X

#121

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 02.11.2016 09:21
von Marienborn89 | 2.882 Beiträge | 8872 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Marienborn89
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von Georg im Beitrag #119

Ich persönlich ziehe theoretisches Argumentieren vor !!
Haben die Kriegstreiber ihre Praktiken und Ziele immer friedlich verfolgt ? Die Geschichte, die Erfahrungen sind anders. Frieden predigen, Dedrohungen erfinden und
Millionen umbringen. Klassenfeind und Tante und Onkel alles schön vermischen, verwässern......welche Schwester und welcher Bruder hätten denn tatsächlich den Kriegseinsatz verweigert? So theoretisch.......



Dazu eine Anekdote von meinem Onkel:

Magdeburger Börde im August 1968:
Mein Onkel fährt auf seinem Fahrrad morgens zur Arbeit nach Magdeburg. An einer Kreuzung steht ein Sowjetsoldat und regelt die Massen an LKWs und Mannschaftswagen, die Richtung Prag rollen.
Die Familie meines Vaters, der 9 Jahre zuvor die DDR verlassen musste, lehnt das DDR-Regime und die sowjetische Besatzungsmacht ab und hing bereits 1953 und 1956 gespannt und hoffnungsvoll am Westradio.
Mein Onkel kommt auf dem Rückweg nach einem langen Arbeitstag am späten Nachmittag wieder an der Kreuzung vorbei und der gleiche Soldat steht immer noch da und regelt den Verkehr. Mein Onkel fragt ihn in seinem Schulrussisch, ob er überhaupt in der Zwischenzeit mal etwas gegessen hätte. Der Soldat verneint und mein Onkel fährt daraufhin zum nächsten Dorfladen und kauft von seinem eigenen Geld nun eine Bockwurst und etwas zu Trinken, was er dann dem Soldaten bringt.

Frage: Ist das jetzt dumm oder edel?

Lehre für mich daraus: Man kann das große Ganze ablehnen oder gar hassen, das heißt aber nicht, dass man dem Einzelindividuum aus dem großen Ganzen - das für seine Position vielleicht gar nichts kann - nicht mit Menschlichkeit begegnen kann.
Soviel zu Theorie und Praxis.


This world is only free for the individuals who don't challenge the status quo. The ones who threaten the powers that be understand how shackled we are.
But we will fight, and we will win

Lauren Southern
zuletzt bearbeitet 02.11.2016 09:23 | nach oben springen

#122

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 02.11.2016 09:38
von bürger der ddr | 8.106 Beiträge | 31399 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds bürger der ddr
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Ich sehe das mit dem Kreislauf "hass" ähnlich wie @IM Kressin .

Ein Mensch der das Gefühl des Handlungsspielraumes hat, wird weniger zu extremen Gefühlen neigen. Das trift nicht nur auf Wut und Hass zu. Ein Ergebniss von mangelndem Handlungsspielraum ist auch Resignation. Setze zwei Menschen der selben Situation aus und du wirst unterschiedliche Ergebnisse bekommen.

Auch wenn das hier OT erscheint (mir geht es um die Wirkung von Ohnmacht), es wurde immer burnout als Krankheit der Manager betrachtet, doch es wurde festgestellt das der Arbeiter am Band eine größere Gefahr hat an burnout zu erkranken. Der von den Wissenschaftlern genannte Grund: kein Handlungsspielraum......


Ein Ausspruch von A. Schopenhauer: "Seit ich die Menschen kenne liebe ich die Tiere"


der 39., Hackel39 und Bastler100 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#123

