Sprüche, Zitate

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12.10.2016 22:36
avatar  der 39.
#1
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Tagesthemen sind im Forum schon immer ein sehr wichtiger und großer Teilbereich, der Bereich Grenze natürlich auch, wenngleich die Zeitzeugen weniger werden und man manchmal denken könnte, es ist alles gesagt. Ist natürlich nicht so, bei den Details sind schon noch viele Fragen offen und die Funktion: „ Den Jungen ein wahrheitsgetreues Bild zu vermitteln“ wird immer Aufgabe der „Grenzer“ bleiben.
Aber es gibt auch andere Bereiche, andere Seiten unseres Lebens, die ich mal einfach ausgedrückt, als „Feingeistig“ bezeichnen möchte, die jedoch nach meiner Auffassung etwas kurz kommen.
Dichter, Denker, Philosophen, herausragende Staatsmänner und Militärs haben schon immer ihre Sichtweisen auf ihre Art dargelegt, mal mit erhobenem Finger, mal mit tiefschürfenden Erkenntnissen. Das sind Schätze der Weltkultur und spielen nach meiner Auffassung im Alltagsdenken eine zu geringe Rolle.
Vielleicht regt es diesen oder jenen von uns an, über ihre Worte, Gedichte, Aussprüche und dargelegte Erkenntnisse ernsthaft nachzudenken und wie es bei uns Menschen ist, zu urteilen, zu werten, unsere Erfahrungen, unsere Erkenntnisse und Übereinstimmungen zu „ erdenken und zu erkennen“
Ich gebe zu, dass ich mich schon immer intensiv mit solchen Gedanken beschäftigt und gequält habe und meine Sammlung solcher Lehren, Zitate und ihre Herkunft und/oder Bedeutung ist beträchtlich.
Vielleicht findet es Anklang, wenn man sich mal für einen Augenblick von den Tagesfragen lösen kann, ich jedenfalls finde es sehr, sehr wohltuend und zutiefst befriedigend, mich den Gedanken und Erkenntnissen anderer zu beschäftigen.
Ich will auch nicht verhehlen, dass man dazu nicht immer in der Lage ist, eine gewisse innere Bereitschaft muss in einem bestimmten Moment auch vorhanden sein, sonst laufen die Gedanken einfach nicht.
Und nun ein allererstes Beispiel, dass hoffentlich auch andere hier anregt, es mir nachzutun.
„Sage mir mit wem Du umgehst und ich sage dir, wer Du bist“ ,
schreibt Goethe in seinen „Sprüchen in Prosa“ dabei lehnt er sich an Plinius den Jüngeren an, der in seinen „Briefen“ um 100 nach Chr. Schreibt:
„Der Mensch ist wie der Umgang, den er gerne pflegt“
und das wiederum ist ein Fragment aus Euripides` Phoenix.
Andere Umschreibungen wie:
Sag mir mit wem zu sprechen
Dir genehm, gemütlich ist.
Ohne mir den Kopf zu brechen,
Weiß ich deutlich, wer Du bist.

gibt es immer wieder.

Und heute?
Hilft es uns, darüber nachzudenken und zu erkennen, wer mit wem Umgang hat, ist Umgang eine Beziehung, die in eine Richtung läuft oder immer eine Wechselbeziehung? Schon in der Kindheit habe ich gehört:: Das ist kein Umgang für Dich, diese Kinder sind doch aus Katernberg usw. Das waren Bergarbeitersiedlungen in Essen, meiner Heimatstadt. Später war dann von schlechtem Umgang die Rede. Das waren natürlich Vorurteile und bezogen sich nicht auf einen einzelnen Menschen, sondern auf eine Gruppe.
Was ist heute? Wo doch alles nur noch in Gruppen verläuft, Linke, Rechte, Nazis, Antifas usw. Kann man sagen:
Sag mir in welcher Partei Du bist und ich sage Dir, wer Du bist?
Da schreibt eine Partei in der Präambel ihres Parteiprogramms: …Dem Bruch von Recht und Gesetz. der Zerstörung des Rechtsstaates und dem verantwortungslosen politischen Handeln gegen die Prinzipien wirtschaftlicher Vernunft konnten und wollten wir nicht länger tatenlos zusehen…
Klingt doch nicht schlecht, bin ich da jetzt ein AFD-Sympathisant? Sag mir wessen Worten Du wohlwollend lauscht und ich sage Dir, wer Du bist???
Wenn ich spüre, dass die Thematik aufgegriffen wird, schreibe ich mehr, aber erst einmal seid jetzt Ihr dran, einen Spruch, ein Zitat, was Euch zum Nachdenken angeregt hat.
Der 39.


