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#61

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2017 21:36
von Gert | 14.252 Beiträge | 7928 Punkte
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vor dem Ende der 50 er Jahre halte ich das für möglich, also bevor die Grenze pioniertechnisch ausgebaut wurde. Am Ende der 40er Jahre sowieso. Mein Vater erzählte mir, dass er von Erfurt mehrere Male über Nordhausen, Ellrich in die britische Zone und zurück reiste. Zweck dieser Reisen Beschaffung von Sachen, die es in der DDR nicht gab.


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#62

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2017 21:42
von mibau83 | 1.461 Beiträge | 3006 Punkte
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Zitat von franka.polaris im Beitrag #59
Ist scheinbar immer noch missverständlich. Es war gefährlich von der DDR in die BRD zu flüchten. Und es müsste genauso gefährlich gewesen sein, von der BRD in die DDR zu flüchten, ohne dass es jemand merkt, es müsste ja ein ähnlicher Weg sein vorbei an all den Sicherheitsmaßnahmen. Darum geht es mir.

Kennt jemand da eine historische Begebenheit?



der fall jürgen resch, flucht und rückkehr im abschnitt der gk neuenbau 1984.

https://www.bundesstiftung-aufarbeitung....zfall-2487.html



lhsecurity, Cambrino und franka.polaris haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#63

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2017 22:03
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Na ich glaube @franka.polaris sucht einen ganz bestimmten Vorfall.
Da sollte eventuell mal etwas mehr Input kommen. Viele ganz außergewöhnliche Vorfälle an der Grenze erscheinen oft in einem ganz andern Licht wenn die hier durch sind.



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#64

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2017 22:19
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Bei Besuchen aus dem Westen kann ich mir schon vorstellen,das es das gab,
sicherlich keine Flucht,aber vielleicht so,nimm mal meine Papiere und schau dir
für paar Stunden das andere Berlin an
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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#65

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2017 22:35
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Zitat von Mike59 im Beitrag #63
Na ich glaube @franka.polaris sucht einen ganz bestimmten Vorfall.
Oder auch 'nur' eine Sockenpuppe, hatten'mer ja schon 'ne Weile nimmer?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.02.2017 22:35 | nach oben springen

#66

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.02.2017 23:14
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Es gab einen in der Literatur beschriebenen Fall einer geglückten Flucht über die Ostsee,wobei der Geflüchtete auf dem Wasserweg später zurückgekommen ist um seine familie abzuholen,welches dann aber durch Verrat gescheitert ist.
Quelle werde ich noch nachreichen.
Lgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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#67

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.02.2017 13:50
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Danke @Mibau83!!! Wahnsinns Geschichte!

und @andiman:wäre toll wenn du noch was dazu findest

Schönen Sonntag



zuletzt bearbeitet 26.02.2017 13:51 | nach oben springen

#68

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.02.2017 15:56
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Die Rückkehr in die DDR wurde definitiv gegen 06:48 Uhr am 05.06.1984 bei der Kontrolle des K6 der ""Durchbruch"" festgestellt. Um 09:45 Uhr wurde R. festgenommen.
Der Grenzübertritt selbst fand am 03.06.1984 gegen 16:00 Uhr. Um 18:00 Uhr des gleichenTages wurde an der Überstiegsstelle des GSZ 70P festgestellt dass der GSZ nicht Einsatzbereit ist. Ein Entstörtrupp wurde gegen 19:15 Uhr zum Einsatz gebracht und tauschte den Sektorblock aus. Danach war der GSZ70P wieder Einsatzbereit.
Spurenvernichtungskommando.

Sein Aufenthalt in Grenznähe auf Bundesgebiet wurde am 02.06.1984 durch die Grenztruppe festgestellt.
Ganz so Still und Leise war die Rückkehr dann doch nicht.

P.S.: Dazu gibt es auch ein Büchlein.
Beim Leben meiner Enkel von Heike Otto.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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zuletzt bearbeitet 26.02.2017 15:56 | nach oben springen

#69

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.02.2017 16:12
von Mike59 | 9.560 Beiträge | 6381 Punkte
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Zitat von Thunderhorse im Beitrag #68
Die Rückkehr in die DDR wurde definitiv gegen 06:48 Uhr am 05.06.1984 bei der Kontrolle des K6 der ""Durchbruch"" festgestellt. Um 09:45 Uhr wurde R. festgenommen.
Der Grenzübertritt selbst fand am 03.06.1984 gegen 16:00 Uhr. Um 18:00 Uhr des gleichenTages wurde an der Überstiegsstelle des GSZ 70P festgestellt dass der GSZ nicht Einsatzbereit ist. Ein Entstörtrupp wurde gegen 19:15 Uhr zum Einsatz gebracht und tauschte den Sektorblock aus. Danach war der GSZ70P wieder Einsatzbereit.
Spurenvernichtungskommando.