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 02.11.2016 09:59
von der 39. | 1.148 Beiträge | 5191 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds der 39.
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Thema wird immer interessanter für mich. Wut ist auch eine starke Emotion, hat aber meines Erachtens keine politische Dimension. Wut habe ich schon auch manchmal, wenn ich in einer Situation bin oder sie nur wahrnehme, wo ich richtig spüre wie aus meiner Handlungsohnmacht, aus meinem Gefühl gegen Unrecht nichts tun zu können, ein Gefühl aufsteigt das ich physisch richtig und heftig spüre. Ich bekomme körperliche Schwierigkeiten, die sich nur allmählich wieder abbauen. Schnell, wenn das Objekt, eher Subjekt meiner Wut außer Sicht gerät, so oder so. Es gibt in meinem Leben nur wenige Fälle, wo sich die Wut verfestigt und festgesetzt hat, ein Gedanke daran lässt mein Herz sofort heftiger schlagen. Es sind alles Fälle, in denen mir wissentlich durch einen anderen Menschen Unrecht zugefügt worden ist. wo ich gedemütigt wurde. Sie haben mir auch beim Schreiben meines Buches große Probleme bereitet, es viel mir tatsächlich sehr schwer, die Ereignisse sachlich zu schildern, wenigstens einige von ihnen. Wut ist besonders dann schlimm, wenn sie mit Ohnmacht gekoppelt ist, wenn man den Anlass in diesem Leben nicht mehr aus der Welt schaffen kann. Aber eine echte politische Dimension kann ich bei Wut nicht so richtig erkennen. Wut gegen etwas Unkonkretes, gegen etwas Allgemeines, gegen eine verbreitete Erscheinung, solch eine Emotion bleibt nur flach und hat mit Hass nichts und mit Intoleranz nur wenig zu tun.
Jedenfalls sehe ich das so. Hass kann man schüren, wenn Hass wirklich da ist und intolerant sein ist doch kein Erziehungsziel.
In der BRD wurde auch so manches in die Menschen hineingetragen,um ja nicht das Gefühl bei den Menschen aufkommen zu lassen, dort im Osten, das sind unsere Landsleute, die nur etwas schlechtere Karten haben als Ergebnis des 2. Weltkrieges. Nein, statt dessen Diskriminierung am laufenden Band, bis heute. Letzteres möchte ich unterstreichen. Offensichtlich sind Menschen für verkorkste Politik willfähriger, wenn sich für was besseres halten, überlegen fühlen, den anderen, in diesem Falle den Osten lächerlich machen können oder ihn zum Sündenbock abzustempeln.
der 39.



bürger der ddr, Rostocker, Klauspeter, Hackel39, DoreHolm, Damals87 und Bastler100 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#124

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 02.11.2016 12:41
von Klauspeter | 1.283 Beiträge | 1880 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Klauspeter
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Ich möchte meinen Vorrednern zustimmen, das ist ein Thema,das immer interessanter und tiefgründiger wird.

Ich möchte noch einen Gedanken bringen, den ich für wichtig halte: M.e. werden Wut und Abneigung meist erst dann zu Hass, wenn sie eine Gruppendynamik erreichen. Um ein geschichtliches Beispiel zu bringen: Der Hass der SS im 3.Reich auf Juden und Kommunisten führte zu KZ und kostete Millionen Menschen das Leben.
Dieser Hass innerhalb großer Menschengruppen vermittelt zugleich das Gefühl, richtig zu handeln und auf der richtigen Seite zu stehen.

Einen solchen Hass aufeinander hatte es weder bei den Menschen der DDR noch der BRD gegeben. Viele Menschen in Ost und West umarmten sich nach der Maueröffnung. Da war kein Hass, sondern sehr viel ehrliche Freude.

Gruß Klaus



der 39. und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#125

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 02.11.2016 14:11
von Ährenkranz (gelöscht)
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Ährenkranz
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von Klauspeter im Beitrag #124


Ich möchte noch einen Gedanken bringen, den ich für wichtig halte: M.e. werden Wut und Abneigung meist erst dann zu Hass, wenn sie eine Gruppendynamik erreichen. Um ein geschichtliches Beispiel zu bringen: Der Hass der SS im 3.Reich auf Juden und Kommunisten führte zu KZ und kostete Millionen Menschen das Leben.
Dieser Hass innerhalb großer Menschengruppen vermittelt zugleich das Gefühl, richtig zu handeln und auf der richtigen Seite zu stehen.
Gruß Klaus


Deine Zeilen geben mir weiter Anlass, zu Überlegungen, was nun eigentlich Hass ist und wie es dazu kommt - Stichwort: Gruppendynamik

Wären dann z.B. Religionen ( Islam, Judentum, Christentum) dann nicht solche Gruppen, die verstärkt zu Gewalt, Verachtung und Hass gegenüber anderen Gruppen aufrufen?
Nun habe ich mich mit Religionen zwar auseinandergesetzt, aber ich kam dann an eine Grenze, wo ich der Meinung war, Religionen dienen zur Volksverdummung...., aber irgendwie sind sie nicht ganz unschuldig daran, wenn sinnlose Kriege geführt werden, bestes Beispiel Syrien.
Und hier ist schon Hass die dominierende Rolle, denn es geht dabei um Vernichtung aller Andersdenkenden oder Nichtgläubigen.

Das Thema wird immer interessanter und ich muß jedem, der sich hier daran beteiligt, ein "Danke" geben, denn allein die Überlegungen sind das wert und jeder hat eine andere Herangehensweise - und trotzdem kommt es hier vielfach zu Übereinstimmungen.