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12.10.2016 23:08
avatar  vs1400
#2
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zur lyrik und prosa, 39,
kam ich erst wirklich während meiner zeit in schierke, doch gelesen hab ich auch vorher schon und dass besonders gern aus den regalen meines opa's.

ein zitat von aldous huxley ... "der glaube an eine größere und bessere zukunft ist einer der mächtigsten feinde gegenwärtiger freiheit."

und ein gedicht von thomas böhme ...
"KEINE ERSTEN SÄTZE MEHR,sie
machen das gedicht zur schnecke
flößen ihm das gift der herrscher,
ihren rhythmus, ihre ordnung,
erst der leitwolf, dann die meute,
traben, traben, mond anheulen!

nicht mehr diese schweifgeschmückten
sätze, eitel wie kometen,
die auf ihren grellen bahnen
sich berauschen, kurtisanen,
denen schafsfromm naachzusteigen
sich bleiche schwärmer nicht entblöden.

keine aufgeblasenen parolen,
die gierig den refrain begehren,
reime, reime, schneckenschleime,
nicht mehr namen wie fanfaren,
jahreszeiten, stolze orte
und wappentiere auf entrollten fahnen." ... ist aus seinem band " nachklang des feuers".

gruß vs


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13.10.2016 09:04
avatar  der 39.
#3
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Hallo vs, der Spruch von Huxley ist es wert, dass man mal ernsthaft nachdenkt.
Lähmt uns der Kampf im Heute, weil wir auf ein besseres Morgen hoffen?
Werden wir schon wieder manipuliert, indem man uns eine bessere Zukunft suggeriert?
Gehört z.B. der Spruch: "Wird schon wern mit der Mutter Bern, mit der Mutter Born isset ja auch geworn" ( Ist Dialekt und da garantiere ich nicht für die Rechtschreibung) auch dazu, oder ist es nur ein " Schulterklopenberuhigungsspruch" ?
Im übrigen finde ich gut, dass Du so fix etwas zur Hand hattest. Auf Thomas Böhme komme ich noch zurück.
Der 39.


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13.10.2016 09:21
#4
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Friedrich der Große *1712; +1786 schrieb ein mal:

Geht man allen Religionen auf den Grund, so beruhen sie auf einem mehr oder weniger
widersinnigen System von Fabeln.
Es ist unmöglich, dass ein Mensch von gesundem Verstand, der der diese Dinge kritisch untersucht,
nicht ihre Verkehrtheit erkennt.


Sein Verstand fehlt heute noch vielen.


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13.10.2016 11:23
#5
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Hin und wider habe ich mich auch über schlechtes Benehmen der "Jugend von heute" aufgeregt.
Ein Zitat von Sokrates brachte mich zum Nachdenken.

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer." -- (470 - 399 v.u.Z.), Sokrates

Gruß Klaus


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13.10.2016 11:54
#6
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Jomo Kenyetta, der erste Staatspräsident Kenias sagte einmal:

Als die Missionare hier eintrafen, hatten wir das Land und sie die Bibel.
Dann brachten sie uns bei, mit geschlossenen Augen zu beten.
Als wir unsere Augen wieder öffneten, hatten sie das Land und wir die Bibel.


Es zeigt uns den Sinn der Religionen Weltweit .


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13.10.2016 12:53
avatar  GKUS64
#7
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Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832):

Geh! gehorche meinen Winken...

Geh! gehorche meinen Winken,
Nutze deine jungen Tage,
Lerne zeitig klüger sein:
Auf des Glückes großer Waage
Steht die Zunge selten ein;
Du musst steigen oder sinken,
Du musst herrschen und gewinnen
Oder dienen und verlieren,
Leiden oder triumphieren,
Amboss oder Hammer sein.

Dieser Goethe wurde mir 1958 zu meiner Konfirmation (damals wurden noch ca. 95 % meiner Mitschüler konfirmiert, seit 1975 bin ich aber konfessionslos) ins Stammbuch geschrieben.
Ich habe mich immer/fast immer/manchmal ? bemüht danach zu handeln. Vor allem die letzten 5 Zeilen bringen mich auch heute noch zum Nachdenken.

MfG

GKUS64


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13.10.2016 13:24
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#8
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Mir ist folgendes Zitat noch gut in Erinnerung - aus dem Buch:"Wie der Stahl gehärtet wurde", welches wir 1967 im Schulunterricht gelesen haben.

Zitat daraus von Nicolai A. Ostrowski:

"Das Kostbarste, was der Mensch besitzt, ist das Leben.
Es wird ihm nur einmal gegeben, und leben soll er so,dass nicht sinnlos vertane Jahre ihn schmerzen, dass nicht die Scham um eine schäbige und kleinliche Vergangenheit ihn brennt und dass er im Sterben sagen kann: Mein ganzes Leben und all meine Kräfte habe ich hingegeben für das Schönste der Welt - den Kampf um die Befreiung der Menschheit".

Darauf sollte sich wiedermal besonnen werden, immer öfter werden die Kräfte mobilisiert, um zur Sklaverei wieder zurückzukehren oder gar die Menschheit auszurotten.
Der ständige Drang nach Reichtum und Macht von bestimmten Bevölkerungsschichten und einzelnen Personen daraus geben eine gute Grundlage dafür.


