Fahnenflucht Grenzsoldaten

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23.09.2009 07:21
#1
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Was waren die Beweggründe für Fahnenflucht von Grenzsoldaten? Ich glaube zwar, wir werden hier die Frage nie tiefgründig benatworten können.........es sei denn, dass ehem. fahnenflüchtig gewordene AGT sich äußern und aus eigenem Erleben schildern.
Während meiner Dienstzeit, habe ich eine Fahnenflucht in der GK Binde-Kaulitz erlebt. Ein Ultn. - FDJ Sekretär - hat die Dienstzeit als KGSi genutzt und hat sich feindwärts begeben. Das Makabere war, dass dieser Ultn. fünf Tage später, in einer Al II der Fliegerstaffel Nord unseren GAs als "Mitflieger" abgeflogen ist. Eine der Fahnenfluchten ist mir noch in Erinnerung. Das muss 1986 gewesen sein, als der BK des II. GB GR 24 fahnenflüchtig wurde. War so glaube ich noch zu wissen, ein OSL. Dieser soll nach zwei Wochen "reumütig" in die DDR zurückgekommen sein.


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27.09.2009 21:30
#2
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Zitat von Stabsfähnrich
Was waren die Beweggründe für Fahnenflucht von Grenzsoldaten? Ich glaube zwar, wir werden hier die Frage nie tiefgründig benatworten können.........es sei denn, dass ehem. fahnenflüchtig gewordene AGT sich äußern und aus eigenem Erleben schildern.
Während meiner Dienstzeit, habe ich eine Fahnenflucht in der GK Binde-Kaulitz erlebt. Ein Ultn. - FDJ Sekretär - hat die Dienstzeit als KGSi genutzt und hat sich feindwärts begeben. Das Makabere war, dass dieser Ultn. fünf Tage später, in einer Al II der Fliegerstaffel Nord unseren GAs als "Mitflieger" abgeflogen ist. Eine der Fahnenfluchten ist mir noch in Erinnerung. Das muss 1986 gewesen sein, als der BK des II. GB GR 24 fahnenflüchtig wurde. War so glaube ich noch zu wissen, ein OSL. Dieser soll nach zwei Wochen "reumütig" in die DDR zurückgekommen sein.



Einige Beweggründe für Fahnenflucht:

- Freundin blieb in der BRD, nach Rückversetzung in den Stab eines GR, Flucht im Urlaub

- mit den politischen Verhältnissen in der DDR unzufrieden

- Verwande in der Bundesrepublik

- Familiäre Gründe

- Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Situation in der DDR


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27.09.2009 21:50
#3
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Zitat von Thunderhorse

Zitat von Stabsfähnrich
Was waren die Beweggründe für Fahnenflucht von Grenzsoldaten? Ich glaube zwar, wir werden hier die Frage nie tiefgründig benatworten können.........es sei denn, dass ehem. fahnenflüchtig gewordene AGT sich äußern und aus eigenem Erleben schildern.
Während meiner Dienstzeit, habe ich eine Fahnenflucht in der GK Binde-Kaulitz erlebt. Ein Ultn. - FDJ Sekretär - hat die Dienstzeit als KGSi genutzt und hat sich feindwärts begeben. Das Makabere war, dass dieser Ultn. fünf Tage später, in einer Al II der Fliegerstaffel Nord unseren GAs als "Mitflieger" abgeflogen ist. Eine der Fahnenfluchten ist mir noch in Erinnerung. Das muss 1986 gewesen sein, als der BK des II. GB GR 24 fahnenflüchtig wurde. War so glaube ich noch zu wissen, ein OSL. Dieser soll nach zwei Wochen "reumütig" in die DDR zurückgekommen sein.



