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#21

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.04.2017 07:02
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Zitat von krelle im Beitrag #18
Nicht ein einziges Mal habe ich jemand aufgefordert, die mitgebrachten Waren anzumelden.
Ne, mit einem eventuellen Nachversteuern bzw. dem Erheben von Zuschlägen etc. wollte ich nie etwas zu tun haben

Trotz meiner zahlreichen DDR Reisen kann ich mich nicht daran erinnern, jemals eines bundesdeutschen Zöllners ansichtig geworden zu sein.
Selbst Angehörigen des BGS ist man bei der Aus- oder Wiedereinreise oftmals nicht begegnet, geschweige denn, dass man kontrolliert wurde
oder seinen Ausweis/Pass hätte vorzeigen müssen.

Dafür waren die wackeren Genossen auf der DDR Seite bei den Kontrollen erheblich gründlicher.

Der Grenzübergang in die Länder westlich der Bundesrepublik war nicht wesentlich anders. Der Koch meiner Speisewagenwagenbesatzung
reiste jahrelang ohne jegliches Ausweisdokument mit uns zwischen Holland, Deutschland und der Schweiz hin und her. Es wurde erst dann
offensichtlich, als wir uns anlässlich einer Sonderfahrt auf den Abstellgleisen des Konstanzer Bahnhofes verirrten und dabei ungewollt die Grenze
überschritten (die Abstellgleise liegen dort z.T. auf schweizerischen Gebiet). Ein aufmerksamer Grenzbeamter wollte uns kontrollieren und dabei
wurde festgestellt, dass unser Koch weder im Besitz eines Passes, noch eines Personalausweises war. So war er jahrelang mit uns tagtäglich
über die Grenzen gefahren, nie sind wir kontrolliert worden.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie bewegte sich in engen Grenzen !
IM Kressin und krelle haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.04.2017 07:06 | nach oben springen

#22

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.04.2017 09:23
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Zitat von Zkom IV im Beitrag #19
Grenzaufsichtsdienst an der Zonengrenze war zu 90% ein Schnarcher Job.

Einige Meinungen enthalten so manches Potential von Frustration und Unzufriedenheit mit dem Dienst und den damaligen Verhältnissen an der DDR-Grenze.

Neben den dienstlicherseits vorgegebenen, örtlichen Verhältnissen, bestimmen Lebenseinstellung, Mentalität und Persönlichkeit des Einzelwesens die Berufsauffassung und somit die Zufriedenheit. Grundgedanke im Grenzaufsichtsdienst war Dienst n. E., der Grenzaufsichtsbeamte verrichtete Dienst nach Ermessen, analog Funktionalität und Anforderungen. Mit Umsetzung und Realisierung haperte es bei so einigen.

Diensthundeführer sind verantwortlich, den Ausbildungsstand ihres Diensthundes beizubehalten. Während des Grenzaufsichtsdienstes trainierte ich auf unterschiedlichem Gelände mit meinem Hund Suche nach Gegenständen und Fährtenarbeit. Die Ausarbeitung mit dem Zollhundelehrwart sorgte für weitere Beschäftigung. Ich erinnere mich an gemeinsame Einsätze auf Anforderung der LAPO zur Suche nach vermissten Personen oder verletzten Personen nach VU. Die GKSt Gudow-Autobahn forderte Hundeführer an für Kontrollen von Personen im Reiseverkehr, schwerpunktmäßig Busse auf dem Transit von und nach Berlin. Anführen möchte ich hier den Transittourismus bei Fußballspielen, Protestaktionen oder anderen Kundgebungen. Der Aufmerksamkeit des Diensthundes war es zu verdanken, dass die Überprüfungen friedlich verliefen.

Der Dienstbetrieb unterschied sich im Ablauf nur marginal von der Tätigkeit an dänischer, holländischer bzw. internationaler Grenze. Während MZVE-Einsätzen des GAD steuerte man die vorhandenen Grenzübergangsstellen zur Unterstützung an. Fürs Protokoll möchte ich die zahlreichen Bootsstreifen auflisten mit Wartung und Umsetzung, die ich auf den Grenzgewässern absolvierte mit gelegentlichem Schleppen von Seglern bei Flaute von den Grenzbojen. Besonders während der Sommermonate achtete ich auf Ausgewogenheit zwischen Boots- und Landstreifen, mein Diensthund sollte nicht das Nachsehen haben.

