Kann das sein ???

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08.10.2016 22:03
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#151
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #147
Zitat von SET800 im Beitrag #146
Zitat von BautznerSenf im Beitrag #144


Und da dei Freizuegigkeit ein Menschenrecht ist, wird man diese kaum versagen koennen - ggf. haette man ja den Buergern anbieten koennen, sich freizukaufen.

Gruss B. S.


Doch kann man, siehe die Rechtslage und Praxis in der DDR. Was Recht ist legt jeder Staat für sein Gebiet selbst fest, das gilt auch dann wenn andere Staaten oder spätere Regierungen andere Tatsachen als Recht oder Unrecht definieren.
(..)


Die DDR hat sich als Wiege und Hort des Humanismus ausgegeben und alle diesbezüglichen internationalen Erklärungen und Vertragswerke unterzeichnet. Auch was die Freizügigkeit angeht. In nationales Recht aber hat man nichts umgesetzt. Nicht wenige fühlten sich als Leibeigene eines Lehensherrs - wie im Feudalismus vor der französischen Revotution

In der Erklärung der UN wirst Du das Wort Freizügigkeit nicht finden, aber das Recht auf Arbeit!


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23.10.2016 22:40
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#152
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Solche Knüppel waren am 4. November 89 bei den GT in Berlin im Einsatz. Die AK's blieben an diesem Tag in der Waffenkammer, statt dessen wurden einige Postenpunkte mit diesen Dingern ausgerüstet - zur Selbstverteidigung, falls es Demonstranten über die Mauer schafften.
Ahoi


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24.10.2016 15:16
#153
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Zitat von manudave im Beitrag #136
Dann will der Schlingel vom Point Alpha sich mal äußern.
Tatsächlich fällt einem, der sich mit diesen Dingen intensiv beschäftigt, durchaus auch der ein oder andere Fehler in der Darstellung bei vielen Gedenkstätten in Deutschland auf. Aber Ausstellungen - egal wo in Deutschland - werden vom Staat gefördert. Und wie auf einer Straße, die beim Förderantrag 30 Km/h Höchstgeschwindigkeit vorsah und man nun gern 50 hätte, kann man auch hier nicht einfach was ändern - denn dann muss man Förderungen zurück zahlen.
Wenn es nach mir ginge, wäre eine technische Führung mit Dienstabläufen etc. möglich - aber, und ich mache das schon viele Jahre - es interessiert keine Sau... Sicherlich kann man bei der SM 70 oder dem Zaun sehr ins Detail gehen, aber dann muss man auch schon in der Gruppe beobachten, dass die Konzentration schnell nachlässt. Davon abgesehen, die Führung würde dann bei der Vielseitigkeit der Themen drei Tage dauern...
Und wollen wir mal ehrlich sein: Ein Grenzmuseum soll kein Disney-Land für ehemalige Kameraden sein, sondern die Unmenschlichkeit des Grenzregimes aufzeigen, was Opfer in Zivil und Opfer in Uniform kannte. Wenn ich in meinen Führungen von den Toten der Grenze spreche, dann werden auch immer die Soldaten erwähnt, welche durch Deserteure, Flüchtlinge oder die eigenen Hand - sprich die zahlreichen Selbstmorde - starben.
NATÜRLICH geht es in einer Gedenkstätte um das große Ganze, das ist auch das Ziel - von der großen Weltpolitik in Jalta bis zum zwangsausgesiedelten Bauern aus Wiesenfeld. Sie alle finden Erwähnung - und da juckt es den Gast nicht, ob das Gehäuse des Gewehrs geschmiedet oder gefräst war.


Generell stimme ich mit Dir überein. Allerdings habe ich im Grenzmuseum in Teistungen ein "Disneyland" mit umgekehrtem Vorzeichen erlebt:
Eine wirklich armselige Konsumverkaufsstelle im Stil der 50er Jahre war (ist?) Teil der Ausstellung. Abgesehen davon, daß die mit dem Thema nichts zu tun hat, ist eine Probagandaabsicht offensichtlich. Aber auch militärisch Zutreffendes war recht martialisch in Szene gesetzt, beschallt von einer Tonbandschleife mit der Aufnahme eines erregten Offiziers bei einem Grenzalarm. Das sorgte für einen m. E. gewollten Gruseleffekt.
Ich sage es mal so: Die Wahrheit wurde suggestiv dargestellt.
Den Eindruck auf westliche Besucher konnte man einigen ansehen: Die Betroffenheit war ähnlich der bei einem KZ-Besuch.
In deren Gegenwart hat mein damals minderjähriger Sohn durch sein Fragen deutlich gemacht, daß ich bei den Grenztruppen war. Entsetzte Blicke waren das Resultat und sofortiges Gehen auf Distanz. Regime und alle Grenzsoldaten waren für die offensichtlich eins.

Daß die Mehrheit der Wehrpflichtigen (!) einen unspektakulären bis öden Alltag erlebte und trotzdem nicht scharf war auf "Abenteuer", das war die Realität, die ich bei dem Museumsbesuch nicht wiedererkannt habe.