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Einige Beweggründe für Fahnenflucht:

- Freundin blieb in der BRD, nach Rückversetzung in den Stab eines GR, Flucht im Urlaub

- mit den politischen Verhältnissen in der DDR unzufrieden

- Verwande in der Bundesrepublik

- Familiäre Gründe

- Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Situation in der DDR




.............. nee nee dat gloobe ick so nich. Bin nicht der permanente Zweifler. Aber dass ist mir etwas zu pauschal. Um bei "meinem" Ultn. zu bleiben. 12. Klassen, Offz.Schule mit Gut bestanden. Außenschläfer..............hoffe Du weißt was ich meine. FDJ Sekretär.... keine Freundin, Vater Handwerker (Kfz Meister), Mutter Hausfrau. Soziale Verhältnisse geklärt, bestätigt nach AO 13. Wat will man mehr. Der hätte noch 2 Jahre abgerissen...........wie Dornröse. Praktisch im Schlaf. Kurzschlussrekation???????????
Was war mit dem OSL vom II GB, GR 24? Auch hier soziale Gründe?


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27.09.2009 22:23
#4
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Zitat von Stabsfähnrich

Zitat von Thunderhorse

Zitat von Stabsfähnrich
Was waren die Beweggründe für Fahnenflucht von Grenzsoldaten? Ich glaube zwar, wir werden hier die Frage nie tiefgründig benatworten können.........es sei denn, dass ehem. fahnenflüchtig gewordene AGT sich äußern und aus eigenem Erleben schildern.
Während meiner Dienstzeit, habe ich eine Fahnenflucht in der GK Binde-Kaulitz erlebt. Ein Ultn. - FDJ Sekretär - hat die Dienstzeit als KGSi genutzt und hat sich feindwärts begeben. Das Makabere war, dass dieser Ultn. fünf Tage später, in einer Al II der Fliegerstaffel Nord unseren GAs als "Mitflieger" abgeflogen ist. Eine der Fahnenfluchten ist mir noch in Erinnerung. Das muss 1986 gewesen sein, als der BK des II. GB GR 24 fahnenflüchtig wurde. War so glaube ich noch zu wissen, ein OSL. Dieser soll nach zwei Wochen "reumütig" in die DDR zurückgekommen sein.


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Einige Beweggründe für Fahnenflucht:
- Freundin blieb in der BRD, nach Rückversetzung in den Stab eines GR, Flucht im Urlaub
- mit den politischen Verhältnissen in der DDR unzufrieden
- Verwande in der Bundesrepublik
- Familiäre Gründe
- Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Situation in der DDR



.............. nee nee dat gloobe ick so nich. Bin nicht der permanente Zweifler. Aber dass ist mir etwas zu pauschal. Um bei "meinem" Ultn. zu bleiben. 12. Klassen, Offz.Schule mit Gut bestanden. Außenschläfer..............hoffe Du weißt was ich meine. FDJ Sekretär.... keine Freundin, Vater Handwerker (Kfz Meister), Mutter Hausfrau. Soziale Verhältnisse geklärt, bestätigt nach AO 13. Wat will man mehr. Der hätte noch 2 Jahre abgerissen...........wie Dornröse. Praktisch im Schlaf. Kurzschlussrekation???????????
Was war mit dem OSL vom II GB, GR 24? Auch hier soziale Gründe?




Hier ein Link zu OSL Mann, II GB GR 24.
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0003/index.html

Zu den Stichpunkten:
Kannst glauben oder nicht, diese Gründe wurden unter anderem genannt.


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05.09.2010 23:53
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#5
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Die Gründe für ne FF hats bestimmt nicht gegeben. Sowohl Kurzschlusshandlungen als auch Ausnutzung sich bietender Gelegenheiten nach Planungen gabs wohl in vergleichbarer Anzahl (ohne, dass ich jetzt statistsches Material besitze).

Was mich viel mehr "fasziniert" im Nachhinein, ist der Fakt, dass es Postenpaare gegeben hat, die gemeinsam getürmt sind.
Soll heißen, dass manche eben doch nicht diese, ich nenns mal Angst, vorm zweiten Mann, auf den es ja lt. westlicher Propaganda so ankam, hatten.

Denn man musste ja damit rechnen, dass man beim Aussprechen des Planes zu fliehen auf einen traf, der dies nicht mittragen wollte und man so mit einem Fuß quasi im Knast stand.

