"Guten Morgen" SPD ?

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01.11.2016 14:11
#1
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Da waren sicher nicht nur einige Sachsen erstaunt.
Da waren von einer sächischen SPD – Ministerin Dinge zu hören, die sich früher kaum einer in einer solchen Position zu sagen wagte.

Frau Petra Köpping, Ministerin für Gleichstellung und Integration, sprach beim Politischen Reformationstag der Landes-SPD in Leipzig ein Tabu-Thema an.

Ein paar Thesen ihrer Rede:

- Offenbar war es ein politisches Tabuthema, über den sozialen Abstieg vieler Menschen im Zuge der deutschen Wiedervereinigung zu reden.
- Es gebe kaum eine Familie im Osten Deutschlands, die nicht von
Ungerechtigkeit und Demütigung betroffen sei.
- Gefühlte und tatsächliche Ungerechtigkeiten in der Zeit nach dem
Zusammenbruch der DDR seien maßgeblich mitverantwortlich für Das Mißtrauen in die Demokratie.

Nanu, wer so etwas sagte, war doch bisher ein Nörgler, Meckerer, ein Betonkopf und ewig Gestriger?

Wie seht ihr diesen SPD-Vorstoß?

Der verspätete Versuch, deutsche Geschichte doch noch ehrlich aufzuarbeiten?
Ein wahltaktisches Manöver?
Die Vorbereitung einer Koalition von tot-rot-grün?
Oder – oder –oder … ?

Gruß Klaus


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01.11.2016 14:26 (zuletzt bearbeitet: 01.11.2016 14:28)
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#2
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Vielleicht meint sie es ernst - oder auch nicht.

Ich persönlich habe aber die Nase voll von Leuten, die immer erst reagieren, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.
Die SPD ist in Sachsen massiv in Bedrängnis, dabei liegt die Wiege der Sozialdemokratie zu großen Teilen in den Städten Sachsens und Sachsen-Anhalts.

Es stellt sich da schon die Frage: Wieso erst jetzt? Warum nicht schon in den 90er Jahren während des massiven Anstiegs der Arbeitslosigkeit? Warum nicht zur Einführung der Agenda 2010?

Die Vermutung liegt nahe, dass jetzt einfach die Opposition an den Pfründen kratzt und deswegen mit solchen Äußerungen "Volksnähe" demonstriert werden soll.
Wenn Frau Köpping von einem "Tabuthema" spricht, würde ich sagen, das Tabu haben sie und ihre Genossen sich selbst auferlegt.
Die SPD-Genossen hätte niemand daran gehindert, sozialdemokratische Politik zu machen.

Wahltaktik liegt da also für mich nahe.


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01.11.2016 14:33 (zuletzt bearbeitet: 01.11.2016 14:34)
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#3
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Für mich reiner Wahlkampf, sie merken jetzt ernsthaft, dass ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen wird, gerade im Osten.
Diese Partei kann mir gestohlen bleiben, auch das Verhalten von Herrn Gabriel finde ich lachhaft, erst voll in die Spur von Frau Merkel sich drängen lassen und jetzt nur gegen die CDU mit hetzen.
Reine Verwandlungskünstler in dieser Partei.


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01.11.2016 14:35
#4
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Das ist nicht die Ausnahme, das ist die Regel, daß immer erst dann durch Politiker Klartext gesprochen wird, wenn alle Messen gesungen sind, nichts mehr zu korrigieren ist. Wo waren solche Stimmen, als das Unheil passierte ? Die gingen damals doch auch nicht erst in den Kindergarten. Sowas hat bei mir immer den Geruch des Heuchlerischen, und nicht der späten Erkenntnis. Das können die meisten stecken lassen, etwas zuzugeben, was seit Langem ohnehin schon jeder weis. Ich würde diese SPD-Dame fragen, was sie damals gemacht hat, um diese Auswüchse zu verhindern.


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01.11.2016 14:40 (zuletzt bearbeitet: 01.11.2016 15:26)
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#5
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #1

- Gefühlte und tatsächliche Ungerechtigkeiten in der Zeit nach dem
Zusammenbruch der DDR seien maßgeblich mitverantwortlich für Das Mißtrauen in die Demokratie.