Ich hoffe, der Threadersteller nimmt mir / nimmt uns das nicht übel, dass es doch etwas tiefgründiger hier geworden ist und etwas von der DDR abweicht.
Aber auch das kann durchaus schon mit zu diesem Thema gehören, weil der Begriff "Hass" näher beleuchtet wurde.


der 39. und Klauspeter haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.11.2016 14:42 | nach oben springen

#126

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 02.11.2016 19:28
von der 39. | 1.148 Beiträge | 5191 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds der 39.
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Noch ein Gedanke geht mir durch den Kopf. Wenn provozierter Hass in die Menschen hinein getragen wird, muß der Boden dafür vorbereitet sein. Als ich als Kind in den Ferien in Ostpreußen auf einem Bauernhof war, kam einmal eine Magd in die Stube gestürzt und rief: Kommt schnell die Wäsche abnehmen und die Sachen hereintragen, eine Zigeunerkolonne kommt. Mir war als 10-Jährigen sofort klar, das sind böse Menschen. Solch eine innere Einstellung, von außen hereingetragen, muss vorhanden sein, sonst findet Hass keinen Nährboden.Mein Opa, jener, der aus Ostpreussen stammte, sagte öfters. Schon wieder in der Stadt ein neues Judengeschäft, da können sie dann noch mehr betrügen. Auf diesem Boden fanden dann die Kristallnacht und das Gemetzel an den Juden statt. Ich meine, für Hass muss der Boden bereitet werden.
Weiter Bogen zu Luther aus gegebenem Ansass. Luthers Freund und Feind Thomas Münzer hat die Bauern in ihrem Kampf geführt, aufgewiegelt. Einfach so? Um zu Morden und Brandschatzen gehörte mehr, das musste in den Köpfen der Bauern und Leibeigenen schon einen fruchtbaren Boden gefunden haben.
Natürlich bedeutet das nicht, dass nun jeder der Zigeuner nicht mag oder Juden verachtet, bereit ist, sie deswegen vielleicht zu töten. Und dennoch haben sich in der Nazizeit viele bis dahin unbescholtenen Menschen zu solchen Untaten hinreißen lassen. Warum die einen und die anderen nicht? Opa hat das auch durchaus akzeptiert, wenn Oma ausrief: Endlich kommt der Zigeuner wieder, der Scherenschleifer. Selbst mitten in einer Großstadt kam er mit einer zum Schleifstein umgebauten Schubkarre und die Hausfrauen kamen in Scharen mit Messern und Scheren. Oder die musizierenden Zigeuner kamen. Ich durfte zwar nicht auf die Straße, wo die hübschen Zigeunerinnen in einer fremden Sprache sangen und tanzten, aber ich bekam von der Oma ein 10 Pfennigstück, wickelte es in Papier ein und warf es einer der Schönen zu.
Und dennoch, sie wurden in Massen in den KZs zu Tode gequält. Wo kamen die Mörder her? Es wurde doch aus fast allen Fenstern Münzen geworfen.
Denkt mal ernsthaft nach, wie Hass die Menschen verändern kann. Vielleicht haben die Mörder nur geglaubt, sie hassen die Juden, vielleicht haben sie nur gehorcht?.
Ein weites Feld, aber keins, bei dem ich zur DDR Bezüge setzen könnte, Völkerfreundschaft war einer der Begriffe und auch Erziehungsziele, die
mit Riesenlettern in der DDR geschrieben wurden.
Jetzt habe ich geschrieben ohne mich selbst zu zensieren. Ich lasse es trotzdem stehen
Der 39.



Klauspeter, DoreHolm und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#127