Sein Aufenthalt in Grenznähe auf Bundesgebiet wurde am 02.06.1984 durch die Grenztruppe festgestellt.
Ganz so Still und Leise war die Rückkehr dann doch nicht.

P.S.: Dazu gibt es auch ein Büchlein.
Beim Leben meiner Enkel von Heike Otto.


Etwas ähnliches hatten wir im Bereich Unterbreizbach-Pferdsdorf/Rhön. Der GV war sogar 2x über Nacht bei Mutti und ist frühmorgens wieder in den Westen - hatte die Geschichte mal im NVA Forum geschrieben - beim 3x wurde er dann nach überwinden der Sperrelemente bei Mutti vom ABV festgenommen.



franka.polaris hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.02.2017 16:24 | nach oben springen

#70

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.02.2017 19:03
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@mike59
Oh wirklich. Das ist meine Heimat. Hast du den Beitrag noch?



zuletzt bearbeitet 26.02.2017 19:05 | nach oben springen

#71

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.02.2017 20:02
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Zitat von franka.polaris im Beitrag #70
@mike59
Oh wirklich. Das ist meine Heimat. Hast du den Beitrag noch?


Nein, den Beitrag habe ich nicht mehr. War schon lange nicht mehr in diesem Forum unterwegs, ist aber schnell erzählt.
1981 hat sich ein Uffz. der NVA (BaSa oder Frankenhausen) wohnhaft in Räsa in seinem EU in den Westen abgesetzt. Der Durchbruch erfolgte wohl zwischen der GSä 1684 und 1686, liegt auf höhe Pferdsdorf.
GSZ hatte zwar ausgelöst, aber der Akku war schwach und somit war der Büffel nicht zu hören und die Rundumleuchte hat nur geglimmt. Der Durchbruch wurde erst am Tag danach bei der Routinekontrolle 2mKS festgestellt.
1982 im laufe des Jahres stelle man im gleichen Bereich einen erneuten Durchbruch fest, wieder bei der täglichen Routinekontrolle 2mKS. Technischer Zustand der GSZ Anlage war wohl ähnlich zum Jahr davor - nach kriminaltechnischer Überprüfung stellte man fest, es war ein Grenzübertritt West - Ost - West. Es wurden mehrere ungeklärte Auslösungen in der Vergangenheit auch gleich mal etwas näher untersucht. Man sprach in der TAPI von Schleusungen! Dazu muss gesagt werden, in dem Bereich war ganz selten mal ein Grenzposten eingesetzt - das änderte sich jetzt. Was ganz ungewöhnlich war, es wurden ab sofort nur die gleichen Posten eingesetzt - ich hatte die zweifelhafte Ehre immer die FüSt auf dem Kornberg zu beziehen. Im Bereich der "Rennstrecke" so wurde der Postenbereich genannt, waren 2 GP welche persönlich eingewiesen waren, im Hinterland Gakl und Einsatzkräfte von "Madonna 100?" und parallel zum Kolonnenweg eine HuLa.
Im Nachtdienst 24./25.11.82 kurz nach Mitternacht ging das Theater dann los. Die Posten links und rechts von der "Durchbruchstelle" meldeten Feuerstöße. Die Meldung via GMN lief auf, da hat sich die A Gruppe schon im Zwischendeck fertig gemacht. Meldung an das GB und danach Grenzalarm für die restlichen Kompanien GB.
Gegen 5 Uhr dann die Info Festnahme durch VP in Räsa.
Alles in allem kein Ruhmesblatt für die eingesetzten Kräfte. Die Hinterlandkräfte bewegten sich ihrer Ablösung "entgegen", nach den Schüssen rannten alle zurück zum GSZ und haben nahezu alle Spuren vernichtet, die GP am Kolonnenweg hatten sich entgegen Befehl an einem Postenpunkt befunden, haben das Übersteigen des GZ I beobachtet und anstelle eines Stern Gelb und Festnahme gleich mal die AK bzw das LMG sprechen lassen. Der Grenzverletzer hat sich auf dem 6 mKS in Deckung geschmissen, die Posten sind an Ihm vorbeigerannt, danach durch die HuLa, die Viecher haben sich über den Besuch gefreut und dann hinten über den GSZ (mit Auslösung *gr*)



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zuletzt bearbeitet 26.02.2017 20:04 | nach oben springen

