Die Qual der Wahl ...

04.12.2016 23:19
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#1
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... oder wie war es?

angeregt hat mich diese neuanmeldung ...

Zitat von harbec im Beitrag Ein ehemaliger Buschist stellt sich vor!
Hallo!

Bin 64 J. alt, in Lübeck geboren, zur Schule gegangen, als Beruf Schriftsetzer gelernt und bin statt der BW 2 Jahre zum BGS
gegangen. Aus diesen 2 Jahren wurden dann über 40 Dienstjahre. Seit 3,5 Jahren bin schon zu Hause und genieße das
Rentnerdasein. Habe viele Hobbys und bin daher immer viel unterwegs.

Als Lübecker hatte ich natürlich immer einen direkten Bezug zur ehemaligen DDR-Grenze, u.a. lag unser Schrebergarten ca. 2000m
Luftlinie von der Grenze entfernt. Als Junge habe ich auch immer gerne den Soldaten- und Freiheitssender gehört. Bin vor der Grenzöffnung
nie in der DDR gewesen, weil ich keinerlei wesentliche Verwandtschaft "drüben" hatte.

Dienstlich war war ich die ersten Jahre Fernmelder und da kam die DDR für mich sowieso nicht in Frage.

So, das wars fürs Erste. Bei Fragen bitte nur raus damit.

Gruß harbec



gehört habe ich davon schon mehrfach, dass man statt wehrdienst auch den bgs wählen konnte
und mich würde es interessieren wie dies ablief?
welche voraussetzungen brauchte man und was machte den bgs denn sympatischer, beim entscheiden?

gruß vs

04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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05.12.2016 06:57 (zuletzt bearbeitet: 05.12.2016 06:58)
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#2
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( gelöscht )

Es gab beim BGS in einigen Jahren auch ganz normale Wehrdienstleistende . W15ner .
Zu meiner Zeit schon nichtmehr . Da gab es nur 2 , 4 , 8 oder 12 Dienstjahre .
Warum BGS und nicht BW ?
Mein Beweggrund waren die Standorte .
Ich war Schleswig-Holsteiner und ich wusste ich komme in ein Standort des GSK Küste .
Also in S-H .
Und BW habe ich immer mit Übung und Manöver verbunden .
Den BGS immer mit dem Ernstfall und mehr Abwechslung im täglichen Dienst . War dann auch so .
Auch meine Kameraden in der Grundsusbildung kamen alle aus dem Umland . Für das GSK Küste maximal aus Bremen . Bremen war Rekrutierungsgebiet für Küste , obwohl im GSK Nord .
Bei den meisten war die garantierte Nähe zum Wohnort wohl
ausschlaggebend .
Voraussetzung war die Polizeidiensttauglichkeit . Geistig und körperlich .
B208


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05.12.2016 14:56
avatar  harbec
#3
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Zitat von vs1400 im Beitrag #1
... oder wie war es?

angeregt hat mich diese neuanmeldung ...

Zitat von harbec im Beitrag Ein ehemaliger Buschist stellt sich vor!
Hallo!



Gruß harbec



gehört habe ich davon schon mehrfach, dass man statt wehrdienst auch den bgs wählen konnte
und mich würde es interessieren wie dies ablief?
welche voraussetzungen brauchte man und was machte den bgs denn sympatischer, beim entscheiden?

gruß vs



Hallo!

Meine Bewerbung beim BGS hatte damals mehrere Gründe.

Aus meinem Druckereidunstkreis waren schon mehrere Kollegen dort gelandet. Alle meine Lübecker Kollegen hatten ihre Ausbildung in Lübeck
oder damals auch noch in Dannenberg erhalten und waren anschließend bis zum Ende ihrer 2-jährigen Dienstzeit in Lübeck stationiert.
Hinzu kam noch, dass man als Lübecker jeden Tag zu Hause sein durfte und erst am anderen Morgen um 07.00 Uhr wieder zum Dienst
in die Kaserne mußte.

