Transitleichen in der DDR

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20.10.2016 16:18
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#61
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Zitat von passport im Beitrag #59
So, das Buch ist heute angekommen. Da wird gleich der morgige Sonntag ausgiebig genutzt um das Buch gründlich durchzulesen
passport


Hier gibt's einen Beitrag zum Buch:

http://www.heidekrautjournal.de/index.ph...id=72&Itemid=58


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01.05.2017 19:14
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#62
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Anbei eine aktuelle Rezension von Wolfgang Brauer zum Buch:

"Zum Schluss noch etwas für Freunde der Kriminalistik. Nein, nicht des „Tatortes“ und der in Mode gekommenen Regionalkrimis. Es geht um echte Fälle, und das ist eher etwas für Hartgesottene. Remo Kroll und Blättchen-Autor Frank-Rainer Schurich blättern im jüngsten Band der „Historischen Kriminalistik“ der Schriftenreihe Polizei des Verlages Dr. Köster fünf Fälle aus der Zeit der deutschen Teilung auf. Vier davon widmen sich Mordfällen, die mit einer Ausnahme nicht auf dem Territorium der DDR begangen wurden, deren Opfer aber alle von den Tätern entlang der Transitautobahnen Richtung Marienborn oder Hirschberg „entsorgt“ werden sollten. Die Mörder gingen offenbar davon aus, dass die Kriminaldienststellen der DDR einerseits sowieso unfähig und andererseits der Arm der „Vopos“ nicht über die „Zonengrenze“ reichen würde. Sie irrten sich. Seite für Seite blättern die Autoren die Ermittlungsakten auf und lassen uns die kriminalistische Kleinarbeit en détail nachvollziehen. Ich muss warnen: Für sensible Gemüter ist das nicht immer etwas. Und sie schildern, wie das gegenseitige Interesse an der Ergreifung der Täter auch bei Wahrung der politischen Kleiderordnung selbst die Staatsanwaltschaften auf beiden Seiten der Mauer zusammenarbeiten ließ. Übrigens sind in allen geschilderten Fällen die Ermittler der Hauptabteilung IX/7 beziehungsweise die SK der jeweiligen Abteilung IX der Bezirksverwaltungen des Ministeriums für Staatssicherheit federführend gewesen. Kaum vorstellbar, dass das im Westen nicht bekannt war…
Absicht der Autoren war, „die komplexe und aufwändige Arbeit der Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, der Volkspolizei und der Westberliner Polizei (zu) würdigen, die durch ihre Arbeit dazu beigetragen haben, dass die Täter für ihre schweren Straftaten durch Westberliner bzw. bundesdeutsche Gerichte zur Verantwortung gezogen werden konnten.“ Das ist ihnen gelungen und hebt sich wohltuend von den reißerischen „Dokumentationen“ des Aufarbeitungskartells ab, mit denen uns die „Öffentlich-Rechtlichen“ seit Jahren den Verstand verkleistern. Damit soll mitnichten davon abgelenkt werden, dass das gegenseitige Feindbild 40 Jahre lang klar war."

Quelle: Das Blättchen vom 24. April 2017


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01.05.2017 20:17
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#63
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Ich habe das Buch nicht, aber eine Webseite mit einem interessanten Fall zum Thema Transitleichen.