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 03.11.2016 00:03
von StabsfeldKoenig | 3.015 Beiträge | 445 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds StabsfeldKoenig
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von der 39. im Beitrag #126
Noch ein Gedanke geht mir durch den Kopf. Wenn provozierter Hass in die Menschen hinein getragen wird, muß der Boden dafür vorbereitet sein. Als ich als Kind in den Ferien in Ostpreußen auf einem Bauernhof war, kam einmal eine Magd in die Stube gestürzt und rief: Kommt schnell die Wäsche abnehmen und die Sachen hereintragen, eine Zigeunerkolonne kommt. Mir war als 10-Jährigen sofort klar, das sind böse Menschen. Solch eine innere Einstellung, von außen hereingetragen, muss vorhanden sein, sonst findet Hass keinen Nährboden.Mein Opa, jener, der aus Ostpreussen stammte, sagte öfters. Schon wieder in der Stadt ein neues Judengeschäft, da können sie dann noch mehr betrügen. Auf diesem Boden fanden dann die Kristallnacht und das Gemetzel an den Juden statt. Ich meine, für Hass muss der Boden bereitet werden.
Weiter Bogen zu Luther aus gegebenem Ansass. Luthers Freund und Feind Thomas Münzer hat die Bauern in ihrem Kampf geführt, aufgewiegelt. Einfach so? Um zu Morden und Brandschatzen gehörte mehr, das musste in den Köpfen der Bauern und Leibeigenen schon einen fruchtbaren Boden gefunden haben.
Natürlich bedeutet das nicht, dass nun jeder der Zigeuner nicht mag oder Juden verachtet, bereit ist, sie deswegen vielleicht zu töten. Und dennoch haben sich in der Nazizeit viele bis dahin unbescholtenen Menschen zu solchen Untaten hinreißen lassen. Warum die einen und die anderen nicht? Opa hat das auch durchaus akzeptiert, wenn Oma ausrief: Endlich kommt der Zigeuner wieder, der Scherenschleifer. Selbst mitten in einer Großstadt kam er mit einer zum Schleifstein umgebauten Schubkarre und die Hausfrauen kamen in Scharen mit Messern und Scheren. Oder die musizierenden Zigeuner kamen. Ich durfte zwar nicht auf die Straße, wo die hübschen Zigeunerinnen in einer fremden Sprache sangen und tanzten, aber ich bekam von der Oma ein 10 Pfennigstück, wickelte es in Papier ein und warf es einer der Schönen zu.
Und dennoch, sie wurden in Massen in den KZs zu Tode gequält. Wo kamen die Mörder her? Es wurde doch aus fast allen Fenstern Münzen geworfen.
Denkt mal ernsthaft nach, wie Hass die Menschen verändern kann. Vielleicht haben die Mörder nur geglaubt, sie hassen die Juden, vielleicht haben sie nur gehorcht?.
Ein weites Feld, aber keins, bei dem ich zur DDR Bezüge setzen könnte, Völkerfreundschaft war einer der Begriffe und auch Erziehungsziele, die
mit Riesenlettern in der DDR geschrieben wurden.
Jetzt habe ich geschrieben ohne mich selbst zu zensieren. Ich lasse es trotzdem stehen
Der 39.



Es gibt zwei Formen von Hass. Einerseits einen anerzogenen Hass (z.B. gegen ethnische oder religiöse Minderheiten) oder den Hass auf Täter, die einem Leid zugefügt haben (z.B. dem Hass der Bauern auf Feudalherren und deren Büttel). Der Hass der Bauern schmorte sicherlich schon lange in der Feudalgesellschaft. Als dann mit Müntzer ein Pfarrer den Bauern den Weg wies und erklärte, daß die Ausbeutung nicht "Gottgewollt" ist, griffen die Bauern zu Waffen (meist umgearbeitete Werkzeuge) und befreiten sich von den Ausbeutern.


DoreHolm und der 39. haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#128

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 03.11.2016 09:33
von Hackel39 | 3.572 Beiträge | 2633 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Hackel39
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von der 39. im Beitrag #126
Noch ein Gedanke geht mir durch den Kopf. Wenn provozierter Hass in die Menschen hinein getragen wird, muß der Boden dafür vorbereitet sein. Als ich als Kind in den Ferien in Ostpreußen auf einem Bauernhof war, kam einmal eine Magd in die Stube gestürzt und rief: Kommt schnell die Wäsche abnehmen und die Sachen hereintragen, eine Zigeunerkolonne kommt. Mir war als 10-Jährigen sofort klar, das sind böse Menschen. Solch eine innere Einstellung, von außen hereingetragen, muss vorhanden sein, sonst findet Hass keinen Nährboden.Mein Opa, jener, der aus Ostpreussen stammte, sagte öfters. Schon wieder in der Stadt ein neues Judengeschäft, da können sie dann noch mehr betrügen. Auf diesem Boden fanden dann die Kristallnacht und das Gemetzel an den Juden statt. Ich meine, für Hass muss der Boden bereitet werden.
Weiter Bogen zu Luther aus gegebenem Ansass. Luthers Freund und Feind Thomas Münzer hat die Bauern in ihrem Kampf geführt, aufgewiegelt. Einfach so? Um zu Morden und Brandschatzen gehörte mehr, das musste in den Köpfen der Bauern und Leibeigenen schon einen fruchtbaren Boden gefunden haben.
Natürlich bedeutet das nicht, dass nun jeder der Zigeuner nicht mag oder Juden verachtet, bereit ist, sie deswegen vielleicht zu töten. Und dennoch haben sich in der Nazizeit viele bis dahin unbescholtenen Menschen zu solchen Untaten hinreißen lassen. Warum die einen und die anderen nicht? Opa hat das auch durchaus akzeptiert, wenn Oma ausrief: Endlich kommt der Zigeuner wieder, der Scherenschleifer. Selbst mitten in einer Großstadt kam er mit einer zum Schleifstein umgebauten Schubkarre und die Hausfrauen kamen in Scharen mit Messern und Scheren. Oder die musizierenden Zigeuner kamen. Ich durfte zwar nicht auf die Straße, wo die hübschen Zigeunerinnen in einer fremden Sprache sangen und tanzten, aber ich bekam von der Oma ein 10 Pfennigstück, wickelte es in Papier ein und warf es einer der Schönen zu.
Und dennoch, sie wurden in Massen in den KZs zu Tode gequält. Wo kamen die Mörder her? Es wurde doch aus fast allen Fenstern Münzen geworfen.
Denkt mal ernsthaft nach, wie Hass die Menschen verändern kann. Vielleicht haben die Mörder nur geglaubt, sie hassen die Juden, vielleicht haben sie nur gehorcht?.
Ein weites Feld, aber keins, bei dem ich zur DDR Bezüge setzen könnte, Völkerfreundschaft war einer der Begriffe und auch Erziehungsziele, die
mit Riesenlettern in der DDR geschrieben wurden.
Jetzt habe ich geschrieben ohne mich selbst zu zensieren. Ich lasse es trotzdem stehen
Der 39.