#72

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.02.2017 20:26
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Zitat
Im Nachtdienst 24./25.11.82 kurz nach Mitternacht ging das Theater dann los. Die Posten links und rechts von der "Durchbruchstelle" meldeten Feuerstöße. Die Meldung via GMN lief auf, da hat sich die A Gruppe schon im Zwischendeck fertig gemacht. Meldung an das GB und danach Grenzalarm für die restlichen Kompanien GB.
Gegen 5 Uhr dann die Info Festnahme durch VP in Räsa.
Alles in allem kein Ruhmesblatt für die eingesetzten Kräfte. Die Hinterlandkräfte bewegten sich ihrer Ablösung "entgegen", nach den Schüssen rannten alle zurück zum GSZ und haben nahezu alle Spuren vernichtet...."


@Mike59
Ablösung kurz nach Mitternacht zur Schwerpunktzeit in der WRG??


zuletzt bearbeitet 26.02.2017 20:35 | nach oben springen

#73

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.02.2017 20:29
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Den in #66 von mir erwähnten Fall hab ich nicht parat,aber einen anderen ähnlich gelagerten,wird hier beschrieben https://www.rebuy.de/i,1713010/buecher/h...ne-vogt-mueller
Es geht um den Familienvater Thorvald G. der am 18.August 1974 von Rönne/Bornholm aus die DDR Küste bei Koserow in einem kleinen Boot ansteuert um seine Familie abzuholen die er 1973 bei seiner besuchsweisen Ausreise in die BRD zurückgelassen hatte.
Er unterschätzt die Risiken dieses Unternehmens und wird an der DDR Küste festgenommen.
Er selbst und auch seine Frau werden 1975 freigekauft und und können im März 1976 ihre beiden Kinder in de teuer erkauftenr Freiheit in Empfang nehmen.
Lgandyman


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zuletzt bearbeitet 27.02.2017 05:48 | nach oben springen

#74

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

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Zitat von GZB1 im Beitrag #72

Zitat
"

@Mike59
Ablösung kurz nach Mitternacht im Schwerpunkt WRG??


Nun die Einsatzkräfte hatten da wohl ihre eigene Vorstellungen - machte ja auch Sinn, wenn nicht alle eingesetzten Kräfte zur gleichen Zeit ablösen. Und die SIK oder wie die sich zu diesem Zeitpunkt auch immer genannt haben, hatten mit der Grenzsicherung a la GK wohl nichts am Hut.



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#75

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.02.2017 20:54
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Kenne Verstärkungskräfte eigentlich hauptsächlich von 22/23.00 bis 02/03.00 Uhr. Bei heißen Schwerpunktrichtungen auch über 6 Stunden.


zuletzt bearbeitet 26.02.2017 20:55 | nach oben springen

#76

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.02.2017 21:11
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Zitat von GZB1 im Beitrag #75
Kenne Verstärkungskräfte eigentlich hauptsächlich von 22/23.00 bis 02/03.00 Uhr. Bei heißen Schwerpunktrichtungen auch über 6 Stunden.

In das NVA Forum ist wohl kein reinkommen mehr. Ich sag mal, das war kurz nach Mitternacht, Thunderhorse hatte noch die genaue Uhrzeit von der Schießerei, an der Straße Philippsthal - Unterbreitzbach befand sich zu diesem Zeitpunkt eine BGS Streife. War die letzte B-Meldung in Zusammenhang mit den Schüssen - nach einfliegen der ganzen Abriegelungskräfte brach das GMN zusammen. Wäre eine Easy Schicht geworden, wenn nicht dauernd die Sesselpfurzer aus EF und B über Telefon gestresst hätten.



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#77

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.02.2017 21:49
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immer wieder versuchen die seite neu zu laden.

http://www.nva-forum.de/nva-board/index....&hl=r%E4sa&st=0



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#78

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 26.02.2017 21:54
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War gerade drin!



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#79

RE: Zurück in die DDR geflüchtet

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.02.2017 01:10
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Das war der Beitrag von Mike 59 auf dem NVA Forum, habs gerade geschafft:

Im Juni 1981 gab es im Grenzabschnitt Unterbreizbach (3. GK, des GR-3) einen Grenzdurchbruch im Bereich der Ortschaften Pferdsdorf/Ulster (Ost) sowie Glaam und Oberbreizbach (West). Der Grenzübertritt erfolgte wohl zwischen den Grenzsäulen 1684 und 1686, so genau ist mir das nicht mehr in Erinnerung.

Für Insider, auf der Rennstrecke.