Anders herum kann ich mir kein DDR-Disneyland an der ehemaligen Grenze vorstellen, an dem sich ehemalige Grenzer ergötzen.
Wie soll sowas überhaupt aussehen? Schießen auf virtuelle Flüchtlinge als Ballerspiel, oder was?


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24.10.2016 18:12
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#154
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Anders herum kann ich mir kein DDR-Disneyland an der ehemaligen Grenze vorstellen, an dem sich ehemalige Grenzer ergötzen.
Wie soll sowas überhaupt aussehen? Schießen auf virtuelle Flüchtlinge als Ballerspiel, oder was?


Wie wäre es mit den tatsächlichen Zuständen ? !

Und wenn schießen auf Flüchtlinge ,dann vorher virtuelle Munition teuer gegen Euros zum Wohle der CDU- Stiftung einkaufen !

Dafür ,daß man "nur" Grundwehrdienstleistender war , hängt man doch seht am Thema ! Odäärrr ? Würde 94 jetzt fragen !

Ach Kleener solch eine Hassliebe ist doch was schönes , ne ? Man kann meckern aber kommt doch nicht von los !


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24.10.2016 20:01
#155
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Was Du immer so vermutest, Fritzchen.

Ab Mai 1975 ist mir die Armeezeit interessante Erinnerung. Kein Phantomschmerz ..... auch nicht in dem Museum. Auf die Realität kann man trotzdem hinweisen.


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24.10.2016 20:47
#156
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Zitat
Den Eindruck auf westliche Besucher konnte man einigen ansehen: Die Betroffenheit war ähnlich der bei einem KZ-Besuch.



Ziel erreicht


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24.10.2016 21:03
#157
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Zitat
In deren Gegenwart hat mein damals minderjähriger Sohn durch sein Fragen deutlich gemacht, daß ich bei den Grenztruppen war. Entsetzte Blicke waren das Resultat und sofortiges Gehen auf Distanz. Regime und alle Grenzsoldaten waren für die offensichtlich eins.



Ich hatte die kleine Geschichte hier im Forum schon irgendwo mal aufgeschrieben, aber, da passend, hier nochmal.

Im Januar 1990 kam ich nach Hanau zu meinem Onkel.
Die Schwiegereltern meines Onkels hatten eine kleine Kneipe, abends gut besucht.
Ich half etwas aus, Gläser waschen, Bier ausschenken, was halt so zutun ist, ich bekam dafür kein Geld, darum gings auch nicht, ich half weil sie mir auch halfen, Unterkunft, Wohnungssuche und Arbeitssuche.

Männergespräche, Frage kam, hast de denn gedient in der Ostzone?
Ich so, na klar!
Kam die Frage, wo denn?
Nun warum soll ich lügen und die bemerken es dann, nee ging nicht.
Ich so, ich war an der Grenze!

Zitat
Entsetzte Blicke waren das Resultat und sofortiges Gehen auf Distanz.



Man sah regelrecht die Backen aufblasen, Gedankenblase über den Köpfen "welch Schwein bedient uns denn hier".
Nach einer Weile Stille kam die Frage, haste auf jemand geschossen? (weil ja jeder 2. Grenzer auch Todesschütze gewesen sein muss)
Na dann musste ich ob ihres Verhaltens einen drauf geben und sagte, ja mehrmals!
Die Kinnladen klappten runter, keine weiteren Fragen mehr.
Mein Onkel fragte mich dann später ob das so war, ich sagte das ich 3 Monate Ausbildung hatte und dann 15 Monate Hunde gestreichelt habe und er amüsierte sich.


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24.10.2016 21:09
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#158
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #149

Hättest du selber drinnen und nicht draußen gewohnt, ich glaube dich hätten sie im Politbüro noch gebraucht um dem DDR-Bürger alle Notwendigkeiten noch einmal ganz konkret und verständlich nahe zu bringen


Hallo,
auch wenn es gerne verleugnet oder verdrängt wird, es waren real Notwendigkeiten die sich aus der weltpolitischen Lage und Machtfrage ergaben.
Und über Änderungen konnte weder der Ministerat, das Politbüro, die Volkskammer oder die SED entscheiden und diese dann umsetzen.


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25.10.2016 08:25
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Zitat von SET800 im Beitrag #158
Zitat von Hanum83 im Beitrag #149

Hättest du selber drinnen und nicht draußen gewohnt, ich glaube dich hätten sie im Politbüro noch gebraucht um dem DDR-Bürger alle Notwendigkeiten noch einmal ganz konkret und verständlich nahe zu bringen


Hallo,
auch wenn es gerne verleugnet oder verdrängt wird, es waren real Notwendigkeiten die sich aus der weltpolitischen Lage und Machtfrage ergaben.
Und über Änderungen konnte weder der Ministerat, das Politbüro, die Volkskammer oder die SED entscheiden und diese dann umsetzen.


Na ob nun generell alles eine unausweichliche weltpolitische Notwendigkeit war ist zweifelhaft, der Weltrekord in Betreuungsdichte war wohl hausgemacht und paar andere Dinge auch, vor allem zu Ende der 80er Jahre, da konnte man sich eigentlich nicht mehr hinter dem großen Bruder verstecken, da wurde selber der Betonmischer angeworfen.