Armut, Ignoranz und Ausgrenzung machen Haß erst möglich.
Luther distanzierte sich schließlich erst dann von Müntzer, als dieser weltliche Fragen ins Spiel brachte während Luther mit seiner Nähe und mittelbarer Abhängigkeit zu den Mansfelder Grafen (Vater: Minenbesitzer) und seinem rein geistig angelegten Disput mit der Obrigkeit zwar immer noch fortschrittlich war aber keinesfalls zu einem Quantensprung aus den feudalistischen Strukturen heraus beitragen konnte, dazu war die Zeit einfach noch nicht reif.
Zum Konflikt zwischen den späteren Widersachern ist wohl auch anzumerken, daß Müntzer möglicherweise wegen seiner Ausgrenzung durch den großen Reformator zusätzlich radikalisiert wurde, so daß man sich in der Sache (Verarmung und Entrechtung der Bauern, ständig neue Abgabelasten an die Lehnsherren, Leibeigenschaft usw.) gar nicht verständigen konnte, während es bei einem Miteinander kleine Fortschritte hätte geben können.
Möglicherweise hätte es die 1000 zerstörten Kirchen ohne Luthers Ausgrenzung gar nicht gegeben, schlimmer noch wenn er die Bauern gegen die verhaßten Juden hätte mobilisieren können, wäre der Verlauf dieser letzten Endes zerbrochenen Glaubensgemeinschaft Luther/ Müntzer ein anderer gewesen, trotzdem alles Spekulation ohne Wert.
Aber Luther hat lieber gepredigt (war ja auch sein Ressort) eben auch voller Haß gegen die Juden und auch Müntzer predigte voller Haß gegen "vollgefressene Madensäcke" und "wuchersüchtige Bösewichte", ging aber den Schritt weiter und organisierte die abgehängten Tagelöhner und Handwerker zum Aufstand unterm Regenbogen.
Er war möglicherweise sogar der erste deutsche Kommunist, aber das nur mal als Mutmaßung eingestreut, hier bitte nicht ausbauen.
Jener Haß kam aber eines Tages in Heldrungen als Echo zurück, als ihm nach dem gescheiterten Aufstand einer der Mansfelder Grafen habhaft wurde um dort schließlich zu Tode gefoltert zu werden.
Die Frage bleibt aber im Raum, ob Müntzer ohne seine derbe Sprache und martialische Sprüche überhaupt die Massen erreicht hätte und wurde Haß somit nicht sogar zum Treibsatz des Fortschritts, weil er die gemeinsame Sprache des geknechteten Volkes war ?
Und stimmt das überhaupt, was weiter oben steht von Armut ? Weder Bin Laden noch Müntzer stammen aus armen Familien und schritten ungeachtet dessen radikal und haßerfüllt an ihr Werk, trotzdem rekrutierte sich ihr Heer durch Arme, sie machten die Drecksarbeit und so bleibt Armut eben doch als eine der Hauptursachen stehen, zumindest für mich.


DoreHolm und der 39. haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 04.11.2016 19:08 | nach oben springen

#129

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 03.11.2016 09:52
von DoreHolm | 9.303 Beiträge | 8512 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds DoreHolm
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Stabsweld #127: Es gibt zwei Formen von Hass. Einerseits einen anerzogenen Hass (z.B. gegen ethnische oder religiöse Minderheiten) oder den Hass auf Täter, die einem Leid zugefügt haben (z.B. dem Hass der Bauern auf Feudalherren und deren Büttel). Der Hass der Bauern schmorte sicherlich schon lange in der Feudalgesellschaft. Als dann mit Müntzer ein Pfarrer den Bauern den Weg wies und erklärte, daß die Ausbeutung nicht "Gottgewollt" ist, griffen die Bauern zu Waffen (meist umgearbeitete Werkzeuge) und befreiten sich von den Ausbeutern.