Ergänzung:

Das "Misstrauen in die Demokratie" kommt daher, dass sich der Staat in Bezug auf Einwanderungs- und Währungspolitik nicht an seine eigenen Gesetze hält. Dafür ist die SPD maßgeblich mit verantwortlich! Und es betrifft Osten wie Westen gleichermaßen. Ich halte die Sachsen, Mecklenburger und Brandenburger aber für wesentlich progressiver und nicht für so dumm wie viele Westdeutsche.
Sie tragen mit ihrem aktuellen Wahlverhalten zum Erhalt der Demokratie wesentlich bei!

EDIT: Rechtschreibung


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01.11.2016 15:01
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#6
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Warum sollen nicht auch SPD Mitglieder den Weg der Erkenntnis nehmen?
In Thüringen ist es ja auch schon passiert.
Ein TTIP Kanzler Gabriel dürfte kaum vermittelbar sein.


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01.11.2016 15:19 (zuletzt bearbeitet: 01.11.2016 15:51)
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#7
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Zitat von damals wars im Beitrag #6
Warum sollen nicht auch SPD Mitglieder den Weg der Erkenntnis nehmen?
In Thüringen ist es ja auch schon passiert.
Ein TTIP Kanzler Gabriel dürfte kaum vermittelbar sein.


In Thüringen sieht es doch für die SPD auch nicht besser aus?!


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01.11.2016 16:31
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#8
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TTIP ist allgemein schwer vermittelbar,da brauch ich nicht erst den Kasperkopp Gabriel!
Und nee,Hubert,es ist zu bezweifeln,das Du ein Freund von TTIP bist!


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01.11.2016 16:41
avatar  TOMMI
#9
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Man achte auf den Nebensatz "Mißtrauen in die Demokratie". Der hat es in sich, nicht ganz ungefährlich.
Man könnte dies als eine etwas abgemilderte und in Watte gepackte Version des in letzter Zeit zu hören gewesenen "Sachsenbashings" sein. Nach dem Motto, man müsse die Menschen verstehen, wenn sie so böse Antidemokraten seinen und nicht brav der Obrigkeit folgen.
Außerdem steckt in der Formulierung "Mißtrauen in die Demokratie" eine niederträchtige Lüge. Kein normal denkender Mensch mißtraut der Demokratie, sondern der gegenwärtigen Politik, die eben diese Demokratie zur Farce verkommen lässt.

Noch eine Frage an Hubert: Wer in der Thüringer SPD hat diesen Erkenntnisgewinn vorzuweisen und weshalb? Würde mich interessieren, da ich Thüringer bin.

EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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01.11.2016 16:45 (zuletzt bearbeitet: 01.11.2016 16:46)
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#10
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Erwartest Du wirklich eine vernünftige Antwort von ihm?
Ich meine,so mal richtig ohne Wiki und Google?


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01.11.2016 17:17
avatar  TOMMI
#11
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Zitat von der Anderdenkende im Beitrag #10
Erwartest Du wirklich eine vernünftige Antwort von ihm?
Ich meine,so mal richtig ohne Wiki und Google?

Er hat was erwähnt, und ja, ich möchte eine Antwort. Weil es mich wirklich interessiert.

EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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01.11.2016 17:23 (zuletzt bearbeitet: 01.11.2016 20:40)
#12
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Zitat von TOMMI im Beitrag #9
Man achte auf den Nebensatz "Mißtrauen in die Demokratie". Der hat es in sich, nicht ganz ungefährlich.
Man könnte dies als eine etwas abgemilderte und in Watte gepackte Version des in letzter Zeit zu hören gewesenen "Sachsenbashings" sein. Nach dem Motto, man müsse die Menschen verstehen, wenn sie so böse Antidemokraten seinen und nicht brav der Obrigkeit folgen.
Außerdem steckt in der Formulierung "Mißtrauen in die Demokratie" eine niederträchtige Lüge. Kein normal denkender Mensch mißtraut der Demokratie, sondern der gegenwärtigen Politik, die eben diese Demokratie zur Farce verkommen lässt.

Noch eine Frage an Hubert: Wer in der Thüringer SPD hat diesen Erkenntnisgewinn vorzuweisen und weshalb? Würde mich interessieren, da ich Thüringer bin.