Die GKSt-Gudow Autobahn hatte beständigen Personalbedarf. Wer sich im GAD unter- oder überfordert fühlte, brauchte gegenüber seinem Dienstvorgesetzten (Zollkommissar) nur einen entsprechenden Wunsch zu äußern und wurde bei der Grenzkontrollstelle im Rahmen einer Verstärkung, Geschäftsaushilfe oder Abordnung mit dem Ziel der Versetzung eingesetzt. Die Kollegen wurden vertraut gemacht mit Besonderheiten des Reiseverkehrs, dem Vorzeigen der Waren, dem Abstempeln grüner Zettel zur Mehrwertsteuererstattung (für polnische Staatsbürger), Aufgriffen mitgeführter Mehrmengen, die Reisende aus Intershopkäufen mitbrachten, Abfertigungen im innerdeutschen Handel sowie des internationalem Warenverkehrs mit erforderlichen Dokumenten. Einfließen lassen möchte ich in dieser Relation auch das Faktum von Zwangsversetzungen an die GKSt infolge des Personalbedarfs. Manch ein Lübecker Kollege konnte ein Lied davon singen und weiß, wovon ich schreibe. Er pendelte schon in Vorwendezeiten.
Zitat von krelle im Beitrag #20
Als "Schnarcher-Job" habe ich den Dienst an der innerdeutschen Grenze zu keiner Zeit empfunden - nicht mal eine Sekunde lang. "Das" war mein "Ding" - und für manchen Kollegen war das eben nicht "sein Ding", was ich durchaus nachempfinden kann. Nicht jeder war mit Leib und Seele dabei, jedenfalls nicht bei diesem "Job".
Ich hatte Dusel, der Grenzbezirk, in dem ich tätig war, bot eine Vielfalt, die es nicht an jedem Ort gab. Es lag an jedem selbst, Einseitigkeit entgegenzuwirken. Dienstliche Erfordernisse meines Aufgabenbereiches standen in Einklang mit ureigenen Neigungen und Marotten, kurzgefasst, sie wären auch bei anderer Berufswahl mein Steckenpferd geworden.

Der Abschied von der Grenze ist mir ebendeswegen ebenso wie @krelle nicht leichtgefallen.


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!

"Wo ein Genosse ist, da ist die Partei, wo ein Genosse und eine Genossin ist, da ist die Hurerei" geklaut bei DoreHolm
krelle, harbec und Rothaut haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#23

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.04.2017 18:22
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Ich möchte hier kein falsches Bild aufkommen lassen.
Ich hab gerne Dienst an der Zonengrenze versehen.
Auch wir waren ja von Abordnungen betroffen, besonders zur GKST Dreilinden. Hier bestand, wie wohl an allen
großen Transit Kontrollstellen, immer Personalbedarf.
Trotzdem bin ich nach drei Monaten Abordnung immer gerne an den "Draht" zurückgekehrt.
Hätte es keine Wende gegeben würde ich wohl auch heute noch mit meinem Fahrrad unterwegs sein
und "Playboys" über den Zaun werfen.
Der Dienst war nur halt sehr eintönig. Viel passiert ist nicht, ein Einschreiten in irgendwelcher Art war oft nicht
erforderlich. So blieb der reine Streifendienst....und das Tag und Nacht und natürlich auch bei "Scheißwetter", aber das
wisst ihr ja alle aus eigenem Erfahren.

Gruß Frank



IM Kressin und krelle haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#24

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.04.2017 19:40
von eisenringtheo | 10.465 Beiträge | 4978 Punkte
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Zitat von Zkom IV im Beitrag #23
Ich möchte hier kein falsches Bild aufkommen lassen.
Ich hab gerne Dienst an der Zonengrenze versehen.

Hätte es keine Wende gegeben würde ich wohl auch heute noch mit meinem Fahrrad unterwegs sein
und "Playboys" über den Zaun werfen.

Gruß Frank


"Provokatorische Missachtung der Souveränität der DDR" war in den entsprechenden Jahres-Statistiken der Grenztruppen der absolute Spitzenreiter und erzielte WIMRE regelmäßig, teilweise sogar hohe, vierstellige Zahlen.
Die der Statistik zugrunde liegenden Rapporte wären eigentlich eine interessante Lektüre
Theo


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#25

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.04.2017 22:53
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Mal ne Frage an die "Zollfraktion"...

Habt hier durch zeigen, rüber werfen oder anbieten von Sachen ( z.B. Zigaretten..Zeitschriften usw.) die GT Angehörigen "provoziert"?..und wie waren die Reaktionen?
Erzählt doch mal....


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#26

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.04.2017 23:01
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hm,
#23 nich gelesen, Rothaut ...

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#27

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.04.2017 23:18
von krelle | 356 Beiträge | 7553 Punkte
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Nicht ein einziges Mal habe ich "solches" getan. Nicht nur, weil es die Dienstvorschriften untersagten, sondern weil ich mein "Gegenüber" vollumfänglich respektierte. Gewiss, es waren meine Gegner (und im Notfall hätte ich gegebenenfalls auch meine Waffe gegen sie eingesetzt), aber es waren DEUTSCHE wie ich. Und wie gut wir uns verstanden, das zeigte sich dann nach der Wende. Meine Befürchtung, dass WIR uns so weit entfernt voneinander befanden wie der Tremser Teich vom Pazifik, wurde schon während der ersten Sätze, die wir zueinander sagen konnten, in ein NICHTS zerstreut. Wir befanden uns auf selber Augenhöhe - und vor allem: mitten in Deutschland, unserer Heimat.