genau das ging mir diese Nacht, als ich mal wieder meine ca. einstündige "nicht schlafen könnende" Phase hatte, auch durch den Kopf, diese zwei Arten von Hass und ich wollte sie heute mit hier bringen. zwei Dumme, ein Gedanke, sagt man da ja. Hass, der durch persönliches Erlebte entsteht und Hass, der anerzogen wird, ohne Bezug zu realen Bedrohungen oder Untaten derer, auf die sich der Hass bezieht. Während sich Ersterer i.d.R. nur auf Einzelpersonen oder kleinere Gruppen bezieht, wird die zweite Variante auf große Menschenmengen, Juden, Ungläubige, Kommunisten und Russen, Neger (Ku-Klux-Klan) und weitere fokussiert. Diese Variante kann der Weltgeschichte eine unheilvolle Richtung geben und ist daher in meinen Augen die weit Gefährlichere.



der 39. hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 03.11.2016 09:53 | nach oben springen

#130

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 03.11.2016 10:05
von Rostocker | 8.772 Beiträge | 5407 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Rostocker
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hass--wird auch erzeugt bei kriegerischen Handlungen--wenn Freunde und Familienangehörige dabei ums Leben kommen. Und dazu noch unverschuldet.


der 39. hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#131

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 03.11.2016 10:07
von bürger der ddr | 8.106 Beiträge | 31399 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds bürger der ddr
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

@Rostocker und wie ist das bei Opfern von Gewalttaten bzw. Vergewaltigungen?
Den großen Begriff Terror will ich hier gar nicht erwähnen.


Ein Ausspruch von A. Schopenhauer: "Seit ich die Menschen kenne liebe ich die Tiere"


der 39. hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#132

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 03.11.2016 10:17
von Hackel39 | 3.572 Beiträge | 2633 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Hackel39
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von DoreHolm im Beitrag #129
Stabsweld #127: Es gibt zwei Formen von Hass. Einerseits einen anerzogenen Hass (z.B. gegen ethnische oder religiöse Minderheiten) oder den Hass auf Täter, die einem Leid zugefügt haben (z.B. dem Hass der Bauern auf Feudalherren und deren Büttel). Der Hass der Bauern schmorte sicherlich schon lange in der Feudalgesellschaft. Als dann mit Müntzer ein Pfarrer den Bauern den Weg wies und erklärte, daß die Ausbeutung nicht "Gottgewollt" ist, griffen die Bauern zu Waffen (meist umgearbeitete Werkzeuge) und befreiten sich von den Ausbeutern.

genau das ging mir diese Nacht, als ich mal wieder meine ca. einstündige "nicht schlafen könnende" Phase hatte, auch durch den Kopf, diese zwei Arten von Hass und ich wollte sie heute mit hier bringen. zwei Dumme, ein Gedanke, sagt man da ja. Hass, der durch persönliches Erlebte entsteht und Hass, der anerzogen wird, ohne Bezug zu realen Bedrohungen oder Untaten derer, auf die sich der Hass bezieht. Während sich Ersterer i.d.R. nur auf Einzelpersonen oder kleinere Gruppen bezieht, wird die zweite Variante auf große Menschenmengen, Juden, Ungläubige, Kommunisten und Russen, Neger (Ku-Klux-Klan) und weitere fokussiert. Diese Variante kann der Weltgeschichte eine unheilvolle Richtung geben und ist daher in meinen Augen die weit Gefährlichere.


Mit dem Haß ist es wohl wie mit der Schlaflosigkeit.
Man kann sie waffenmäßig medikamentös bekämpfen oder über die Ursachen nachdenken um langfristig eben nicht davon abhängig bzw. geleitet zu werden.
Als mich die Trapo in meiner Lehrzeit mal aus dem Zug zottelte, weil Nordhausen angeblich schon Grenzgebiet war, schlug mein kurzzeitiger Haß innerhalb der begleiteten Zugfahrt zurück nach Sangerhausen in Verachtung um ("Die Knilche hatten einfach nur Langeweile") um erst viel später hier im Forum den ganzen (hier schon durchgekauten) Hintergrund zu erfahren, so daß Haß über Verachtung in Verständnis gewandelt wurde und sich Erkenntnis darauf aufbaute.
So gesehen sollte man doch meinen, daß Haßbereitschaft mit zunehmenden Alter abklingt, da ähnliche Akte von Willkür aus der Erfahrung heraus erst mal überdacht und von allen Seiten beleuchtet werden sollten, eine Variante der Selbstheilung sozusagen, den Haß macht definitiv krank.