Zitat

24.11.1979 - Mordopfer aus Berlin (West) bei Hermsdorf aufgefunden

Ein spektakulärer Kriminalfall wurde am 24.11.1979, 08:20 Uhr im Holzland festgestellt. Ein Gruppe Jäger wollte im Waldgebiet, in der Nähe der Abfahrt Hermsdorf - Klosterlausnitz, eine Ansitz-Drückjagd durchführen. Bei der Aufstellung zur Jagd entdeckte der verantwortliche Jagdleiter eine Brandstelle auf einem Waldweg und erkannte darin menschliche Überreste. Die Stelle wurde weiträumig abgesichert und umfangreiche Spurensicherungen und Untersuchungen begannen. Den Kriminaltechnikern und den Gerichtsmedizinern des Gerichtsmedizinischen Institutes der Friedrich Schiller Universität Jena gelang es, aus den Brandresten umfangreiche Spuren zu sichern. Daraus konnten u.a. die Blutgruppe, Teilabdrücke der Hand, Zahnstatus, das Gesicht des Opfers rekonstruiert und die Bekleidung des Opfers sowie der benutzte Transportkoffer bestimmt werden. Außerdem wurde aus Tierhaarresten die Rasse eines Hundes ermittelt. Den gesicherten Reifenspuren konnte der zugehöriger PKW - Typ "Ford" zugeordnet werden.

Sehr schnell wurde den Ermittlungen klar, dass das Opfer kein DDR - Bürger war und die Tat im Zusammenhang mit der damaligen Transitstrecke (Autobahn A 9 Berlin - München) stehen musste. Entsprechend gestaltete sich der Informationsaustausch zwischen DDR - BRD - Berlin (West).
...(gekürzt)



Mehr zum Fall gibt es hier:
http://www.hermsdorf-regional.de/stadtge...transitmord.htm

Boofinger


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23.09.2017 11:35
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#64
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23.09.2017 12:56
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#65
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Zitat von Merkur im Beitrag #64
Jetzt gibt es auch Filmbeiträge zur Transitleiche von Bad Klosterlausnitz:

http://mediathek.rbb-online.de/tv/T%C3%A...mentId=45895472

http://mediathek.rbb-online.de/tv/T%C3%A...mentId=46083134





sehr interessanter Beitrag und eine gute Ermittlungsarbeit. Das war einer der wenigen, sinnvollen Aufgaben, die das MfS. durchführte. Das hätte aber auch erreicht werden können mit einer entsprechenden personellen und technischen Ausstattung der Kriminalpolizei und der Mordkommission. Für so etwas braucht man keinen Geheimdienst.


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23.09.2017 13:35 (zuletzt bearbeitet: 23.09.2017 14:58)
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#66
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Gert, das MfS war ein mit konspirativen Mitteln und Methoden arbeitendes Sicherheitsorgan sowie gemäß Strafprozessordnung Untersuchungsorgan zur Ermittlung in Strafsachen. Das unterscheidet es vom nachrichtensammelnden Geheimdienst.
Und ein weiser Mann sagte einmal: "Man kann die Arbeit von Nachrichtendiensten nicht in gut und böse einteilen, allenfalls in erfolgreich und erfolglos."


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23.09.2017 17:12
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#67
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Zitat von Gert im Beitrag #65
Für so etwas braucht man keinen Geheimdienst.

Das MfS war ja nicht nur Geheimdienst, sondern auch Geheimpolizei.


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23.09.2017 19:27
#68
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Als ehem. MA des MfS ist mir nicht bekannt bei einer "Geheimpolizei" einen Anstellungsvertrag unterschrieben zu haben. Das MfS war aber ein Schutz - und Sicherheitsorgan mit vielen Aufgabenbereichen. Diese Tätigkeiten wurden nach aussen offen oder auch konspirativ betrieben, je nach Aufgabenstellung.


passport


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23.09.2017 19:36
avatar  Alfred
#69
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #67
Zitat von Gert im Beitrag #65
Für so etwas braucht man keinen Geheimdienst.

Das MfS war ja nicht nur Geheimdienst, sondern auch Geheimpolizei.


Wie deffinierst Du denn den Begriff " Geheimpolizei" ?


