Vorstellung meiner Person, herzliche Grüße aus Dar es Salaam

10.01.2017 11:48 (zuletzt bearbeitet: 10.01.2017 12:08)
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Ein herzliches Hallo an alle Forenmitglieder,

mein Name ist Immanuel und ich bin erst im Jahr 1990 geboren, habe also erstmal keinen unmittelbaren persönlichen Bezug zur DDR.
Als Student der Afrikanischen Geschichte und Internationalen Entwicklung an der Uni Wien habe ich aber ein starkes Interesse
für die DDR-Entwicklungs- bzw. Handelspolitik ("anti-imperialistischen Solidarität") am afrikanischen Kontinent entwickelt.
Vor allem die reichhaltigen DDR-Archive in Berlin bieten eine tolle Möglichkeit, dieses zum Teil wenig beforschte Thema weiter aufzuarbeiten.

Derzeit arbeite und recherchiere ich für meine Masterarbeit, die die Beziehungen zwischen dder DDR und Angola sowie Sao Tomé und Príncipe untersucht.
Wie einige sicher wissen, wurde mit der VR Angola eine Art Tauschhandel vereinbart, die DDR lieferte LKW W50 und Landmaschinen und importierte im Gegenzug Rohkaffee, die Mengen wurden in "virtuellen" US-$ auf einem Verrechnungskonto gegengerechnet. Zudem waren zahlreiche FDJ-Brigadisten bei der Kaffeeernte, Reparaturarbeiten und anderen Arbeiten im Einsatz. Später wurden auch einige Großbetriebe durch die DDR errichtet und neben Kaffee auch Rohöl in den Tauschhandel inkludiert.
Für die kleinen Inseln Sao Tomé und Príncipe war die DDR zweitweise ein sehr wichtiger Partner und rangierte meist unter den Top3-Hauptabnehmern von Kakao. Die DDR liferte eine Geburtenstation, renovierte eine Getränkefabrik und entsandte auch eine FDJ-Brigade. Aufgrund der Ausrichtung auf eine koloniale Plantagenwirtschaft unter portugiesischer Herrschaft lieferte der Kakaoexport 90 Prozent der Einnahmen des Landes, die Wirtschaft war sehr abhängig von Preisschwankungen auf dem Weltmarkt; mit der DDR vereinbarte Sao Tomé "Festpreisvereinbarungen", die dem Land zumindest etwas Planungssicherheit liefern sollten.

Obwohl die Archive sehr reichhaltig sind -- auch die Brigadetagebücher, eine sehr schöne Quelle -- wäre es toll für mich, mit Zeitzeugen wie ehemaligen FDJ-Brigadisten, Händlern, Seeleuten oder DDR-Spezialisten u.a. sprechen zu können, das eröffnet oft ganz andere, persönliche Einblicke. Auch finde ich es wichtig, diese individuellen Stimmen und Eindrücke zu dokumentieren.

Ich würde mich dementsprechend sehr über Hinweise freuen und hoffe, mein Anliegen ist als Nicht-zeitzeuge von der Forenleitung gestattet. Bin auch sehr gespannt in das Forum hineinzulesen.

Bis März verbringe ich noch mein Auslandssemester in Tansania, aber das ist eine andere Geschichte. Bei Fragen zu diesem tollen Land stehe ich aber gerne zur Verfügung, falls jemand interessiert ist.

Liebe Grüße aus Dar es Salaam,
Immanuel


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