der 39. hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#133

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 03.11.2016 10:32
von bürger der ddr | 8.106 Beiträge | 31399 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds bürger der ddr
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Auch so kann Haß entstehen:
1. 15 jähriges Mädchen wird von einem 50 jährigen Algerier aus einer "Zentralen Unterbringungs Einrichtung" belästigt
2. ein 44 jähriger Bürger bemerkt das und kommt dem Mädchen zu Hilfe
3. Mädchen will mit Vater und Retter Anzeige erstatten und der Polizist rät von einer Anzeige ab
4. erst nach der Drohung die Presse einzuschalten wird eine Anzeige aufgenommen

So geschehen in Rheinberg-Orsoy und gelesen auf "rp-online.de" vom 03.11.2016

Hier kommen schon mehrere Dinge zusammen:
1. ein Angriff auf ein Kind bzw. Minderjährige
2. nicht die Möglichkeit der rechtlichen Aufarbeiteung, Ohnmacht

Die Wut über die Tat, keine rechtliche Unterstützung bei der Aufarbeitung, Ängste vor Wiederholung mit schlimmeren Ausgang und Ohnmacht!
Mich würde nicht wundern wenn der Vater des Mädchens mit Haß reagiert.


Ein Ausspruch von A. Schopenhauer: "Seit ich die Menschen kenne liebe ich die Tiere"


der 39. und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#134

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 03.11.2016 10:32
von DoreHolm | 9.303 Beiträge | 8512 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds DoreHolm
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #131
@Rostocker und wie ist das bei Opfern von Gewalttaten bzw. Vergewaltigungen?
Den großen Begriff Terror will ich hier gar nicht erwähnen.


Eben, das ist die von mir genannte erstere Variante des Hasses. Persönliches Erleben !



bürger der ddr, Rostocker und der 39. haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#135

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 03.11.2016 10:35
von Rostocker | 8.772 Beiträge | 5407 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Rostocker
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #131
@Rostocker und wie ist das bei Opfern von Gewalttaten bzw. Vergewaltigungen?
Den großen Begriff Terror will ich hier gar nicht erwähnen.


Sicher werden Opfer und Hinterbliebene zum größten Teil--Hass empfinden-
Beim Terror--sollte man sich fragen--schuf man ihn durch Hass. Ich will damit sagen--hat man sich den Terror nicht selbst geschaffen--Ursachen dafür,gibt es viele.


bürger der ddr und der 39. haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#136

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 03.11.2016 10:42
von bürger der ddr | 8.106 Beiträge | 31399 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds bürger der ddr
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

@DoreHolm , meiner Meinung die prägenste Ebene für das entstehen von Haß. Nur selbst auf dieser Ebene wird der Haß dann meist nicht nur auf den Täter übertragen, sondern auf eine Gruppe.
Mal ein anderes Beispiel:
Ein Mensch hat sich etwas erspart und legt es auf anraten eines Maklers in eine sehr gefährliche Investition an. der Makler verschweigt die Risiken und schönt die Aktion.
Der Anleger verliert alles, wird nur der eine Makler "gehasst" oder alle Makler mit in das Boot genommen?

Bewußt so ein Beispiel um von den "Extremen" mal wegzukommen und zu zeigen wie haß auch im "kleinen" entstehen kann.

Übrigens, wo fängt "Haß" an und hört "Ablehnung" auf, kann Haß auch im verborgenen brodeln ohne erekannt zu werden?
Wie oft sagt man ich "hasse" das oder den?
Ich frage bewußt so ohne erst nach "Wiki" zu schaauen....


Ein Ausspruch von A. Schopenhauer: "Seit ich die Menschen kenne liebe ich die Tiere"


der 39., DoreHolm und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#137

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 03.11.2016 15:24
von Ährenkranz (gelöscht)
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Ährenkranz
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Zitat von DoreHolm im Beitrag #134
Zitat von bürger der ddr im Beitrag #131
@Rostocker und wie ist das bei Opfern von Gewalttaten bzw. Vergewaltigungen?
Den großen Begriff Terror will ich hier gar nicht erwähnen.


Eben, das ist die von mir genannte erstere Variante des Hasses. Persönliches Erleben !


Wenn ich z.B. eine Mobberin treffe, da habe ich großes Verlangen, der eine über den Pelz zu ziehen - ist das nun Hass oder Wut oder beides?

Die genaueren Definitionen des Begriffes "Hass" verwirren mich etwas, zu vor habe ich oft gesagt:" Ich hasse das / den / die...., aber ist es nun wirklich Hass?

Eines steht aber fest, ich wurde in der DDR weder zu Hass noch zu Wut o.ä.erzogen, wenn, dann kam ich erst durch persönliches Erleben dazu.


der 39., bürger der ddr und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#138

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 03.11.2016 17:10
von Heckenhaus | 8.942 Beiträge | 19608 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Heckenhaus
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Ich hab´s immer gehaßt, wenn die S-Bahn verspätet kam, weil dann das Risiko groß war, daß der Bus weg war.
Bin ich nun ein Bahn-Rassist ?