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25.10.2016 12:03
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#160
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #159

Na ob nun generell alles eine unausweichliche weltpolitische Notwendigkeit war ist zweifelhaft, der Weltrekord in Betreuungsdichte war wohl hausgemacht und paar andere Dinge auch, vor allem zu Ende der 80er Jahre, da konnte man sich eigentlich nicht mehr hinter dem großen Bruder verstecken, da wurde selber der Betonmischer angeworfen.


Hallo,
zu Ende der 80er-Jahre waren z.B. Westreisen wesentlich großzügiger genehmigt, z.B. konnte mit dem Wartburg und Ehefrau der Onkel meiner Frau zu Westbesuchen reisen, deren Kinder waren bereits erwachsen.


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25.10.2016 19:30
avatar  Hanum83
#161
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Zitat von SET800 im Beitrag #160
Zitat von Hanum83 im Beitrag #159

Na ob nun generell alles eine unausweichliche weltpolitische Notwendigkeit war ist zweifelhaft, der Weltrekord in Betreuungsdichte war wohl hausgemacht und paar andere Dinge auch, vor allem zu Ende der 80er Jahre, da konnte man sich eigentlich nicht mehr hinter dem großen Bruder verstecken, da wurde selber der Betonmischer angeworfen.


Hallo,
zu Ende der 80er-Jahre waren z.B. Westreisen wesentlich großzügiger genehmigt, z.B. konnte mit dem Wartburg und Ehefrau der Onkel meiner Frau zu Westbesuchen reisen, deren Kinder waren bereits erwachsen.


Sinnlos, am besten man lässt es.


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25.10.2016 19:31
avatar  Hanum83
#162
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Zitat von SET800 im Beitrag #160
Zitat von Hanum83 im Beitrag #159

Na ob nun generell alles eine unausweichliche weltpolitische Notwendigkeit war ist zweifelhaft, der Weltrekord in Betreuungsdichte war wohl hausgemacht und paar andere Dinge auch, vor allem zu Ende der 80er Jahre, da konnte man sich eigentlich nicht mehr hinter dem großen Bruder verstecken, da wurde selber der Betonmischer angeworfen.


Hallo,
zu Ende der 80er-Jahre waren z.B. Westreisen wesentlich großzügiger genehmigt, z.B. konnte mit dem Wartburg und Ehefrau der Onkel meiner Frau zu Westbesuchen reisen, deren Kinder waren bereits erwachsen.


Sinnlos, am besten man lässt es, denkst du allen Ernstes wenn ich 1988 eine Besuchsreise zu meinem Onkel beantragt hätte, einfach so, ich hätte meinen Trabi satteln dürfen um los zu fahren?
So, Thema für mich durch, du hast doch null Ahnung wie das wirklich damals war für einen der in der DDR wohnen musste, kannst du ja auch nicht logischerweise.


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25.10.2016 19:56
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Stop, Freunde der Nacht ,@ Hanum83 , nicht immer so pauschal. So was gab es. Ein Bekannter von mir, ehemaliger Sportkumpel, fuhr mit seinem Shiguli nach WB zu Besuchszwecken in dringenden Familienangelegenheiten. Er hatte kurz vorher einen Sportunfall und konnte nicht laufen.
Ich weiß nicht, ob ich hier schon mal drüber geschrieben habe, das war der Kollege, der eine Reise zu seinem Onkel nach Kanada bekam, und nicht wieder zurückkam. Und ich hatte diese Reise positiv beurteilt.
Der Onkel hatte ihm in Kanada seine Farm oder Plantage überschrieben, aber er kam damit nicht klar. Sprache, Umstände, purer ungewohnter Kapitalismus-und und und! Nach einem halben Jahr war er wieder da, verlor allerdings seinen Job als Dozent an einer Ingenieurschule. Sonst aber weiter nix passiert, soweit ich mich erinnere.
Also es gab nix, was es nicht gab....!


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25.10.2016 20:04
#164
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Zitat von SET800 im Beitrag #160

Hallo,
zu Ende der 80er-Jahre waren z.B. Westreisen wesentlich großzügiger genehmigt, z.B. konnte mit dem Wartburg und Ehefrau der Onkel meiner Frau zu Westbesuchen reisen, deren Kinder waren bereits erwachsen.



Frage ist nur, für wen "großzügiger genehmigt" ? Das waren denke ich auch nur die etwas linientreueren. Kenne da auch zwei Fälle aus Ende der 80er.
Mein Lehrmeister durfte fahren und mein Betriebsarzt auch. Mein Lehrmeister kam stolz mit ner West-wasserwaage zurück.
Mein Betriebsarzt kam gar nicht mehr zurück.


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25.10.2016 20:08
avatar  Ebro
#165
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Frage ist nur, für wen "großzügiger genehmigt" ? Das waren denke ich auch nur die etwas linientreueren.

Na das liegt doch wohl in der Natur der Sache und ist kein Grund zum Wundern....!


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