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23.09.2017 19:39 (zuletzt bearbeitet: 23.09.2017 19:42)
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#70
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Zitat von passport im Beitrag #68
Als ehem. MA des MfS ist mir nicht bekannt bei einer "Geheimpolizei" einen Anstellungsvertrag unterschrieben zu haben. Das MfS war aber ein Schutz - und Sicherheitsorgan mit vielen Aufgabenbereichen. Diese Tätigkeiten wurden nach aussen offen oder auch konspirativ betrieben, je nach Aufgabenstellung.


passport


richtig , aber nicht für das Volk sondern für die autokratisch regierende Einheitspartei SED. Der Treppenwitz der Geschichte ist, dass am Tage als der Fall X eintrat, von der Parteiarmee nichts zu sehen war. Das wird dann noch als Akt des Humanismus verkauft, indem man "Blutvergiessen " verhindert hat. Wenn die SED nur einen Hauch einer Chance gesehen hätte, das Volk niederzuhalten, wären entsprechende Befehle herausgegangen. Aber diese Chance sahen sie( zu recht) nicht und so handelten sie wie sie handelten eben durch Nichthandeln. Schließlich wollte man nicht, dass sich die Laternenmasten durchbogen.

ok hat nix mit Transitleichen zu tun
bin schon wech


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23.09.2017 20:22
#71
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@Gert , mir ist kein Fall X bekannt ! Gedient bis zum 30.09.1990


passport


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23.09.2017 20:27
#72
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Zitat von Alfred im Beitrag #69
Wie deffinierst Du denn den Begriff " Geheimpolizei" ?
Eine Geheimpolizei ist eine Organisation, die Ermittlungsverfahren, Verhaftungen eigenständig bewerkstelligt, Beschuldigte in eigene Untersuchungsgefängnisse überführt, Verhöre der Häftlinge ausschließlich durch eigene Vernehmer ausführt.

Im Gegensatz zu dieser Geheimpolizei dürfen Verfassungsschützer in einem Rechtsstaat keine Verhaftungen vornehmen. Dies ist Aufgabe der Polizei. Eine Geheimpolizei dient einer Partei mit unbeschränkten polizeilichen und geheimdienstlichen Befugnissen.
Sie dienen ausschließlich der Sicherung eines totalitären Staates.

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"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner!
Erst Rentnerlehrling dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”
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23.09.2017 20:41 (zuletzt bearbeitet: 23.09.2017 20:52)
#73
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Eine Definition des eigenen Erfindens

Du machst Dich immer lächerlicher !

PS : Das jämmerliche Versagen von Deinen (Verfassungs)schutz plus Polizei bei der Aufklärung der NSU-verbrechen spricht doch Bände!


passport


PS: Das kannst Du eben nicht wissen. Aufsichtsführende Behörde aller Untersuchungsverfahren war die Staatsanwaltschaft. Die Staatsanwaltschaft bestimmte ob eine Untersuchung (EV) angeordnet wird und hatte ständige Einsicht in die Untersuchungsakten. Weiterhin legte die Staatsanwaltschaft den Zeitraum der Untersuchung oder auch deren Einstellung fest. Aber auch ob nach Aktenlage Anklage erhoben wurde.


passport


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23.09.2017 20:41 (zuletzt bearbeitet: 23.09.2017 21:06)
avatar  Merkur
#74
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Das alles könnte doch aber auch eine Polizei ohne den Begriff "Geheim" auch realisieren. Und wenn ich mich nicht irre, operiert auch die Polizei gegenwärtig mit inoffiziellen Kräften und kann beispielsweise Festnahmen realisieren.
Deine Feststellungen sind also auf das MfS bezogen kein Alleinstellungsmerkmal.
Ich lese übrigens gerade die in diesem Jahr erschienenen Bände der Unabhängigen Historikerkommission zur Geschichte des BND, die sich auf Akten des BND stützt. Dort plädierte beispielsweise ein Mitarbeiter "für eine schärfste Befragung und Ausquetschung unter Anwendung von schärfsten Mitteln des Verhörs" und notierte in der Akte am Rand den Begriff "Pistole". Ganz so demokratisch und sauber wie es einige gern hätten, lief es dort wohl auch nicht immer.


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23.09.2017 20:50
#75
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Zitat von Merkur im Beitrag #74
Das alles könnte doch aber auch eine Polizei ohne den Begriff "Geheim" auch realisieren(..)

Nach seinem Selbstverständnis war das MfS keine geheime Polizei.


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