Kennt jmd. einen Fall, wo AGT in Dienstausübung unter mysteriösen Umständen ums Leben kamen? Ich habe vor einiger Zeit mal was darüber gelesen, dass Verräter liquidiert werden sollten ... ohne großes Trara.

Ich weiß sehr wohl, dass das beim ersten Lesen bisschen seltsam anmutet. Ich habs aber tatsächlich im Februar 2010 gelesen in einer Buchhandlung in Hessen, die sich in Grenznähe befindet. Ich hatte allerdings in mindestens 8-10 Büchern geschmökert, die mit der Grenzproblematik zu tun hatten, deshalb habe ich mir den Titel nicht gemerkt, in dems stand.


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06.09.2010 02:26 (zuletzt bearbeitet: 06.09.2010 02:32)
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S51

Zitat von Sachse
...Kennt jmd. einen Fall, wo AGT in Dienstausübung unter mysteriösen Umständen ums Leben kamen? Ich habe vor einiger Zeit mal was darüber gelesen, dass Verräter liquidiert werden sollten ... ohne großes Trara.

Ich weiß sehr wohl, dass das beim ersten Lesen bisschen seltsam anmutet. Ich habs aber tatsächlich im Februar 2010 gelesen in einer Buchhandlung in Hessen, die sich in Grenznähe befindet. Ich hatte allerdings in mindestens 8-10 Büchern geschmökert, die mit der Grenzproblematik zu tun hatten, deshalb habe ich mir den Titel nicht gemerkt, in dems stand.



Ich denke, du spielst hierauf an:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schie%C3%9Fbefehl
bzw.:
http://de.wikisource.org/wiki/Dienstanwe...ruppen_der_DDR_(Schie%C3%9Fbefehl)
Diese zweite Seite läßt sich nicht direkt aber über den Link ganz unten bei den Quellen der ersten Seite aufrufen.
Hier das Beispiel mit dem Dienstauftrag an die HIME der HA I Einsatzkompanie, umgangssprachlich auch "Schneewittchen".
Nein, ich habe nie gehört, dass er praktisch angewendet wurde.
Oder, schreiben wir das anders: Gerüchte gab es schon, diese Truppe auch aber ich kenne auch nicht ein Beispiel, wo aus der Möglichkeit Realität geworden wäre. Andererseits war die Geheimhaltung auch für deren Einsätze schon fast einzigartig und ist es bis heute. Generalleutnant Kleinjung hatte allerdings einen Ruf, der ein wenig extrem war. Über das, was dort mündlich vom Stapel gelassen wurde, haben sich deren Angehörige schon mal mokiert. Die dort geäußerte Behauptung, dass diese Einheit 1985 aufgelöst wurde, würde ich bezweifeln. Einmal, weil es sich eben nicht um eine Einheit der GT handelte und auch, weil die entsprechenden SIK der GT doch andere Aufgaben hatten. Belegen kann ich das nicht, meine aber, sie auch nach 1986 noch im Schierker Raum gesehen zu haben. Ich hatte zwischen 1983 und 10/1985 selten aber ab und an dienstlich mit ihnen zu tun.
Das war nüchtern gesehen auch kein Befehl, sondern ein Dienstauftrag. Schon ein erheblicher Unterschied, da der Befehl, so als solcher zu verstehen, primär auf die Verhinderung von Fahnenfluchten hinauslief und hierfür eben auch Möglichkeiten freigab. Man könnte im Umkehrschluß sogar folgern, dass diese Möglichkeiten also für den AGT nicht bestanden, da es ja hier einer gesonderten Dienstanweisung bedurfte. Sie galt auch nicht für GT, nicht mal für einzelne AGT, sondern ausdrücklich für diesen speziellen Fall und eben ausschließlich für die Angehörigen des MfS in dieser speziellen Einheit.
Klingt krümelkackerisch? Sicher, doch genau so speziell ist so etwas zu verstehen. Grenzer wie ich hatten hiervon keine Ahnung. Was es gab, waren Sprüche wie: "Du könntest gehen aber wir kriegen dich, immer, irgendwann..."
Das konnte man als dummen Spruch verstehen oder eben ernster nehmen. Wie ich letzteres jedoch belegen könnte, wüßte ich nicht.