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13.10.2016 14:57
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#9
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( gelöscht )

p://www.zitate-online.de/literaturzitate/allgemein/

Henry Ford:

" Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh."

Also, ich hab dieses Zitat noch nie so richtig verstanden. Der olle Ford als Großkapitalist..........


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13.10.2016 15:44
avatar  GKUS64
#10
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Wieso? Ist doch ganz einfach:

Wer keins hat, will es haben.
Wer es hat, will es nicht hergeben.
Wer sehr viel davon hat, will noch mehr.


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13.10.2016 16:13
avatar  Lutze
#11
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Frage nicht,was dein Land für dich tun kann.
Frage,was du für dein Land tun kannst.

John F.Kennedy


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13.10.2016 16:39
avatar  der 39.
#12
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Hallo Ährenkranz,
Ostrowskis Spruch steht mir sehr nah, er hat mich viele Jahre begleitet und war nebst einigen anderen mal ganz nah oder eben ferner. Dazu gehört auch Lenins Lebensmaxime:" An allem ist zu zweifeln" und Marx "Nichts menschliches ist mir fremd"
der 39.


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13.10.2016 18:26
#13
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Man kann zu Ernst Thälmann stehen, wie man will, aber einen Satz aus einem Kassiber Thälmanns 1944 an einen Mitgefangenen im Gefängnis Bautzen habe ich mir fest eingeprägt.

[...] " Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk, und meine Nation, die ich mit großem Stolz verehre, ist die deutsche Nation, eine ritterliche, stolze und harte Nation." [...]

Diese Aussage Thälmanns gilt auch heute noch.

Gruß Klaus


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13.10.2016 18:35
avatar  furry
#14
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Kompass durch das Leben war in den letzten Jahren für mich der Irische Segen. Habe ihn hier schon mal an anderer Stelle eingestellt. Hier nun noch mal die Wiederholung:

Irischer Segen
aus dem Jahre 1692

Gehe deinen Weg ruhig - mitten in Lärm und Hast, und wisse, welchen Frieden die Stille schenken mag.

Stehe mit allen auf gutem Fuße, wenn es geht, aber gib dich selber nicht auf dabei.

Sage deine Wahrheit immer ruhig und klar und höre die anderen auch an,
selbst die Unwissenden, Dummen - sie haben auch ihre Geschichte.

Laute und zänkische Menschen meide. Sie sind eine Plage für dein Gemüt.

Wenn du dich selbst mit anderen vergleichen willst, wisse, daß Eitelkeit und Bitterkeit dich erwarten.
Denn es wird immer größere und geringere Menschen geben als dich.

Freue dich an deinen Erfolgen und Plänen. Strebe wohl danach weiterzukommen,
doch bleibe bescheiden.
Das ist ein guter Besitz im wechselnden Glück des Lebens.

Übe dich in Vorsicht bei deinen Geschäften. Die Welt ist voller Tricks und Betrug.
Aber werde nicht blind für das, was dir an Tugend begegnet.

Sei du selber - vor allem: Heuchle keine Zuneigung, wo du sie nicht spürst.
Doch denke nicht verächtlich von der Liebe, wo sie sich wieder regt.
Sie erfährt soviel Entzauberung, erträgt soviel Dürre und wächst doch voller Ausdauer, immer neu, wie das Gras.

Nimm den Ratschluß deiner Jahre mit Feundlichkeit an. Und gib deine Jugend mit Anmut zurück, wenn sie endet.

Pflege die Kräfte deines Gemüts, damit es dich schützen kann wenn Unglück dich trifft, aber überfordere dich nicht durch Wunschträume.
Viele Ängste entstehen durch Enttäuschung und Verlorenheit.

Erwarte eine heilsame Selbstbeherrschung von dir.
Im übrigen aber sei freundlich und sanft zu dir selbst.

Du bist ein Kind der Schöpfung, nicht weniger als die Bäume und Sterne es sind.
Du hast ein Recht darauf, hier zu sein. Und ob du es merkst oder nicht -
ohne Zweifel entfaltet sich die Schöpfung so, wie sie es soll.

Lebe in Frieden mit Gott, wie du ihn jetzt für dich begreifst.
Und was auch immer deine Mühen und Träume sind in der lärmenden Verwirrung des Lebens - halte Frieden mit deiner eigenen Seele.


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13.10.2016 21:44
#15
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Den Spruch unten hatte ich in Kindheit und Jugend schön eingerahmt über meinem Bett hängen (ich selbst habe ihn da nicht hingehängt- aber den hatte ich immer vor Augen- schön in Fraktur geschrieben..)
.. hat sich eingeprägt... und ob ich ihn richtig verinnerlicht habe, werde ich am Ende meiner Tage sehen ..

Junge!

Mach' die Augen auf,
sonst wirst Du nie ein Mann!

Das Leben gibt dir Lasten auf,
will wissen, was man kann.

Die Arme regen und den Geist!
Und sei auf Dich gestellt!

Junge, mach die Augen auf,
dann paßt Du in die Welt!


Siggi


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