Hinzu kam noch die bessere Bezahlung als bei der BW, dann noch 1000,- DM brutto Verpflichtungsprämie sowie eine Abfindung nach 2 Jahren.
Diese war das 3-fache Endgehalt brutto gleich netto. Ich war nach 2 Jahren vom Dienstgrad her Grenzhauptjäger (bei der BW Hauptgefreiter).
Das waren das dann mal locker 3000,- DM ausgezahlt.

Hinzu kam noch, daß ich Fernmelder war. Das war damals ein Traumjob. Ich war ausgebildeter Sprechfunker mit einer 3-monatigen Spezial-
ausbildung bei der Fernmeldeausbildungshundertschaft Küste, damals in der Lübecker Trave-Kaserne.
Unsere Jobs waren Funkstellendienst, Fernschreibdienst, Funkgerätekeller, Vermittlungsdienst, Reichweitenerprobungen, Funkübungen etc..
Zwischendurch wurde auch mal geschossen oder ein Rechtskundeunterricht abgehalten. Ansonsten alles "easy going". Auch konnte ich
wunderbar nebenbei arbeiten gehen.

Nach 2 Jahren schied ich aus und hatte anschließend immer noch einen guten Kontakt zu meiner alten Einheit. Bei dieser absolvierte
ich 1974 noch eine 4-wöchige Reserveübung bevor ich dann 1975 auf z-ewig zum BGS ging.

Voraussetzungen waren damals die abgeschlossene Hauptschule, gelernter Beruf und keine Vorstrafen. Wahlweise mittlere Reife oder
Abitur ohne Beruf.

Gruß harbec

Gruß Hartmut


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05.12.2016 16:10 (zuletzt bearbeitet: 06.12.2016 09:29)
avatar  Zange
#4
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Dass man sich beim BGS so wie bei der Bundeswehr bis zu zwölf Jahre verpflichten konnte, endete mit dem 01.April 1976. Dann wurden alle Dienstanfänger mit dem Ziel eingestellt, Berufsbeamte zu werden.
Man hatte den BGS den Landespolizeien angeglichen, der einfache Dienst wurde abgeschafft, ebenso die militärischen Dienstgrade.
Die Dauer der Ausbildung wurde auf 2,5 Jahre ausgedehnt, mit der abschließenden Laufbahnprüfung.

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)


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05.12.2016 16:19
avatar  Zange
#5
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+
kleiner Nachtrag.

Wer nach April 76 den Grundwehrdienst über den BGS umgehen wollte, musste mindestens drei Jahre bleiben.

Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)


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05.12.2016 16:20
avatar  Ratze
#6
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Moin
ich wollte nicht zur Bundeswehr, die liefen 67/68 mit Haarnetzen über ihrer langen Wolle rum. Also Alternativen suchen.
Es gab damals auch die Möglichkeit den Wehrdienst bei Polizei und BGS zu umgehen.
Da ich eigentlich anschließend studieren wollte, habe ich mich bei beiden Organsiationen beworben und wollte nach 18 Monaten dann wieder weg. Vom BGS hatte ich keine Ahnung, wohnte an der Westküste bei den Seehunden und Kohlköpfen.
Der BGS war schneller als die Polizei und lud ein zur Aufnahmeprüfung. Sport, also Handgranatenweitwurf, Weitsprung und 1000 m Lauf, dass war´s dann glaube ich. Dann der Dr., der hat kräftig gesiebt, denn Bewerber gab es genug. Dann folgte noch ein Gespräch, was ich da gesagt habe unterliegt dem Datenschutz und meinem schlechten Gedächtnis. Ca. 8 Wochen später war alles klar und die Einberufung lag vor.
Aus 18 Monaten wurden dann 41 Jahre.


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05.12.2016 16:27
avatar  sentry
#7
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Zitat von B208 im Beitrag #2
Und BW habe ich immer mit Übung und Manöver verbunden .



Da haben wohl viele links und rechts der Grenze ähnliche Gedankengänge gehabt.
Die Frage, ob man seien Wehrdienst auch bei den Grenztruppen ableisten würde, wurde sicher oft mit ähnlichen Hintergedanken beantwortet


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