Fahnenflucht Grenzsoldaten

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30.09.2021 08:43 (zuletzt bearbeitet: 30.09.2021 16:34)
#376
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Also ich sehe es so--es gab ,ob in Ost oder West eine Wehrpflicht. Wurde man einberufen. hieß es im Sprachgebrauch-- ich muß zu Asche , zu Fahne oder zum Bund--oder wie auch immer. Als Schimpfwort würde ich es nun nicht gerade bezeichnen, eher als Unzufriedenheit. Klar, man wurde aus seinen täglichen Lebensablauf gerissen, hatte sich einzuordnen . Aber in welcher Armee dieser Welt--wo es eine Wehrpflicht gibt, gibt es das nicht. Heute schaut es anders aus, heute gibt es eine Freiwilligkeit zu Armee zu gehen und wer das tut, soll es tun. Es ist jeden seine Entscheidung.


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30.09.2021 09:21 (zuletzt bearbeitet: 30.09.2021 09:31)
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#377
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( gelöscht )

Unseren Erich mal ausgeklammert weil der das Positive besetzt hatte, war aber das Dienen in der Arbeiter- und Bauernstreitmacht schon leicht speziell.
Als sich vor 39 Jahren sinngemäß das Kasernentor hinter mir geschlossen hatte nach dem Einrücken, war ich mir ganz sicher nun dem Idiotentum im Quadrat ausgeliefert zu sein.
Und es war eine Punktlandung ahnungstechnisch.


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30.09.2021 10:43
avatar  chantre
#378
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Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
Weisheit hat Grenzen, Dummheit nicht. Stefan Rogal


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30.09.2021 19:24
avatar  hslauch
#379
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Ich kenne den Begriff "Asche" bzw. " Fahne" als Bezeichnung der Armee (egal ob NVA oder GT) aus meiner Zeit auch noch.
Ob das nun abwertend gemeint war oder nicht ....


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30.09.2021 19:33
#380
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Na,es wäre (neudeutsch) uncool,wenn man seinen Kumpels gesagt hätte,,,ich muß jetzt zur Nationalen Volksarmee" gehen.Abwertend?Ja,ein bißchen,wer ist schon als GWD ler ,gerne dorthin gegangen.


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30.09.2021 22:00 (zuletzt bearbeitet: 30.09.2021 22:01)
avatar  Gert
#381
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Zitat von berndk5 im Beitrag #374
zu #373 von @mibau83 und vielleicht anderen Schreibenden.
Das mit der Bezeichnung "Asche" ist mir selbst sehr deutlich bekannt, seit Beginn der 1970-er Jahre bis zum Schluß.
Hierbei habe ich es aber (ernsthaft und bewußt) niemals als Schimpfwort oder Verunglimpfung empfunden. Es war ein geprägter Begriff, der als Synonym für "ARMEE" stand- ohne dass es (zumindest) in meiner Gegenwart jemals hinterfragt wurde.
Das gilt, zumal ich nicht gleich KC war, sondern in der 3./I./GR-25 als Posten, Postenführer und zum Schluss als Gruppenführer an der Grenze Dienst gemacht habe.
Es gilt aber ebenso bis zum Schluss 1990 und der Weiterverwendung beim Bundeswehrkommando -OST- mit Sitz in Erfurt mit meinem Ausscheiden am 31.03.1992 .
Damit will ich keineswegs lingustische, oder andere wissenschaftliche Auslegungen und Deutungen bestreiten, aber auf jeden Fall das reale Leben im Umgang mit der Bezeichnung "Asche" für Armee oder Armee-Dienst aus meinem Erleben beschreiben.
Gibt es andere User die das auch so, oder anders kennen?


ich habe den Begriff "Asche" im Zusammenhang mit dem Wehrdienst oder allgemein Dienst in der NVA noch nie gehört. War 1963 , als ich eingezogen wurde, absolut unbekannt. Der Begriff "gehe zur Fahne" war schon geläufig. Ich gehörte ja zu dem 2. oder 3. Halbjahr nach Einführung der Wehrpflicht, vor mir waren alles noch "Freiwillige", die man in den Betrieben geworben hatte. Nach dem Bau der Mauer konnte ja keiner mehr stiften gehen und so konnten sie ohne Risiko die Wehrpflicht einführen. Ich habe aber als Heranwachsender noch die Auswirkungen des 2.Weltkrieges mit erlebt, die vielen Kriegsversehrten, die Halbwaisen in meiner Schulzeit ( nahezu jeder 2. hatte nur noch die Mutter ), die Erzählungen von der Angst in den Bombennächten usw. Es war schon grenzwertig, uns wieder Waffen in die Hand zu drücken. Einige Jahre zuvor war noch der Spruch, jedem Deutschen der wieder eine Waffe in die Hand nimmt, dem sollte sie abfaulen. Ich habe nun nicht jeden Morgen kontrolliert, ob meine Hände noch dran sind, aber es wurde schon diskutiert ob das alles nötig ist. Mein Glück war , dass ich zu einer Grenzeinheit kam und das Grenzregime kennenlernte. Das gab mir die Kraft, weitgehend angstfrei später über die Grenze zu kommen und diesen kommunistischen Feldversuch hinter mir zu lassen.

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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