Für Google Earth Fans
50°48'19.04"N
9°57'10.75"E


Der Abschnitt hatte in diesem Bereich zwischen den Zäunen eine Tiefe von 200 bis 500 Metern. Es gab keine Minen und als Signalzaunanlage war wohl die GSG 70 o.ä. vorhanden (örtliche Anzeige visuell und akustisch, Energieversorgung durch Blei-Säureakku.)
Der Bereich galt als ruhig, im Normalfall wurde er, fünf bis sechs mal am Tag bestreift. Durch die 6 + 2 Meter KS zu Fuß, sowie durch Fahrzeuge jeweils bei der Ablösung. Die Postendichte betrug in diesem Bereich je ein Posten rechts und links von diesem Bereich, Entfernung zwischen beiden Postenpaaren ca. 3 Km Luftlinie.

Jedenfalls wurde bei der Kontrolle des 2m KS am 15. Juni eine Untergrabung festgestellt, später fand man auch auf dem 6m KS ein paar Spuren, welche vorher bei der Kontrolle übersehen wurden.
Am Abend stand dann fest, offensichtlich eine unbekannte mänl. Person Durchbruch DDR in Richtung BRD.
Nach ein paar Tagen ging alles wieder zum Tagesgeschäft über. Ende Juni Anfang Juli war dann auch klar, wer der Unbekannte war, im MSR 23 fehlte ein UaZ wohnhaft in Räsa, ein OT von Unterbreizbach. Welcher aus dem Jahresurlaub nicht wieder zum Dienst erschien.
Irgendwann im 1. Halbjahr 1982 wurde nahe der Durchbruchstelle vom Juni 1981 am 6 m KS bei der Kontrolle, Spuren festgestellt. Eine Kontrolle des 2. KS ergab auch dort Anzeichen einer Grenzverletzung. WIMRE hatte der GSZ wohl auch ausgelöst, jedoch war die Leistung auf dem Akku so schwach das die Rundumleuchte fest stand und nur glimmte und das Nebelhorn nur mit einem leisen brummen unmittelbar am Mast stehend gehört wurde. Untersuchungen ergaben, offensichtlich eine Schleusung BRD –DDR – BRD.

Jetzt war der Mops munter. Innerhalb eine ¾ Jahres 3 Durchbrüche in einer Nebenrichtung ohne das auch nur etwas gemerkt wurde. In diesem Bereich wurde also ab sofort ständig ein GP eingesetzt. Eine Hundelaufanlage aufgestellt und diverse Signalgeräte R-67.
Der GSZ wurde aufgerüstet, zentrale Anzeige auf der FüSt

Ich kann mich nicht genau erinnern ob es noch einen weiteren Durchbruch gab, aber irgend so was war wohl noch.Ich bin Anfang November 1982 aus meinem freien Wochenende gekommen und der KC erklärte mir folgende Lage. Da ich ja erst in 14 Tagen wieder frei habe, werde ich ab sofort jeden Dienst auf der FüSt GAs 3 als KSiA machen. In den Postengebieten des GAs, kommen für unbestimmte Dauer immer die gleichen Kräfte zum Einsatz. Sie sollen eventuelle Veränderungen schneller erkennen können – hier besonders auch Personen und Handlungen auf westlicher Seite.
Im Bereich der Durchbruchstelle kommen zwei Posten zum Einsatz auf Höhe Kolonnenweg und Kräfte der SiK 27 im Hinterland.
Mittler weile war auch klar, der Grenzverletzer war der Uffz. aus Räsa, welcher am 15.06.81 Fahneflucht begangen hatte.
Weswegen er nun über die Grenze pendelte war wohl noch immer unklar. Auf alle Fälle hat man uns nichts dazu mitgeteilt.

Am 25.11.1982 hatten wir (ich) jedenfalls Nachtdienst 20:00 – 04:00 wie angeordnet GAs 3.
Irgendwann nach Mitternacht
-meldet ein Grenzposten rechts vom mir „3 kurze Feuerstöße aus deiner Richtung“ und kurz darauf
-der Posten von meiner LTL ebenfalls 3 kurze Feuerstöße aus meiner Richtung.
-Bei der Ersten Meldung hat sich im Zwischendeck schon die A Gruppe angezogen und ist zu Ihren TeSie gegangen. Ich habe ihnen zwei Abriegelungspunkte genannt und ab ging’s. War gefühlte Sekundensache.
-Genau zu diesem Zeitpunkt hatte ich eine GSZ Auslösung im Schwerpunktbereich.
Also wieder ein Durchbruch Richtung Hinterland.
-Nun meldeten sich auch die Eingesetzen Posten an der Durchbruchstelle. Meldung: Durchbruch + Anwendung des Schusswaffe.
- Meldung an den KGSi im Stab GB

Zeitverlauf bis jetzt ca. 3 – 4 Minuten gefühlt!