Rothaut, vs1400, GKUS64 und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#28

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.04.2017 23:34
von Rothaut | 1.379 Beiträge | 6111 Punkte
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@vs1400

doch..gelesen....so bin ich ja auf meine Frage gekommen.
Hier gibt es mehrere Zöllner....vielleicht erzählt ja der eine oder andere noch ne Anekdote..wie Krelle im Beitrag 27.

Gruß Rothaut


vs1400 und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#29

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.04.2017 23:46
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Zitat von Zkom IV im Beitrag #23
Ich möchte hier kein falsches Bild aufkommen lassen.
Ich hab gerne Dienst an der Zonengrenze versehen.
Auch wir waren ja von Abordnungen betroffen, besonders zur GKST Dreilinden. Hier bestand, wie wohl an allen
großen Transit Kontrollstellen, immer Personalbedarf.
Trotzdem bin ich nach drei Monaten Abordnung immer gerne an den "Draht" zurückgekehrt.
Hätte es keine Wende gegeben würde ich wohl auch heute noch mit meinem Fahrrad unterwegs sein
und "Playboys" über den Zaun werfen.
Der Dienst war nur halt sehr eintönig. Viel passiert ist nicht, ein Einschreiten in irgendwelcher Art war oft nicht
erforderlich. So blieb der reine Streifendienst....und das Tag und Nacht und natürlich auch bei "Scheißwetter", aber das
wisst ihr ja alle aus eigenem Erfahren.

Gruß Frank


Gabs die vom Chef gesponsert oder selbst bezahlt?


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#30

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.04.2017 23:55
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Ich hatte die Geschichte schon vor Jahren erzählt. Aber zur Erklärung hier nochmal:
In unserem Wetterschutzhäuschen am PoP 52- GR 42 (?)(am Knick der Grenze bei Seehof-Teltow) hatten wir die Wände mit Ausklappseiten des Playboys "tapeziert".
Einige Exemplare lagen noch so rum.
Eines Tages nahm ich diese Hefte, bestieg unseren Holzpodest an dieser Stelle, und zeigte die entsprechenden Seiten mit
Mädels dem dortigen B-Turm.
Ergebnis: Ein Lachen und völlig entspannte Stimmung breitete sich aus. Das Ungewöhnliche: Die Besatzung (in diesem Fall der
Soldat Steffen Sch.) sprach mich an, ob ich die Exemplare nicht rüber werfen kann. Der Steffen gab mir über die DL hinweg seine
Anschrift und ich schrieb ihm später, dadurch kam ein engerer Kontakt zustande. Allerdings erst so ab Mitte 1988, nachdem er seinen Grenzdienst
beendet hatte.
Der Vorfall muss so 1987 abgelaufen sein.
Ende dieser Geschichte:
Steffen verließ den Turm. Ich "sicherte" Richtung Osdorf, sein Kamerad vom Turm in die andere Richtung.
Er bewegte sich in den "Todesstreifen", da ich es nicht geschafft hatte, das Paket weit genug zu werfen. Nahm das Paket mit zwei oder drei
Zeitungen auf, harkte den Streifen mit einem Gegenstand (Seitengewehr?) und begab sich wieder auf den Turm.

Leider blieb diese Aktion nicht unbemerkt (angrenzende Häuser) und er wurde nach Rückkehr zur Kompanie Heinersdorf sofort vom
MfS in Empfang genommen.
Das habe ich natürlich erst lange nach der Wende in einem Telefonat mit ihm erfahren.

Dies war jetzt die absolute Kurzversion dieses Kontaktes.

Nochmal zur Erklärung:
Bei uns gab es kein "Kontaktverbot". Auch kann ich mich an Anweisungen, das Kontakte irgendwelcher Art zu den GT , sofort zu melden sind,
nicht erinnern.
Das war bei uns im Bereich wohl irgendwie ganz anders als bei Krelle oder IM Kressin. Da hat sich kein Vorgesetzter für interessiert, nachgefragt
oder ähnliches.
Durch den User Terraformer habe ich erfahren, dass dieser Vorfall in der Kompanie Heinersdorf lange ein geheimes Gesprächsthema war.

Gruß Frank

Edit:
Es lag mir fern mit dieser Aktion jemanden zu provozieren oder sonstwie zu irgendwas zu verleiten.
War einfach nur so eine Laune um den Jungs "drüben" etwas Spass und Abwechslung zu verschaffen.
Anders habe ich das damals nicht gesehen.



