Malchiner Beton für Berliner Mauer

19.09.2009 17:25
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#1
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Hallo,

anbei mal ein Zeitungsbeitrag über den Hersteller der Betonelemente für die Berliner Mauer (und sicher nicht nur dort sondern z.B. auch für den Brocken).
Interesseant ist es zu lesen, wofür die Betonelement eigentlich konstruiert und hergestellt wurden.

Malchiner Beton für die Berliner Mauer


Von Torsten Bengelsdorf

Malchin. Sie waren für die Landwirtschaft entwickelt worden. Als Stützwand-Elemente für Gärfutter-Silos finden sich die Betonelemente noch heute vielerorts in der Region.

Bis zu 48 Stück konnte das Malchiner Betonwerk von den 3,60 Meter hohen und etwa 2,5 Tonnen schweren L-förmigen Elementen in den 80er-Jahren täglich produzieren. Diese Stückzahl schafften die Betonwerker aber nicht ständig, weil mitunter der Zement oder der Kies fehlte, erinnert sich Gerhard Falk. Als Betonwerker hatte er gut zwei Jahre lang selbst an den Stützträgern mit der Bezeichnung UL 1241 gearbeitet. „Irgendein kluger Kopf ist dann auf die Idee gekommen, dass man die Betonteile noch für etwas ganz Anderes verwenden kann“, berichtet Falk. Auftraggeber war plötzlich die Nationale Volksarmee (NVA), Bestimmungsort der Stützwand-Elemente Berlin, Einsatzstätte der „antifaschistische Schutzwall“ zwischen Ost- und Westberlin. „Wir haben wohl in den 80er-Jahren die gesamte Berliner Mauer mit unseren Betonteilen ausgewechselt“, schätzt Gerhard Falk.

Für den neuen Verwendungszweck waren die Stützelemente ein klein wenig verändert worden. So hatten die Betonteile jetzt von beiden Seiten eine starke Bewehrung erhalten, offenbar war den Grenztruppen nicht ganz klar, von welcher Seite nun der größere Druck auf die Mauer kommen könnte. Auch ein U-Profil wurde den Mauerstücken übergestülpt. „Da wurden dann Teile angeschweißt, die verhindern sollten, dass die Mauer überwunden werden kann“, sagt Gerhard Falk.

In einigen Wochen war der Bedarf an der Berliner Mauer so groß, dass in Malchin die Beton-Produktion für die Futter-Silos stark zurückgefahren werden musste, um noch mehr Betonteile in die Hauptstadt zu schicken. Den Kies bezog das Malchiner Werk vor allem aus dem eigenen Abbau in der Nähe von Basedow. Für die Malchiner Betonwerker sei der Mauerbau ein ganz normaler Auftrag gewesen. „Jeder im Betrieb hat gewusst, was wir da herstellen. Gewissensbisse hatten wir keine. Es war eine Arbeit wie jede andere auch“, erklärt der heute 61-Jährige, der es im Malchiner Betonwerk vom Hilfsarbeiter bis zum Betriebsleiter und später zum Produktionsdirektor im gesamten Kombinat gebracht hatte.

Hin und wieder gab es auch Ärger mit der Qualität der Betonteile. Nicht, dass die Malchiner schlecht gearbeitet hätten. Falk: „Man hat ja dann in der Wendezeit bei den Mauerspechten gesehen, wie schwer es war, den Beton auseinander zu bekommen.“ Allerdings war beim Verladen und beim Transport öfter mal eine Ecke abgebrochen.

Im Frühjahr 1989 erreichte Malchin die Nachricht, dass nun keine Betonteile mehr benötigt werden. Am 9. November hatten die Malchiner Stützelemente in Berlin endgültig ausgedient. „Die hätten noch eine ganze Weile gehalten“, ist Gerhard Falk überzeugt. 23 Jahre hatte er im Malchiner Betonwerk gearbeitet. „Die wichtigste Zeit meines Leben. Es ist ein Jammer, wie unser Betrieb in Malchin heute verfällt.“

Quelle: http://www.nordkurier.de/lokal.php?objek...emmin&id=581984


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19.09.2009 17:39
#2
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Interessanter Bericht,

ich dachte immer, daß die L-Profile von einer westdeutschen Firma geliefert worden wären.

Stefan


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19.09.2009 18:17
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#3
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Der Spitzbart hat ja damls als erster das Wort Mauer in der Pressekonferenz benutzt.Wer war
aber derjenige, der wirklich den Einfall hatte-Die Absperrung durch Berlin wird eine Mauer.
Irgendwann muss es doch mal diesen Funken gegeben haben,war es doch der Spitzbart
?


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19.09.2009 20:06
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#4
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Zitat von Zermatt
Der Spitzbart hat ja damls als erster das Wort Mauer in der Pressekonferenz benutzt.Wer war
aber derjenige, der wirklich den Einfall hatte-Die Absperrung durch Berlin wird eine Mauer.
Irgendwann muss es doch mal diesen Funken gegeben haben,war es doch der Spitzbart
?