GB teilt mir mit das es GB Grenzalarm ausgelöst hat und das alle PoP im Bereich von bis besetzt werden.
-Nach ca. 1o Minuten trudelten die A-Züge .
-Zwischenzeitlich ca. 10 Minuten nach dem Durchbruch meldeten sich die Kräfte der SiK 27 am GSZ und wollten wissen was los ist!
- ca. 20 Minuten nach Auslösung Grenzalarm GB, waren so ziemlich alle verfügbaren Kräfte des GB in meinem Abschnitt.

Die Linke Flanke (bereich der Durchbruchstelle) des GMN ist tot. Links von mir noch ein Posten mit dem ich mich unterhalten konnte und natürlich Telefon und WSG Verbindung ins GB

Gegen 5 Uhr kommt der StKC zu mir auf die FüSt um die Lage zu übernehmen. Die Kräfte in der Abriegelung werden im Gelände von den mit im Einsatz befindlichen Vorgesetzten geführt. Auf der FüSt laufen die Telefone heiß, alle Stäbe bis nach Pätz wollten Informationen – die hatten wir allerdings nicht. Wir waren also die Deppen der Nation.

Fazit:

Thomas S. wird in der Küche seiner Mutter durch den ABV festgenommen, welcher dort auf Ihn wartete.

Einsatz der SiK 27! Die Kräfte befanden sich nicht vor Ort, der GV wäre Ihnen direkt in die Arme gelaufen. Sie sind Ihrer Ablösung entgegen gelaufen! Durch Ihr Handeln haben sie so ziemlich alle Spuren des Durchbruches am GSZ unbrauchbar gemacht

Einsatz der GP! Die beiden Postenpaare haben sich bei der ersten Aufklärung von Bewegung (Anfahrt eines PKW) auf westlichem Gebiet an einem PoP befunden. (Postentreff) Richtige Schlussfolgerung war trennen und mehr auf Höhe des angehaltenen PKW Positionieren. Der Posten hat die Silhouette des GV wahrgenommen als dieser über den GZ I ging.
Danach erfolgte Anruf und Warnschuss.*

GV duckte ab – nach Warnschuss, Sprung auf Marsch – Marsch, ohne Probleme durch die Hundelaufanlage durch, R 67 Ausgelöst, und durch den GSZ weg!

Nach erkennen der weiteren Flucht des GV wurden weitere Schüsse abgegeben, ob gezielt oder in die Luft, entzieht sich meiner Kenntnis.

* Meiner Meinung nach hätte ein * Gelb gereicht und die Festnahme wäre wie im Handbuch abgelaufen. Aber: Hätt der Hund nicht . . .


Ende vom Lied:

Alle in der Linie beteiligten wurden auf die eine oder andere Art belobigt und gut war’s. Bei mir belief es sich wohl um die Streichung einer Strafe –Immer wieder gern gesehen.

Das alles ist mehr ein Gedächtnisprotokoll – also nicht gleich in der Luft zerreisen.
Bei Beginn der Schießerei befand sich eine BGS Streife (GSA M3) mit Landrover im Bereich der Straße Unterbreizbach – Röhrigshof/Philippsthal, diese hat sich umgehend in südliche Richtung (Durchbruchstelle) abgesetzt. Eine genaue Uhrzeit sollte also zu ermitteln sein.

Auf Wunsch von TB_Schreiber
Mike59

-----------------------

Nachtrag Thunderhorse:

Die Flucht war in der Nacht vom 14. 06. auf 15.06.1981.


Schussabgaben am 25.11.1982 gegen 02.50 Uhr.
Auslösung GSZ gegen 03.00 Uhr.
Festnahme in Räsa gegen 04.45 Uhr.

------------------------

TeSie = TS 250/A
KSiA = Kommandeur Sicherungsabschnitt
KGSi = Kommandeur Grenzsicherung
PP oder POP = Postenpunkt
GP = Grenzposten
GMN = Grenzmeldenetz
A = Alarm Gruppe/Zug
6 mKS = 6 Meter Kontrollstreifen oder auch Kontrollstreife
2 mKS = klaro
GZ I = Grenzzaun
GSZ = Grenzsignalzaun
R-67 = mechanisches Signalgerät mit Leuchtpistolen Einsatz



Mike59, Cambrino, andyman und GZB1 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.02.2017 01:23 | nach oben springen


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