Grand-Hotel im Sperrgebiet, das Heine-Hotel in Schierke

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15.01.2017 18:10
#1
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Das Heine ist ein Mythos gewesen", sagt die ehemalige Hotel-sekretärin Rosemarie Bahn mit Stolz in den Augen. "Es gab einen Portier und wenn Gäste nachts ihre Schuhe vor die Zimmertür stellten, wurden sie geputzt." Luxus, denn das war in kaum einem Hotel in der DDR üblich. Heute ist die Einrichtung zerstört, der Putz bröckelt von den schimmelbedeckten Wänden. Nichts mehr zeugt von den glamourösen Tagen des einstiegen Luxushotels in Schierke am Fuße des Brockens.

Das "Heine" war im Jahr 1900, damals als "Hotel Fürst zu Stolberg", eröffnet worden. Die Urlauber entdeckten damals den Wintersport. Auch im Harz schossen Hotels wie Pilze aus dem Boden. Schierke wurde das St. Moritz des Nordens. Hierher reiste der Adel und das gut betuchte Bürgertum und nächtigte im "Fürst zu Stolberg". Zentralheizung, Warmwasser, Restaurant, Banketträume und eine hauseigene Rodelbahn - den Gästen fehlte es an nichts.

Der Zweite Weltkrieg überschattete die Idylle. Das Haus wurde zum Lazarett und zur provisorischen Entbindungsstation - mehr als 130 Kinder kamen hier zur Welt und manches "Heine-Kind" wie Jutta Saluschke zieht es immer wieder nach Schierke in das Hotel, das 1950 in "Heinrich Heine" umbenannt wurde. Ein Adelstitel als Name ging zu dieser Zeit nicht mehr. Zudem lag Schierke plötzlich an der innerdeutschen Grenze, im Sperrgebiet also. Zugang bekam nur, wer eine Genehmigung der "zuständigen Organe" hatte.

http://www.mdr.de/tv/programm/sendung707828.html


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15.01.2017 18:15
avatar  TOMMI
#2
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Läuft grade auf MDR


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15.01.2017 18:36
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#3
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Das Hotel ist mittlerweile abgerissen. Ich war neulich erst in Schierke. Nur noch eine freie Fläche. Ich finde es schade, dass man es jahrelang hat verfallen lassen. Das war ein schönes Gebäude und es fehlt dem Ortsbild. Die sind da wohl jetzt mehr auf dem Finnhütten-Trip.

g393p6428-H-Heine-Hotelschein-web.html

g393p6430-Grenzordnung-web.html

Quelle aus diesem Forum


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15.01.2017 19:16
avatar  Rothaut
#4
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In Schierke war ich zu DDR Zeiten auch...als Kind mit meinen Eltern.
Ich weiß aber leider nicht mehr in welchem Hotel/Haus....stand in der Nähe einer Schlittschuhbahn.

Gab es dort eigentlich so eine Art GT-Ferienhaus?


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15.01.2017 23:48
avatar  vs1400
#5
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ist heute ne jugendherberge.

gruß vs


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16.01.2017 06:22
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#6
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Ist das nicht das frühere SED-Heim? Der letzte und "schickste" Neubau vor der Wende?


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16.01.2017 11:20
#7
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Im Februar 1958 hatte ich einen FDGB Ferienplatz in Schirke, es war mein erster......die Woche 17,50 Mark.
Von daher ist mir das Heinrich Heine noch gut in Erinnerung. Als ich 2009 einen Urlaub im Harz machte wollte
ich meine Erinnerungen an Schirke auffrischen und war entsetzt über den Zustand vom H.H.
Wie kam es zu dem Verfall, wer weiß da etwas?


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16.01.2017 19:46
#8
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als otto normal verbraucher hattest du keine chance auf einen ferienplatz in schierke ,es sei denn du warst genosse oder in einer anderen gehobenen stellung..uns wurde mehrmals abgesagt.....meine frau durfte allerdings dann mal alleine anno 82 dorthin, als auszeichnung vom betrieb ( beste abteilungs leiterin, )... war damals aber auch in der partei.....ich bekam dann ne flasche feuerstein