Rot: Es wird schwer sein, glaubhaft nachzuweisen, daß es wirklich die spätere Erkenntnis ist als vielmehr wahltaktisches Verhalten. Einen vagen Anhaltspunkt könnte man haben, wenn man die Aktivitäten, Abstimmungsverhalten und öffentliche und nicht-öffentliche Stellungnahmen des betreffenden Prominenten von damals kennt. Hat er aus Parteidisziplin so gehandelt oder aus voller Überzeugung ? In beiden Fällen müßten Spuren erhalten sein in Form von Nebenbemerkungen, Diskussionsbeiträgen u.a.
Sehen wir doch alle an uns selbst, wenn wir nicht so wie einige wenige User immer schon ein überzeugter Antikommunist und SED-und DDR-Feind gewesen wären (auch wer "nix" aus der alten DDR vermisst !). Alle, ohne Ausnahme, werden nach der Wende einen Erkenntniszuwachs gehabt haben und heute Dinge anders sehen, als noch im Herbst 89/Frühjahr 90. Am stärksten wohl diejenigen, die berufs- oder funktionswegen schon zu den Überzeugtesten gehört und einigen Grips im Kopf haben. Wahrer, ehrlicher Erkenntnisgewinn ist immer mehr oder weniger schmerzhaft, zu erkennen, was man alles hätte damals anders machen sollen, wo man hätte anders reagieren sollen und was man damals so als fast Normalität hingenommen hat.
Was das kapitalistische System betrifft, sehe ich es in ökonomischer sicht eher besser als damals, in politischer ud sozialer Sicht aber wesentlich schlechter als damals, vor der Wende.


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02.11.2016 08:02
avatar  Lutze
#13
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Selbst die Chinesen zeigen der SPD die kalte Schulter
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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02.11.2016 09:25 (zuletzt bearbeitet: 02.11.2016 09:26)
#14
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Zitat von Lutze im Beitrag #13
Selbst die Chinesen zeigen der SPD die kalte Schulter
Lutze


Das hat einen ganz anderen, wirtschaftlichen und geo-machtpolitischen Grund. Das ist nicht an der SPD festzumachen. Auch ein CDU-Außenminister wäre so behandelt worden, wenn er sich so wie Gabriel geäußert hätte. Ich muß sagen, auch ich habe Bauchschmerzen bei dem Gedanken, daß wir uns irgendwann mal rohstoff- und technologiemäßig zu abhängig von China machen. Übernahme deutscher Betriebe durch Ausländer, egal ob Chinesen oder Amis, bedeutet auch immer die Gefahr, daß Arbeitnehmerrechte allmählich ausgehebelt werden, auch wenn sich erst mal jeder freut, daß seine insolvente Firma weiterläuft, indem sie durch einen Chinesen aufgekauft wurde.
Aber jetzt geht es langsam in OT und nicht mehr bei SPD.


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02.11.2016 10:24
avatar  Lutze
#15
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #14
Zitat von Lutze im Beitrag #13
Selbst die Chinesen zeigen der SPD die kalte Schulter
Lutze


Das hat einen ganz anderen, wirtschaftlichen und geo-machtpolitischen Grund. Das ist nicht an der SPD festzumachen. Auch ein CDU-Außenminister wäre so behandelt worden, wenn er sich so wie Gabriel geäußert hätte. Ich muß sagen, auch ich habe Bauchschmerzen bei dem Gedanken, daß wir uns irgendwann mal rohstoff- und technologiemäßig zu abhängig von China machen. Übernahme deutscher Betriebe durch Ausländer, egal ob Chinesen oder Amis, bedeutet auch immer die Gefahr, daß Arbeitnehmerrechte allmählich ausgehebelt werden, auch wenn sich erst mal jeder freut, daß seine insolvente Firma weiterläuft, indem sie durch einen Chinesen aufgekauft wurde.
Aber jetzt geht es langsam in OT und nicht mehr bei SPD.


So gesehen mag´s du recht haben,
auf dem ersten Blick kam Gabriels Besuch in China anders rüber,
ich kann mir gut vorstellen,das die Chinesen nicht nur die SPD,sondern
auch die gesamtdeutsche Entwicklung,nicht nur wirtschaftlich,sondern
auch in anderen Bereichen genauestens im Auge hat,und da dürfte der
Name Gabriel alles andere als rosig erscheinen,meiner Meinung nach
hat er in China eine Klatsche bekommen
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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