Fahrschule 1959 in der DDR und die besondere Müdigkeit der westdeutschen Autofahrer

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07.10.2016 20:16 (zuletzt bearbeitet: 07.10.2016 20:16)
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#1
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Mir ist vor ein paar Tagen ein interessantes Lehr- und Übungsbuch in die Hände gefallen..

"Wie erwerbe ich eine Fahrerlaubnis"
aus dem Jahre 1959, erschienen im Verlag des MdI, Berlin- Wilhelmsruh, Autoren Wilke / Pella (Quellenangabe)

Ich finde, es ist ein echtes Zeitdokument und ich möchte Euch ein paar erste Auszüge zeigen.
Besonders interessant fand ich die "liebevolle Ausschmückung" der Zeichnungen, welche einfach nur, wie wahrscheinlich in jedem Fahrschullehrbuch dieser Welt, die Vorfahrtsregeln illustrieren sollen- man konnte es sich nicht verkneifen, selbst darin noch ein bisschen Ideologie durch ganz "zufällige" Losungen unterzubringen ..

Ganz bedeutsam ist natürlich auch die Textpassage über die Gründe von Müdigkeit bei Kraftfahrern "in Westdeutschland und Westberlin" ..

.. und natürlich wurde damals nicht auf dem Mittelstreifen der Autobahn geparkt und pausiert ..

(fürs erste soll das reichen..)













Siggi
(der natürlich, wie immer, gespannt ist, wann die Stasi, Flüchtlinge und H 4 auftauchen.. )


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07.10.2016 20:42
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#2
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In diesem Auszug aus der im Buch enthaltenen "Autobahnordnung" vom 1.7.1952 wird die "politische Sichtwerbung" als "unwichtig für den einzelnen Verkehrsteilnehmer bezeichnet".. (das gab bestimmt Ärger für den Autor ??)
.. dafür war die Querung der Autobahn mit Holzfuhrwerken erlaubt ..



Siggi


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07.10.2016 21:53
#3
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Siggi danke für den Thread, da sieht man mal wieder ... Geschichte kann so unterhaltsam sein und natürlich auch wieder, wie kann es anders sein, klar haben wir da ne Schippe "Sozialismus gg. den bösen Kapitalismus draufgelegt!

Ich find es amüsant, schönes Thema von dir,

Gruß vom Grenzfuchs

Wer mit dem Strom schwimmt, wird nie die Quelle sehen!

GT der DDR, 1972-1975, GKS Süd -> GR-10 "Ernst Grube", II. Bat. Göttengrün / 8.GK Juchhöh - Uffz. - FW. d. Res.


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07.10.2016 23:37
avatar  vs1400
#4
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ich beziehe mich, momentan, auf die bildlichen darstellungen dieses themas, Freienhagener
und würde gern erfahren wollen, wer denn für diese zeichnungen erstellt hatte?

grund meiner frage,
auch mein opa hatte, vor seinem studium auf der burg giebichenstein, im manslfeld kombinat (damals otto-brosowski-schacht) zb. plakate gemalt.


gruß vs

04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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08.10.2016 06:15
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#5
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Klasse Thema, Siggi. Danke.

VS, wieso Freienhagener? Bist Du irgendwie im Thema verrutscht?

MfG Berlin


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08.10.2016 08:52
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#6
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Das Buch hat auch dazu geführt, dass ich eine persönliche Erinnerung, von deren Wahrheit ich seit Jahrzehnten überzeugt war, korrigieren musste !

Ich hatte nämlich in Erinnerung, dass das "Schaltverbot" auf Bahnübergängen erst in den 60er Jahren nach einem schweren Unfall eingeführt worden ist.
Ich war bis vorige Woche fest davon überzeugt, das so im "Straßenverkehr" (der Zeitschrift) als Kind / Jugendlicher gelesen zu haben und habe diese Sache später mehrfach als Beispiel für die "Anpassungsfähigkeit" deutscher Behörden in Gesprächen angebracht..

Jetzt stelle ich schlicht und ergreifend fest, dass mich meine festgezimmerte Erinnerung getäuscht hat

In wievielen, ganz anderen, Zusammenhängen wird das wohl noch der Fall sein ?

Es werden wohl etliche sein ..

Um gleich vorzubeugen- es wird bei Euch auch so sein .. dieses "ich bin mir ganz sicher, dass es so war" ist wohl eine sehr wackelige Konstruktion ..



