert wurden zudem Geschäftsleute und Grundbesitzer. Sie alle stellten für die Kommunisten eine intellektuelle Gefahr da. (...)<<<
http://www.baltikum-blatt.eu/baltikum-su...tionen-von-1941

>>>Märzdeportationen 1949 im Baltikum
Die Märzdeportationen 1949 waren Massendeportationen von Einwohnern der baltischen Staaten in entlegene Gebiete der Sowjetunion. Die Verhaftungen fanden vom 25. bis 28. März 1949 statt. Betroffen von den sowjetischerseits „Operation Priboi“ (Brandung, Oперация Прибой) genannten Maßnahmen waren etwa 90.000 Menschen.
Aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate der Opfer wird die Aktion in verschiedenen Publikationen als Genozid eingestuft.[1] In einem Urteil von 2006 bezeichnete der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Vorgänge als Verbrechen gegen die Menschlichkeit.<<<
https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4rzd...949_im_Baltikum

_____________________________________________________________________________________________________________________________


Hut ab vor den Flüchtlingen und es ist auch schön zu lesen, dass sie freundlich in Niedersachen empfangen wurden.
Wäre wirklich interessant zu erfahren, was aus ihnen geworden ist, ob sich ihre neuen Lebensvorstellungen so entwickelt hatten, wie sie sich es damals erträumt hatten.


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31.03.2017 12:21
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#11
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Sag mal Grenzläufer, du hast irgend wie die heutigen jährlichen Aufmärsche der alten SS-Veteranen vergessen...eben dort in wars Litauen, Lettland etc.Hatte also der Stalin nicht doch ein bißchen seine Gründe....für den damaligen Kram siehe dein Vortext?

Rainer-Maria


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31.03.2017 15:51
#12
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Ja, die sehr aktiven Hunde mußten wir so manches Mal wieder einsammeln im Abschnitt, die Rüden hatten dann auch noch ihren besonderen Spass dessen Resultate nach 8-9 Wochen zu sehen waren. Die Eigenbaustopper welche Du erwähnst sind eine gute Idee, und hätten was fürs Neuererwesen der Hundestaffel werden können, nee auf die Idee kam wohl keiner. Ist doch so einfach.

gruß Bernd


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31.03.2017 16:15
#13
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Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #11
Sag mal Grenzläufer, du hast irgend wie die heutigen jährlichen Aufmärsche der alten SS-Veteranen vergessen...eben dort in wars Litauen, Lettland etc.Hatte also der Stalin nicht doch ein bißchen seine Gründe....für den damaligen Kram siehe dein Vortext?

Rainer-Maria


Auch in dem Fall hilft ein Blick ins Geschichtsbuch oder besser ein Besuch auf dem Brüderfriedhof (Riga), dort kannst du ja mal deine Frage wegen des "Krams" noch einmal stellen Rainer-Maria.

...

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(Edwin Bauersachs)


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31.03.2017 18:28
#14
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Schöne Geschichte wenn sie den Wahr ist. Kann schon sein, das das nicht an die Große Glocke gehängt wurde.Ich hab auf jeden Fall hier zum ersten mal davon gehört.


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31.03.2017 20:36
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#15
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Die ehem.SS Angehörigen aus den baltischen Staaten hatten aus nachvollziehbaren Gründen die SU
als ihren Hauptfeind auserkoren. Der ganze deutsche Ideologiekram war bei denen zweitrangig.Nach Kriegsende setzten viele noch in den Wäldern des Baltikums den Kampf fort. Nicht wenige gedenken dort noch heute den Männern von damals.


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