Rothaut, krelle, vs1400, exgakl, GKUS64, IM Kressin und Pit 59 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.04.2017 23:59 | nach oben springen

#31

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.04.2017 00:04
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War er ( Steffen ) sich der Gefahr nicht bewusst.... die so eine Handlung mit sich bringt?...oder war es ihm einfach egal?
Kannst Du mir sagen...wie es mit ihm weiterging nach diesem Vorfall?


zuletzt bearbeitet 14.04.2017 00:06 | nach oben springen

#32

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.04.2017 00:38
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Zitat von Rothaut im Beitrag #28
@vs1400

doch..gelesen....so bin ich ja auf meine Frage gekommen.
Hier gibt es mehrere Zöllner...
.vielleicht erzählt ja der eine oder andere noch ne Anekdote..wie Krelle im Beitrag 27.

Gruß Rothaut



hm, Rothaut,
du bist ein 74'iger baujahr und aus deiner zeit kommt nichts.

das es nicht nur zöllner wie Krelle gab, ist auch mir bekannt,
angenehmer waren jedoch die "Krelles".

nun mag es wohl nen beispiel gegeben haben und justament mit einem heftchen,
doch derartiges war geläufig, nicht geheim und wurde zb. durch westdeutsche bauarbeiter etc.pp. eingeführt.
am kanten und zu dieser zeit, hätte es schlichtweg eine meldung gegeben.
warum?
mir wäre eine derartige aktion zu billig gewesen.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
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#33

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.04.2017 11:01
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@pitti
Diese Heftchen wurden leider nicht gesponsort.
Ein Kollege hatte die immer gekauft und nach dem "Studium" in der Dienst-
stelle abgelegt.
Die Dinger waren auch recht teuer, soweit ich mich erinnere weit über 10,-DM.

@rothaut
Wie gesagt hatte ich mit Steffen von 88-89 einen regen Briefverkehr. Noch vor der Wende
schlief das wieder ein.
So etwa 2006 rum habe ich beim aufräumen den alten Briefverkehr gefunden und ihm an seine
alte Addresse einen Brief geschrieben.
Über viele Umwege erreichte ihn dieser Brief tatsächlich an seiner neuen Anschrift.
Dann traten wir in telefonischen Kontakt und er erzählte dazu folgendes:

Über mögliche Folgen habe er sich damals keine Gedanken gemacht. Wie so oft, wenn man
etwas verbotenes tut, macht man das in der Hoffnung nicht erwischt zu werden.
Das war hier leider nicht der Fall.

Aus den nahgelegenen Wohnhäusern muss ein aufrechter Genosse dieses Geschehen gehört und wohl
auch gesehen haben und hat das sofort gemeldet.
Nach Rückkehr zur Kompanie in Heinersdorf wurden er und sein Kamerad sofort durch das MfS erwartet und
festgenommen, anschließend verhört.
Irgendwie lief Steffen wohl eh schon im "Fadenkreuz".
Das böse Ende: Militärknast in Schwedt, ich weiß aber nicht mehr wie lange, glaube einige Tage.

Man sagte ihm später, diese Story sei riesengroß in Bild und BZ zu lesen gewesen, was aber nicht stimmt.
Öffentlich wurde diese Aktion nie. Ausser jetzt nach der Wende in diesem Forum.
Selbst meine Vorgesetzten habe ich darüber nicht unterrichtet, nur die engsten Kollegen meiner GASt wussten
davon.

Gruß Frank



IM Kressin, krelle, Rothaut und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#34

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.04.2017 21:20
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@vs1400

Naja ich weiß nicht...Du meinst von mir kommt nichts persönlich Erlebtes aus meiner Zeit in der DDR?

Wenn Du Dich erinnerst...das ein oder andere schon...

Selbstgebaute Unterstände im Grenzabschnitt ... (3)

Wie sah es an der Grenze überhaupt aus? (3)


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#35

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.04.2017 22:53
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du warst zur wende ein 16 jähriger jugendlicher, Rothaut,
...

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
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#36

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.04.2017 23:11
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und weiter?


zuletzt bearbeitet 14.04.2017 23:12 | nach oben springen

#37

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.04.2017 23:49
von vs1400 | 3.859 Beiträge | 7720 Punkte
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hmm Rothaut,
nun kannst du deine frage beantworten.
mich interessiert eben nicht so ne allgemeinaussage.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#38

RE: Die innerdeutsche Grenze und der Zoll

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.04.2017 09:40
von GKUS64 | 2.784 Beiträge | 6805 Punkte
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Zitat von vs1400 im Beitrag #37
hmm Rothaut,
nun kannst du deine frage beantworten.
mich interessiert eben nicht so ne allgemeinaussage.

gruß vs


Warum immer dieser Unterton?



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