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16.01.2017 21:45
#9
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Zitat Sturmbahnkönig: als otto normal verbraucher hattest du keine chance auf einen ferienplatz in schierke ,es sei denn du warst genosse oder in einer anderen gehobenen stellung.
Das halte ich aber für ein Gerücht. Ich bin in den 70ger Jahren für 14 Tage im Ferienheim Hermann Dunker in Schierke gewesen. Ich bin bis heute in keiner Partei und auf der Arbeitsstelle war ich nur ein kleiner unbedeutender Matrose bei der Eisenbahn. Auch meine Frau ist von Parteien unbeleckt und war nur eine Sekretärin im Büro eines Kaufhauses. Also beide keine hohen Tiere oder sonst irgend was wichtiges im Staate.
Peter, der Zaunkönig


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17.01.2017 01:55
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#10
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Zitat von Zaunkönig im Beitrag #9
Zitat Sturmbahnkönig: als otto normal verbraucher hattest du keine chance auf einen ferienplatz in schierke ,es sei denn du warst genosse oder in einer anderen gehobenen stellung.
Das halte ich aber für ein Gerücht. Ich bin in den 70ger Jahren für 14 Tage im Ferienheim Hermann Dunker in Schierke gewesen. Ich bin bis heute in keiner Partei und auf der Arbeitsstelle war ich nur ein kleiner unbedeutender Matrose bei der Eisenbahn. Auch meine Frau ist von Parteien unbeleckt und war nur eine Sekretärin im Büro eines Kaufhauses. Also beide keine hohen Tiere oder sonst irgend was wichtiges im Staate.
Peter, der Zaunkönig


Auf welcher Eisenbahnfähre warst Du?


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17.01.2017 09:22
avatar  der 39.
#11
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Ende Februar 1949 war ich für ein paar Wochen in Schierke mit einem Zug Volkspolizisten, um die ersten DDR-Wintersportmeisterschaften abzusichern. Näheres dazu kann im Thema "Der erste Tag" nachgelesen werden. Wir waren in einem kleinen Privathotel oder Pension genau gegenüber vom Heinrich Heine untergebracht. Das "Heine" war für uns tabu, zumindest die Gaststätte. Nachdem es 2 Gruppenführern gelungen war in Uniform in die Bar zu gelangen, kam postwendend auch ein Verbot für das Betreten der Bar. Wenn mich die Erinnerung nicht täuscht, hieß die Bar:"Dachsbau". Schierkekenner können mich gerne korrigieren. Welche Promis dort wohnten und die Bar bevölkerten, weiß ich leider nicht.


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17.01.2017 10:43
#12
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Stabsfeld: War auf der WARNEMÜNDE, ab und zu auch auf der SASSNITZ; der Oma; und der STUBBENKAMMER.


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17.01.2017 15:17
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#13
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Zitat von Zaunkönig im Beitrag #12
Stabsfeld: War auf der WARNEMÜNDE, ab und zu auch auf der SASSNITZ; der Oma; und der STUBBENKAMMER.



Hattest du schon mal Beiträge zu Erlebnissen von Fährschiffdienst veröffentlicht? Über die Fährverkehre und die seefahrenden Eisenbahner gibt es wenig Literetur. Ich kenne lediglich von Ausflugsfahrten (Tagesreisen) im Sommer 1990 die Sassnitz II (fünfgleisig) und die Warnemünde als Passagier. Damals konnte man während der Überfahrten ziemlich frei über das Schiff "stromern" und so also die Eisenbahn- und Kfz-Decks besichtigen. Du meintest sicherlich die in den 50er Jahren gebaute Sassnitz I (viergleisig), die damals nicht mehr im Ostsee-Fährverkehr stand. Was ist aus den Fähren geworden?


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17.01.2017 17:58
#14
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Grüß Dich Stabsfeld, ja ich war auf der alten SASSNITZ. Darum schrieb ich ja die Oma. Die WARNEMÜNDE lief nach 1996 noch einige Jahre im Mittelmeer zwischen Genua und Korsika als ADMIRAL. Nachdem der Reeder Pleite ging lag sie in Genua auf und wurde dann in der Türkei in Aliaga in der Nähe von Izmir verschrottet. Die alte SASSNITZ fuhr als SILVER PALOMA einige Jahre in Griechenland und ging dann ebenfalls den Weg aller Schiffe zum Abwracker, aber die in Indien. Auch die RÜGEN in den 70ger Jahren in Dienst gestellt wurde in Indien verschrottet.
Und zu den Tagesreisen nach der Wende von Warnemünde nach Gedser: Da war bei uns an Bord in der ersten Zeit doll was los mit den Leuten, waren fast immer bis zur zulässigen Passagierzahl ausgelastet.
Auweia, jetzt bin ich aber ganz mächtig vom eigentlichen Thema abgekommen.
Übrigens, wenn ich mich recht erinnern kann, war auch das Hermann Dunker in Schierke nicht schlecht. Das Personal hat sich um uns Urlauber bestens gekümmert.


