Zurück in die DDR geflüchtet

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26.02.2017 21:11
avatar  Mike59
#76
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Zitat von GZB1 im Beitrag #75
Kenne Verstärkungskräfte eigentlich hauptsächlich von 22/23.00 bis 02/03.00 Uhr. Bei heißen Schwerpunktrichtungen auch über 6 Stunden.

In das NVA Forum ist wohl kein reinkommen mehr. Ich sag mal, das war kurz nach Mitternacht, Thunderhorse hatte noch die genaue Uhrzeit von der Schießerei, an der Straße Philippsthal - Unterbreitzbach befand sich zu diesem Zeitpunkt eine BGS Streife. War die letzte B-Meldung in Zusammenhang mit den Schüssen - nach einfliegen der ganzen Abriegelungskräfte brach das GMN zusammen. Wäre eine Easy Schicht geworden, wenn nicht dauernd die Sesselpfurzer aus EF und B über Telefon gestresst hätten.


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26.02.2017 21:49
avatar  mibau83
#77
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immer wieder versuchen die seite neu zu laden.

http://www.nva-forum.de/nva-board/index....&hl=r%E4sa&st=0


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26.02.2017 21:54
avatar  Ebro
#78
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War gerade drin!

Selbst Akademiker mit Diplom sind nur marginal intelligent

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27.02.2017 01:10 (zuletzt bearbeitet: 27.02.2017 01:23)
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#79
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( gelöscht )

Das war der Beitrag von Mike 59 auf dem NVA Forum, habs gerade geschafft:

Im Juni 1981 gab es im Grenzabschnitt Unterbreizbach (3. GK, des GR-3) einen Grenzdurchbruch im Bereich der Ortschaften Pferdsdorf/Ulster (Ost) sowie Glaam und Oberbreizbach (West). Der Grenzübertritt erfolgte wohl zwischen den Grenzsäulen 1684 und 1686, so genau ist mir das nicht mehr in Erinnerung.

Für Insider, auf der Rennstrecke.

Für Google Earth Fans
50°48'19.04"N
9°57'10.75"E


Der Abschnitt hatte in diesem Bereich zwischen den Zäunen eine Tiefe von 200 bis 500 Metern. Es gab keine Minen und als Signalzaunanlage war wohl die GSG 70 o.ä. vorhanden (örtliche Anzeige visuell und akustisch, Energieversorgung durch Blei-Säureakku.)
Der Bereich galt als ruhig, im Normalfall wurde er, fünf bis sechs mal am Tag bestreift. Durch die 6 + 2 Meter KS zu Fuß, sowie durch Fahrzeuge jeweils bei der Ablösung. Die Postendichte betrug in diesem Bereich je ein Posten rechts und links von diesem Bereich, Entfernung zwischen beiden Postenpaaren ca. 3 Km Luftlinie.

Jedenfalls wurde bei der Kontrolle des 2m KS am 15. Juni eine Untergrabung festgestellt, später fand man auch auf dem 6m KS ein paar Spuren, welche vorher bei der Kontrolle übersehen wurden.
Am Abend stand dann fest, offensichtlich eine unbekannte mänl. Person Durchbruch DDR in Richtung BRD.
Nach ein paar Tagen ging alles wieder zum Tagesgeschäft über. Ende Juni Anfang Juli war dann auch klar, wer der Unbekannte war, im MSR 23 fehlte ein UaZ wohnhaft in Räsa, ein OT von Unterbreizbach. Welcher aus dem Jahresurlaub nicht wieder zum Dienst erschien.
Irgendwann im 1. Halbjahr 1982 wurde nahe der Durchbruchstelle vom Juni 1981 am 6 m KS bei der Kontrolle, Spuren festgestellt. Eine Kontrolle des 2. KS ergab auch dort Anzeichen einer Grenzverletzung. WIMRE hatte der GSZ wohl auch ausgelöst, jedoch war die Leistung auf dem Akku so schwach das die Rundumleuchte fest stand und nur glimmte und das Nebelhorn nur mit einem leisen brummen unmittelbar am Mast stehend gehört wurde. Untersuchungen ergaben, offensichtlich eine Schleusung BRD –DDR – BRD.

Jetzt war der Mops munter. Innerhalb eine ¾ Jahres 3 Durchbrüche in einer Nebenrichtung ohne das auch nur etwas gemerkt wurde. In diesem Bereich wurde also ab sofort ständig ein GP eingesetzt. Eine Hundelaufanlage aufgestellt und diverse Signalgeräte R-67.
Der GSZ wurde aufgerüstet, zentrale Anzeige auf der FüSt

Ich kann mich nicht genau erinnern ob es noch einen weiteren Durchbruch gab, aber irgend so was war wohl noch.Ich bin Anfang November 1982 aus meinem freien Wochenende gekommen und der KC erklärte mir folgende Lage. Da ich ja erst in 14 Tagen wieder frei habe, werde ich ab sofort jeden Dienst auf der FüSt GAs 3 als KSiA machen. In den Postengebieten des GAs, kommen für unbestimmte Dauer immer die gleichen Kräfte zum Einsatz. Sie sollen eventuelle Veränderungen schneller erkennen können – hier besonders auch Personen und Handlungen auf westlicher Seite.
Im Bereich der Durchbruchstelle kommen zwei Posten zum Einsatz auf Höhe Kolonnenweg und Kräfte der SiK 27 im Hinterland.
Mittler weile war auch klar, der Grenzverletzer war der Uffz. aus Räsa, welcher am 15.06.81 Fahneflucht begangen hatte.
Weswegen er nun über die Grenze pendelte war wohl noch immer unklar. Auf alle Fälle hat man uns nichts dazu mitgeteilt.

