Vorstellung

08.01.2017 14:26 (zuletzt bearbeitet: 08.01.2017 18:21)
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Guten Tag !

Ich lebte einige Zeit in NRW ( Hagen und Arnsberg ). Hier in Chemnitz , genauer Oederan ( bekannt durch das "Klein - Erzgebirge" ) ist jedoch meine eigentliche Heimat . Also Sachse . Mit ostpreußischen und bayrischen Wurzeln . ( nicht Migrationshintergrund ) .

Wenn ich an die Armeezeit zurückdenke und in dem Zusammenhang die jetzige Situation betrachte ,fällt mir nur eines ein : FRIEDEN ! Wir haben als NVA keinen einzigen Schuss in einem realen Krieg abgeben müssen. Wenn es auch damals nicht für Alle ein Ehrendienst war ,so doch Wehrdienst und nicht "Job".
1979-1980 Grundwehrdienst , MsR 28 Rostock , fast ständig außerhalb abkommandiert als UAS-Fahrer. In sehr vielen NVA Objekten zwischen Rostock und Berlin gewesen , auch in einigen der GSSD. Teilnahme an Manöver Waffenbrüderschaft , größtenteils in Wittstock.
1981, 1985 und auch im "heißen Herbst" 1983 Reservist ( ROA ) bei WSBt 3 in Leipzig.
Habe die DDR 1988 verlassen und kam erst nach dem 3. Oktober 1990 wieder zurück. In der Zeit bin ich sehr oft an der Grenze , besonders Rhön und Umfeld Herleshausen bis Heldrastein im Norden und ein Mal in Westberlin gewesen.Wie es der Zufall wollte stammten meine ersten Vermieter ebenfalls aus der DDR. Die Frau aus Schnellmannshausen und der Mann sogar aus Chemnitz. Sie lebten aber schon seit Ende der 50-er Jahre da im Sauerland , wo ich nun eine neue Heimat und Arbeit fand. Damals dachte ich ja noch für immer und dass ich meine Mutter sicher nie mehr wiedersehen würde.
Sogar noch als ich am 7. Oktober 1989 in Philippsthal etwa 1 Meter vor der Mauer stand , seitlich auf der Brücke war ein Beobachtungsturm. Neben mir waren zwei ältere Damen aus Fulda. Sie stammten aber ursprünglich aus Vacha auf der anderen Seite der Werra. Sagt eine zur anderen : Ob wir noch ein Mal an das Grab der Eltern können ? Ihre Schwester darauf : Das werden wir wohl nicht mehr erleben !So dachte ich auch damals und dass ich meine Mutter sicher nie mehr sehen würde ! Gut einen Monat später , Sonntag den 12. 11. war ich genau an jener Stelle , mit meiner Mutter ! Die Mauer war schon auf der gesamten Straßenbreite weg. Das Gefühl und überhaupt die Stunden und Tage der Grenzöffnung kann nur jemand verstehen, wer es miterlebt hat ! Ich bin an dem Tag aber nur bis zum Strich gegangen. Es fand auch noch kein Überqueren der Grenze da statt . Auf DDR- Seite außer Bauarbeitern fast nur Offiziere und BU der Grenztruppen. Habe mich bis zum 3.Oktober 1990 nicht in die Noch-DDR-Getraut. Nur einmal wenige Meter, bei Tann in der Rhön habe ich mich neben einer DDR- Grenzsäule fotografieren lassen. Die Grenze war oben am Waldrand an einem Waldweg. Das war aber noch vor dem 9. November 1989 !Für mich war das ein ganz bewegender Moment dort ,neben der Grenzsäule.Das Foto sand ich meinem Freund in der DDR .Es war ebenfalls am 7. 10. 1989. Denn ich sah in Richtung DDR und ganz weit in der Ferne nahm ich Hügel war ,auf welchen ich am Neujahrstag 1988 mit meinem besten Freund ( lebt leider nicht mehr ) welcher aus Schmalkalden kam stand und er mir erklärte wo DER Westen war. Ganz weit in der Ferne ein Höhenzug.Unerreichbar damals ! Auf der Hinfahrt schon überholte uns ein VP- Auto, hielt an und sie fragten was wir da zu suchen haben und es gab einige Überprüfungen, obwohl es sicher noch 5 km bis zum Beginn des Sperrgebietes waren und mein Freund ein Suhler Kennzeichen hatte. 8 Monate später stand ich nun genau auf dem entgegengesetzten Höhenzug , diesmal im Westen und mein Freund , nur wenige Kilometer entfernt , jedoch zu dem Zeitpunkt für mich unerreichbar.Er wusste nichts von meiner Flucht. Niemand wusste das . Kann man sich sicher vorstellen wie meine Tante im Westen reagierte als ich bei ihr klingelte. Sie fiel echt um.
Ich war fast mein ganzes Arbeitsleben selbstständig, auch schon zu DDR-Zeiten. Gartenbauingenieur , zuerst Blumengeschäft , dann Pflanzenhandel / Baumschule und Grundstücksgestaltung. Habe von 2005-2008 in der russischen Föderation / Gebiet Saratow gelebt und da eine Baumschule aufgebaut. Das ich dort gelandet war kam durch einen Zufall ,es war nicht geplant. Aber im Nachhinein die beste und interessanteste Zeit in meinem Leben. Arbeitsbedingt war ich von Ukraine und Baltikum über die ehemaligen Südrepubliken der UdSSR bis Fernost unterwegs.
Über DIE Grenze wusste ich schon zu DDR Zeiten aus unterschiedlichsten Quellen relativ viel . U.a.: Cousin war beim BGS Bad-Hersfeld , Gespräche mit ehemaligen Grenzern .Bis kurz vor meiner Flucht rein interessehalber, denn ich hatte bis dato nie die Absicht die DDR zu verlassen.


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08.01.2017 14:43
#2
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Willkommen im Forum!! Dein Lebensweg hört sich sehr interessant an, freue mich auf gute Beiträge von dir.

VG aus der Altmark
Heiko


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08.01.2017 15:16
avatar  Lutze
#3
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Deine Flucht aus der DDR würde mich interessieren,
herzlich Willkommen
Lutze


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08.01.2017 16:34
#4
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Sei willkommen, sehr interessante Vorstellung, vor Allem wo es Dich überall hin verschlagen hat. Bist Du 88 geflüchtet über die Grenze oder hast Du die DDR per Ausreiseantrag verlassen?

Bin auf Deine Antworten gespannt.

gruß h.


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08.01.2017 22:05
avatar  mibau83
#5
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in deinem profil steht, "August 1988 illegales Verlassen der DDR etwas nördlich von Vacha / Phillipstal",wann war das genau?


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09.01.2017 07:19
#6
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Freut mich, dass einer aus meinem ehemaligen Regiment her gefunden hat, also sei gegrüßt.
Hoffen du gibst uns einige Beträge zu deiner Dienstzeit.


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23.01.2017 18:14
avatar  Sonne
#7
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Zitat von Lutze im Beitrag #3
Deine Flucht aus der DDR würde mich interessieren,
herzlich Willkommen
Lutze


Lutze nicht nur dich!!!!!!!!!!!!


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