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18.01.2017 03:45
avatar  andyman
#15
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Zitat von der 39. im Beitrag #11
Ende Februar 1949 war ich für ein paar Wochen in Schierke mit einem Zug Volkspolizisten, um die ersten DDR-Wintersportmeisterschaften abzusichern. Näheres dazu kann im Thema "Der erste Tag" nachgelesen werden. Wir waren in einem kleinen Privathotel oder Pension genau gegenüber vom Heinrich Heine untergebracht. Das "Heine" war für uns tabu, zumindest die Gaststätte. Nachdem es 2 Gruppenführern gelungen war in Uniform in die Bar zu gelangen, kam postwendend auch ein Verbot für das Betreten der Bar. Wenn mich die Erinnerung nicht täuscht, hieß die Bar:"Dachsbau". Schierkekenner können mich gerne korrigieren. Welche Promis dort wohnten und die Bar bevölkerten, weiß ich leider nicht.


Die DDR wurde im Oktober 49 gegründet,du meinst sicher 1950 als du da warst?Ist ja nicht so wichtig,fiel mir bloß gerade auf.
Lgandyman


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18.01.2017 14:07
avatar  der 39.
#16
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Danke für den Hinweis, habe mich vertan, die ersten Wintersportmeisterschften waren 28.2. bis 4.3.1950. In meinem Buch steht es richtig
der 39.


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27.01.2017 00:11
avatar  esek67
#17
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Der Dachsbau im Heinrich Heine war eigentlich die Stammkneipe der beiden Schierker Grenzkompanien. Nachmittags ging es ins Cafe Winkler und abends in den Dachsbau. Ich erinnere mich immer noch sehr gerne an die Zeit, die wir dort verbracht haben. Und erst an die Heimwege, da ging es oft auf allen Vieren den Kirchberg hinauf, manchmal auch wegen der Glätte. Wenn man dienstfrei hatte bekam man automatisch eine Stunde Ausgangsverlängerung dazu, der Dachsbau schloß um 24.00 Uhr und man mußte erst um Eins wieder in der GK eintreffen. Die sonstige Klientel war damals mit meistens Nomenklatura. Im nachherein war und ist es mir unbegreiflich wie man uns dort geduldet hat, denn wir waren auch nicht immer die Pflegeleichtesten. Damals war ich noch ausschließlicher Schnapstrinker und dort waren die besseren Sorten im Angebot, Geld spielte keine Rolle, war auch Nichtraucher. Im Dachsbau spielte damals auch eine kleine Kapelle die von Grenzern gestellt wurde, ich kann mich deshalb so gut daran erinnern, ein Großcousin trat dort mit der Trompete und einer sehr hübschen Freundin auf. Vor paar Jahren war ich wieder mal in Schierke. Die Frau von unseren Wirtsleuten arbeitete im Dachsbau, ihr Mann war bei der Polizei im Grenzgebiet, da rissen die Gesprächsstoffe nicht ab, sehr zum Leidwesen meiner lieben Frau. Es ist eigentlich schade, daß dieses Traditionshaus eine dermaßen Niedergang erleben mußte.
MfG esek67


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27.01.2017 22:48
avatar  vs1400
#18
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hallo @esek67,
eventuell könnte dich auch dieses thema interessieren.

gruß vs


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01.11.2017 10:25
#19
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Auch wenn das Thema schon etwas älter ist.
Hier das "Heinrich Heine" im Sommer 2016 im Zuge der Abrißarbeiten.


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01.11.2017 10:33
#20
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#17
Das Cafe Winkler war zu meiner kurzen Zeit in Schierke eher ein "no go". Unter den Offizieren, Berufs-Ufzz. und ZB vom GB und der KSi hatte sich damals eine "Trinker-Gruppe" gefunden. Pünktlich bei Öffnung des Cafe Winkler (wimre um 16:00 Uhr) standen die ersten auf der Matte. Das wollte sich beim Ausgang keiner antun. So ging es in das H.H. oder in das FDGB-Ferienheim "Franz-Mehring".


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