Am 25.11.1982 hatten wir (ich) jedenfalls Nachtdienst 20:00 – 04:00 wie angeordnet GAs 3.
Irgendwann nach Mitternacht
-meldet ein Grenzposten rechts vom mir „3 kurze Feuerstöße aus deiner Richtung“ und kurz darauf
-der Posten von meiner LTL ebenfalls 3 kurze Feuerstöße aus meiner Richtung.
-Bei der Ersten Meldung hat sich im Zwischendeck schon die A Gruppe angezogen und ist zu Ihren TeSie gegangen. Ich habe ihnen zwei Abriegelungspunkte genannt und ab ging’s. War gefühlte Sekundensache.
-Genau zu diesem Zeitpunkt hatte ich eine GSZ Auslösung im Schwerpunktbereich.
Also wieder ein Durchbruch Richtung Hinterland.
-Nun meldeten sich auch die Eingesetzen Posten an der Durchbruchstelle. Meldung: Durchbruch + Anwendung des Schusswaffe.
- Meldung an den KGSi im Stab GB

Zeitverlauf bis jetzt ca. 3 – 4 Minuten gefühlt!

GB teilt mir mit das es GB Grenzalarm ausgelöst hat und das alle PoP im Bereich von bis besetzt werden.
-Nach ca. 1o Minuten trudelten die A-Züge .
-Zwischenzeitlich ca. 10 Minuten nach dem Durchbruch meldeten sich die Kräfte der SiK 27 am GSZ und wollten wissen was los ist!
- ca. 20 Minuten nach Auslösung Grenzalarm GB, waren so ziemlich alle verfügbaren Kräfte des GB in meinem Abschnitt.

Die Linke Flanke (bereich der Durchbruchstelle) des GMN ist tot. Links von mir noch ein Posten mit dem ich mich unterhalten konnte und natürlich Telefon und WSG Verbindung ins GB

Gegen 5 Uhr kommt der StKC zu mir auf die FüSt um die Lage zu übernehmen. Die Kräfte in der Abriegelung werden im Gelände von den mit im Einsatz befindlichen Vorgesetzten geführt. Auf der FüSt laufen die Telefone heiß, alle Stäbe bis nach Pätz wollten Informationen – die hatten wir allerdings nicht. Wir waren also die Deppen der Nation.

Fazit:

Thomas S. wird in der Küche seiner Mutter durch den ABV festgenommen, welcher dort auf Ihn wartete.

Einsatz der SiK 27! Die Kräfte befanden sich nicht vor Ort, der GV wäre Ihnen direkt in die Arme gelaufen. Sie sind Ihrer Ablösung entgegen gelaufen! Durch Ihr Handeln haben sie so ziemlich alle Spuren des Durchbruches am GSZ unbrauchbar gemacht

Einsatz der GP! Die beiden Postenpaare haben sich bei der ersten Aufklärung von Bewegung (Anfahrt eines PKW) auf westlichem Gebiet an einem PoP befunden. (Postentreff) Richtige Schlussfolgerung war trennen und mehr auf Höhe des angehaltenen PKW Positionieren. Der Posten hat die Silhouette des GV wahrgenommen als dieser über den GZ I ging.
Danach erfolgte Anruf und Warnschuss.*

GV duckte ab – nach Warnschuss, Sprung auf Marsch – Marsch, ohne Probleme durch die Hundelaufanlage durch, R 67 Ausgelöst, und durch den GSZ weg!

Nach erkennen der weiteren Flucht des GV wurden weitere Schüsse abgegeben, ob gezielt oder in die Luft, entzieht sich meiner Kenntnis.

* Meiner Meinung nach hätte ein * Gelb gereicht und die Festnahme wäre wie im Handbuch abgelaufen. Aber: Hätt der Hund nicht . . .


Ende vom Lied:

Alle in der Linie beteiligten wurden auf die eine oder andere Art belobigt und gut war’s. Bei mir belief es sich wohl um die Streichung einer Strafe –Immer wieder gern gesehen.

Das alles ist mehr ein Gedächtnisprotokoll – also nicht gleich in der Luft zerreisen.
Bei Beginn der Schießerei befand sich eine BGS Streife (GSA M3) mit Landrover im Bereich der Straße Unterbreizbach – Röhrigshof/Philippsthal, diese hat sich umgehend in südliche Richtung (Durchbruchstelle) abgesetzt. Eine genaue Uhrzeit sollte also zu ermitteln sein.

Auf Wunsch von TB_Schreiber
Mike59

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Nachtrag Thunderhorse:

Die Flucht war in der Nacht vom 14. 06. auf 15.06.1981.


Schussabgaben am 25.11.1982 gegen 02.50 Uhr.
Auslösung GSZ gegen 03.00 Uhr.
Festnahme in Räsa gegen 04.45 Uhr.

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TeSie = TS 250/A
KSiA = Kommandeur Sicherungsabschnitt
KGSi = Kommandeur Grenzsicherung
PP oder POP = Postenpunkt
GP = Grenzposten
GMN = Grenzmeldenetz
A = Alarm Gruppe/Zug
6 mKS = 6 Meter Kontrollstreifen oder auch Kontrollstreife
2 mKS = klaro
GZ I = Grenzzaun
GSZ = Grenzsignalzaun
R-67 = mechanisches Signalgerät mit Leuchtpistolen Einsatz


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