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06.09.2010 07:19
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#7
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@S51

Ja, so in etwa hatte ichs in Erinnerung. Und wenn ich mich nicht irre, war dort sogar ein Bsp. beschrieben. Allerdings weiß ich nicht mehr, ob es einen tödlichen Verlauf nahm oder ob es nach außen drang und deshalb publik wurde.

Aber spannend ists allemal.
Und ich finde es gar nicht krümelkackerisch, was du schreibst.

Vielleicht kann ja der eine oder andere Insider zur (weiteren) Aufhellung beitragen.


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06.09.2010 07:27
#8
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Ich kann mich noch daran erinnern, das, wir waren kaum versetzt wurden, ein ehemaliger Kamerad bei seinem vierten Postengang, seinen Postenführer schwer verletzt hat und sich dann Feinwärts abgesetzt hat!

Wie sich später heraus gestellt hat, hatte er eine Schwester und andere Angehörige drüben, weshalb er dennoch an die Grenze kam, kann ich nicht sagen!

Wsehalb ich mich noch daran erinnere ist, der Kamerad war in Potsdam mit mir auf der selben Stube und auch wurden wir dann einzeln von der Abteilung 2000 nach ihm befragt, wegen Andeutungen ect., aber das ist ja jedem bekannt wie die Abläufe dann waren, welcher gedient hat!

Grüße von Küche69

_______________

"Wer nicht mit beiden Augen sieht, wird nie die ganze Wahrheit sehn!"


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17.09.2010 23:07
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#9
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Ich kann nur sagen was mich bewogen hat zu desertieren: Freiheit. Die Vorstellung, mein ganzes Leben in einem Rechteck von 400 mal 600 km zu verbringen war mir ein Grauen. Und-es gibt Nichts zu bereuen. Freiheit-Reisefreiheit war der Grund.


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17.09.2010 23:11
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#10
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Moin Uwe,
darf man mal Fragen wann und wo du in den Westen gekommen bist.
Gruß Willie


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17.09.2010 23:13
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#11
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7,1,1980, Walkenried, bzw. Grenzkompanie Liebenrode


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17.09.2010 23:14
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#12
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Zitat von Egal
Ich kann nur sagen was mich bewogen hat zu desertieren: Freiheit. Die Vorstellung, mein ganzes Leben in einem Rechteck von 400 mal 600 km zu verbringen war mir ein Grauen. Und-es gibt Nichts zu bereuen. Freiheit-Reisefreiheit war der Grund.


Na,das ist doch eine klare Ansage ohne wenn und aber.


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17.09.2010 23:22 (zuletzt bearbeitet: 17.09.2010 23:53)
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#13
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Danke Uwe,
ich dachte schon wir kennen uns. Ist aber nicht der Fall. Hatten während meiner BGS-Zeit auch insgesamt 3 AGT im Bereich GSA M2.
Gruß Willie


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18.09.2010 07:41
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#14
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S51

Zitat von Egal
Ich kann nur sagen was mich bewogen hat zu desertieren: Freiheit. Die Vorstellung, mein ganzes Leben in einem Rechteck von 400 mal 600 km zu verbringen war mir ein Grauen. Und-es gibt Nichts zu bereuen. Freiheit-Reisefreiheit war der Grund.



Ist eine klare Ansage. Und warum sollte man es nicht verstehen können, nur, weil mancher anderer eben andere Gründe hatte? Es war eben so. Jeder Mensch hat seine eigenen Prioritäten.
Man muss es nicht gut finden aber es ist ein Motiv.


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18.09.2010 14:25
avatar  Sonne
#15
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Zitat von Egal
7,1,1980, Walkenried, bzw. Grenzkompanie Liebenrode





Darf man fragen wie dies Unternehmen ablief???
Sowas ist ja immer interessant.


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