P.S., wenn dann noch Scheixxwetter war, wurde der Hass unerträglich...
.


.
.

.
DoreHolm und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 03.11.2016 17:11 | nach oben springen

#139

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 03.11.2016 17:18
von der 39. | 1.148 Beiträge | 5191 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds der 39.
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Freue mich, dass hier noch niemand blöde Sprüche gekloppt hat.
Wut, mag sie noch so stark sein,rasende Wut bleibt doch nicht immer auf diesem hohen Level des Augenblicks stehen. Mest "verraucht" sie, wird dumpfer in uns, die Erregung des Momentes klingt ab, vergeht aber nicht, nie.
Wie ist das mit dem Hass? Gibt es da ähnlich der Wut eine Initialzündung, ein spezielles Ereignis? Ich denke nein. Hass wird systematisch aufgebaut,
ständig "gefüttert", teils von außen, aber auch wohl aus uns heraus, wir pflegen und stärken ihn wohl selbst, wenn wir erst einmal wirklich hassen>Es gibt ja auch Beispiele, wo Hass keine konkret Zielrichtung hat, sondern sich gegen alles richtet, was einem nicht genehm ist, gegen alles, was schuld ist am eigenen Elend, Scheitern, Versagen.
Und dann sehe ich noch den passiven Hass, Menschen, die innerlich vom Hass zerfressen werden, jedoch nicht den Schritt zum aktiven Handeln gehen können oder wollen, wollen wohl weniger, das setzt ja Überlegung voraus.
Die bei uns ankommenden Flüchtlinge müssten eigentlich ihre Peiniger zutiefst hassen und ihren Helfern danken. Doch ich glaube festzustellen, wenn Hass vorhanden ist, richtet er sich auch gegen die ausgestreckte Hand. Aber kann mich ja täuschen oder bestimmte Ereignisse falsch deuten. Irren ist ja etwas zutiefst menschliches.
Es gibt hier im Thema weitaus mehr Leser als Schreiber, liebe Leser, Ihr habt doch auch eine feste Meinung zu Hass und Wut. Schreibt doch mal, auch wenn es nur dazu führt, seine eigenen Positionen zu bestimmen, zu erkennen und wir alle lernen davon. Wozu sollte sonst so ein Thema, so ein Forum Sinn machen?
der 39.



nach oben springen

#140

RE: Zum Hass und zur Intoleranz erzogen?

in Leben in der DDR 03.11.2016 17:39
von Heckenhaus | 8.942 Beiträge | 19608 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Heckenhaus
Vip Status Ehrenmitglied
Vip Status Ehrenmitglied
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktiv seit min. 5 Jahren im Forum
Aktives Mitglied des Monats
Aktives Mitglied des Monats
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal





Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Es kam schon einmal die Ermahnung, es ginge hier um den in der DDR anerzogenen Hass.
Das wurde ja nun schon umfassend widerlegt.

Wenn heute das Wort Hass auftaucht, dann doch meist in diesem leidigen Thema Flüchtlinge, welches in allen Lebenslagen
arg strapaziert wird.
Hier wird bald die Hälfte der Bevölkerung des Hasses bezichtigt, weil sie nicht mit offenen armen in der Tür auf Gäste warten,
sondern sie eher in der Form, wie sie von der Politik betrachtet und behandelt werden, nicht sehen würden.
Obwohl es lediglich Ablehnung ist, und das vehemend. Das ist ganz klar eine durch das GG gedeckte Art der Meinungsäußerung.

Hier fliegen dann die Worte wie Rechter, Nazi, Hass usw. wie Wolken bei Sturm über die unsichtbaren Grenzen des Anstandes,
hier hassen die sogenannten Guten anscheinend alles, was anders denkt.
Wer hat die denn dazu erzogen ? Vielleicht gar die heutigen Regierenden ?
Sind solche Anschuldigungen denn überhaupt noch rechtskonform ?

Mich hat jemand niemand zum Hass erzogen, weder Ulbricht, Honecker, die NVA oder sonstwer.
Sicher habe auch ich schon vor Wut gekocht, aber Hass empfinden ?
Bisher gab es noch keinen plausiblen Grund dafür.


.
.

.
der 39., bürger der ddr und Klauspeter haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen



Besucher
17 Mitglieder und 34 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: TK Kantenfahrer
Besucherzähler
Heute waren 489 Gäste und 63 Mitglieder, gestern 2621 Gäste und 159 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 15659 Themen und 662149 Beiträge.

Heute waren 63 Mitglieder Online:


Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen