In den Archiven die DDR neu erlebt und verstanden

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12.10.2016 18:31
#31
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Zitat von icke46 im Beitrag #23
Kleiner Nachsatz zu den Kleinanzeigen: Das Kürzel "MLWA" in den Bekanntschaftsanzeigen fand ich immer originell.


HSA war auch so ein selektierendes Signal an mögliche Bewerber, da war man als Proletarier schon mal außen vor...


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12.10.2016 18:33
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#32
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ABV

Hallo Freunde!

Und hier noch ein paar Fundstücke aus der DDR-Geschichte des früheren Kreises Seelow:

Kann sich noch jemand an den Dienst für Deutschland erinnern? Einer Art FDJ-Aufbauinitiative.


Von Anfang an stand die " Freundschaft zur Volksrepublik Polen" im Mittelpunkt der Propaganda. Schon allein wegen der in deutschen Namen in Polen verübten grausamen Verbrechen ein sehr schwieriges, nichts desto trotz notwendiges Prozedere.
Aber es gab noch einen ganz anderen, offiziell kaum oder nie erwähnten Grund, dass sich die Annäherung beider Völker äußerst schwierig gestaltete: Das unmittelbare polnische Nachbarland gehörte noch bis 1945 zu Deutschland. Gerade hier im Kreis Seelow hatten viele Umsiedler / Vertriebene aus diesen Gebieten eine neue Heimat gefunden. Nicht wenige hofften noch immer, eines Tages wieder nach Hause zurückkehren zu können. Das "sozialistische Bruderland" galt abseits der Propaganda als alte Heimat, aus der man gewaltsam vertrieben wurde.


Unmittelbar nach dem Krieg gehörte die Tollwut noch zu den tödlichen Gefahren des Alltags:


Die Bahn setzte schon früh auf den grenzüberschreitenden Verkehr und die Zusammenarbeit mit Polen:


Wer kann sich noch an die ärgerlichen, bei der damaligen Energiesituation jedoch notwendigen, regelmäßigen Stromabschaltungen erinnern?


Das nennt man wohl " Hinterfotzig":


Die Gaststätte wurde übrigens darauf in " Einigkeit" umbenannt. Diesen Namen trug sie bis zum Mai 1990. Danach trug die Gaststätte wieder ihren ursprünglichen Namen. Und heute? Heute ist sie zu, weil der letzte Kneiper in Rente ging und keinen Nachfolger finden konnte. Weil die Destille angeblich viel zu groß ist.

Aber lassen wir das und kehren lieber wieder in die Vergangenheit zurück.
Hier noch etwas zum Thema " Freundschaft mit den Nachbarvölkern":


Service Made in DDR:


Und hier ein Loblied auf den ABV. Wo der Verfasser Recht hat, da hat er recht
Emil Glowatzki hieß der geehrte. Ich habe ihn selbst nie kennen gelernt. Emil starb bereits mit achtundfünfzig Jahren, kurze Zeit nach seiner Ehrung.



Traditionspflege bei der NVA:




Es lebe die Waffenbrüderschaft



An dieser Stelle sei ein Hinweis auf das Erscheinungsdatum gestattet. Im September 1980 brodelte es bereits gewaltig in der damaligen Volksrepublik Polen. Die noch illegale Gewerkschaft " Solidarnosz" des Arbeiterführers Lech Walesa sorgte für Aufruhr und Unruhe in den Reihen der regierenden PVAP. Dem polnischen Gegenstück zur SED. Wenige Wochen nach dem Erscheinen des Artikels endete die Visafreiheit an der Grenze zwischen der DDR und der Volksrepublik Polen. Kein Wunder, dass die Propaganda gerade zu dieser Zeit besonders den Eindruck erwecken wollte, dass das Volk der DDR unverbrüchlich an der Seite der polnischen Kommunisten stand.
Hier noch eine Kostprobe:




Bei dem Gedanken das der trottelige Honecker die Absicht hegte im Nachbarland Polen einzumarschieren, läuft es einem noch heute eiskalt den Rücken herunter. Bloß gut, dass Honni nicht so konnte wie er wollte. Sonst hätte das ohnehin nicht einfach Verhältnis zu unseren Nachbarn einen weiteren tiefen Riss bekommen.

Wird fortgesetzt.

Einen schönen Gruß aus dem nasskalten Oderbruch

Uwe

12.10.2016 19:30
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#33
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Zitat von Büdinger im Beitrag #25
marxistisch-leninistische Weltanschauung



ohhh Gott ???


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12.10.2016 19:33
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#34
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #31
Zitat von icke46 im Beitrag #23
Kleiner Nachsatz zu den Kleinanzeigen: Das Kürzel "MLWA" in den Bekanntschaftsanzeigen fand ich immer originell.


HSA war auch so ein selektierendes Signal an mögliche Bewerber, da war man als Proletarier schon mal außen vor...


Hochschulabsolvent ? erinnere ich so dunkel


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12.10.2016 19:38 (zuletzt bearbeitet: 12.10.2016 19:39)
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#35
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Zitat von Gert im Beitrag #34

Hochschulabsolvent ? erinnere ich so dunkel


HSA = Hochschulabschluß

FSA = Fachschulabschluß


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12.10.2016 19:41
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#36
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Zitat von Ährenkranz im Beitrag #35
Zitat von Gert im Beitrag #34

Hochschulabsolvent ? erinnere ich so dunkel


HSA = Hochschulabschluß

FSA = Fachschulabschluß



na da hätte ich mich ja ins Lumpenproletariat einreihen müssen. Ich habe keinen HSA, aber meine Frau hat mich trotzdem genommen, sie hat HSA-
Klingt irgendwie wie HIV


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12.10.2016 19:45
#37
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Zitat von Gert im Beitrag #33
Zitat von Büdinger im Beitrag #25
marxistisch-leninistische Weltanschauung



ohhh Gott ???


ohhh Gott ??? - das klingt aber mehr nach christlicher Weltanschauung


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12.10.2016 19:46
avatar  Alfred
#38
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ABV,

ich möchte nicht schreiben,was ich von einigen deiner Aussagen halte. Da hast Du NULL Ahnung, da ist Honecker ein richtiger Geistesblitz. Honecker hatte nie die Absicht die NVA in Polen einzusetzen. Das kannst Du alles in den Archiven lesen. Man muss es nur wollen. Du bist mir der richtige Fachmann / Geschichtsaufarbeiter für einige Bereiche. Das reiht sich ein in DEINE Ausstellung, aber dazu hat sich ja schon @Merkur entsprechend geäußert.


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12.10.2016 21:20
#39
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Es kann wohl niemand den Weg zum "Fertigprodukt Nichteinmischung" kennen, die Gedankenspiele der Genossen zwecks Positionierung sind wohl nur wenigen bekannt.
Überliefert ist aber folgendes mit einer glaubhaften Chronologie:



Ob nun die FU Berlin mit der Behörde "Knabe" gleichzusetzen ist, vermag ich nicht zu sagen, ob es Eiferer in einer längst beendeten Schlacht oder seriöse Geschichtsforscher sind ist auch heute noch schwer zu durchschauen.


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12.10.2016 22:36
avatar  Pitti53
#40
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Zitat von ABV im Beitrag #21
Besonders bemerkenswert fand ich, dass die Journalisten quasi von heute auf morgen die " Heile-Welt-Berichterstattung" beendet und in kritische Berichterstattung übergegangen sind. Plötzlich gab es einen Berg von Problemen, zuvor " unfehlbare" Genossen standen von einem Tag zum anderen in der öffentlichen Kritik.
Genutzt hatte diese Kehrtwendung nicht jedem. In Seelow gab es damals einen Chefredakteur Namens Uebelhack. Trotz aller Wendungen, wurde auf den Demos im November 1989 seine Ablösung gefordert. " Uebelhack hat ausgehackt", stand auf etlichen Plakaten.
Trotzdem kann nicht verschwiegen werden, dass es den Journalisten nicht anders ging, als den anderen Staatsangestellten der DDR. Sie mussten, vielleicht sogar noch mehr als andere, unbedingte Loyalität erweisen. Die berühmte " Schere im Kopf" eben, wenn man etwas schreibt oder sagt, nur weil es andere genauso hören oder lesen wollen. Und man weiß, dass es Unfug ist.

Gruß an alle
Uwe


Ist das heute anders?


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13.10.2016 10:31
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#41
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Aus manchen Zeitungsartikeln geht das Datum hervor, doch bei vielen muß man raten. ich fände es gut das Datum der Publikation mit zu schreiben, so kann man den Inhalt gedanklich besser in das Zeitgeschehen einordnen.


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13.10.2016 15:36
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#42
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In Archiven die DDR neu erleben und verstehen ?
Ist für mich nix anderes als die Geschichte der DDR von Opportunisten neu zu schreiben, dem Zeitgeist entsprechend antikommunistisch, DDR- feindlich und oder auch zur eigenen Rechtfertigung.


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13.10.2016 15:49
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#43
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Zitat von Pitti53 im Beitrag #40
Zitat von ABV im Beitrag #21
Besonders bemerkenswert fand ich, dass die Journalisten quasi von heute auf morgen die " Heile-Welt-Berichterstattung" beendet und in kritische Berichterstattung übergegangen sind. Plötzlich gab es einen Berg von Problemen, zuvor " unfehlbare" Genossen standen von einem Tag zum anderen in der öffentlichen Kritik.
Genutzt hatte diese Kehrtwendung nicht jedem. In Seelow gab es damals einen Chefredakteur Namens Uebelhack. Trotz aller Wendungen, wurde auf den Demos im November 1989 seine Ablösung gefordert. " Uebelhack hat ausgehackt", stand auf etlichen Plakaten.
Trotzdem kann nicht verschwiegen werden, dass es den Journalisten nicht anders ging, als den anderen Staatsangestellten der DDR. Sie mussten, vielleicht sogar noch mehr als andere, unbedingte Loyalität erweisen. Die berühmte " Schere im Kopf" eben, wenn man etwas schreibt oder sagt, nur weil es andere genauso hören oder lesen wollen. Und man weiß, dass es Unfug ist.

Gruß an alle
Uwe


Ist das heute anders?


Pitti du hast vollkommen recht. Bei der DKP Zeitung UZ wird das heute noch praktiziert. Es hat nur wenig Auswirkung mangels Kunden


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13.10.2016 15:51
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#44
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Zitat von Klauspeter im Beitrag #37
Zitat von Gert im Beitrag #33
Zitat von Büdinger im Beitrag #25
marxistisch-leninistische Weltanschauung



ohhh Gott ???


ohhh Gott ??? - das klingt aber mehr nach christlicher Weltanschauung



eher umgangssprachlich zu sehen der Ausruf, Klauspeter. Ich bin ein kufar ( arabisch = Ungläubiger )


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13.10.2016 15:54
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#45
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Zitat von Alfred im Beitrag #38


ABV,

ich möchte nicht schreiben,was ich von einigen deiner Aussagen halte. Da hast Du NULL Ahnung, da ist Honecker ein richtiger Geistesblitz. Honecker hatte nie die Absicht die NVA in Polen einzusetzen. Das kannst Du alles in den Archiven lesen. Man muss es nur wollen. Du bist mir der richtige Fachmann / Geschichtsaufarbeiter für einige Bereiche. Das reiht sich ein in DEINE Ausstellung, aber dazu hat sich ja schon @Merkur entsprechend geäußert.


na,@ Alfred wenn ich mir in Post #39 den TV Trailer anschaue, den User @Hackel39 eingestellt hat, würde ich eher behaupten, das Ahnungsdefizit liegt bei dir


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