Hi Zermatt,

Absicht war's jedenfalls laut "Spitzbart" nicht. Dann also Zufall? Hatte da einer zufällig noch was rumstehen, und wer dann?


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19.09.2009 23:12
#5
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Zitat von Zermatt
Der Spitzbart hat ja damls als erster das Wort Mauer in der Pressekonferenz benutzt.Wer war
aber derjenige, der wirklich den Einfall hatte-Die Absperrung durch Berlin wird eine Mauer.
Irgendwann muss es doch mal diesen Funken gegeben haben,war es doch der Spitzbart
?



Hallo Zermatt,

zunächst einmal herzlich willkommen im Klub der Tausender! Hab gerade gesehen, dass Du dieser Tage klammheimlich die Grenze übersprungen hast! Na denne, auf die nächsten Tausend ... und mehr ...

Zu Deiner Frage kann ich direkt nichts beitragen. Nur soviel am Rande: Am 09. August 1961 schickte die Sowjetarmee eines ihrer besten Pferde ins Rennen. Marschall Konew, einer der großen Helden des Großen Vaterländischen Krieges, übernahm das Kommando über die Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. Die Sowjetunion bereitete sich damit führungsseitig auf eine mögliche Eskalation aus dem Errichten von Grenzsperren vor. Indirekt kommt dazu auch Information von General Baumgarten, der in seinen Erinnerungen darauf hinwies, dass das Verlegen von Minen an der Grenze eine kategorische Forderung sowjetischer Militärs gewesen sei. Ich ziehe aus diesen Informationen den Schluss, dass die maßgeblichen Entscheidungen über die Art und den Umfang des Ausbaus der Grenze tatsächlich durch die Sowjets getroffen wurden. Sie hatten ja auch innerhalb Berlins das Sagen aufgrund des 4-Mächte-Abkommens. Aber wer dann konkret die Idee gehabt hat ... Ich denke Konew ist da auch nur den Empfehlungen des Stabes gefolgt.

ciao Rainman


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21.10.2017 11:36
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#6
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Auch wenn ich zweimal "im Sperrbezirk" kritisiert habe, das hier irgendwie an den Themen zu viel Grenze drinsteckt ist das Thema auch...doch ganz interessant...eben in der Nachbetrachtung.So..."Unser Beton für den Schutzwall, unsere Hand für unser Produkt".

Rainer-Maria weil, die Betonbauer/mischer....oder wie nannte sich der Beruf eigentlich genau...ja dann bestimmt meinten, das ihre betonharten Elemente richtig schön halten, wenn eventuell der Amipanzer irgendwann gekommen wäre.

Und einen guten Tag allen ins Forum


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21.10.2017 16:24
avatar  Hanum83
#7
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Wir sanieren momentan paar alte Plattenbauwohnungen, also da müssen viele ohne Hände rumgerannt sein.
Eine Decke ist auf 3,50m z.B. 7cm aus der Waagerechten und auf den Böden sind auch teilweise 5cm Erhöhungen.
Früher hat der gelernte DDR-Bürger da paar Lagen Linolium unter die Schrankwand geschoben zum Ausgleich, nun machen wir es gerade wie es sich gehört.
Der Amipanzer hätte wohl 2 Schuss rausgelassen und dann wär er durchgefahren.


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21.10.2017 17:18
#8
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Die Elemente waren doch nicht wegen der Ami-Panzer aufgestellt worden...


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21.10.2017 17:24
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#9
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Sag mal Heckenhaus, von "zwischen den Zeilen lesen" musst du irgendwie auch noch nie was gehört haben? Wo kamst du gleich her....doch nicht etwa aus dem Osten?

Rainer-Maria


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21.10.2017 17:31
#10
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Versuch doch mal, um die Ecke zu denken, wenn du etwas liest.
Sozusagen "zwischen den Zeilen".....
Wenn das gelingt, sind Beiträge wie dein letzter überflüssig.


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21.10.2017 17:46
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#11
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Es wäre nett Heckenhaus, wenn wir jetzt nicht in jedem Thema zu "persönlichen Freunden" werden. Ich versuche zumindest meinen Teil dazu einzuhalten. Und danke.

Rainer-Maria


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21.10.2017 17:51
#12
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Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #11
Es wäre nett Heckenhaus, wenn wir jetzt nicht in jedem Thema zu "persönlichen Freunden" werden. Ich versuche zumindest meinen Teil dazu einzuhalten. Und danke.

Rainer-Maria

Versuch macht kluch . Ist doch wenigstens ein Anfang.


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21.10.2017 18:04
avatar  Hanum83
#13
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Zitat von Heckenhaus im Beitrag #8
Die Elemente waren doch nicht wegen der Ami-Panzer aufgestellt worden...


Naja, verkauft wurden uns die Dinger schon als antifaschistischer Schutzwall, irgendwie.


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