Siggi
(der sich für Euer Interesse bedankt - und den VS bittet, die Plakatmalerei seines Opas in einem anderen Thema zu besprechen..)


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08.10.2016 09:16
#7
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Moin,
da habe ich auch noch was gefunden.


Hat auch heute noch seine Gültigkeit,


Vielleicht meint der vs1400 den Zeichner der Bilder,in diesem Buch ist es H.Völkel,


Schönes WE,Gruß C.


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08.10.2016 09:52
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#8
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Zitat von Commander im Beitrag #7
..
Vielleicht meint der vs1400 den Zeichner der Bilder,in diesem Buch ist es H.Völkel,
..


.. in meinem ist es Albert- Georg Jahn ....

Siggi


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08.10.2016 10:03
avatar  vs1400
#9
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danke Commander.

natürlich geht es in diesem thema nicht um maler-grafiker dieser zeit, der alte Grenzgänger,
doch sie gestalteten diese bücher zum lebensunterhalt. angepasst der zeit wurden dann natürlich auch einige parolen mit eingebunden,
dass sicherte einen eventuellen folgeauftrag. Heinz Völkel
Leipzig 1912–1976 Mölkau, 1931–1935 Studium an der Staatlichen Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe Leipzig.
1951–1956 Dozent für figürliches Zeichnen Lehrer u. a. von Joachim Nusser.

gruß vs

04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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08.10.2016 10:15
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#10
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( gelöscht )

Comander und der alte Grenzgänger, Klasse was ihr eingestellt habt.

Hmm, so ein Schaltverbot gab es, glaube ich, hier in Westdeutschland nicht. Glaube ich zumindest, gehört habe ich davon bisher nichts.

Nochmal Danke !

MfG Berlin


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08.10.2016 10:22
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#11
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Ein schönes Zeitdukument!
Als Kind habe ich das Nachfolgebuch gelesen, das stand noch bei meinen Eltern im Bücherschrank. der Einband war ähnlich nur statt mit LKW mit eibnem PKW.
Schön auch die Darstellungen, man kann den EMW 340 gut erkennen.


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08.10.2016 11:46
avatar  GKUS64
#12
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Passt auch hierher:

Unter dem Motto: "Es war nicht alles schlecht" war die Vorfahrtsregel an gleichrangigen Straßen zu DDR-Zeiten eindeutig: rechts vor links, unabhängig ob die Fahrtrichtung beibehalten wird.
Jetzt gilt die Vorrangregelung, die jedoch bei engen Kreuzungen nicht bzw. nur schwer einzuhalten ist. Deutlich wird das auch in folgendem Artikel:

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&...v6D_tRAC7F5jxqw

Ein schönes Wochenende wünscht der

GKUS64


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08.10.2016 12:26
#13
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Zitat von berlin3321 im Beitrag #10
Comander und der alte Grenzgänger, Klasse was ihr eingestellt habt.

Hmm, so ein Schaltverbotgab es, glaube ich, hier in Westdeutschland nicht. Glaube ich zumindest, gehört habe ich davon bisher nichts.

Nochmal Danke !

MfG Berlin

Bei uns in der Schweiz auch nicht. Es ist aber eine sinnvolle Bestimmung, besonders auch für Frauen
http://www.suedostschweiz.ch/zeitung/aut...ubergang-stehen


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08.10.2016 13:43
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#14
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Sogar der Straßenverkehr wurde politisiert, zum Glück nicht auch noch der Geschlechtsverkehr.


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08.10.2016 14:32 (zuletzt bearbeitet: 08.10.2016 14:34)
#15
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Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #1
Besonders interessant fand ich die "liebevolle Ausschmückung" der Zeichnungen, welche einfach nur, wie wahrscheinlich in jedem Fahrschullehrbuch dieser Welt, die Vorfahrtsregeln illustrieren sollen- man konnte es sich nicht verkneifen, selbst darin noch ein bisschen Ideologie durch ganz "zufällige" Losungen unterzubringen ..


Auch in diesem Buch sind einige,ich möchte aber sagen recht "harmlose", Losungen zu sehen.Hier ist besonders das mittlere Wort interessant.Hatte man 1953 die Hoffnung daran noch nicht ganz aufgegeben?
Und die Regel,daß man vor dem Überholen hupen kann(sollte) ist mir nicht unbekannt.Ich kenne einige alte Kraftfahrer,die das noch Anfang der 70ger so gehandhabt haben.


Gruß C.


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